Beitrag vom 17.05.2026 - 02:50 Uhr
Die geschätzten Baukosten liegen derzeit bei ca. 13 Mrd. USD. Äthiopiens BIP liegt bei 100..150 Mrd. USD, je nach bevorzugter Rechnung. Deutschlands BIP liegt grob bei 4500 Mrd. USD, also dem 30- bis 40-fachen. Für Äthiopien wiegen die Baukosten daher in etwa so schwer wie es ca. 400 Mrd. USD für Deutschland wären. Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und erhält von der internationalen Gemeinschaft ca. 4-8 Mrd. USD an Hilfen jährlich. Bei einer solchen offenbar fundiert erwarteten Prosperitätssteigerung dürften diese Hilfen damit glücklicherweise schon bald überflüssig werden, das sind doch gute Aussichten, und Baron Münchhausen dürfte seine helle Freude an diesem Land haben.
Beitrag vom 17.05.2026 - 06:29 Uhr
@GB
Das Geld wird von Investoren kommen, der äthiopische Staat wird eher wenig dazu beisteuern. Das ist übrigens auch in Deutschland bei den meisten Großprojekten so.
Beitrag vom 17.05.2026 - 08:26 Uhr
Das sind doch tolle Neuigkeiten. Wachstum und Zukunftsvisionen sind doch genau das was die Luftfahrt braucht. Wird sicher ein toller Airport, ich bin gespannt und drücke die Daumen dass der Zeitplan bis 2030 eingehalten werden kann.
Beitrag vom 17.05.2026 - 08:40 Uhr
Der Staat will sich zu 30% beteiligen, heißt es im Artikel. Ich verstehe die Häme hier nicht. Äthiopien ist zwar kein reiches Land, aber es liegt geopolitisch "richtig" um die sich verschiebenen Wirtschaftszentren gut in Richtung Afrika abdecken zu können. ET ist jetzt schon eine Macht auf dem Kontinent und die Entwicklung des Airports unumgänglich.
Es gibt unsinnigere Projekte auf der Welt als dieses.
Beitrag vom 17.05.2026 - 12:26 Uhr
Völlig unabhängig ob Äthiopien sich den Airport leisten kann oder dieser sinnvoll ist:
wenn ich solche m.M. nach gelungene und zweckentsprechende Airport- Entwürfe sehe, kommt mir immer der BER in den Sinn.
Was für eine armselige, viel zu kleine 'Hütte' haben Berlin und Brandenburg da in die Landschaft (und auch noch an den falschen Ort) gestellt.
Und dann noch die, nach kurzer Zeit notwendige und zutiefst billig aussehende 'Lagerhalle' namens T2. Ein Armutszeugnis sondergleichen. Viele werden sagen 'passt zu Berlin', aber diese Stadt ist nun einmal die Hauptstadt der Bundesrepublik und damit repräsentativ für das gesamte Land.
Das meine ich völlig unabhängig davon ob der BER nun ein HUB ist/ sein soll, oder nicht.
Denn sogar das neue Terminal in FRA ist m.E. schöner und funktionaler (auch wenn ich es nur von Bildern kenne).
Beitrag vom 17.05.2026 - 12:27 Uhr
Nun ja.
Das Geld von den Investoren kommt primär ja nicht aus Wertschöpfung durch steigende Produktion, sondern durch steigendes Finanztransaktionsvolumen. Und das kommt woher? Kleiner Tipp: Die Interventionsmilliarden der EZB haben sich ja nicht in Luft aufgelöst, sie liegen nur woanders. Und geradestehen tun dafür nicht die, die sie benutzen. Man sollte vor der Finanzindustrie vielleicht noch Respekt habe, aber keine Angst. Auch ein Leopard ist ausserhalb seines Lebensraums nur eine hungernde Katze und nicht überlebensfähig.
Die bloße Verlagerung von Luftverkehrs erhöht dessen Volumen übrigens auch nicht sonderlich.
Natürlich ist die Lage der entscheidente Punkt. Ausländische Investoren schöpfen auf Basis solcher geopolitischer Vorteile den Großteil des damit erzielbaren Gewinns ab, Gegenleistungen für Land und Leute sind zweifellos vorhanden, aber begrenzt. Nannte man früher Kolonialismus, heute internationale Verflechtung.
Ob ein Projekt, das nur den Kuchen anders verteilt statt neuen zu backen, indirekt von denen gesponsert werden muss, die einkaufen, backen und liefern, muss jeder selber beurteilen.
Und wenn alles so prächtig läuft fürs Land, dann ist es doch positiv, wenn es sich künftig selbst versrgen kann und auf ausländische Hilfe nicht mehr angewiesen sein wird.
Beitrag vom 17.05.2026 - 13:42 Uhr
Das geht jetzt aber sehr in die Wirtschaftskritik. Auch wenn ich viele Punkte teile - andere nicht. Du füllst den Korb jetzt mit vielen verschiedenen Sorten Äpfeln und Birnen. Die kausalen Zusammenhänge, die Du voraussetzt, existieren nicht unbedingt.
Beitrag vom 17.05.2026 - 16:55 Uhr
"Der neue Flughafen entsteht rund 400 Meter tiefer. "Im Zusammenspiel mit den längeren Runways ...."
Wirklich schade, dass ein Fachartikel die Länge der Runways auslässt. Ich habs mal selbst gegoogelt - Abschreiben ging nicht, da alle anderen Publikationen ähnlich faul waren, aber in nem PDF für Investoren stehen die Details:
Bishoftu International Airport is designed to be a state-of-the-art facility with a focus on high capacity and operational efficiency. The airport will ultimately feature four parallel runways, each designed to accommodate large wide body aircraft. These runways are strategically separated to maximize capacity and ensure smooth operations. Among the four runways, the two central runways will be 4,800 meters long, providing ample space for the largest aircraft. The southernmost runway will be slightly shorter at 4,250 meters, while the northernmost runway will be 3,800 meters long. Notably, only the two central runways will
be constructed during the first development phase, with the remaining runways to be added as part of future expansions.
P.S: Der Artikel darf gerne mit den obigen Daten aktualisiert werden.
Dieser Beitrag wurde am 17.05.2026 16:56 Uhr bearbeitet.