Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Eurowings will Angebot nicht nachbes...

Beitrag 1 - 14 von 14
Beitrag vom 17.10.2022 - 15:14 Uhr
UserCarrot Chaser
User (42 Beiträge)
" Der Streik koste die Firma jeden Tag einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag..."

Vielleicht hätte man sich das vorher überlegen sollen und das Geld besser in ein akzeptables Angebot investieren sollen.
Beitrag vom 17.10.2022 - 17:07 Uhr
UserEricM
User (7189 Beiträge)
Am Köln/Bonner Airport ging der Manager demonstrativ zu einer Gruppe von Fluggästen, deren Reiseplanung durch den Streik beeinträchtigt war. "Es tut mir aufrichtig leid", sagte der Eurowings-Finanzchef. Die wartenden Gäste nickten oder sahen eher betreten zur Seite.

Na klasse, erst fällt der gebuchte Flug aus und dann werden die sitzen gebliebenen Passagiere auch noch für die PR-Maßnahme "Manager zeigt Anteilnahme" vor geladener Presse zweitverwendet.

Bekommen die dafür wenigstens die doppelte Entschädigung?
Beitrag vom 17.10.2022 - 17:13 Uhr
Userbordon
User (3 Beiträge)
Bleibt nur zu hoffen, dass das Management dieses Mal hart bleibt und dann am Ende nicht doch nachgibt.

Mir tut es für die Passagiere unendlich Leid. Aber dieses Pilotenvolk kann nicht immer bekommen was es will. Wozu das führt sieht man ja an den vollkommen überzogenen Forderungen. Wenn sie weniger arbeiten wollen, dann gern, aber dann auch mit entsprechender Gehaltskürzung ... so wie in jedem anderen Unternehmen auch.

Und ja, es geht nicht jeder Pilot mit einem sechsstelligen Gehalt nach Hause, vor allem nicht bei der EW. Aber das sind auch nicht die, die immer meinen den dicken Max zu markieren. Das sind dann eher diejenigen, die um die Leasingrate für ihren Drittwagen fürchten.

#shitstormGo
Beitrag vom 17.10.2022 - 17:52 Uhr
Userrambazamba123
User (837 Beiträge)
Ich bin ja dafür bordon das Gehalt um 50% zu kürzen. Die Firma braucht es und das Gehalt ist sowieso viel zu üppig :-)
Beitrag vom 17.10.2022 - 18:07 Uhr
UserSonnenbar
User (206 Beiträge)
Sehr gut!!!!
Beitrag vom 17.10.2022 - 18:31 Uhr
Useramikino
Ex-Vielflieger
User (522 Beiträge)
Ich möchte einmal wissen, wie solch eine Woche oder auch zwei, bei einem Piloten aussehen, gemeint ist die tatsächliche Arbeitszeit und die darin inbegriffenen Flugstunden sowie freie Tage.
Erst danach ist es für einen Außenstehenden möglich zu beurteilen, ob der Streik gerecht oder ungerecht ist.
Vielleicht traut sich ja jemand.
Beitrag vom 17.10.2022 - 19:21 Uhr
UserF11
einfach nur Pax...
User (1560 Beiträge)
Kann mir als "nur" Pax mal jemand erklären, warum das Angebot der GF von EW(G) nidht verhandlungsfähig ist? 10 statt 14 Tage, 3 statt 5 Stunden klingt doch schon nach Entgegenkommen. Und das Ziel von Tarifverhandlungen ist doch normalerweise ein Kompromiss und nicht die Erfüllung von Maximalforderungen. Ansonsten gilt aber für Fluggäste weiterhin: EW und LH samt Tochtergesellschaften soweit wie möglich meiden. Keine andere Unternehmensgruppe der Luftfahrt produziert so viele Streiks - und das liegt an beiden (!!) Seiten. Und sorgt so für viel Planungsunsicherheit!
Beitrag vom 17.10.2022 - 19:44 Uhr
UserKäpt'n Balu
User (14 Beiträge)
Ich möchte einmal wissen, wie solch eine Woche oder auch zwei, bei einem Piloten aussehen, gemeint ist die tatsächliche Arbeitszeit und die darin inbegriffenen Flugstunden sowie freie Tage.
Erst danach ist es für einen Außenstehenden möglich zu beurteilen, ob der Streik gerecht oder ungerecht ist.
Vielleicht traut sich ja jemand.

Ich schreibe mal das, was maximal erlaubt ist, denn wie oft erwähnt, sind wir im Sommer genau an den Grenzen geplant.

