Beitrag vom 25.07.2024 - 01:35 Uhr
Natürlich kann man die Ursache/n dieses Absturzes zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissen - CVR and FDR werden hoffentlich gefunden und können ausgelesen werden. Aber Nepal hat eine schockierende Sicherheitsbilanz in der Luftfahrt: Das ist nun der dritte Absturz eines Verkehrsflugzeuges in nur gut zwei Jahren in Nepal (Mai 2022: eine Twin Otter der Tara Air, 22 Tote; Januar 2023: eine ATR 72-500 der Yeti Airlines, 72 Tote; Juli 2024: eine CRJ-200 der Saurya Airlines, 18 Tote). Ich habe einen Bericht gehört, dass es in Nepal in den letzten 13 Jahren 12 Abstürze von Verkehrsflugzeugen gegeben haben soll - in einem Land mit etwa zehn Millionen Einwohnern, also gerade einmal so vielen wie in Belgien oder Portugal, aber deutlich weniger Flugverkehr als in Belgien oder Portugal. Ohne das jetzt nachgeprüft zu haben: Es waren jedenfalls viele - und wie erwähnt allein drei in den letzten zwei Jahren mit zusammen 112 Toten.
Da läuft offenbar etwas grundlegend falsch in der Luftfahrt des Landes.
Dieser Beitrag wurde am 25.07.2024 01:38 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.07.2024 - 04:38 Uhr
Wie um alles in der Welt hat der Pilot das nur überlebt?
Beitrag vom 25.07.2024 - 08:09 Uhr
@Nicci72
Ganz so vergleichbar sind Belgien/Portugal und Nepal nun aber nicht. Es mag sein, dass die Gesamtzahl der Flüge in Belgien/Portugal höher ist und die Zahl der Zwischenfälle niedriger. Aber was man nicht vergessen darf, dass Nepal eine ungleich schwierigere Topographie für die Fliegerei hat als Belgien/Portugal. Ich finde den Vergleich schwierig.
Ob es weitere begünstigende systemische Unterschiede gibt wie Qualität bei der Wartung oder der Pilotenausbildung kann ich nicht sagen, aber die Vermutung liegt nahe, wenn man sieht, dass alle nepalesischen Airlines auf der EU Air Safety List (Stand Ende Mai).
Beitrag vom 26.07.2024 - 02:55 Uhr
@Nicci72
Ganz so vergleichbar sind Belgien/Portugal und Nepal nun aber nicht. Es mag sein, dass die Gesamtzahl der Flüge in Belgien/Portugal höher ist und die Zahl der Zwischenfälle niedriger. Aber was man nicht vergessen darf, dass Nepal eine ungleich schwierigere Topographie für die Fliegerei hat als Belgien/Portugal. Ich finde den Vergleich schwierig.
Ob es weitere begünstigende systemische Unterschiede gibt wie Qualität bei der Wartung oder der Pilotenausbildung kann ich nicht sagen, aber die Vermutung liegt nahe, wenn man sieht, dass alle nepalesischen Airlines auf der EU Air Safety List (Stand Ende Mai).
Natürlich hat Portugal keinen Mount Everest im Lande stehen, das ist schon klar. Aber mit Funchal z.B. durchaus auch einen als schwierig eingestuften Flughafen. Wie erwähnt hat Nepal zudem einen deutlich geringeren Luftverkehr, d.h. es fliegen deutlich weniger Flugzeuge und zumeist auch deutlich kleinere als in den beiden europäischen Ländern. Der Vergleich sollte mithin eher eine allgemeine Vorstellung von der Größenordnung vermitteln: Nepal ist ein Land, das in etwa die Größe und Einwohnerzahl Belgiens und Portugals hat.
Im Ã?brigen habe ich es inzwischen auch nachgeprüft: Seit Dezember 2010 ist das nun tatsächlich der zwölfte Absturz eines Verkehrsflugzeugs in Nepal. Dabei sind die zeitgleich abgestürzten Militärmaschinen und General-Aviation-Maschinen aber noch nicht mitgezählt. Wenn man sich diese Liste einmal ansieht, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Das passiert da ja ständig. Obwohl das Land keinen internationalen Sanktionen unterliegt wie z.B. der Iran oder Russland, also eigentlich ungehinderten Zugang zu Maintenance und Knowhow hat.
Leider scheint die Listung von Nepal bei der EU sehr berechtigt zu sein.
Dieser Beitrag wurde am 26.07.2024 03:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.07.2024 - 03:31 Uhr
Wie um alles in der Welt hat der Pilot das nur überlebt?
Ich weiß es natürlich auch nicht genau. Ich habe aber in einem Bericht gelesen, dass sich das Cockpit beim Aufprall vom Rest des Flugzeugs getrennt habe und deshalb nicht vom Feuer erfasst worden sei, das beim Aufprall ausbrach. Ich habe in einem Videobericht zudem Aufnahmen gesehen, die zeigen, wie zwei Hilfskräfte eine Person, die an ihrer Pilotenuniform mit den vier Schulterstreifen deutlich als Flugkapitän zu identifizieren war, etwas abseits von den brennenden Ã?berresten, unter die Arme greifend, zu einem nahebei auf einer Böschung stehenden Krankenwagen brachten. Offenbar war er bei Bewusstsein und konnte sich sogar mit Unterstützung selbstständig bewegen. Das würde mit Presseberichten übereinstimmen, dass der Kapitän Kopfverletzungen erlitten habe, sich aber nicht in Lebensgefahr befinde und dass es ihm den Umständen entsprechend verhältnismäßig gut ginge.
Ich weiß nicht, ob man das als ungeheueres Glück bezeichnen soll. Man kann sich ungefähr vorstellen, in was für einer Situation er sich jetzt befindet. Schließlich trug er als Kapitän für die Sicherheit des Fluges die Verantwortung.
Dieser Beitrag wurde am 26.07.2024 03:35 Uhr bearbeitet.