Beitrag vom 28.07.2026 - 10:44 Uhr
Dem feuchten Traum des Managements, Kosten an notfalls liquidierbare Tochtergesellschaften auszulagern und Erträge zu zentralisieren, dürften langfristig doch ein paar Nachteile entgegenstehen. Wie ich meine mich erinnern zu können, brauchte man bspw. vor nicht allzulanger Zeit noch staatliche Stütze.
Ob es die wohl auch gegeben hätte bei fehlender emotionaler Bindung oder Aussicht auf Problembeseitigung durch Verlagerung von Abgängen auf ausländische Töchter?
Wie wichtig solche nationalen Faktoren sind muss unsere Wirtschaft ja gerade schmerzhaft von ihren ehemaligen Lehrlingen lernen.
Es bleibt wohl auch ein Geheimnis, wie ein durch Arbeitsplatzverlagerung ins tarifgünstigere Ausland kostenreduziertes Management an einer Stärkung der ertragsfressenden Zentrale interessiert sein soll.
Und auch der wechselwillige Kunde geht im Zweifel doch einfacher gleich zu einer anderen Gruppe als zu einer gleichgeschalteten Alternative.
Beitrag vom 28.07.2026 - 11:15 Uhr
Ja, wobei man das Argument "staatliche Hilfen" auch umdrehen kann: warum sollten irgendwann mal Österreich, die Schweiz, Italien, Belgien, ggf. Portugal, irgendwann mal eine Lufthansa-Gruppe finanziell unterstützen, wenn die meisten Arbeitsplätze ins Ausland (in dem Fall nach Deutschland) verlagert wurden?
Der multinationale LH-Konzern ist in der Airline-Branche einigermaßen ohne Vorbild. Man wird sehen, ob eine solche Führung gelingt.
Ich sehe allerdings auch die Gefahr, dass sich die Mitarbeiter der jeweils nationalen Tochtergesellschaften nicht mehr mit dem Unternehmen identifizieren. Daraus kann dann eine gewisse Beliebigkeit auch in der Kundenwahrnehmung entstehen. Da wird viel Fingerspitzengefühl notwendig sein.
Andererseits: die Kundschaft ist global und identifiziert sich vielleicht gar nicht so mit den nationalen Eigenschaften einer Airline. Dass eine Airline-Marke wirklich global wahrgenommen wird und eine Art Kult-Status erreicht, ist eher ein Ausnahmezustand und mir fallen da eigentlich nur Pan Am, Emirates und ggf. auch noch Singapore Airlines ein.