Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Ryanair und Condor verstoßen gegen ...

Beitrag 1 - 10 von 10
Beitrag vom 23.06.2018 - 08:20 Uhr
UserSENflyer
User (67 Beiträge)
Bei FR ist das ja nichts Neues, alles bis ins Letzte ausreizen und keine Reserve vorhalten. Bei DE hat man viele Technicals im der alten 753 Flotte - was aber mit mehr A321 besser werden sollte - und zum Teil liegt es auch an dem überlasteten Flughäfen der Ferienregionen. Und schlussendlich fehlt es an allen Ecken und Enden im gesamten Luftfahrtsegment, weil der Kunde nicht bereit ist einen angemessenen Preis zu zahlen.
Beitrag vom 23.06.2018 - 09:21 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (133 Beiträge)
Und schlussendlich fehlt es an allen Ecken und Enden im gesamten Luftfahrtsegment, weil der Kunde nicht bereit ist einen angemessenen Preis zu zahlen.

Ich denke nicht, dass man da dem Kunden die alleinige Schuld geben kann. Das endet in einer Henne Ei Diskussion: gab es erst den Kunden, der gesagt hat, er fliegt nicht mehr, wenn die Preise nicht runter gehen oder gab es erst die Airlines, die gesagt haben, wenn wir die Preise noch weiter runter setzen, haben wir mehr Fluggäste? Und wenn der Preis nun mal da unten ist, warum sollte man ihn dann nicht annehmen?

Ich meine, was hat man als Kunde denn für eine Auswahl? Ich als Hamburger, fliege nicht mit Ryanair und Norwegian. Als Alternative bleibt dann aber oft nur Eurowings, aber sind die wirklich besser, nur weil sie meist hundert Euro teurer sind? Oder kann ich das System nur retten, wenn ich bei LH, BA, AF und co den teuersten Tarif wähle und dann irgendwo umsteige, weil die kaum noch direkt Verbindungen anbieten?

So einfach die Schuld nur auf den Kunden abzuwälzen geht leider nicht.
Beitrag vom 23.06.2018 - 18:50 Uhr
UserFlyTweety
User (166 Beiträge)
Und schlussendlich fehlt es an allen Ecken und Enden im gesamten Luftfahrtsegment, weil der Kunde nicht bereit ist einen angemessenen Preis zu zahlen.

Ich denke nicht, dass man da dem Kunden die alleinige Schuld geben kann. Das endet in einer Henne Ei Diskussion: gab es erst den Kunden, der gesagt hat, er fliegt nicht mehr, wenn die Preise nicht runter gehen oder gab es erst die Airlines, die gesagt haben, wenn wir die Preise noch weiter runter setzen, haben wir mehr Fluggäste? Und wenn der Preis nun mal da unten ist, warum sollte man ihn dann nicht annehmen?

Ich meine, was hat man als Kunde denn für eine Auswahl? Ich als Hamburger, fliege nicht mit Ryanair und Norwegian. Als Alternative bleibt dann aber oft nur Eurowings, aber sind die wirklich besser, nur weil sie meist hundert Euro teurer sind? Oder kann ich das System nur retten, wenn ich bei LH, BA, AF und co den teuersten Tarif wähle und dann irgendwo umsteige, weil die kaum noch direkt Verbindungen anbieten?

So einfach die Schuld nur auf den Kunden abzuwälzen geht leider nicht.

