Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Flughafen Stuttgart muss nicht für ...

Beitrag 1 - 11 von 11
Beitrag vom 24.10.2025 - 16:15 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (332 Beiträge)
Vielen begreifen überhaupt nicht die Tragweite dieses Urteils.

Hieraus resultiert die dramatischen Finanzlage im DB Konzern, mit all den Konsequenzen. Also wenn landesweit Investitionen und auch das Angebot zusammengestrichen wird - "Liebe" geht raus an Stuttgart 21.

Ich frage mich ja immer, welchen Firmen da aktuell alle so einen riesige Reibach machen?
Beitrag vom 24.10.2025 - 18:10 Uhr
UserMHalblaub
User (1191 Beiträge)
Hieraus resultiert die dramatischen Finanzlage im DB Konzern, mit all den Konsequenzen. Also wenn landesweit Investitionen und auch das Angebot zusammengestrichen wird - "Liebe" geht raus an Stuttgart 21.

Die landesweiten Investitionen wurden mit diesem Urteil geschützt. Baden-Württemberg ist jetzt endgültig raus aus den Mehrkosten bei Stuttgart 21. Jetzt bleiben die Kosten an denen hängen, die das Projekt hauptsächlich wollten: der Bund, in der damaligen Fürsprecherin Angela Merkel.

Ich frage mich ja immer, welchen Firmen da aktuell alle so einen riesige Reibach machen?

Da macht keine Firma einen großen Reibach. Da müssen extrem viele Tunnel durch extrem schwieriges Gelände gebaut werden.

Durch Stuttgart 21 wird die Fahrzeit nach Ulm um ca. 1 Minute verkürzt. Was viele nicht wissen, der Fahrzeitgewinn ist eigentlich nur der Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm geschuldet (4 Mrd. Euro). Es wäre problemlos möglich gewesen den alten Bahnhof an die Schnellfahrstrecke anzubinden.

Es ist auch noch nicht das Ende der Fahnenstange. Das Verkehrs-"Konzept" von Stuttgart 21 verursacht am Flughafen etwas Chaos durch Züge aus Richtung Zürich. Es sind weitere kilometerlange Tunnel notwendig...
Beitrag vom 24.10.2025 - 18:24 Uhr
UserChristian159
User (1530 Beiträge)
Hieraus resultiert die dramatischen Finanzlage im DB Konzern, mit all den Konsequenzen. Also wenn landesweit Investitionen und auch das Angebot zusammengestrichen wird - "Liebe" geht raus an Stuttgart 21.

Die landesweiten Investitionen wurden mit diesem Urteil geschützt. Baden-Württemberg ist jetzt endgültig raus aus den Mehrkosten bei Stuttgart 21. Jetzt bleiben die Kosten an denen hängen, die das Projekt hauptsächlich wollten: der Bund, in der damaligen Fürsprecherin Angela Merkel.

Es bleibt an denen hängen, die sich eine Fahrt mit dem ICE kaum leisten können. Aber es ist ja die Bahn, dann passt das schon.
Beitrag vom 24.10.2025 - 18:37 Uhr
UserA320Fam
User (2160 Beiträge)

Es bleibt an denen hängen, die sich eine Fahrt mit dem ICE kaum leisten können. Aber es ist ja die Bahn, dann passt das schon.

????
Beitrag vom 24.10.2025 - 18:38 Uhr
UserA320Fam
User (2160 Beiträge)

Es bleibt an denen hängen, die sich eine Fahrt mit dem ICE kaum leisten können. Aber es ist ja die Bahn, dann passt das schon.

????

'DAUMEN HOCH' sollte das heißen ...
Beitrag vom 24.10.2025 - 19:54 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (332 Beiträge)
Weil uns allen Wahrscheinlichkeit tagtäglich mehr das Herz für die Luftfahrt schlägt, lohnt trotzdem auch mal ein Blick auf die Verkehrsträger Schiene - und was dort solche Summen bedeuten!

Um mal eine Relation zu haben - die genannten Mehrkosten von 6,5 Mrd Euro, die man dem DB Konzern zusätzlich überbrät entsprechend ungefähr den Kosten, wie für die gesamte Flotte der modernen ICE 4 und Modernisierung der ICE 3 neo.

