Beitrag vom 23.09.2025 - 19:06 Uhr
Wie man darauf kommen kann, dass das Buchen einer anderen Airline wegen Streikandrohung bei Lufthansa eine "Bestrafung" der streikenden Mitarbeiter sein soll, verstehe ich nicht.
Dass Passagiere sich überlegen, bei Streikandrohungen mit anderen Fluggesellschaften zu fliegen ist nachvollziehbar und ja auch der Sinn des Streiks. Das wollen die streikenden Mitarbeiter doch erreichen: dem Unternehmen entgeht Gewinn und ist daher eher zum Einlenken bereit. Wenn alle Passagiere bei Streik treu ohne wenn und aber die Lufthansa buchen würden, am Besten ohne Forderung nach Kompensationsleistungen im Streikfall, wäre der Streik wirkungslos.
Nur ist kurzfristiges Umbuchen auf andere Airlines kurzfristig mit hohen Kosten verbunden...Vielleicht ist das einigen nicht so ganz bekannt.
Dieser Beitrag wurde am 23.09.2025 19:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.09.2025 - 19:12 Uhr
Wie man darauf kommen kann, dass das Buchen einer anderen Airline wegen Streikandrohung bei Lufthansa eine "Bestrafung" der streikenden Mitarbeiter sein soll, verstehe ich nicht.
Dass Passagiere sich überlegen, bei Streikandrohungen mit anderen Fluggesellschaften zu fliegen ist nachvollziehbar und ja auch der Sinn des Streiks. Das wollen die streikenden Mitarbeiter doch erreichen: dem Unternehmen entgeht Gewinn und ist daher eher zum Einlenken bereit. Wenn alle Passagiere bei Streik treu ohne wenn und aber die Lufthansa buchen würden, am Besten ohne Forderung nach Kompensationsleistungen im Streikfall, wäre der Streik wirkungslos.
Es geht mir eher um die generellen Aussagen: Jemand will erstmal nie wieder mit LH fliegen, weil da jetzt schon wieder gestreikt wird (und anderer Gründe). Es geht nicht darum, dass man in der Phase nicht mehr bucht, sondern generellt. Solche Aussagen finde ich schon komisch, wenn man auf anderer Seite das Streikrecht als Grundrecht hochhält, aber eben nur bei bestimmten Berufsgruppen, nicht bei allen. Sieht man ja oben im weiteren Verlauf auch. Die eine Gruppe darf streiken, weil man deren Bedürfnis eher anerkennt als da svon einer anderen Gruppe.
ja, bei jedem Streik geht es auch um die "Inhalte".... und das Bedürfnis der LH_Piloten ist nun mal nicht so ganz nachzuvollziehen
Das finde ich schwierig.
Zumal, wie @JordanPensionär ja richtig schreibt: Man ist ja noch gar nicht betroffen. Es steht noch nicht einmal fest, ob gestreikt wird, geschweige denn wann oder wo und ob man davon betroffen ist. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass man sich bis November einigt. Oder bis dahin alles vorbei ist. Und trotzdem kündigt man jetzt schon an, dass man aus diesem Grund nicht mehr LH buchen will.
Ja, okay. Dann genauer: sollte es meine Flüge treffen (mit all den "tollen" Folgen und Kosten für den Passagier, so wie 2017), werde ich die nächsten Jahre LH wieder meiden. Es ist ganz einfach so, dass ich zum Zeitpunkt der Buchung blauäugig gedacht hatte, es würde gerade mal keine Streiterei zwischen VC und LH geben. Fehleinschätzung. Dabei war ich tatsächlich positiv gestimmt bei der Buchung.
Dieser Beitrag wurde am 23.09.2025 19:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.09.2025 - 22:29 Uhr
Ja, okay. Dann genauer: sollte es meine Flüge treffen (mit all den "tollen" Folgen und Kosten für den Passagier, so wie 2017), werde ich die nächsten Jahre LH wieder meiden. Es ist ganz einfach so, dass ich zum Zeitpunkt der Buchung blauäugig gedacht hatte, es würde gerade mal keine Streiterei zwischen VC und LH geben. Fehleinschätzung. Dabei war ich tatsächlich positiv gestimmt bei der Buchung.
Für mich war nach der Kündigung des TV Altersvorsorge schon Ende 2024 klar, LH weiterhin zu meiden, obwohl es durchaus positive Entwicklungen bei Zuverlässigkeit und Service gab.
