Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Russen und Araber träumen vom Über...

Beitrag 1 - 10 von 10
Beitrag vom 01.03.2021 - 19:12 Uhr
UserMHalblaub
User (636 Beiträge)
Das Hauptproblem dürften bei diesen Jets der Lärm der Triebwerke werden. Es gibt Richtlinien wie laut ein Flugzeug bei Start und Landung abhängig vom zulässigen Gesamtgewicht sein darf. Da dürfte die EU auf Rücksicht auf ihre Bürger wohl kaum Ausnahmen für ein paar Reiche Russen oder Saudis zulassen.
Beitrag vom 02.03.2021 - 12:56 Uhr
Usermuckster
User (61 Beiträge)
@MHalblaub

Sie meinen bestimmt den Überschallknall, denn der stellt das hauptsächliche Hindernis dar.

Der Lärm der Triebwerke an sich dürfte weniger problematisch sein, und da ist auch noch viel Luft nach oben, v.a. wenn ohne Nachbrenner gestartet werden kann. Bspw. ist die Eurofighter Typhoon schon mehr als ein Sechstel leiser als die McDonnell Douglas Phantom, die sie ersetzt.

Eine ganze Reihe von Firmen arbeiten derzeit an Überschallflugzeugen, v.a. für Geschäftsreisende, die wie die Concorde nur über der offenen See schneller als Mach 1 fliegen sollen. Freilich wird auch an Konzepten geforscht, wie der Knall minimiert oder zerstreut werden kann.
Beitrag vom 02.03.2021 - 14:47 Uhr
User
User ( Beiträge)
Bspw. ist die Eurofighter Typhoon schon mehr als ein Sechstel leiser als die McDonnell Douglas Phantom, die sie ersetzt.
Wer jemals einer F-4 beim Start zugesehen hat, der weiß was los ist. Ein sechstel leiser zu sein (je nachdem wie das zu verstehen ist, in dB oder wie auch immer) muss nicht unbedingt eine Wohltat für die Ohren bedeuten. Anstelle einer Feuerwehrsirene ist eine Trillerpfeife sicher schon eine Verbesserung.
Beitrag vom 02.03.2021 - 16:48 Uhr
UserLP
User (356 Beiträge)
Der Lärm beim Start und Landung, könnte ich mir vorstellen, ist bestimmt technisch in den Griff zu bekommen.
Ich sehe so ein Projekt (Egal ob von Russen oder auch Amis oder auch egal wer umgesetzt.) eher scheitern an der Nachfrage, Stückzahl, immer im Vergleich zu den Entwicklungskosten usw.. Auch der Verbrauch, die Kosten für Wartung usw. werden wohl bei so einer Geschichte eher unverhältnismäßig zum Nutzen sein.
Da spielt mit rein, dass tatsächlich immer mehr Menschen etwas „grüner“ denken. Aber ich wünsche nicht den technischen Fortschritt zu bremsen und lasse mich eines besseren belehren.
Beitrag vom 03.03.2021 - 15:30 Uhr
Usermuckster
User (61 Beiträge)
@Shark 3000
Wer jemals einer F-4 beim Start zugesehen hat, der weiß was los ist. Ein sechstel leiser zu sein (je nachdem wie das zu verstehen ist, in dB oder wie auch immer) muss nicht unbedingt eine Wohltat für die Ohren bedeuten. Anstelle einer Feuerwehrsirene ist eine Trillerpfeife sicher schon eine Verbesserung.

Den Unterschied von knapp 18 dB werden Ihre Ohren honorieren. Der Schalldruck nimmt ja nicht linear zu, sondern exponentiell; plus 10 dB entspricht bspw. schon einem Anstieg um das Zehnfache. Aber ich brachte den Vergleich auch nur um zu verdeutlichen: Da ist noch Luft nach oben. Bedenken Sie, dass sich die Triebwerkstechnik der Typhoon auf dem Stand der 1990er bewegt, und vergleichen Sie die Veränderungen in der Zivilluftfahrt für diesen Zeitraum.

Wenn die kommenden supersonischen Jets mit nagelneuen Triebwerken ausgestattet werden, und wenigstens bei den Start-Ups ist das beabsichtigt, könnte noch mal eine spürbare Verbesserung zu verzeichnen sein. Das Problem ist und bleibt der Überschallknall.

Zwar gibt es schon einige vielversprechende Forschungsprojekte, wie er deutlich reduziert werden kann, aber die werfen eigene Probleme auf. Zum Beispiel ist der NASA-Demonstrator so geformt, dass die Piloten in der Nase sitzen und nur durch Kameras Sicht nach draußen haben ...

Ich denke, solche Flieger wird es auf absehbare Zeit nur in kleiner Ausführung und für Privatkunden geben. Wie @LP zu bedenken gibt, dürfte die Nachfrage bei Airlines bzw. bei durchschnittlichen Reisenden eher gering sein.
Beitrag vom 03.03.2021 - 16:26 Uhr
UserRunway
User (2688 Beiträge)
Halte jede Form von Überschallflügen buchstäblich für "Schall" und Rauch. Klar gibt es eine kleine Klientel für die Zeitgewinn in keinem Verhältnis zum Geld stehen muss. Diese Zahl wäre für Geschäftsreiseflieger wohl da aber vermutlich nicht genug um die horrenden Kosten für Entwicklung von Flugzeug und neuartigen Triebwerken zu rechtfertigen.

Und wie sieht es bei normal großen Jets aus? Eigentlich die gleichen bzw nochmals größeren finanziellen gigantischen Risiken für die Entwickler. Glaube weder das Boeing noch Airbus unabhängig von der aktuellen Krise da Interesse haben.

