Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / WOW Air ist am Ende

Beitrag 1 - 4 von 4
Beitrag vom 28.03.2019 - 10:53 Uhr
Userfliegerschmunz
User (244 Beiträge)
Bitter für die Mitarbeiter, gut für die Branche. Vergessen wir nicht, dass der Druck auf die nach unten offenen Preise die Standards der ganzen Branche in den Keller getrieben hat. Die Vorgänge um die lausige Auslegung und die Kungelei mit der 737 MAX sind der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung. Weniger "Service", mehr Training für Piloten und Techniker (Mechaniker und Ingenieure) und höhere Flugpreise braucht die kommerzielle Luftfahrt, um zu gesunden.
Beitrag vom 28.03.2019 - 15:59 Uhr
UserAvokus
User (863 Beiträge)
Bitter für die Mitarbeiter, gut für die Branche. Vergessen wir nicht, dass der Druck auf die nach unten offenen Preise die Standards der ganzen Branche in den Keller getrieben hat. Die Vorgänge um die lausige Auslegung und die Kungelei mit der 737 MAX sind der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung. Weniger "Service", mehr Training für Piloten und Techniker (Mechaniker und Ingenieure) und höhere Flugpreise braucht die kommerzielle Luftfahrt, um zu gesunden.

Da kann ich Ihnen nur beipflichten. All das beutet allerdings höhere Kosten und höhere Ticketpreise, sprich weniger Passagiere für die Airlines die sich dieser Maxime anschließen. So lange da nicht alle Airlines mitspielen, wovon nicht auszugehen ist, bleibt alles wie es ist.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass sich erst durch günstigere Tickets untere Einkommensschichten überhaupt erst eine Flugreise leisten können. Sollte man es diesem Segment vergönnen? Schwierig ist es überhaupt, wenn nicht auch andere Nationen mitmachen. Das mit gutem Beispiel vorangehen, wie es so oft von Deutschen NGO's gefordert wird, wird den deutschen Beschäftigten eher nur schaden und macht deshalb keinen Sinn.

Die von Schülern unreflektiert übernommene Forderungen einer "Greta Thunberg" auf das Fliegen zu verzichten hilft auch vielen Menschen in den Destinationen von Flugreisen nicht, für die der Tourismus oft die einzige Einnahmequelle ist.

Es ist ein schwieriges Thema, das die Luftfahrtbranche kaum lösen kann. Das inzwischen statistisch jeder zweite Erdenbürger einen Flug unternimmt legt nahe, wo die Lösung ist. Letzteres ist friedlich ebenfalls nur langfristig zu erreichen und erfordert ein hohes Maß an Aufklärung in der Welt.

Macht man weiter wie bisher wird es prekärer für die Umwelt und die Beschäftigten. Dreht man das Rad zurück geht weltweit Beschäftigung in der Luftfahrt und Tourismusbranche zurück auch mit Auswirkungen auf die Volkswirtschaften der betroffenen Länder. Keiner kann beantworten ob diese Umkehr überhaupt signifikant irgendetwas am Klimawandel ändern würde. Das einzige was jeder einzelne tun kann ist seinen eigenen Fußabdruck zu verringern und im vernünftigen Rahmen zu bleiben.
Beitrag vom 28.03.2019 - 16:35 Uhr
UserEricM
User (2159 Beiträge)
Bitter für die Mitarbeiter, gut für die Branche. Vergessen wir nicht, dass der Druck auf die nach unten offenen Preise die Standards der ganzen Branche in den Keller getrieben hat. Die Vorgänge um die lausige Auslegung und die Kungelei mit der 737 MAX sind der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung. Weniger "Service", mehr Training für Piloten und Techniker (Mechaniker und Ingenieure) und höhere Flugpreise braucht die kommerzielle Luftfahrt, um zu gesunden.

Da kann ich Ihnen nur beipflichten. All das beutet allerdings höhere Kosten und höhere Ticketpreise, sprich weniger Passagiere für die Airlines die sich dieser Maxime anschließen.