Wo finde ich hier eigentlich den "Gefällt mir" Button?
Kann man, glaube ich, unbesehen so unterschreiben!
Beitrag vom 24.06.2018 - 13:27 Uhr
Usercogito.ergo.sum
User (37 Beiträge)
Erstens möchte ich gern FloCo zustimmen.
Zweitens muss man sich verantwortungsvollen Konsum auch leisten können. Wer sich ein Jahr lang den Kurztripp nach Barcelona vom Mund absparen muss, wird sich sicher für den 39,90€ Flug entscheiden, statt mit LH fürs fünffache zu fliegen.
Drittens ist die Luftfahrt einfach nur eine von vielen Industrien, die weiter und weiter rationalisiert werden. Man frage mal einen Artz, Soldaten oder Lehrer, wie es sich denn vor 25 Jahren noch gearbeitet hat.
Viertens machen die allermeisten Firmen in Europa trotz gelegentlicher Negativmeldungen wohl unterm Strich noch n richtig guten Job.
Beitrag vom 25.06.2018 - 12:50 Uhr
UserDigiflieger
User (804 Beiträge)
Und schlussendlich fehlt es an allen Ecken und Enden im gesamten Luftfahrtsegment, weil der Kunde nicht bereit ist einen angemessenen Preis zu zahlen.

Ich denke nicht, dass man da dem Kunden die alleinige Schuld geben kann.
...
So einfach die Schuld nur auf den Kunden abzuwälzen geht leider nicht.

Da haben Sie sicherlich Recht. Nur wenn jemand die billigen Preise anbietet, kann ein Kunde diese auch wahrnehmen.

Ich gebe aber zu Bedenken, wie groß der "Protest" seitens der Kunden auch hier war, als die Preise aufgrund der AB-Pleite gestiegen sind und auch, dass es eben kein Recht auf den "39,90€ Flug" gibt, egal, wie sehr man ihn sich vom "Munde gespart" hat. Ob es überhaupt gesamt gesellschaftlich gewollt sein kann, dass es solche Flüge in Massen gibt, wäre noch einmal eine ganz andere Diskussion wert...

Und zu guter Letzt sollte "der Kunde" sich darüber bewusst sein, dass man für "39,90€" eben nicht mehr das Produkt bekommen kann, dass vorher eben 200€ gekostet hat.
Irgendwo blieb auch das Geld des teuren Tickets ja schließlich und die Airlinebranche war in den vergangenen Jahren nicht gerade dafür berühmt, tolle Umsatzrenditen zu erzielen ;-)

Dieser Beitrag wurde am 25.06.2018 12:50 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.06.2018 - 13:25 Uhr
UserA320Fam
User (400 Beiträge)
Kann mir mal einer erklären, wieviel % der Kunden in einem Flugzeug diese 39.90€ für den Flug gezahlt haben, bzw wie hoch das teuerste Ticket und wieviel der durchschnittliche Preis beträgt?
Ich bezweifle nämlich, dass man mit hauptsächlich 39.90€ Tickets einen Flugbetrieb aufrecht erhalten kann.
Beitrag vom 25.06.2018 - 13:43 Uhr
UserDigiflieger
User (804 Beiträge)
Kann mir mal einer erklären, wieviel % der Kunden in einem Flugzeug diese 39.90€ für den Flug gezahlt haben, bzw wie hoch das teuerste Ticket und wieviel der durchschnittliche Preis beträgt?
Ich bezweifle nämlich, dass man mit hauptsächlich 39.90€ Tickets einen Flugbetrieb aufrecht erhalten kann.

Nicht so wörtlich nehmen ;-)

Das steht ja nur stellvertretend für die billige, bzw. günstige Fliegerei.

Man kann schon festhalten, dass in den letzten 10-20 Jahren der Flugpreis eben nicht so gestiegen ist, wie die Preise für das restliche Leben. Sonst hätte es das riesige Wachstum bei Ryanair und Co, aber auch bei den etablierten ja gar nicht geben können...

NL hat mal zum Erstflug vom A380 gesagt, dass man im Schnitt 80€/Gast/Flugstunde braucht. Ryanair eben weniger, LH eben mehr.

