Beitrag vom 07.03.2025 - 07:28 Uhr
US-Rüstungsgüter "keine so gute Idee"
Cpt. Obvious, aber immerhin.
Die Bundesregierung habe bereits zum Ausdruck gebracht, dass sie weitere Eurofighter - ein europäisches Kampfflugzeug - bestellen wolle.
Ã"h, Leute, wir haben 2025. Panzer und Eurofighter sind heute das, was 1940 die Maginot Linie war: Ein mit sehr hohem Aufwand an modernen Anforderung vorbei gebauter Anachronismus.
Wie ein Krieg heute abläuft, sieht man in der Ukraine.
Mobile Panzerabwehr und mobile Flugabwehr reduzieren die Nutzbarkeit beider Waffengattungen erheblich, wohingegen hochmobile Artillerie, Infanterie und Drohnen stark zum Einsatz kommen.
Beitrag vom 07.03.2025 - 08:40 Uhr
Moin,
absolut richtig die Aussage!
Mit dem Abschalten des HIMARS Zielsystems haben die USA bewiesen, dass Sie bestimmen, wer mit ihren Waffen Krieg führt und kein anderer!
Daher wäre es äußerst ratsam sich nicht auf die Eskapaden der anderen Seite des Atlantiks zu verlassen.
Es kann nichts schlimmeres geben, wenn man sich verteidigen muss und die Waffen funktionieren dann nicht mehr.
Ebenso gilt das für Starlink. Musk hat einfach beschlossen, die Funktionalität für Seedrohnen abzuschalten, als die Ukraine einen großen Angriff auf die Krim vorhatte, Daher sind diese Drohnen auch auf der Krim angespült worden und Russland konnte sie genüsslich auswerten. -> Super-GAU
Damit hat sich die US-Rüstungsindustrie ins aus geschossen. Sie sind kein vertrauensvoller Partner mehr.
Gruß,
Jochen
Beitrag vom 07.03.2025 - 09:52 Uhr
Auch der Eurofighter nutzt nicht wenige Bauteile aus den USA. Da wäre die Rafale eine vielleicht die bessere Wahl. Zukünftige Rüstungsprojekte wie FCAS oder Tempest dürfen keine US-Bauteile mehr verwenden.
Beitrag vom 07.03.2025 - 13:41 Uhr
Absolut richtige Aussage. Im Bereich Militär sollte Frankreich das Vorbild sein, natürlich mehr europäisch und nicht nur national.
Nachdem man nun auch noch Aufklörungsdaten willkürlich deaktiviert und somit ganze Waffensystem wie den HIMARS im Prinzip unbrauchbar (ungenau) gemacht hat, sollte man auch noch mal über mehr eigene (europäische) Aufklärungssatelliten bzw. Aufklärungstechnik nachdenken. Die dazu gepackten absolut widerwärtigen Aussagen wie "Dem Maultier mal das Kantholz auf die Nase geschlagen" von den USA Richtung Ukraine, welches unweigerlich mehr Zerstörung und tote Zivilisten und Soldaten zufolge hat, sind unerträglich.
Ein Glück haben die Franzosen und Briten zumindest ein bisschen was, um zumindest einen Teil zu kompensieren.
Für Musks Starlink ist ja Gott sei Dank mit ISAR2 schon was europäisches im Aufbau und mit z.B. OneWeb auch zumindest andere rudimentäre Backups vorhanden.
Für GPS gibtâ??s Galileo.
SAMP/T statt Patriot muss forciert werden. Diehl entwickelt auch schon eine Version von Iris-T, die mit ballistischen Raketen umgehen kann.
Munition für Kampfflugzeuge stehen wir auch ziemlich blank da, wenn es um Mittelstreckenraketen geht. Selbst wenn wir komplett eigene Kampfflugzeuge haben, müssen die auch bestückt werden. Auch hier weg von den USA, produziert was in Europa. Auf der Kurzstrecke haben wir mit der Iris-T ja sowieso schon das Beste, was es aktuell technisch gibt.
Dazu braucht es endlich (Munitions-)Depots aller Art in der Tiefe.
Wird alles viele Jahre dauern, aber die Marschrichtung muss klar Deutsch + EU und darüberhinaus maximal diversifiziert und redundant sein, damit uns so ein paar Irre wie in Washington aktuell nicht nach Laune alles an- und ausschalten können, wie es gerade beliebt.
Das Vertrauen ist vollständig dahin.
