Nun ja: Aufsichtsratsvorsitzender ist Herr Albert Füracker als Vertreter des Mehrheitseigner, also der Freistaats Bayern, soviel zu den von Ihnen erträumten Fakten. Also eben doch nur Grünen-Bashing.
Da hatte ich mich tatsächlich verschrieben, meinte natürlich Aufsichtsratmitglied. Wird dadurch aber nicht unwahrer... und welcher Teil soll daran "Grünen-Bashing" sein? Dass die Grünen jeglichen Ausbau von MUC ablehnen? Hatten sie ja erst wieder ein paar Tage vor der Kommunalwahl groß verkündet. Das sind banale Fakten, wenn du das als Bashing siehst solltest du mal im Duden nachschlagen, was dieses Wort bedeutet.
Ach ja, die altbekannte Ausrede, es seien ja "nur Fakten". Wenn man sie jedoch so selektiv serviert, dass sie exakt ins eigene Weltbild passen, nennt man das eben nicht "Sachlichkeit", sondern Stimmungsmache. Dass die Grünen einen uneingeschränkten Ausbau des Münchner Flughafens ablehnen, ist richtig – aber zu behaupten, sie würden jeglichen (!!!) Ausbau blockieren, ist schlicht falsch. Modernisierung der Infrastruktur, effizientere Abläufe, bessere Bahnanbindung – all das wird von grüner Seite seit Jahren mitgetragen. Nur beim nächsten Betonfeld auf der grünen Wiese ist eben Schluss.
Und wer meint, die Grünen stünden mit dieser Haltung allein da, sollte vielleicht auch einen Blick auf die Freien Wähler werfen: Die lehnen die dritte Startbahn ebenfalls klar ab – und das nicht aus ökologischer Ideologie, sondern mit Verweis auf Lärmbelastung, Flächenverbrauch und zweifelhafte Verkehrsprognosen. Und die sitzen ebenfalls im Aufsichtsrat!
Und was den Verweis auf den Duden betrifft: Vielleicht hilft ein Blick hinein, um zu erkennen, dass "Bashing" nicht vom Inhalt, sondern vom Ton lebt – dem Ton, mit dem man politische Positionen herabsetzt, statt sie auseinanderzunehmen. Wer komplexe Abwägungen auf eine platte Ablehnung reduziert, will nicht informieren, sondern provozieren. Das mag Klicks bringen, aber keine ehrliche Debatte.