Man kann sich gar nicht ausmalen, wie verheerend dieses Urteil für die Bahn ist, denn wo soll denn das Geld verkommen!?

Das Projekt Stuttgart 21 stammt aus dem Jahr 1995 - und damals haben sich alle mit den Federn geschmückt. Künftig wird sich der Flughafen Stuttgart vermutlich besonders über die (auf der Karte grotesken) Tunnelschleifen freuen, die man für seinen Extraanschluss mit in die Planungen aufgenommen hat.

Geld geht bekanntlich nie verloren - und ich werde das Gefühl nicht los, dass im Ländle bestimmt einige Firmen über Jahrzehnte ihren Reibach damit machen. Also nett, bei 30 Jahren Laufzeit... Oder was meint ihr?
Beitrag vom 25.10.2025 - 09:42 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (332 Beiträge)
Sorry, die Autokorrektur hat im Eifer des Gefechts einige Schnitzer in meine Antwort gezaubert. Lässt sich vom Handy aus gerade nicht bearbeiten. Ich hoffe, die Grundgedanken kommen trotzdem rüber.

Im Geschäftsjahr verzeichnete der DB Konzern ein Defizit von 1,8 Mrd Euro. Als diese Summe publik wurde, führte es medial einem Aufschrei und zu erheblichen Konsequenzen.

Wie und woher soll man da irre 6,5 Mrd. Euro zusätzlich(!) zusammekratzen? Also um hier allen mal die Relationen zu beschreiben.

Mich beschleicht das Gefühl, dass wir landesweit einen nie gekannten Kahlschlag auf allen Ebenen erleben werden.
Wenn parallel dazu das innerdeutsche Netz der LH zusammen gestutzt wird, erwarten uns keine einfachen Zeiten für all unsere Reisen (und schon gar nicht günstige).
Beitrag vom 26.10.2025 - 12:34 Uhr
UserGB
User (856 Beiträge)
Lieber Charlie-Alpha,

das mit dem Reibach machen stimmt zwar, aber anders als von Ihnen gement. S21 war in BaWü und dessen Landeshauptstadt Stuttgart bei der politischen Prominenz vor allem deshalb beliebt, weil mitten in der durch Kessellage beengten Großstadt (Stgt. gehört zu den teuersten Immobilienplätzen in DE) unglaublich große Flächen für die Bebauung frei werden sollten.

Das versprach bisher unerreichte Renditen weit jenseits derer, die mit echter Arbeit am Projekt ihr Geld verdienen. Es wurden schon vor Spatenstich Vermarktungsgesellschaften etc. gegründet, und reihenweise gutdotierte Posten in Aussicht gestellt und teils auch schon vergeben.

Das war auf Entscheiderebene m.E. der Haupttreiber - die vorsätzlich klein gerechneten Kosten liessen sich in der damaligen Konjunktur durchaus tragen, ernsthafte Alternativen wurden nie wirklich ausdiskutiert (der alte Kopfbahnhof hat, so hört man, in den 50er Jahren mit Dampflok und Telefonstellwerk real mehr Bewegungen gehabt als der Tiefbahnhof im geplanten volldigitalen Maximum haben wird, hat keinen interessiert), und ein etwaiger Fehlbetrag würde, wie sich dank vorausschauender Verträge ja jetzt bewahrheitet hat, nicht durch die lokalen Protagonisten BaWü und Stgt. getragen werden müssen. Die diesbezügliche entscheidente Vertragsklausel ist ja nicht vom Himmel gefallen, sie ist nur, wie manchmal am Bau, etwas pfuschig formuliert worden.

Auch die DB ist, gestärkt durch die Abwälzung von Investitionen auf den Bund, durchaus engagiert ins Baufieber gefallen - sie verdiente an der Planung, das waren keine Peanuts.

Auch die großen Player, die von den Bauarbeiten profitiert haben, sitzen übewiegend außerhalb von BW.

Der Bund hätte durchaus S21 verhindern können, wenn er gewollt hätte. Hat er aber nicht, im Gegenteil. Wieso sollte er dann nicht auch am Saldo beteiligt werden?