Aber den Schaden werden auch die USA erfahren, insbesondere deren Rüstungsindustrie. Es wird ein schleichender Prozess, aber es wird unaufhaltbar sein. Trump hat es mit seinem Stab und seinem Tech-Lakaien geschafft binnen 1 Monat sämtliches weltweites Vertrauen nachhaltig zu beschädigen und die bisher braven Käufer aufzuschrecken. Inklusive dem völlig sinnfreien Zollkrieg wird Trump seinem amerikanischen Volk ein Desaster schaffen und hinterlassen. Aber Mitleid habe ich da nicht, sie haben das so gewollt und Ihn gewählt, trotz dass er alles so angekündigt hat, wie er es nun vollzieht.
Beitrag vom 07.03.2025 - 13:55 Uhr
Machen wir uns doch nichts vor:
Selbst wenn Europa eigene Waffen baut können uns die Amis immer noch die komplette digitale Infrastruktur lahmlegen. Ohne eigenproduzierte Prozessoren und Betriebssysteme sind wir vollkommen ausgeliefert.
Beitrag vom 07.03.2025 - 14:16 Uhr
Selbst wenn Europa eigene Waffen baut können uns die Amis immer noch die komplette digitale Infrastruktur lahmlegen. Ohne eigenproduzierte Prozessoren und Betriebssysteme sind wir vollkommen ausgeliefert.
Die meisten Chips kommen aus der Republik China, auch als Taiwan bekannt. Die Chips werden auf Maschinen produziert die ASML aus den Niederlanden herstellt. Wenn die orange USA uns dumm kommen möchte und keine Chips mehr liefern möchte, dann fragen wir sie, ihr braucht wohl von uns keine Maschinen für die Chipproduktion mehr.
Freie Betriebssystem mit veröffentlichtem Source Code gibt es ausreichend.
Da wären wir bei der nächsten orangen Lüge: das US-Handelsdefizit. Betrachtet man nur Waren, dann sieht es so aus als gäbe es ein Ungleichgewicht. Nimmt man aber Dienstleistungen (Software) hinzu, dann ist es sehr ausgeglichen.
Beitrag vom 07.03.2025 - 15:23 Uhr
Selbst wenn Europa eigene Waffen baut können uns die Amis immer noch die komplette digitale Infrastruktur lahmlegen.
Freie Betriebssystem mit veröffentlichtem Source Code gibt es ausreichend.
Das ist richtig, die gibt es.
Trotzdem gab es in bisher der deutschen Regierung, gerade im Verteidigungsminsterium, unfassbar stark ausgeprägte Tendenzen, auf Windows, Windows Server und amerikanische Cloud Dienste (AWS und Azure) zu setzen.
Und wenn die deutsche Logistik, Lagebeurteilung oder Gefechtsführung Cloud Komponenten aus den USA nutzt, ist "lahmlegen" ja nun offenbar tatsächlich eine realistische Möglichkeit, wie die ukrainische Armee aktuell nicht nur an den HiMARS Systemen feststellt.
Die Microsoft- und US-Abhängigkeiten komplett rauszureißen und zu ersetzen ist deutlich wichtiger als 1000 neue Panzer oder Flugzeuge, die im Ernstfall dann ohne Führungssysteme und Lageinformationen im Gefecht leichte Beute werden.
Aber da fangen wir ziemlich genau bei Null an...
Dieser Beitrag wurde am 07.03.2025 16:07 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.03.2025 - 08:49 Uhr
Hallo @Euler, Enzym, en-zym...,
wieder zurück?
An der Tatsache dass die Lieferkette vom Eurofighter gefährdet ist (!!) sieht man ganz klar um was es in der Deutschen Rüstungspolitik bisher geht nämlich um Politik und nicht um Rüstung.
Sie haben dabei übersehen das die Entwicklung des Eurofighter bereits vor 1990 begann, der Erstflug war 1994.
Da waren die transatlantischen Beziehungen noch top, alles eitel Sonnenschein.
Wie schon zu Covid Zeiten dient eine sehr überschaubare Gefahr dazu den Bürgern gezielt Angst zu machen damit sie ihr Gehirn ausschalten und bei den dann folgenden Subventionsorgien nicht so genau hinschauen.
Und immer noch auf dem blauen Trip!
Aber stattdessen das 'Gehirn anschalten' - das wäre doch eine brillante Idee!
Ginge es um Rüstung würde man kaum eine Schiffsklasse nach der nächsten aus irgendwelchen SPD Wahlkreisen im Norden und erst Recht nicht Ausgehuniformen bestellen sondern einen modernen Krieg vorbereiten also die Weltraum- und Luftrüstung forcieren denn abgesehn vom unglaublich hohen Kampfwert eines modernen Kampfjets mit moderner Bewaffnung sind die Aufklärungsmittel welche man durch konsequente Weltraum- und Luftrüstung bekommt auch im Fall von hybriden Aktionen im Graubereich irgendwo unterhalb der Eskalationsschwelle nützlich und nicht nur in einem äußerst unwahrscheinlichen offenen Krieg so wie das z.B. bei einer Panzerbrigade der Fall ist.
