Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Lufthansa-Piloten geben Cityline noc...

Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 14.06.2024 - 17:08 Uhr
UserFRA251
F/O
User (82 Beiträge)
Hand aufs Herz, aus wirtschaftlicher Sicht macht es seitens der LH auf jeden Fall Sinn. Die teuren Konzernpiloten werden Schrittweise in andere AOCs verschoben (City Line für die Zubringerflüge und Kurzstrecke, Discover für die Urlaubsziele, EW für den Punkt zu Punkt Verkehr, etc.) und die Mainline mit ihren (zugegebenermaßen zu? gut bezahlten Piloten) wird langfristig auf ein Minimum verkleinert. Aus Sicht der Piloten natürlich überhaupt nicht zufriedenstellend, aber in Anbetracht der immer größeren Konkurrenz (Ryanair = Eurowings, Condor = Discover) nachvollziehbar. Ob die Strategie Mittelfristig aufgeht wird sich noch zeigen, aber ersten Zwischenberichten zufolge machen sowohl Discover als auch Eurowings im Moment den größten Gewinn innerhalb des Konzerns.
Beitrag vom 14.06.2024 - 17:45 Uhr
UserAngros
User (736 Beiträge)
Hand aufs Herz, aus wirtschaftlicher Sicht macht es seitens der LH auf jeden Fall Sinn. Die teuren Konzernpiloten werden Schrittweise in andere AOCs verschoben (City Line für die Zubringerflüge und Kurzstrecke, Discover für die Urlaubsziele, EW für den Punkt zu Punkt Verkehr, etc.) und die Mainline mit ihren (zugegebenermaßen zu? gut bezahlten Piloten) wird langfristig auf ein Minimum verkleinert. Aus Sicht der Piloten natürlich überhaupt nicht zufriedenstellend, aber in Anbetracht der immer größeren Konkurrenz (Ryanair = Eurowings, Condor = Discover) nachvollziehbar. Ob die Strategie Mittelfristig aufgeht wird sich noch zeigen, aber ersten Zwischenberichten zufolge machen sowohl Discover als auch Eurowings im Moment den größten Gewinn innerhalb des Konzerns.


Wo haben Sie das mit dem Gewinn denn her?
Und seit wann zählen eigentlich die Cityline-Piloten denn jetzt auch zu den ach so "teuren Konzernpiloten"? Wird es denn jemals irgendwo billig genug sein, oder muss man das Konzept noch ein paar mal neu aufsetzen?!
EW Europe war ja auch schon mal so, da fing man auch an ohne Tarifierung, ohne Stationierung, ohne Senioritätsliste oder Requestsystem, (Be)Förderung nach Nasenfaktor,… der Traum eines jeden Managers wahrscheinlich, endlich mal machen, ganz ohne diese nervigen Einschränkungen eines Tarifvertrages. Bis dieser eben doch irgendwann kommt und das Spiel beginnt von vorne.
Beitrag vom 14.06.2024 - 18:13 Uhr
UserFRA251
F/O
User (82 Beiträge)
Hand aufs Herz, aus wirtschaftlicher Sicht macht es seitens der LH auf jeden Fall Sinn. Die teuren Konzernpiloten werden Schrittweise in andere AOCs verschoben (City Line für die Zubringerflüge und Kurzstrecke, Discover für die Urlaubsziele, EW für den Punkt zu Punkt Verkehr, etc.) und die Mainline mit ihren (zugegebenermaßen zu? gut bezahlten Piloten) wird langfristig auf ein Minimum verkleinert. Aus Sicht der Piloten natürlich überhaupt nicht zufriedenstellend, aber in Anbetracht der immer größeren Konkurrenz (Ryanair = Eurowings, Condor = Discover) nachvollziehbar. Ob die Strategie Mittelfristig aufgeht wird sich noch zeigen, aber ersten Zwischenberichten zufolge machen sowohl Discover als auch Eurowings im Moment den größten Gewinn innerhalb des Konzerns.


Wo haben Sie das mit dem Gewinn denn her?
Und seit wann zählen eigentlich die Cityline-Piloten denn jetzt auch zu den ach so "teuren Konzernpiloten"? Wird es denn jemals irgendwo billig genug sein, oder muss man das Konzept noch ein paar mal neu aufsetzen?!
EW Europe war ja auch schon mal so, da fing man auch an ohne Tarifierung, ohne Stationierung, ohne Senioritätsliste oder Requestsystem, (Be)Förderung nach Nasenfaktor,… der Traum eines jeden Managers wahrscheinlich, endlich mal machen, ganz ohne diese nervigen Einschränkungen eines Tarifvertrages. Bis dieser eben doch irgendwann kommt und das Spiel beginnt von vorne.

Eins vorweg, ich möchte das Vorgehen nicht unbedingt gutheißen oder verteidigen. Aber aus wirtschaftlicher Sicht kann ich es eben durchaus nachvollziehen.

