Beitrag vom 12.02.2026 - 08:13 Uhr
wie oft haben eigentlich die lufthansa Pilot-innen in den letzten 25 jahren gestreikt und ihren dienst niedergelegt?
Gefühlt 10 mal
Gibt es eigentlich eine aufstellung dazu?
Beitrag vom 12.02.2026 - 08:37 Uhr
Also in den letzten 10 Jahren keinen einzigen Tag
Beitrag vom 12.02.2026 - 08:58 Uhr
wie oft haben eigentlich die lufthansa Pilot-innen in den letzten 25 jahren gestreikt und ihren dienst niedergelegt?
Gefühlt 10 mal
Gibt es eigentlich eine aufstellung dazu?
Lassen Sie uns doch gleich die letzten 100 Jahre nehmen. Der Kranich wird ja schließlich 100 dieses Jahr. Was für ein Schwachsinn
Beitrag vom 12.02.2026 - 09:12 Uhr
Also in den letzten 10 Jahren keinen einzigen Tag
lol
guter Witz
2016, 2017 wurde auf jeden Fall die Lufthansa Classic von ihren Piloten bestreikt
Dieser Beitrag wurde am 12.02.2026 09:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.02.2026 - 10:37 Uhr
Der aktuelle Streik bei Lufthansa führt die strukturellen Probleme des "Lufthansa Classic"-Modells schonungslos vor Augen. Wieder einmal stehen tausende Fluggäste vor annullierten Flügen, wirtschaftliche Schäden gehen in die Millionen, und das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Marke erodiert. So verständlich die Interessenvertretung der Beschäftigten im Einzelnen sein mag – ökonomisch betrachtet legt der Streik offen, wie fragil und kostenintensiv das klassische Konstrukt inzwischen geworden ist.
Das "Classic"-Segment ist geprägt von historisch gewachsenen Tarifstrukturen, starken Spartengewerkschaften und komplexen Mitbestimmungsprozessen. Jede Auseinandersetzung in einem Teilbereich – sei es Bodenpersonal, Kabine oder Cockpit – kann den gesamten Flugbetrieb lahmlegen. Die Fixkosten laufen weiter, während Umsätze abrupt wegbrechen. Hinzu kommen Entschädigungszahlungen, Umbuchungskosten und langfristige Reputationsschäden. In einem Markt mit ohnehin knappen Margen sind solche Belastungen nicht mehr bloß ärgerlich, sondern existenziell.
Der Streik verdeutlicht zudem ein grundlegendes Dilemma: Die wirtschaftlichen Spielräume sind begrenzt, gleichzeitig sind die Personalkosten im "Classic"-System hoch und nur eingeschränkt flexibel. Während Wettbewerber mit schlankeren Strukturen schneller reagieren können, gerät Lufthansa Classic regelmäßig in kostspielige Konfliktzyklen. Jede Tarifrunde wird zur systemischen Bewährungsprobe. Für ein Unternehmen im globalen Wettbewerb ist diese strukturelle Verwundbarkeit ein gravierender Nachteil.
Gleichzeitig verändert sich der Markt weiter: Geschäftsreisen bleiben unter Vorkrisenniveau, der Preisdruck im Europaverkehr ist hoch, und Investitionen in nachhaltigere Flotten sind zwingend erforderlich. Kapital, das durch Streiks und starre Kostenstrukturen gebunden wird, fehlt an anderer Stelle – etwa für Innovation, Digitalisierung oder Flottenmodernisierung. Der aktuelle Arbeitskampf verschärft diese Zielkonflikte und macht deutlich, dass das bestehende Modell an seine Grenzen stößt.
Vor diesem Hintergrund erscheint die Abwicklung oder konsequente Integration von Lufthansa Classic in effizientere Konzernstrukturen nicht als radikale Provokation, sondern als wirtschaftliche Notwendigkeit. Es geht nicht um die Geringschätzung von Beschäftigten oder Tradition, sondern um die Frage, ob ein Geschäftsmodell mit dauerhaft hoher Kostenbasis, geringer Flexibilität und wiederkehrenden operativen Risiken langfristig tragfähig ist.
Beitrag vom 12.02.2026 - 10:51 Uhr
Es geht nicht um die Geringschätzung von Beschäftigten oder Tradition, sondern um die Frage, ob ein Geschäftsmodell mit dauerhaft hoher Kostenbasis, geringer Flexibilität und wiederkehrenden operativen Risiken langfristig tragfähig ist.
Genau das ist es, was das obere Management der LH den Beschäftigten seit Jahren entgegen bringt. Geringschätzung. Statt zusammen an einem Strang zu ziehen wird denen an einem Stück nur erzählt, dass sie ein überflüssiger Kostenfaktor sind und es wird mit maximaler Härte dagegengearbeitet.
So stellt man kein Unternehmen nachhaltig profitabel auf, selbst wenn man die gesamte Classic einstampft und noch 25 neue AOCs gründet.