Z.B.
5 Tage Duty: maximal 55std Dienst, wer mag kann auch 60std Arbeiten. Flugstunden sind sehr variabel, ob man z.B. 4 kurze Legs fliegt oder 2 Legs auf die Kanaren.
13Std/Tag ist das maximum wobei 2 mal in so einer Kette, Dienste bis 14std legal sind.
--
2 Tage Off
--
5 Tage Duty.
--

Maximal sind 6 Tagesketten erlaubt, danach werden aber 3 Tage Off geplant. Single Offs sind auch legal unter gewissen Umständen. Schichtwechsel zwischen den Ketten von Spät auf Früh ist oft genommen oder Schichtwechsel in der Kette selbst.
Ruhezeiten sind mindestens 12 Std oder so lange wie der vorherige Dienst lang war. Auch hier fällt man regelmäßig aus Dienst- und Ruhezeiten, was Dienstplanänderungen zur Folge hat, und auch das Flüge gestrichen werden, weil man keinen Ersatz mehr hat.
Aber andersherum ist auch legal:

5 Tage Duty
--
2 Tage Off
--
6 Tage Duty
--
3 Tage Off

Das sind nur Beispiele, es gibt die wildesten Konstellationen wie man geplant wird und an die Limits kommt, und diese werden leider permanent erreicht.

Hoffe es war ausführlich genug ;)
Beitrag vom 17.10.2022 - 22:10 Uhr
Usercyber1984
User (9 Beiträge)
Damit es â??nicht fliegende Personenâ?? verstehen sei hinzuzufügen dass es in den dienstzeitregelungen um geschönte angaben geht. Oft werden tatsächlicher Feierabend und geloggter Feierabend weit auseinanderliegen. (Gäste müssen vom Flieger runter, verschiedene Listen abgearbeitet werden, zum diensthotel geht es dann auch noch nach Feierabend etc.)
Beitrag vom 17.10.2022 - 22:36 Uhr
Userrogerthat
User (1 Beiträge)
Danke für die Erklärungen. Welcher Zeitraum gilt denn als Dienstzeit? Ab Ankunft am Flughafen bis Onblock, oder wie?
Beitrag vom 17.10.2022 - 22:41 Uhr
UserKäpt'n Balu
User (14 Beiträge)
Danke für die Erklärungen. Welcher Zeitraum gilt denn als Dienstzeit? Ab Ankunft am Flughafen bis Onblock, oder wie?

Beginn: 70min vor geplanten Abflug, also mit Briefing Beginn.
Ende: 15min nach On-Block.
Beitrag vom 18.10.2022 - 05:30 Uhr
UserA345
User (764 Beiträge)
Dass die â??goldenen Zeitenâ?? vorbei sind, ist doch nun wirklich jedem bekannt. Mal ganz unabhängig von der Vergütungâ?¦.das, was mittlerweile von den Besatzungen bei EW (und anderswo) geflogen wird, ist je nach Planung schon sehr anstrengend. Hier für eine Entlastung zu kämpfen kann ich voll und ganz nachvollziehen. Die Streikenden sollten sich aber bewusst sein, dass es externe Piloten gibt, die zu den momentan vorherrschenden Bedingungen sofort einsteigen würden. Auch eine Auslagerung von Arbeitsplätzen an andere Flugbetriebe ist möglich. Unabhängig davon ob der Konzern Milliarden-Gewinne macht oder nicht, er ist in seiner unternehmerischen Freiheit zu jedem Abenteuer bereit, hat er in der Vergangenheit ja schon oft genug gezeigt. Also findet gemeinsam eine Lösung, dann ist zumindest für die nächsten 12-24 Monate erstmal wieder Ruhe.
Beitrag vom 18.10.2022 - 06:36 Uhr
UserBoeing757767
User (872 Beiträge)
Dann soll sich der Kai doch mal nach einem anderen Führungsstil umsehen, wenn er nur noch Ã"rger hat. Frage mich ist sein Gehalt denn in dere Firma tragbar ?
Beitrag vom 18.10.2022 - 17:08 Uhr
UserJohnMacG
User (84 Beiträge)
"Problem" ist hier doch ganz grundlegend, dass die hart gescholtenen Betriebswirte in der Chefetage pro Woche mindestens 60 Stunden abreißen - inklusive Wochenenden und Ferien (Vorlagen lesen, Vorschläge erarbeiten, Analysen fahren etc.). Das nicht nur auf Vorstandsebene sondern ab 2 Ebenen drunter. Die Leute verdienen weniger als ein EW Kapitän, arbeiten aber mehr Stunden und sitzen an den Entscheidungshebeln / führen die Verhandlungen. Von der Seite muss man kein Verständnis erwarten - eher im Gegenteil. Hier wird immer so getan als würden die Piloten ausgebeutet und das Management macht sich nen Lenz und ist der "böse". In der Realität kann man das Management zwar für böse halten, aber stundenmäßig und arbeitsbelastungs-mäßig stehen die Leute dort auch unter enormem Druck, haben aber keine Interessensvertretung mit einem Druckmittel wie die VC und müssen sich daher selbst darum kümmern wie sie voran kommen. Mitleid oder Verständnis von der Seite ist also kaum zu erwarten. Wenn man mal mit dem Management Bashing aufhören würde und sich wirklich auf Augenhöhe begegnet könnte man vielleicht auch Lösungen finden...