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Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 14.12.2022 - 09:28 Uhr
UserEricM
User (7326 Beiträge)
Ok, eine Firma, die bisher nur einen Entwurf eines Flugzeugs gezeichnet hat und noch nie ein Triebwerk gebaut hat, behauptet jetzt nicht nur Flugzeuge, sondern auch Flugzeugtriebwerke besser zu können als alle etablierten Anbieter.

Wer das noch glaubt, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

Beitrag vom 14.12.2022 - 09:40 Uhr
Usernighthawk
EDDF
User (379 Beiträge)
@EricM
Naja, was schlägst Du vor? Soillen Sie den Laden einfach dichtmachen? Auch wenn es ein "long shot" ist, würde ich es genauso machen. Ob die Investoren das mitgehen, zumal eine Zulassung vor 2030 nicht realistisch erscheint, ist fraglich - und wie die Welt dann auf �berschallflugreisen blickt, auch. Aber einfach aufzugeben ist mit Sicherheit die schlechteste Option.
Außerdem gibt es durchaus Beispiele, in denen Eigenentwicklungen funktioniert haben (Tesla), wenn auch nicht bei etwas so Komplexem wie einem Triebwerk. NB: Boom hat nicht behauptet, es besser zu können. Sie wollen ein Triebwerk bauen, das ihren Leistungsparametern entspricht. "Besser" würde voraussetzen, dass es ein Alternativprodukt gibt.
Beitrag vom 14.12.2022 - 09:50 Uhr
Userdaniel1138
User (532 Beiträge)

Naja, was schlägst Du vor? Soillen Sie den Laden einfach dichtmachen? Auch wenn es ein "long shot" ist, würde ich es genauso machen. Ob die Investoren das mitgehen, zumal eine Zulassung vor 2030 nicht realistisch erscheint, ist fraglich - und wie die Welt dann auf �berschallflugreisen blickt, auch. Aber einfach aufzugeben ist mit Sicherheit die schlechteste Option.

Ist das so?! Macht es wirklich Sinn ein totes Pferd weiter zu reiten? Manchmal ist die Reissleine ziehen tatsächlich die bessere Option als weiter gutes Geld in ein zum Scheitern verurteiltes Projekt zu stecken.
Beitrag vom 14.12.2022 - 12:23 Uhr
UserThe_Raven
User (47 Beiträge)
Erstflug 2027? Naja: Rohmaterial für Turbinenscheiben und Verdichtertrommeln hat eine Leadtime von ca. 36 Monate. Dafür sollte man aber wissen, was genau man wie haben will. Dann braucht man noch die Gesenke/Temperformen. Lead time ca. 24 Monate. Endbearbeitung mindestens 18 Monate für die Erstfertigung. Dann braucht man für "permit to fly" zu mindest mal einen ganzen Satz an Bodenläufen für die noch nicht einmal die Prüfstände vorhanden sind. Und dann hat man noch keine Brennkammer. Eine funktionierende Brennkammer ist nun einmal eines der Herzstücke und hat ein bisschen was von Voodoo. Und das unter der Annahme, dass die Aerodynamik auf den ersten Schuss sitzt. Und wie eine "passiv gekühlte" Hochdruckturbine aussehen soll mit auch nur einigermaßen akzeptablen Wirkungsgrad (= Gastemperatur) ist mir schleierhaft. Und dann hätten wir noch das Thema Containment und Rotatives. Allein um die Schleuderprüfstände zu organisieren (ohne einen etablierten Hersteller im Hintergrund) dürfte schwierig werden. Dann braucht man mindestens ein Telemetrietriebwerk für die Temperaturen, Drücke, etc. der rotierenden Bauteile. Allein dafür haben die großen Hersteller ganze Abteilungen.
Fazit: Totgeburt...
Beitrag vom 14.12.2022 - 12:24 Uhr
UserFRAHAM
User (1314 Beiträge)
Die Frage ist ja immer - ist das Pferd tot oder nur gerade erschöpft. Ich gehe gerne mit und finde, dass Mut belohnt gehört. Im Endeffekt arbeiten bei Boeing und Co auch nicht mehr die Gebrüder Wright und viel Wissen geht regelmäßig verloren. Das Thema Brain Dump ist auch bei etablierten Unternehmen ein Problem. Ich sehe das Problem also nicht in darin, dass dieses Unternehmen neu ist und wenig Expertise vordergründig hat.

Ich würde das Projekt auch als gescheitert ansehen, wenn es bei einem klassischen Anbieter gelauncht werden sollte. Mein Problem mit diesem Projekt ist, dass ich mir keinen sinnvollen Use-Case vorstellen kann. Selbst zu Zeiten, in denen die Wirtschaftlichkeit nur minder von Interesse war, hatte es eine Concorde und schon gar eine Tu-144 (da galten noch weniger wirtschaftliche Zwänge) nicht leicht zu bestehen. Was soll an diesem Projekt die revolutionäre Erfindung werden, dass auch noch in der heutigen Zeit mit den Zwängen der Wirtschaftlichkeit die Airlines in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Hauptmanko in der Nutzbarkeit ist ja auch noch die Lautstärke, die sich physikalisch nicht mitigieren lässt.
Beitrag vom 14.12.2022 - 13:33 Uhr
UserEricM
User (7326 Beiträge)
@EricM
Naja, was schlägst Du vor? Soillen Sie den Laden einfach dichtmachen?

Am aktuelle Demonstrator XB-1 arbeiten sie nun schon 6 Jahre, und das mit bewährten Triebwerken von der Stange.
Letze Station des immer weiter verschobenen Erstflugs war September 2022, seitdem ist Sendepause.
Ja, ich denke dichtmachen wäre am aktuellen Punkt der Entwicklung ehrlicher.
Oder halt eingestehen, dass es noch bis mindestens 2035 dauert und ein paar Technologiedurchbrüche bei Materialen benötigt.
Aber eine Zulassung 2029 wird genauswenig klappen wie der Erstflug der XB-1 in 2020
Beitrag vom 14.12.2022 - 14:53 Uhr
Userhamtlg
User (117 Beiträge)
Es mag ja sein, dass die Dort die Theorie unter Kontrolle haben. Aber ein Flugzeug zu entwickeln ist eine Sache, ein passendes Triebwerk dazu ist etwas ganz anderes. Sicher kann man auf dem Papier (oder im Computer) so etwas entwickeln. Aber solch ein Triebwerk zu fertigen, die Testläufe durchlaufen zuassen, eine Zulassung zu bekommen, ist etwas ganz anderes und da gehen min 10-15 Jahre ins Land.
Es gibt eine Grund warum Airbus, Boeing usw. die Triebwerksentwicklung anderen überlassen und warum diese Hersteller aus dem Projekt abgesprungen sind.
Man müsste Milliarden investieren für ein Projekt, mit welchem man aber später nie die Kosten reinbekommen würde.
Beitrag vom 14.12.2022 - 19:06 Uhr
Usermpilot
User (701 Beiträge)
Die EGT dieses Triebwerkes wird sicher bereits im idle mode ausreichen das Geld zu verbrennen, welches sich Venture Capital Investors aus der Tasche saugen lassen. Dämlichkeit ist universell, nach Cargolifter und Lilium Elektrohype endlich mal wieder was für den Schrottplatz.