Nun ist der Gast bei Ryanair auf den Geschmack gekommen, dass Fliegen "günstig" sein kann und fordert das auch von LH und Co. AB war dabei leider das erste größere Opfer, denn die "großen" können mit den "günstig" Preisen einfach nicht mehr ihre alte Leistung bringen....
Beitrag vom 25.06.2018 - 16:24 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (133 Beiträge)
Ich gebe aber zu Bedenken, wie groß der "Protest" seitens der Kunden auch hier war, als die Preise aufgrund der AB-Pleite gestiegen sind und auch, dass es eben kein Recht auf den "39,90€ Flug" gibt, egal, wie sehr man ihn sich vom "Munde gespart" hat. Ob es überhaupt gesamt gesellschaftlich gewollt sein kann, dass es solche Flüge in Massen gibt, wäre noch einmal eine ganz andere Diskussion wert...

Und zu guter Letzt sollte "der Kunde" sich darüber bewusst sein, dass man für "39,90€" eben nicht mehr das Produkt bekommen kann, dass vorher eben 200€ gekostet hat.
Irgendwo blieb auch das Geld des teuren Tickets ja schließlich und die Airlinebranche war in den vergangenen Jahren nicht gerade dafür berühmt, tolle Umsatzrenditen zu erzielen ;-)

Das stimmt, deswegen habe ich den Kunden ja auch nicht vollends aus der Verantwortung genommen ;-) Und stören tut mich dies auch extrem. Das Gejaule, dass die Preise steigen, weil es weniger Angebot gibt und die Preise steigen und dann das Geschrei nach "Wucher", "Monopolist" etc Richtung Lufthansa waren unerträglich.
Aber wie gesagt, wir haben hier ein Henne Ei Problem kombiniert mit einem Teufelskreislauf. Denn: Jetzt schrauben die alteingesessenen Fluggesellschaften ihre Kosten runter. Darunter leiden das Angebot und die Qualität extrem (engere, einfachere Bestuhlung, weniger Service an Bord etc.) und als Kunde fragt man sich dann natürlich zu recht, warum soll man denn für Lufthansa 200 € mehr zahlen, wenn man in der neuen Bestuhlung der A320 genau so eng oder teilweise enger sitzt als bei so manchem Billigflieger. Da macht ja selbst EW der Lufthansa Konkurrenz, weil man Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit buchen kann, was bei der Lufthansa (abgesehen der wenigen Notausgänge) nicht geht.

Bleibt also beim Kunden nur nach der moralische Aspekt: Will ich mit einer Fluggesellschaft fliegen, die ihre Mitarbeiter und auch die externen Service Dienstleister fair und dem Sozialstaat entsprechend bezahlt und behandelt, oder nicht? Das können aber viele, die nicht in der Materie drin stecken, wiederum gar nicht beurteilen. Denn welcher Fluggast, der sich nicht etwas mehr mit dem Hintergrundgeschehen befasst, weiß etwas mit Pay2Fly o.ä. anzufangen?

Um auf meinen ersten Beitrag zurück zu kommen: Das Ganze ist halt leider alles andere als einfach und es gibt hier sicherlich auch kein schwarz oder weiß, ob nun Airlines oder Fluggäste Schuld haben.
Beitrag vom 25.06.2018 - 17:57 Uhr
Userfbwlaie
User (3707 Beiträge)
Geht da Diskussion nicht am Thema vorbei?

Ryanair und Condor dürfen wohl in diesem Rahmen nach 23:00 starten bzw. landen...
und Fra kann alle Slots vermarkten!
Beitrag vom 25.06.2018 - 20:00 Uhr
UserEricM
User (971 Beiträge)
Geht da Diskussion nicht am Thema vorbei?

Ryanair und Condor dürfen wohl in diesem Rahmen nach 23:00 starten bzw. landen...
und Fra kann alle Slots vermarkten!

Stimme zu.
Solange keine echten finanziellen Sanktionen drohen, egal wie oft eine angeblich "außergewöhnliche Situation" zur Verspätung führt, wird eben so auf Kante geplant, dass ein tatsächlich planmäßiges Abfliegen der Legs die Ausnahme ist.
Die Stunde von 23:00 bis 00:00 mutiert damit schleichend zur normalen Betriebsstunde.