Die CityLine Piloten kommen, was das Gehalt und die Konditionen angeht, innerhalb des Konzerns wohl direkt nach der Lufthansa Mainline. Von daher mach den Wechsel zu der neuen Lufthansa City in in Kombination mit sukzessiv Übernahme der A320 Flotte (von der Mainline wohlgemerkt) und der neuen A220 durchaus Sinn.

Natürlich schmälert ein Tarifvertrag diesen Effekt. Aber die Gehälter sind trotzdem noch weit entfernt von denen der Konzernpiloten. (Und diese sind, meine persönliche Meinung, wirklich exorbitant Hoch. Selbst Piloten der Mainline stimmen dem teilweise zu). Die Discover Airlines ist ein gutes Beispiel dafür, dass es trotz Vereinbarung (noch kein Tarifvertrag, aber das Gehalt wurde jetzt auf die VC Forderungen angepasst) deutlich geringere Gehälter sind als bei der Mainline.

Die Zahlen stammen von Lufthansa internen Daten. Demnach hat die Discover mit den höchsten Reingewinn pro Passagier, noch deutlich vor der Lufthansa Mainline. Auch EW macht wieder Gewinn.

Wie gesagt, als Pilot im Konzern bin ich natürlich auch nicht von diesem Vorgehen begeistert. Aber aus reinen wirtschaftlicher Sicht kann ich es zumindest nachvollziehen.
Beitrag vom 14.06.2024 - 18:13 Uhr
Usercontrail55
User (4771 Beiträge)
Hand aufs Herz, aus wirtschaftlicher Sicht macht es seitens der LH auf jeden Fall Sinn. Die teuren Konzernpiloten werden Schrittweise in andere AOCs verschoben (City Line für die Zubringerflüge und Kurzstrecke, Discover für die Urlaubsziele, EW für den Punkt zu Punkt Verkehr, etc.) und die Mainline mit ihren (zugegebenermaßen zu? gut bezahlten Piloten) wird langfristig auf ein Minimum verkleinert. Aus Sicht der Piloten natürlich überhaupt nicht zufriedenstellend, aber in Anbetracht der immer größeren Konkurrenz (Ryanair = Eurowings, Condor = Discover) nachvollziehbar. Ob die Strategie Mittelfristig aufgeht wird sich noch zeigen, aber ersten Zwischenberichten zufolge machen sowohl Discover als auch Eurowings im Moment den größten Gewinn innerhalb des Konzerns.


Wo haben Sie das mit dem Gewinn denn her?
Und seit wann zählen eigentlich die Cityline-Piloten denn jetzt auch zu den ach so "teuren Konzernpiloten"? Wird es denn jemals irgendwo billig genug sein, oder muss man das Konzept noch ein paar mal neu aufsetzen?!
EW Europe war ja auch schon mal so, da fing man auch an ohne Tarifierung, ohne Stationierung, ohne Senioritätsliste oder Requestsystem, (Be)Förderung nach Nasenfaktor,… der Traum eines jeden Managers wahrscheinlich, endlich mal machen, ganz ohne diese nervigen Einschränkungen eines Tarifvertrages. Bis dieser eben doch irgendwann kommt und das Spiel beginnt von vorne.
So lange es die Konkurenz günstiger macht, wird dieses Spiel weiter gehen. Die hier oft zitierte Tarifierung der LCCs ist scheinbar nicht ausreichend. Da sind die GWs noch in der Pflicht.
Wenn man am einen Ende kräftig an der Tarifschraube dreht, aber am anderen nicht, da muss man nicht studiert haben um zu erkenen, dass dies nicht lange gut geht.
City hat das AOC jetzt schon eine Weiule (ein Jahr?) und jetzt kommt die VC mit Ideen um die Ecke? Das man das durch Tarifierung gleich wieder teurer machen will? Da fehlt mir weiterhin die Vision, wie sie das Ganze nachhaltig aufstellen will. LHG hat nun mehrfach gezeigt, dass sie willens und in der Lage ist hier zu agieren.

Was den Gewinn betrifft... Discover scheint wohl positiv zu sein, aber bei EW wäre ich vorsichtig. Die letzten guten Zahlen täuschen, da ist das gute Ergebnis der Sun Express mit drin.
Beitrag vom 14.06.2024 - 19:34 Uhr
UserX-Ray
User (548 Beiträge)
Gestern wurde eine neue Analyse der US-Großbank JPMorgan zur LH-Group veröffentlicht. Der Tenor war äußerst negativ, die Erlöse sinken und die Kosten steigen. Zitat:

"Die Einschätzung von JPMorgan drückt somit nochmals die Besorgnis der Investoren über die finanzielle Stabilität und Rentabilität des deutschen Flugzeugkonzerns aus."

