Beitrag vom 01.11.2023 - 16:40 Uhr
Soso, Transformation nennt man jetzt das Aufgeben von Kernbereichen - auch die Betreuung der Passagiere in gastronomischer Hinsicht gehört doch, insbesondere auf Langstrecken, zur vornehmsten Pflicht eines Gastgebers. Es ist ja nicht so, daß die LH das nicht hut genug hingekriegt hätte und ein Spezialist bessere Leistung bringen könnte - die LH war selbst schon Spezialist genug.
Nein, es geht sehr wahrscheinlich nur um Buchhaltungsspielchen. Die bonuswirksame Finanzentlastung wird jetzt verbucht, die Folgen sind erst in einer Dekade oder noch später zu spüren. Aber da sind ja dann andere dran.
Konsequent zu Ende gedacht sollte man dann eigentlich sämtliche Geschäftsbetriebe outsourcen, bis nur ein minimaler Mantel übrigbleibt. So in der Art wie Airlines aus Entwicklungsländern sich am Tropf ihres Staates entlang hangeln.
Warum sollte sich eigentlich noch jemand identifizieren mit einem Moloch, der erkennbar nur am Abgreifen interessiert ist und seine Zukunftsfähigleit peu a peu verkauft
Objektiv gesehen brauchen wir doch keine deutsche Airline, wenn einem dauernd demonstriert wird, daß andere das genausogut oder sogar besser können. Die Arbeitsplätze hängen am Bedarf und nicht am blauen Schriftzug.
Beitrag vom 01.11.2023 - 17:40 Uhr
Soso, Transformation nennt man jetzt das Aufgeben von Kernbereichen - auch die Betreuung der Passagiere in gastronomischer Hinsicht gehört doch, insbesondere auf Langstrecken, zur vornehmsten Pflicht eines Gastgebers.
So soll es sein. Aber ist es für die Gastgeberrolle notwendig sozusagen selbst am Herd zu stehen? Gibt nur das die erwünschte Qualität?
Konsequent zu Ende gedacht wohl eher nicht. Kaum noch eine Airline hat ein eigenes Catering und wenn dann meistens nur ex Hombase. Was ist mit den Rückflügen, auch da gilt es der perfekte Gastgeber zu sein. Das oft sogar viel besser als bei LH. Daher greift die Formel "Selber machen ist besser machen" nicht.
Beitrag vom 01.11.2023 - 23:51 Uhr
Sicher, man muss nicht selbst kochen, die Innneneinrichtung selbst konzipieren, die Flugzeuge selbst bauen, die MA selbst schulen....
Am Ende sind es aber doch nur der Preis und der Terminkalender des Kunden, die für die Buchung entscheidend sind. Die Marke LH oder Swiss oder etc. wird zu Nebensache. Das ist wohl auch das Ziel von C. S.
Und recht hat: Preis und Terminkalender waren die Schlüssel für meine letzten Buchungsentscheidungen.
Durch Zufall bin ich dabei einmal bei LH gelandet.
Dieser Beitrag wurde am 01.11.2023 23:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.11.2023 - 09:11 Uhr
Soso, Transformation nennt man jetzt das Aufgeben von Kernbereichen - auch die Betreuung der Passagiere in gastronomischer Hinsicht gehört doch, insbesondere auf Langstrecken, zur vornehmsten Pflicht eines Gastgebers. Es ist ja nicht so, daß die LH das nicht hut genug hingekriegt hätte und ein Spezialist bessere Leistung bringen könnte - die LH war selbst schon Spezialist genug.
Nein, es geht sehr wahrscheinlich nur um Buchhaltungsspielchen. Die bonuswirksame Finanzentlastung wird jetzt verbucht, die Folgen sind erst in einer Dekade oder noch später zu spüren. Aber da sind ja dann andere dran.
Konsequent zu Ende gedacht sollte man dann eigentlich sämtliche Geschäftsbetriebe outsourcen, bis nur ein minimaler Mantel übrigbleibt. So in der Art wie Airlines aus Entwicklungsländern sich am Tropf ihres Staates entlang hangeln.