Die Tickets bei der Concorde waren extrem hoch und auch wenn das Verhältnis RW/Größe/Verbrauch künftig besser ist wird das prinzipiell so bleiben.

In Zeiten in denen oft kleine Preisunterschiede die Nachfrage bestimmen sehe ich keinerlei Chancen für eine kostendeckende Nachfrage. Öko mal ganz außer Acht gelassen. Wenn man die Gesamtreisezeit ab Wohnort bis zum Ankunftshotel rechnet wäre die Zeitersparnis zwar schön aber andererseits doch nicht riesig. Jedenfalls nicht für Herrn und Frau Jedermann entscheidend.

Die meist eher unbekannten Akteure die sich da mit abenteuerlichen Ideen melden kann ich deshalb nicht ernst nehmen. Technisch vielleicht manches interesant aber das schnöde Geld.
Beitrag vom 04.03.2021 - 03:32 Uhr
Usermuckster
User (61 Beiträge)
Die Tickets bei der Concorde waren extrem hoch und auch wenn das Verhältnis RW/Größe/Verbrauch künftig besser ist wird das prinzipiell so bleiben.

Vielleicht, aber ich bin mir nicht sicher, ob man da nicht Äpfel und Birnen vergleicht. Denn die Concorde betrat technisches Neuland, die Entwicklungskosten waren gewaltig und würden heute in solcher Form niemals wieder von Staaten geschultert werden.

Auch kam hier die Kleinstflottenproblematik zum Tragen, sowohl auf Nutzerseite als auch beim Kunden. Sie betrifft ja selbst konventionelle Verkehrsflugzeuge, in Großbritannien etwa die VC10, die immer sehr viel teurer im Unterhalt war als Konkurrenzmodelle.

Es hängt alles davon ab, ob man sich für herkömmliche Konzepte entscheidet und nur über unbewohntem Gebiet die Schallmauer durchbricht. Falls ja, sind die technischen Hürden vergleichsweise gering. Und Abnehmer wird es mit Sicherheit geben, gerade unter den Superreichen.
Beitrag vom 04.03.2021 - 15:44 Uhr
UserCinrella
User (145 Beiträge)

Den Unterschied von knapp 18 dB werden Ihre Ohren honorieren. Der Schalldruck nimmt ja nicht linear zu, sondern exponentiell; plus 10 dB entspricht bspw. schon einem Anstieg um das Zehnfache. Aber ich brachte den Vergleich auch nur um zu verdeutlichen: Da ist noch Luft nach oben. Bedenken Sie, dass sich die Triebwerkstechnik der Typhoon auf dem Stand der 1990er bewegt, und vergleichen Sie die Veränderungen in der Zivilluftfahrt für diesen Zeitraum.

10db ist keine Verzehnfachung des Schalldrucks. Eine Verdopplung des Schalldrucks benötigt ca. 6db. Allerdings ist Schalldruck nicht die Lautstärke wie Sie der Mensch wahrnimmt. Hier ist ca. 10db eine Verdopplung der wahrgenommenen Lautstärke. Auch wenn sich die Wissenschaft hier streitet und die Wahrnehmung beim Menschen hier jeweils unterschiedlich sein kann. Zusätzlich hängt die empfundene Lautstärke auch von Tiefe, Dauer etc. ab. Die in der Wissenschaft diskutierte Zahl zur wahrgenommenen doppelten Lautstärke beträgt zwischen 6db und 10 db. Aber wahrgenommene Lautstärke ist auch kein Grenzwert, sondern eben unter anderem eine db Zahl. Aber dies nur zur kurzen Korrektur Ihrer genannten Zahl der Verzehnfachung.

Die Sinnhaftigkeit dieses Projekts darf durchaus angezweifelt werden und es wäre keine Überraschung wenn das Projekt, wie viele andere davor, wieder ganz hinten in einer Schublade landet. Auch wenn es einen als Freund der Luftfahrt natürlich freuen würde ein ziviles Überschallflugzeug in Aktion zu sehen - Die Kosten und Verluste müssten zum Glück auch nicht wir tragen.
Beitrag vom 04.03.2021 - 17:28 Uhr
Usermuckster
User (61 Beiträge)
In meiner Formelsammlung wird dieser Beispielwert angegeben. Unwichtig. Wichtig ist, dass heutige Triebwerke leiser sind als die gestrigen, und die von morgen werden leiser sein als die heutigen. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, was Verbesserungen hinsichtlich der Lärmemissionen anlangt.
Beitrag vom 05.03.2021 - 11:21 Uhr
UserNiedersachsenHans
User (15 Beiträge)
Klar ist auch der Überschallknall mit entscheidend für die Flüge über Land, aber auch über dem Ozean!
Aber für mich ist der Lärm beim Start noch entscheidender. Viele gehen davon aus, dass dieser Lärm bei modernen Verkehrsflugzeugen ja auch stark gesenkt wurde.
Man muss aber sehen, warum und wie das erreicht wurde.
Der Hauptgrund dafür ist der deutlich vergrösserte Durchmesser des Fans, der das Nebenstromverhältnis beeinflusst. Moderne Triebwerke haben ein Nebenstromverhältnis von bis zu 12:1. So etwas würde bei einem Überschallflieger nie funktionieren.Da geht es kaum bis über 1:1, denn das wäre das Optimum zwischen dem Widerstand durch die Stirnfläche und der Wirtschaftlichkeit. Bei grösserem Nebenstromverhältnissen würde der Widerstand extrem stark ansteigen.
Dass es mit heutiger Technik durchaus möglich sein wird, einen Nachfolger der Concorde zu bauen steht ausser Zweifel. Der Grund woran das scheitern wird, liegt daran, dass die Kosten daür exponentiell ansteigen würden, bis man auch die Probleme dafür lösen könnte