Community / / Airbus-Mitarbeiter kritisieren Besch...

Beitrag 1 - 2 von 2
Beitrag vom 14.11.2023 - 17:57 Uhr
UserJumpfly
User (427 Beiträge)
Wow, da muss man schon staunen und fragt sich wie es denn zu Bestellungen der Bundeswehr in den USA kommt?
Egal welches Rüstungsprogramm mit Airbus Defense läuft, die Kosten sind um ein Vielfaches aus dem Ruder gelaufen und um Jahrzehnte verspätet. Eurofighter (oder Jäger 90) ist im Vergleich zur Konkurrent wartungsanfällig, deutlich zu teuer und hatte extreme Verspätungen. Dass nun F35 geordert wurden hat dennoch nur mit der nuklearen Teilhabe zu tun. Airbus hätte den Eurofighter ja vorsorglich dafür zertifizieren können, hat man sich aber gespart. Wenn man dann als Kunde entscheiden muss wird es eben kein Eurofighter.
Über andere Rüstungsprogramme wie Helikopter, A400M... ist denke ich genug geschrieben worden, ein Debakel und milliardenschwere Geldverschwendung mit sehr niedrigem Output. Da sind iranische Drohnen aus Holz mit Rotax Motor und fast umsonst effizienter als alles was Airbus da für Milliarden entwickelt.
Die Zeit die man für den Streik aufwendet einfach um ein Vielfaches aufstocken und in bessere Produkte mit planbarem Zeitrahmen und kalkulierten Kosten investieren. Aktuell sind die Produkte von Airbus Defense der Konkurrenz unterlegen und dafür deutlich teurer. Ich erwarte von der Bundesregierung sich hier nicht unendlich über den Tisch ziehen zu lassen und dann eben auch irgendwann man den Schlussstrich zu ziehen um nicht weitere Milliarden an Steuergeldern zu verschleudern. Wenn wir es in Europa nicht schaffen die Kräfte zu bündeln und kosteneffizient konkurrenzfähige Produkte im militärischen Luftfahrtbereich zu produzieren wird eben im Ausland eingekauft. Man muss nicht auf jeder Hochzeit mittanzen.
Beitrag vom 14.11.2023 - 21:41 Uhr
UserEricM
User (5376 Beiträge)
Das Schlimme ist ja: An den verkorksten, überteuerten und verspäteten Militärprojekten hat der Kunde selbst, also die Summe der am jeweiligen Projekt beteiligten nationalen Regierungen, einen nicht ganz unerheblichen Anteil.

Wenn man sich mal anschaut was da an Hauen und Stechen hinter den Kulissen im Vorfeld einer Projektvereinbarung passiert, was an Arbeitspaketen zum jeweils politisch gewünschten Lieferanten geschoben wird (aktuelles Beispiel FCAS), dann ist es bisweilen ein Wunder, dass bei diesem Prozess irgendwann überhaupt noch etwas rauskommt, was einen Erstflug übersteht.
Von pünktlich und kosteneffizient reden wir da mal gar nicht.

Und solange Europa die Chaos stiftenden nationalen Einflüsse aus diesem Prozess nicht rauskickt, nicht EINE Ausschreibung macht, die dann eine Firma gewinnt und im Kostenrahmen umsetzen muss, wird sich das vermutlich auch nicht ändern.

Beim Systemdesign gibt es die Grundregel "Keep it simple".
Ich habe immer öfter den Eindruck, in Europa setzen wir uns in ganz vielen Bereichen, nicht nur der Militätechnik, hin und fragen als erstes mal: Was wäre für dieses Problem die komplexestmögliche Lösung?

Wer berät eigentlich aktuell die EU in Verteidigungsfragen?