Warum sollte sich eigentlich noch jemand identifizieren mit einem Moloch, der erkennbar nur am Abgreifen interessiert ist und seine Zukunftsfähigleit peu a peu verkauft
Objektiv gesehen brauchen wir doch keine deutsche Airline, wenn einem dauernd demonstriert wird, daß andere das genausogut oder sogar besser können. Die Arbeitsplätze hängen am Bedarf und nicht am blauen Schriftzug.
Gratuliere, da haben sie wirklich wieder alles aus der antikapitalistischen Mottenkiste geholt was drin war!
Haben sie sich heute schon festgeklebt?
Die LH Group ist hoch verschuldet, Catering ist kein Kernbereich des Geschäfts.
Im Grunde ist das eine Folge der Rationalisierung und der Corona Pandemie.
Irgendwie muss das ja alles finanziert werden.
Auf der einen Seite gibt es dann immer Leute die Ryanair so feiern weil die mit so wenig Overhead soviel PAX abwickeln, wenn die LH dann aber ihren Headcount verringert und sich von einem Geschäftsbereich, der nichts mit einer Airline zu tun hat, trennt, dann ist das Geschrei wieder gross.
Keiner steigt bei LH ein, weil das Essen von LSG SkyChefs kommt und dessen Eigentümer LH selbst ist.
Der Kunde merkt doch davon garnichts.
Waren sie mal in einem Konzern? Denken sie Siemens, BMW, VW etc. Betreiben ihre Kantinen selber?
Beitrag vom 02.11.2023 - 10:18 Uhr
Gratuliere, da haben sie wirklich wieder alles aus der antikapitalistischen Mottenkiste geholt was drin war!
Haben sie sich heute schon festgeklebt?
???"
Keiner steigt bei LH ein, weil das Essen von LSG SkyChefs kommt und dessen Eigentümer LH selbst ist.
Der Kunde merkt doch davon garnichts.
Waren sie mal in einem Konzern? Denken sie Siemens, BMW, VW etc. Betreiben ihre Kantinen selber?
Es geht aber nicht um interne Agebote, es geht um das nach Außen vermarktete Produkt. LH hat schon lange keine selbstgemanagte Kantine mehr. Um das Beispiel Autoindustrie aufzugreifen, dort liegt die Fertigungstiefe bei nur 20%, für den Kunden zählt nur das Endprodukt unter den Faktoren Image, Service, Preis.
Beitrag vom 02.11.2023 - 15:12 Uhr
Gratuliere, da haben sie wirklich wieder alles aus der antikapitalistischen Mottenkiste geholt was drin war!
Haben sie sich heute schon festgeklebt?
???"
Keiner steigt bei LH ein, weil das Essen von LSG SkyChefs kommt und dessen Eigentümer LH selbst ist.
Der Kunde merkt doch davon garnichts.
Waren sie mal in einem Konzern? Denken sie Siemens, BMW, VW etc. Betreiben ihre Kantinen selber?
Es geht aber nicht um interne Agebote, es geht um das nach Außen vermarktete Produkt. LH hat schon lange keine selbstgemanagte Kantine mehr. Um das Beispiel Autoindustrie aufzugreifen, dort liegt die Fertigungstiefe bei nur 20%, für den Kunden zählt nur das Endprodukt unter den Faktoren Image, Service, Preis.
Ja, aber ich hätte sonst nur die DB anführen können.....
aber schauen sie mal um, wenn sie in Stadion gehen, grillt ihnen der FC Bayern keine Bratwurst, sondern der Catering Dienstleister.
Essen in Grossküchen kochen ist nunmal kein Kernbereich einer Airlines, man kann das zukaufen ohne Probleme.
Bei den Autos sind das OEMs. Da baut man das zusammen, was geliefert wird, und hat ständig make or buy. Wobei auch das oft zu Problemen führt, weil man dann einige Dinge doch nicht beachtet, z.B. Qualität, AUfwand, kurze Wege.
Beitrag vom 03.11.2023 - 16:34 Uhr
Es geht doch nicht darum, daß eine Leistung nicht outgesourct werden könne. Das bestreitet niemand ernsthaft. Um was es geht habe ich klipp & klar geschrieben.
