Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Eine neue Boeing = eine Megatonne CO2

Beitrag 1 - 7 von 7
Beitrag vom 28.07.2021 - 12:21 Uhr
UserKranich
User (402 Beiträge)
Zitat: - synthetische "Power to Liquid"-Treibstoffe stehen konventionellem Kerosin chemisch in nichts nach. -

Nach einer Analyse der DECHEMA-Gesellschaft zur Herstellung von Power to Liquid ergibt sich folgender Strombedarf: mit einer Strommenge von 25 TWh könnte man eine Jahresproduktion von maximal 1 Mio. t Kraftstoff heutigen Energieinhalts bereitstellen.
2018 haben nur die deutschen Airlines ca. 9 Millionen Tonnen Kerosin verbraucht.
Für 9 Millionen Tonnen Power to Liquid benötigt man daher eine Strommenge von ca. 225 TWh Strom.
2017 produzierten die 7 AKW`s in Deutschland ca. 72 TWh im Durchschnitt ca. 10TWh pro AKW. Alleine um für deutsche Airlines 9 Millionen Tonnen Power-to-Liquid herzustellen benötigt man ca. 22 bis 23 neue AKW`s.
ÖKO-Strom in dieser Menge ist nicht vorhanden, in Zukunft sollen ja auch alle PKW`s mit ÖKO-Strom geladen werden und auch die privaten Haushalte sollen mit ÖKO-Strom versorgt werden.

Beitrag vom 28.07.2021 - 12:47 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (395 Beiträge)
Und genau deshalb verliert H2 und auch alle synthetic fuels gegen die Batterie / E-Motor technologie.

Einfach viel zu wenig effizent.


Die Quote ist auch ein Witz, 2%, 5%, der aussstoss bei der erzeugung der fuels noch nicht eingerechnet.

Fakt ist, man hat aktuell keine Alternative für Kerosin.
Beitrag vom 28.07.2021 - 12:51 Uhr
Usertip
User (476 Beiträge)
Ich denke auch, PtL-Kerosin als nachhaltig zu bezeichnen ist unangebracht, CO2 frei reicht. Wenn man die Rechnung von @Kranich zugrunde legt, würde allein die Luftfahrt etwas mehr wie 1/3 der heutigen deutschen Stromproduktion beanspruchen. Die Elektromobilität würde (laut EnBW-Chef) nur den heutigen Exportanteil der Produktion benötigen. Aber die Industrie will ja auch noch Prozese elektrifizieren. Damit würde zusätzlich die heutige Strommenge benötigt.
Beitrag vom 28.07.2021 - 15:43 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (483 Beiträge)

2017 produzierten die 7 AKW`s in Deutschland ca. 72 TWh im Durchschnitt ca. 10TWh pro AKW. Alleine um für deutsche Airlines 9 Millionen Tonnen Power-to-Liquid herzustellen benötigt man ca. 22 bis 23 neue AKW`s.
ÖKO-Strom in dieser Menge ist nicht vorhanden, in Zukunft sollen ja auch alle PKW`s mit ÖKO-Strom geladen werden und auch die privaten Haushalte sollen mit ÖKO-Strom versorgt werden.


Wer heute E sagt sagt damit auch A wie Atomkraft.
Beitrag vom 28.07.2021 - 18:07 Uhr
Usertip
User (476 Beiträge)
Wer heute E sagt sagt damit auch A wie Atomkraft.

Nicht unbedingt, wenn man es richtig macht. allein mit Offshorewindkraft könnte die EU ihren derzeitigen Strombedarf 12,9 mal decken.

 https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/infografik-vier-grafiken-zeigen-wie-es-um-die-offshore-windkraft-steht/27371904.html
Beitrag vom 28.07.2021 - 20:55 Uhr
UserFW 190
User (1835 Beiträge)
Der primärenergie Bedarf in Deutschland ist um den Faktor 5 (Netto) bzw. 7 (Brutto inkl. Eigenerzeugung der Industrie) höher als der Strombedarf von 520 TWh. Wird in Europa nicht viel anders sein.

Der im obigen Beispiel genannte Wirkungsgrad von 48% stellt etwa die untere Grenze dar. Im Durschschnitt aller erfoderlichen Umwandlungen von Strom in andere Energieträger dürfte so um 75% liegen.

Dann müssen noch Pufferspeicher für windarme Zeiten von mind. 10% eingeplant und Kapazitiv berücksichtigt werden, dann ist nicht mehr viel von der (in meinen Augen zu optimistschen) ca. 12,9 fach Prognose übrig.

Die Durch- und Weiterleitung sowie Vernetung der Stromleitungen in ganz Europa muss auch noch gewährleistet sein. Das wird kein Spaziergang.
Beitrag vom 29.07.2021 - 09:32 Uhr
Usertip
User (476 Beiträge)
Der primärenergie Bedarf in Deutschland ist um den Faktor 5 (Netto) bzw. 7 (Brutto inkl. Eigenerzeugung der Industrie) höher als der Strombedarf von 520 TWh. Wird in Europa nicht viel anders sein.
Die Rechnung mit Primärenergie ist im Zusammenhang mit Regenerativstrom nicht mehr zielführend. Primär ist z.B. der Energiegehalt der Kohle, die unter schlechtem Wirkungsgrad zu Strom oder der Energiegehalt des Öls, das unter genauso schlechtem Wirkungsgrad zu Fortbewegung wird. Bei Regenerativstrom fällt ein großer nicht nutzbarer Anteil weg. Aber das ist ja gerade das Problem von PtL-Kerosin. Man macht Grünstrom zu Primärenergie um das Kerosin unter schlechtem Wirkungsgrad in Vortrieb umzusetzen. Das ist nicht nachhaltig.

Zudem zeigt die Grafik nur das Offshore-Windpotential. Dann haben wir ja auch noch Onshore und Solar.

Die Durch- und Weiterleitung sowie Vernetung der Stromleitungen in ganz Europa muss auch noch gewährleistet sein. Das wird kein Spaziergang.

Ja, aber wir müssen es halt, möglichst schnell, machen. Möglicherweise bleibt dann für die Luftfahrt noch ein Rest CO2 Budget nach 2050.