Dass der negativ ausfällt und die DB nur einen grösseren und problematischen U-Bahnhof dafür bekommt war klar vorhersehbarer Teil des Spiels.

Beitrag vom 27.10.2025 - 12:54 Uhr
UserKonTra77
User (244 Beiträge)
Hieraus resultiert die dramatischen Finanzlage im DB Konzern, mit all den Konsequenzen. Also wenn landesweit Investitionen und auch das Angebot zusammengestrichen wird - "Liebe" geht raus an Stuttgart 21.

Die landesweiten Investitionen wurden mit diesem Urteil geschützt. Baden-Württemberg ist jetzt endgültig raus aus den Mehrkosten bei Stuttgart 21. Jetzt bleiben die Kosten an denen hängen, die das Projekt hauptsächlich wollten: der Bund, in der damaligen Fürsprecherin Angela Merkel.

Für mich waren die größten Befürworter das Land Baden-Württemberg (die haben sogar abstimmen lassen) und auch Stuttgart. Dort hatte man geglaubt, dass allein durch die freiwerdenden Flächen sich das Projekt trüge.
Beitrag vom 27.10.2025 - 16:05 Uhr
UserMHalblaub
User (1191 Beiträge)
Für mich waren die größten Befürworter das Land Baden-Württemberg (die haben sogar abstimmen lassen) und auch Stuttgart. Dort hatte man geglaubt, dass allein durch die freiwerdenden Flächen sich das Projekt trüge.

Der Glaube lag allein bei der DB AG. Diese ist zu 100 % eine AG des Bundes. Den Befürwortern aus der CDU-Landesregierung ging es nur um die freiwerdenden Flächen. Dabei wird durch das Projekt netto keine Fläche in Stuttgart frei. Der heutige Abstellbahnhof wird nur nach Untertürkheim verlagert.

Die DB AG hat das Gelände bereits 2010 verkauft und es für ein paar Jahre pachtlos von Land oder Stadt überlassen bekommen. Die DB AG müsste eigentlich schon seit langem Geld überweisen für die Nutzung ehemaligen Bahngeländes. - Verkaufen und zurückmieten, hat schon wunderbar bei Karstadt funktioniert. - Der Bund wollte die DB AG damals an die Börse bringen und der Erlös hat die Bilanz aufgehübscht.

Zum Zeitpunkt der Abstimmung 27.11.2011 gab es einen grünen Ministerpräsidenten. Zum Baustart am 2.2.2010 war noch der CSU-Minsterpräsident Oettinger dabei. Das Problem bei der Abstimmung war nur, es ging nie um das Projekt an sich sondern nur darum, ob sich das Land aus dem laufenden Projekt zurückziehen soll. Hier der Text zur Abstimmung.

"Mit ‚Ja‘ stimmen Sie für die Verpflichtung der Landesregierung, Kündigungsrechte zur Auflösung der vertraglichen Vereinbarungen mit Finanzierungspflichten des Landes bezüglich des Bahnprojekts Stuttgart 21 auszuüben.
Mit ‚Nein‘ stimmen Sie gegen die Verpflichtung der Landesregierung, Kündigungsrechte zur Auflösung der vertraglichen Vereinbarungen mit Finanzierungspflichten des Landes bezüglich des Bahnprojekts Stuttgart 21 auszuüben."

Die DB AG hätte das Projekt trotzdem weiterbauen können.

Die direkte Bahnverbindung Zürich-Stuttgart wird übrigens für Jahre unterbrochen sein, weil man aus nichtigen Gründen in Stuttgart wieder Bahninfrastruktur zerstört, als eine Stützwand zu setzen.
Beitrag vom 27.10.2025 - 16:07 Uhr
UserJochen Hansen
User (189 Beiträge)
Moin,

absolut richtig, der Stein kam durch den BW-Immobilien-Filz ins Rollen. Stichwort: Das ganze Projekt finanziert sich über Immobilienverkäufe selbst.
Der Potsdamer Platz 2 war so naiv, hat geglaubt, die Mehrkosten werden durch alle Beteiligten geteilt.
So werden alle Bundesbürger in Geiselhaft genommen und das Deutschlandtickt kostet bald 80€

Gruß,
Jochen