Und selbstverständlich ist der gastronomische Teil einer Flugreise ein gewichtiges Argument für die Buchung. Wer kann wählt auch im Flieger lieber Einzelservice statt Massenpassagierhaltung und richtiges Essen statt Plastikfutternapf. Gerüchteweise sollen ja die besseren Plätze derzeit grad besonders boomen, jedenfalls solange es nicht per Beinahestehplatz nach Malle geht. Ins Restaurant geht man auch nicht wegen des Dachs überm Kopf, sondern des Ambientes wegen.
Wenn mir jemand erzählt, er lasse jetzt das, woran er bisher verläßlich verdient habe, durch einen Dritten erledigen, weil das nicht zu seiner Kernkompetenz gehöre, dann halte ich den Kern seiner Kompetenz für sowas wie ein schwarzes Loch, unerfindlich klein und alles in seiner Nähe an sich reißend bis es nicht mehr strahlt und im Nirwana verschwindet. Wenn er sagt, er source out, weil andere das besser und billiger könnten, dann liegt er dagegen nicht unbedingt falsch. Die Frage ist dann nur, kann er nicht billiger oder nicht besser.
Mit gutem Management verbinde ich dagegen eher Bildung eines soliden Fundaments für die Zukunft und nicht den Aufbau eines komplexen aber durchaus hübschen Mikado-Stapels, und erst recht nicht den Ausverkauf florierender Betriebsteile zwecks kosmetischer Bilanz- und sonstiger Politur. Outsourcen sollte man nicht Gewinner, sondern Verlustbringer. Und manchmal kann dabei sogar der Fußball Vorbild sein, dort werden meist zuerst die Führungsköpfe und nicht das Fußvolk ausgewechselt.
Beitrag vom 03.11.2023 - 17:38 Uhr
Es geht doch nicht darum, daß eine Leistung nicht outgesourct werden könne. Das bestreitet niemand ernsthaft. Um was es geht habe ich klipp & klar geschrieben.
Und selbstverständlich ist der gastronomische Teil einer Flugreise ein gewichtiges Argument für die Buchung. Wer kann wählt auch im Flieger lieber Einzelservice statt Massenpassagierhaltung und richtiges Essen statt Plastikfutternapf. Gerüchteweise sollen ja die besseren Plätze derzeit grad besonders boomen, jedenfalls solange es nicht per Beinahestehplatz nach Malle geht. Ins Restaurant geht man auch nicht wegen des Dachs überm Kopf, sondern des Ambientes wegen.
Wenn mir jemand erzählt, er lasse jetzt das, woran er bisher verläßlich verdient habe, durch einen Dritten erledigen, weil das nicht zu seiner Kernkompetenz gehöre, dann halte ich den Kern seiner Kompetenz für sowas wie ein schwarzes Loch, unerfindlich klein und alles in seiner Nähe an sich reißend bis es nicht mehr strahlt und im Nirwana verschwindet. Wenn er sagt, er source out, weil andere das besser und billiger könnten, dann liegt er dagegen nicht unbedingt falsch. Die Frage ist dann nur, kann er nicht billiger oder nicht besser.
Mit gutem Management verbinde ich dagegen eher Bildung eines soliden Fundaments für die Zukunft und nicht den Aufbau eines komplexen aber durchaus hübschen Mikado-Stapels, und erst recht nicht den Ausverkauf florierender Betriebsteile zwecks kosmetischer Bilanz- und sonstiger Politur. Outsourcen sollte man nicht Gewinner, sondern Verlustbringer. Und manchmal kann dabei sogar der Fußball Vorbild sein, dort werden meist zuerst die Führungsköpfe und nicht das Fußvolk ausgewechselt.
Alle Ihre Argumente könnte man aber aus zwei Blickwinkeln betrachten. Was das solide Fundament angeht, ist eben das Catering kein solides Fundament. Hier hat es bereits, und wird weiter, sich verändert. Es wird immer weniger gebraucht, die Produkte der Airlines haben sich verändert. Man braucht keinen Caterer, man braucht einen Logistiker. Es findet gerade ein brutaler Verdrängungswettkampf statt. Alle versuchen sich in diesem neuen Umfeld aufzustellen. Um hier mitzupokern muss die Schatulle gut gefüllt sein, das ist sie aber nicht. Aktuell ist das Flugagebot bei 90% von 2019, das Cateringaufkommen bei unter 70%. Aber man hat noch immer eine teure Küche da stehen, die man so nicht mehr braucht. Die op. Marge war aktuell 2,6%, während die Airlines weltweit ordentlich verdienen, mit 2stelligen Margen. LHG Airlines machen im Umsatz der LSG 3,3% aus. Die brauchen LHG nicht und LHG braucht die LSG nicht.