 https://www.investmentweek.com/kursziel-von-jpmorgan-gesenkt-lufthansa-aktie-unter-druck/
Beitrag vom 15.06.2024 - 08:01 Uhr
UserOuterMarker
User (39 Beiträge)
Ganz ehrlich? Wann kapieren die Kollegen endlich, dass der Spohr dem "Teile & Herrsche" - Prinzip folgt? Diesem gegeneinander aufwiegeln kann nur ein gemeinsames Aufstehen helfen und man kippt Öl ins Feuer, wenn man seine eigenen, firmeninternen Pfründe sichern will. Da sind die USA oder Skandinavien um Lichtjahre weiter als in Deutschland, was den gewerkschaftlichen Zusammenhalt betrifft und das wissen die Verantwortlichen sehr gut zu nutzen. In genannten Ländern gibt es Gewerkschaften die wirklich firmenübergreifend arbeiten (können), da man dort erkannt hat, worum es wirklich geht. Nicht um irgendwelche Einstellungstests und das mit verbundene Ego (kann ich sagen, da ich auch diesen unsäglichen DLR-Mist hab), sondern darum, dass man sich nur selber schadet, wenn man die Kollegen aussen vor lässt. So ist es extrem einfach für die Verantwortlichen die Belegschaft gegeneinander auszuspielen - genau das passiert jetzt. Anstatt unerwartet zu mit Offenheit zu reagieren, reagiert das Gros der "Gelben Ausweis"-Flottille ganz genau so, wie der Spohr es erwartet hat - er kennt sie ja nur zu gut. Aber was red ich, bringt doch eh nix.
Beitrag vom 15.06.2024 - 08:23 Uhr
UserFRA251
F/O
User (82 Beiträge)
Ganz ehrlich? Wann kapieren die Kollegen endlich, dass der Spohr dem "Teile & Herrsche" - Prinzip folgt? Diesem gegeneinander aufwiegeln kann nur ein gemeinsames Aufstehen helfen und man kippt Öl ins Feuer, wenn man seine eigenen, firmeninternen Pfründe sichern will. Da sind die USA oder Skandinavien um Lichtjahre weiter als in Deutschland, was den gewerkschaftlichen Zusammenhalt betrifft und das wissen die Verantwortlichen sehr gut zu nutzen. In genannten Ländern gibt es Gewerkschaften die wirklich firmenübergreifend arbeiten (können), da man dort erkannt hat, worum es wirklich geht. Nicht um irgendwelche Einstellungstests und das mit verbundene Ego (kann ich sagen, da ich auch diesen unsäglichen DLR-Mist hab), sondern darum, dass man sich nur selber schadet, wenn man die Kollegen aussen vor lässt. So ist es extrem einfach für die Verantwortlichen die Belegschaft gegeneinander auszuspielen - genau das passiert jetzt. Anstatt unerwartet zu mit Offenheit zu reagieren, reagiert das Gros der "Gelben Ausweis"-Flottille ganz genau so, wie der Spohr es erwartet hat - er kennt sie ja nur zu gut. Aber was red ich, bringt doch eh nix.

Schön zusammengefasst, genau so ist es!
Beitrag vom 15.06.2024 - 12:00 Uhr
UserAngros
User (736 Beiträge)
Was sollte die "Gelbe Ausweis"-Flottille Ihrer Meinung nach machen? Mit der GTK hat man erste Schritte gesetzt, das gilt es nun fortzuführen, das VC Präsidium hat sich eben erst neu konstituiert.
Der Arbeitgeber hat ja City lange bewusst aus allen Verhandlungen rausgehalten, erst hieß es man legt das Projekt vorerst auf Eis, hat im Hintergrund aber kräftig weiter dran gearbeitet. Die deutsche Rechtsprechung ermöglicht ja das ständige Ausflaggen ohne Beachtung geltender Tarifverträge (s. "SunExpress-Urteil"). Wo man früher versucht hat, bspw. durch Flottenzusagen sozusagen das eigene Revier abzustecken, obliegt es doch nunmehr dem Management für einen sinnvollen Einsatz der Maschinen und Personal zu sorgen. Das Gehalt ist halt nur eine Kennziffer davon, sieht man sich u.A. die Produktivität an, sieht das ganze etwas anders aus, von den internen Stützungen bei den Kosten ganz zu schweigen. Aber das führt denke ich zu weit. Ich kenne jedenfalls viele gewechselte Kollegen von Condor, GWI,… die sehr, sagen wir mal, erstaunt über das Arbeitspensum und die knackigen Dienstpläne bei LHA waren.

Zur anderen Seite der Medaille gehört halt auch, dass die ganzen anderen Betriebe sich nicht permanent von der Karotte vor der Nase verführen lassen dürfen. Wenn man sich jedes Mal kaufen lässt scheitert die Zusammenarbeit genauso, wie wenn die Mainline glaubt, sie wären nach wie vor die Einzigen.