Nur dort, wo es billigere Konkurrenz zu der gewünschten Destination gibt.

So lange da nicht alle Airlines mitspielen, wovon nicht auszugehen ist, bleibt alles wie es ist.

Geringeres Angebot-> Weniger Konkurrenz -> höhere Preise ist ein recht universales Prinzip.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass sich erst durch günstigere Tickets untere Einkommensschichten überhaupt erst eine Flugreise leisten können. Sollte man es diesem Segment vergönnen?

Klar. Aber gerade dieses Segment fliegt heute 3 mal im Jahr kurz nach Malle (Sorry an alle Mallorca-Fans). In Zukunft dann nur noch 2 oder einmal, dafür dann uU länger.

Schwierig ist es überhaupt, wenn nicht auch andere Nationen mitmachen. Das mit gutem Beispiel vorangehen, wie es so oft von Deutschen NGO's gefordert wird, wird den deutschen Beschäftigten eher nur schaden und macht deshalb keinen Sinn.

Sinn macht es nur dann keinen, wenn man das Ziel einer Klimapolitik alleine auf die Menge der Beschäftigen verengen würde, wie es dieser Satz nahelegt.
Der Umweltschutz und nachhaltigere Produktionsmethoden erzeugen auch Arbeitsplätze - aber natürlich wird es Verlagerungen/Veränderungen geben müssen.

Die von Schülern unreflektiert übernommene Forderungen einer "Greta Thunberg" auf das Fliegen zu verzichten hilft auch vielen Menschen in den Destinationen von Flugreisen nicht, für die der Tourismus oft die einzige Einnahmequelle ist.

Nicht unbedingt, denn der (Massen-) Tourismus der mit Billigst-Flugreisen gefördert wird, kommt auch in den Zielländern nur einer absolut kleinen Minderheit zugute, erzeugt völlig neue soziale und Umwelt-Probleme am Zielort und hemmt oft die dortige eigenständige wirtschaftliche Entwicklung.


Es ist ein schwieriges Thema, das die Luftfahrtbranche kaum lösen kann. Das inzwischen statistisch jeder zweite Erdenbürger einen Flug unternimmt legt nahe, wo die Lösung ist. Letzteres ist friedlich ebenfalls nur langfristig zu erreichen und erfordert ein hohes Maß an Aufklärung in der Welt.

Volle Zustimmung

Macht man weiter wie bisher wird es prekärer für die Umwelt und die Beschäftigten. Dreht man das Rad zurück geht weltweit Beschäftigung in der Luftfahrt und Tourismusbranche zurück auch mit Auswirkungen auf die Volkswirtschaften der betroffenen Länder.

Wenn weniger Kunden mehr ausgeben, muss nicht notwendigerweise Umsatz und Beschäftigung sinken. Wir reden ja aktuell noch nicht von einer Verdopplung/Verdreifachung der Flugpreise und einer globalen Rezession der Flug/Touristikbranche.

Keiner kann beantworten ob diese Umkehr überhaupt signifikant irgendetwas am Klimawandel ändern würde.

Doch schon, der Engieverbrauch der Luftfahrt ist recht genau bekannt.
Selbst eine Stagnation bei gleichzeitig besserer Energie-Effizienz der Hardware würde helfen unsere Klimaziele zu erreichen.

Das einzige was jeder einzelne tun kann ist seinen eigenen Fußabdruck zu verringern und im vernünftigen Rahmen zu bleiben.

Stimme zu ...

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2019 16:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.03.2019 - 19:38 Uhr
UserLAWOLF
User (198 Beiträge)

Die Branche bereinigt sich selbst, soll heißen, LCC geht buchstäblich die Luft aus und WOW Air wird mit Sicherheit (so hoffe ich) nicht die letzte gewesen sein. Fliegen muss auch der Umwelt zu liebe,wieder teurer werden !!!