Beitrag vom 12.02.2026 - 11:02 Uhr
Also in den letzten 10 Jahren keinen einzigen Tag
lol
guter Witz
2016, 2017 wurde auf jeden Fall die Lufthansa Classic von ihren Piloten bestreikt
September 2022 auch.
Beitrag vom 12.02.2026 - 11:13 Uhr
Vor diesem Hintergrund erscheint die Abwicklung oder konsequente Integration von Lufthansa Classic in effizientere Konzernstrukturen nicht als radikale Provokation, sondern als wirtschaftliche Notwendigkeit. Es geht nicht um die Geringschätzung von Beschäftigten oder Tradition, sondern um die Frage, ob ein Geschäftsmodell mit dauerhaft hoher Kostenbasis, geringer Flexibilität und wiederkehrenden operativen Risiken langfristig tragfähig ist.
Das sind die Forderungen der LH Kabine für den neuen MTV. Wie bei jedem Forderungskatalog rechnet auch hier die UFO sicherlich nicht mit einer 100% Erfüllungsquote.
https://ufo-online.aero/images/pdf/Lufthansa%20Streikaufruf%202026.pdf
Auch wenn die Auswirkungen die gleichen sind, sollten die Forderungen der unterschiedlichen Parteien auch richtig eingeordnet werden. LH Cockpit, LH Kabine und CLH (
https://ufo-online.aero/images/pdf/Cityline%20Streikaufruf%202026.pdf) haben ja komplett andere Forderungen...
Beitrag vom 12.02.2026 - 11:15 Uhr
Interessanter Fakt bei börsenorientierten Airlines:
Die Anzahl der AOCs ist mit wenigen Ausnahmen umgekehrt proportional zur EBIT-Marge.
Korrelation oder Kausalität?
Meine Interpretation: es gelingt dem Management nicht mehr Lösungen mit den bestehenden Lieferanten/Suppliern zu finden. Egal ob das Flughäfen, Personal, Bodendienste, technische Ausstattung etc. betrifft. Abhängigkeiten werden derart gescheut, dass keinerlei langfristigen Vereinbarungen zustande kommen.
Die fehlenden Lösungen werden durch alternative Konstrukte ersetzt, diese steigern die Komplexität, sodass am Ende komplexe Strukturen mit niedrigen Margen resultieren.
Beitrag vom 12.02.2026 - 11:34 Uhr
Ich finde das eine sehr gute Idee. Ich bin Lufthansa Bodenmitarbeiter, und bei uns wurde die Betriebsrente ebenfalls auf ein kapitalmarktorientiertes Modell umgestellt.
Rein theoretisch könnte ich mich jetzt an die Piloten dranhängen und ebenfalls die "alte", vollständig garantierte Rente fordern. Aber Moment mal: Ich trage selbst Verantwortung für Umsatz und EBIT und weiß sehr genau, dass das frühere Modell schlicht nicht mehr finanzierbar ist.
Die Lufthansa Rente ist auch nach der Umstellung weiterhin sehr attraktiv – im Vergleich zu anderen Airlines ebenso wie zu vielen anderen Branchen in Deutschland. Einen Aufschrei bei den Bodenmitarbeitern habe ich bislang nicht gehört, auch nicht in den laufenden Verhandlungen mit ver.di.
Das ist die neue Realität. Ja, es ist schlechter als früher – aber immer noch sehr gut. Cockpit sieht das offensichtlich anders. Und da man dort die entsprechende Macht hat, wird eben gestreikt, selbst wenn damit die enormen Anstrengungen aller Lufthansa Mitarbeitenden der letzten Jahre zur Stabilisierung des Flugbetriebs wieder zunichtegemacht werden.
Ich kann daher nur hoffen, dass Spohr, Niggemann & Co. konsequent handeln und Strukturen schaffen – sei es über ein neues AOC wie "Lufthansa Longhaul" oder ein anderes Modell –, um diesem Treiben ein Ende zu setzen.
Dieser Beitrag wurde am 12.02.2026 11:37 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.02.2026 - 11:46 Uhr
Ich finde das eine sehr gute Idee. Ich bin Lufthansa Bodenmitarbeiter, und bei uns wurde die Betriebsrente ebenfalls auf ein kapitalmarktorientiertes Modell umgestellt.
Rein theoretisch könnte ich mich jetzt an die Piloten dranhängen und ebenfalls die "alte", vollständig garantierte Rente fordern. Aber Moment mal: Ich trage selbst Verantwortung für Umsatz und EBIT und weiß sehr genau, dass das frühere Modell schlicht nicht mehr finanzierbar ist.
Die Lufthansa Rente ist auch nach der Umstellung weiterhin sehr attraktiv – im Vergleich zu anderen Airlines ebenso wie zu vielen anderen Branchen in Deutschland. Einen Aufschrei bei den Bodenmitarbeitern habe ich bislang nicht gehört, auch nicht in den laufenden Verhandlungen mit ver.di.