Allerdings würde ich an Ihrer Stelle nach einem Streik die LH nicht die nächsten Jahr meiden, da Sie dann wieder in die nächste Streikwelle geraten. Nach einer Einigung mit Piloten und Kabine hätten Sie unmittelbar danach die besten Chancen streikfrei zu fliegen. ????
Beitrag vom 24.09.2025 - 11:26 Uhr
Ja, okay. Dann genauer: sollte es meine Flüge treffen (mit all den "tollen" Folgen und Kosten für den Passagier, so wie 2017), werde ich die nächsten Jahre LH wieder meiden. Es ist ganz einfach so, dass ich zum Zeitpunkt der Buchung blauäugig gedacht hatte, es würde gerade mal keine Streiterei zwischen VC und LH geben. Fehleinschätzung. Dabei war ich tatsächlich positiv gestimmt bei der Buchung.
Für mich war nach der Kündigung des TV Altersvorsorge schon Ende 2024 klar, LH weiterhin zu meiden, obwohl es durchaus positive Entwicklungen bei Zuverlässigkeit und Service gab.
Allerdings würde ich an Ihrer Stelle nach einem Streik die LH nicht die nächsten Jahr meiden, da Sie dann wieder in die nächste Streikwelle geraten. Nach einer Einigung mit Piloten und Kabine hätten Sie unmittelbar danach die besten Chancen streikfrei zu fliegen. ????>
Da müssten Sie im Lufthansa Konzern alle Auslaufdaten von bestreikbaren Tarifverträgen, aller Berufsgruppen, kennen. Dann jeweils etwa 6-8 Monate Verhandlungen ohne Ergebnis drauf rechnen plus einen Monat für die Urabstimmung. Danach sollten Sie dann mal 6 Monate nix buchen. Wird kompliziert.
Schuld sind am Ende sicher häufig beide Parteien. Allerdings ist es ja schon auffällig, dass es durch alle Beschäftigungsgruppen immer Streiks bei der Lufthansa gibt. Geräuschlose Einigungen gibt es da nicht mehr. Andererseits braucht es auch für einen Vorstand zur Gesichtswahrung und Vermittelbarkeit von Lösungen, Streiks und letztlich häufig auch Einigungsstellen und Schlichter. Nach Streiks kann man dann irgendwann einem Schlichter zustimmen und der trifft ja dann die Entscheidungen und nicht man selbst. Vielleicht lässt sich das dem AR besser vermitteln. Im Kleinen wird selbst nach sehr negativen Umfragen zu Nachtfugbelastungen auf grenzwertig langen Strecken mit einem 2-mann Cockpit, der SFO wegen Kosten abgelehnt. Auch in diesen Fragen siegt nicht mehr der Sicherheitsaspekt und LH geht in die Einigungsstelle, weil man sich da eine Entscheidung zu seinen Gunsten erhofft. In Tarifverhandlungen geht man grundsätzlich mit der Fragestellung, wieviel wollt Ihr denn geben und alles was Ihr mehr haben möchtet, müsst Ihr irgendwo kompensieren und die Erhöhungen somit selbst bezahlen. Am besten überkompensieren. Und da bewegt man sich dann nicht weg. So funktionieren halt Verhandlungen schlecht und werden immer gleich enden. Ich erinnere ein Veranstaltung, in der der VV Forderungen nach Mehrleistung an die Flugbegleiter stellte und eine FB Ihn fragte, was er denn dafür geben könne, ein Leben in München sei halt nicht gerade günstig zu finanzieren. Seine Antwort mit einem Grinsen war:"Ich kann Ihnen auch nicht sagen, wie das geht, aber schauen Sie jeden Morgen auf Ihren gelben Ausweis, das muss reichen". Streiks in diesem Unternehmen sind offensichtlich der Ausdruck des neuen Miteinanders und letztlich rechtens. Aus Angst vor dem Kunden kann man nun nicht drauf verzichten.
Beitrag vom 24.09.2025 - 11:48 Uhr
Hier einmal ein Artikel, der die Situation zusammen fasst.
https://frankfurtflyer.de/zu-hohe-verluste-lufthansa-kann-sich-keine-neuen-flugzeuge-leisten/Dieser Beitrag wurde am 24.09.2025 12:15 Uhr bearbeitet.