"...unglaublich hohen Kampfwert eines modernen Kampfjets ..." !?
Haben Sie die Entwicklung des Krieges in der Ukraine verfolgt? Kommen da überhaupt noch Kampfflugzeuge, auf beiden Seiten, zum Einsatz? Man hört, im Gegensatz zum 1. Kriegsjahr kaum noch etwas über diese Waffengattung.
Ja und es ist natürlich zu schade, dass Bayern keinen Zugang zum Meer hat - sonst könnte man, selbstverständlich "eine Schiffsklasse nach der nächsten" in Bayern bauen, in viel besserer Qualität, KrutzifixHerrGottnoemal!
Von der Technologieentwicklung mal ganz abgesehn. Land- wie Seefahrzeuge profitieren auch im zivilen Bereich massiv von Luft- und Raumfahrttechnologie aber nur äußerst selten andersherum.
Apropo Raumfahrt: gibt es nicht das neue 'Spacecenter Bavaria' (oder so ähnlich), von Herrn Söder himself postuliert? Ach ich vergaß, den können Sie ja nicht leiden... .
Beitrag vom 11.03.2025 - 09:03 Uhr
Moin,
interessant ist es, wie der amerikanische Oligarch zuerst den polnischen Außenminister zusammenstaucht mit: "Sei ruhig kleiner Mann" um dann später zu betonen, dass sie Starlink "niemals" abschalten würden, was sie laut Militärbeobachtern schon einmal getan haben. Daher sollten wir auf unsere eigene Plattform Eutelsat bauen. Denn Starlink ist nur ein Spielball von Musk/Trump.
Bevor man sich in den USA anbiedert, sollten die europäische Militärindustrie mit 120% ausgelastet werden bzw. verstehe ich nicht, warum man sich nicht mit den fähigen Firmen in Konsortien zusammenschließt und nicht immer nur klein-klein produziert. Es sollten EIN europäischen Kampfjet geben, es sollte EIN europäischen Kampfpanzer etc. geben. Diesen kann man ja zusammen entwickeln und diesen auch auf verschiedenen Produktionslinien produzieren. Aber dieses Stückwerk sorgt dafür, dass Waffengattungen nicht so einfach unter Europäern ausgetauscht werden und mit Munition versorgt werden können.
Die Zeiten von Extrawünschen und unternehmerisches Taktieren sollten vorbei sein.
Gruß,
Jochen
Beitrag vom 11.03.2025 - 09:27 Uhr
Es sollten EIN europäischen Kampfjet geben, es sollte EIN europäischen Kampfpanzer etc. geben. Diesen kann man ja zusammen entwickeln und diesen auch auf verschiedenen Produktionslinien produzieren.
Stimme vollkommen zu.
Vermutlich sieht die Sache aus der Perspektive von Rheinmetall, Airbus oder Dassault aber anders aus.
Ich hoffe, dass die aktuelle Schockwelle ausreicht, um Europa nicht nur Rüstngstechnisch zu mehr zu fusionieren, als die politisch mittelprächtig integrierte EWG von Nationalstaaten der Vergangenen 30 Jahre.
Auch das war ein Schritt in die richtige Richtung, ging aber nicht weit genug.
Beitrag vom 11.03.2025 - 09:28 Uhr
Kleiner Nachtrag:
Die USA haben bei den an die Ukraine gelieferten F-16 Jets die Systeme der elektrischen Kriegführung abgeschalten, so dass diese nur noch eingeschränkt einsetzbar sind.
Damit haben sich die USA als militärischer Ausrüster sowas von ins Abseits geschossen.
Das Zeug der Amis ist damit toxisch.
Gruß,
Jochen
Beitrag vom 11.03.2025 - 11:50 Uhr
Es sollten EIN europäischen Kampfjet geben, es sollte EIN europäischen Kampfpanzer etc. geben. Diesen kann man ja zusammen entwickeln und diesen auch auf verschiedenen Produktionslinien produzieren.
Stimme vollkommen zu.
Vermutlich sieht die Sache aus der Perspektive von Rheinmetall, Airbus oder Dassault aber anders aus.
Ich hoffe, dass die aktuelle Schockwelle ausreicht, um Europa nicht nur Rüstngstechnisch zu mehr zu fusionieren, als die politisch mittelprächtig integrierte EWG von Nationalstaaten der Vergangenen 30 Jahre.
Auch das war ein Schritt in die richtige Richtung, ging aber nicht weit genug.
Am weitesten entwickelt ist die Tempest. Aber BAE ist ja nicht mehr EU, allerdings ist Schweden im Boot. DE, Frankreich und Spanien wollen doch wieder ein eigenes Süppchen kochen anstatt das zu koordinieren. Ich sehe die nationalen Eitelkeiten als Problem.