Das ist die neue Realität. Ja, es ist schlechter als früher – aber immer noch sehr gut. Cockpit sieht das offensichtlich anders. Und da man dort die entsprechende Macht hat, wird eben gestreikt, selbst wenn damit die enormen Anstrengungen aller Lufthansa Mitarbeitenden der letzten Jahre zur Stabilisierung des Flugbetriebs wieder zunichtegemacht werden.
Ich kann daher nur hoffen, dass Spohr, Niggemann & Co. konsequent handeln und Strukturen schaffen – sei es über ein neues AOC wie "Lufthansa Longhaul" oder ein anderes Modell –, um diesem Treiben ein Ende zu setzen.
-> Spaltung, genau das ist gewünscht...
Beitrag vom 12.02.2026 - 13:24 Uhr
Meiner Ansicht nach hat das nichts mit Spaltung zu tun, sondern mit einer Berufsgruppe, die – aus welchen Gründen auch immer – die Realität nicht wahrhaben möchte. Man kann diesen Kurs eine Zeit lang durchhalten, bis es irgendwann heftig knallt. Oder man beginnt, sich Schritt für Schritt auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen. Erstaunlich finde ich vor allem, dass es ausgerechnet Kollegen sind, die häufig mit ihrer großen Verantwortung argumentieren. Ja, diese Verantwortung haben sie – aber nicht nur für Passagiere und Flugzeug, sondern auch für das Unternehmen. Besonders dann, wenn sie sich selbst gerne als "leitende Angestellte" sehen. Verantwortung kann eben auch bedeuten, persönlich zurückzustecken, im Interesse der gesamten Firma. Natürlich spüren auch sie die Inflation. Aber ehrlich: Eine zusätzliche Gasrechnung von 100€ im Monat trifft jemanden mit 2.500€ netto deutlich härter als jemanden mit 8.000€ netto. Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, scheint die viel beschworene Verantwortung also schnell an Grenzen zu stoßen – und das Ego tritt in den Vordergrund. Das finde ich wirklich befremdlich. Insbesondere weil am Ende vermutlich die Beschäftigten der untern Tarifgruppen die Zeche bezahlen werden, weil sie nicht so viel Macht haben.
Dieser Beitrag wurde am 12.02.2026 13:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.02.2026 - 14:04 Uhr
Meiner Ansicht nach hat das nichts mit Spaltung zu tun, sondern mit einer Berufsgruppe, die – aus welchen Gründen auch immer – die Realität nicht wahrhaben möchte. Man kann diesen Kurs eine Zeit lang durchhalten, bis es irgendwann heftig knallt. Oder man beginnt, sich Schritt für Schritt auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen. Erstaunlich finde ich vor allem, dass es ausgerechnet Kollegen sind, die häufig mit ihrer großen Verantwortung argumentieren. Ja, diese Verantwortung haben sie – aber nicht nur für Passagiere und Flugzeug, sondern auch für das Unternehmen. Besonders dann, wenn sie sich selbst gerne als "leitende Angestellte" sehen. Verantwortung kann eben auch bedeuten, persönlich zurückzustecken, im Interesse der gesamten Firma. Natürlich spüren auch sie die Inflation. Aber ehrlich: Eine zusätzliche Gasrechnung von 100€ im Monat trifft jemanden mit 2.500€ netto deutlich härter als jemanden mit 8.000€ netto. Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, scheint die viel beschworene Verantwortung also schnell an Grenzen zu stoßen – und das Ego tritt in den Vordergrund. Das finde ich wirklich befremdlich. Insbesondere weil am Ende vermutlich die Beschäftigten der untern Tarifgruppen die Zeche bezahlen werden, weil sie nicht so viel Macht haben.
Dem kann man, muss man zustimmen. Den von VC vertretenen Piloten ist der Rest der Belegschaft völlig egal, sie werden so lange für ihre Privilegien streiken, bis auch LH Classic abgewickelt wird. Es gab und gibt hier im Forum ja genügend Vertreter dieser Berufsgruppe, die zugegeben haben, dass es ihnen nur noch darum geht, möglichst viel für sich heraus zu holen. Die wirtschaftliche Realität wird entweder ignoriert oder verdreht, gerade von jenen, die von sich behaupteten, aufgrund ihres Berufes auch von Ökonomie etwas zu verstehen.
Beitrag vom 12.02.2026 - 14:07 Uhr
wie oft haben eigentlich die lufthansa Pilot-innen in den letzten 25 jahren gestreikt und ihren dienst niedergelegt?
Gefühlt 10 mal
Gibt es eigentlich eine aufstellung dazu?
Klar, wirft die KI ganz schnell aus!
" Insgesamt sind mindestens 8–10 größere ver.di-Streikaufrufe bei Lufthansa oder im direkten Lufthansa-Betrieb in den letzten ~10 Jahren dokumentiert (qualitativ nachgewiesen)."
Ach, Moment, falsche Gewerkschaft :-))
Aber, Peanuts, oder?
Hauptsache Salmon posten!