Personalkosten sind bei anderen einfach günstiger. Ich habe das hautnah in der Familie mitbekommen.
Es wurde bei LSG auch nicht verlässlich verdient, in den 5 Jahren vor Corona war die operative Marge knapp über 3%, da ist noch nicht mal genug verdient worden um alle Investionen zu stemmen.
Bisher sehe ich keinen Vorteil darin, das Catering selbst zu machen. Ich habe ein Budget von 5,50? für ein Eco Tablett und lass es von dem machen, der das beste Angebot macht. Jedes Blatt Pertersilie hat in der Kalkulation ein Preisschild. Ob die LSG da jetzt für LH eine extra Scheibe Wurst drauf legt oder einen Sonderpreis macht, bezahlt werden muss alles, von LH oder LSG. Das ist linke Tasche, rechte Tasche.
Beitrag vom 03.11.2023 - 21:56 Uhr
@contrail55,
vielleicht kann LSG nun mehr für das besagte Tablett verlangen bzw. unrentabele Dienstleistungen einfach abstossen. Die Investoren wollen mehr als 3% op. Marge sehen.
LHG weiss natürlich, dass nun für die Beschaffung von Catering-Dienstleistungen Kompetenz aufgebaut oder eingekauft werden muss.
Beitrag vom 04.11.2023 - 07:36 Uhr
@contrail55,
vielleicht kann LSG nun mehr für das besagte Tablett verlangen bzw. unrentabele Dienstleistungen einfach abstossen.
Ja sicher könnte man das. Nach der ?bergangszeit, in der man noch aneinander gebunden ist, kann jeder machen was er will. Auch die LHG kann sich dann umschauen, ob sie einen besseren Deal bekommt. Aber unrentable Dienstleistungen einfach abstossen? Wenn die LHG das macht, dann ist das Geschrei groß ;-)
Die Investoren wollen mehr als 3% op. Marge sehen.
Ich dachte man hat dsamit verlässich verdient und jetzt ist das zu wenig? Jeder will mehr als 3% sehen, dauch die LHG. Damit lässt sich einfach nicht vernünftig arbeiten.
LHG weiss natürlich, dass nun für die Beschaffung von Catering-Dienstleistungen Kompetenz aufgebaut oder eingekauft werden muss.
Die hat man doch. Das machen die gleichen Leute im Produktmanagement wie bisher, die sind ja nicht weg. Es sind ja nur die Ersteller der Dienstleistung weg.
Beitrag vom 04.11.2023 - 18:32 Uhr
Die hat man doch. Das machen die gleichen Leute im Produktmanagement wie bisher, die sind ja nicht weg. Es sind ja nur die Ersteller der Dienstleistung weg.
Man könnte das zugespitzt auch so sehen: Der Wasserkopf bleibt, die Produktivität geht. Aber wer braucht Wasserköpfe?
Beitrag vom 04.11.2023 - 19:10 Uhr
Die hat man doch. Das machen die gleichen Leute im Produktmanagement wie bisher, die sind ja nicht weg. Es sind ja nur die Ersteller der Dienstleistung weg.
Man könnte das zugespitzt auch so sehen: Der Wasserkopf bleibt, die Produktivität geht. Aber wer braucht Wasserköpfe?
Es gibt halt austauschbare Funktionen im Luftverkehr und nicht austauschbare????️
Beitrag vom 05.11.2023 - 00:34 Uhr
@contrail55,
ok, dann hat LHG schon getestet, wie man das Catering ausschreibt bzw. Angebotsanfragen stellt etc - nicht nur mit LSG. Die Fachkenntnis zum Design und zur Machbarkeit der Cateringprodukte ist noch bei der LHG geblieben.
Ich weiss natürlich nicht, wie LSG aufgestellt ist. Grössere Konzerne haben Tochtergesellschafte, die zwar eigenständige Gesellschaften sind, aber diverse Dienstleistungen von der Mutter oder spezialisierten Konzerntöchtern abnehmen müssen - z. B. Einkauf, Personal, Buchhaltung, DV etc.