Flughafenkonzessionen
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Spanier und Schweizer steigen groß in Brasilien ein

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BRASÍlIA - Die brasilianische Regierung hat Konzessionen für zwölf Flughäfen versteigert. Sechs davon gehen an die spanische Aena, zwei an die Schweizer Flughafen Zürich AG.

Die Konzessionen wurden zum ersten Mal blockweise vergeben: eine davon enthielt die sechs Flughäfen João Pessoa, Campina Grande, Recife, Maceió, Aracaju und Juazeiro do Norte im Nordosten Brasiliens. Für diese Flughäfen zeichnet in den kommenden dreißig Jahren die spanische Aena verantwortlich.

Die Konzessionen waren den Spaniern umgerechnet gut 440 Millionen Euro wert. Für Aena ist Brasilien Neuland. Die Schweizer Flughafen Zürich AG dagegen ist bereits seit 2013 dort aktiv: gemeinsam mit einem brasilianischen Konsortium betreibt sie dort den Flughafen Tancredo Neves im Südosten, seit 2017 zudem allein den Flughafen Hercílio Luz im Süden des Landes.

Nun hat sie zusätzlich die Konzessionen für den zweiten Block ersteigert und wird den kommenden Jahren auch die Flughäfen Macaé und Vitória betreiben im Südosten. Knapp 101 Millionen Euro haben sie dafür bezahlt.

Vier Flughäfen im mittleren Osten Brasiliens sind an das brasiliansiche Konsortium Aeroeste, sie haben knapp zehn Millionen Euro dafür bezahlt und wittern Chancen in der industriellen Landwirtschaft, welche die Regierung von Jair Bolsonaro ebenfalls fördern will.

Die brasilianische Regierung erhofft sich mit der Vergabe der Konzessionen für die kommenden fünf Jahre eine Investition von insgesamt mindestens 341 Millionen Euro in die Flughäfen. Ab dem sechsten Jahr sollen die Betreiber den Staat zusätzlich zu den entrichtenden Gebühren prozentual an ihrem Gewinn beteiligen.

Die Vergabe der Konzessionen ist Teil einer umfassenden Privatisierungspolitik der Regierung Jair Bolsonaros, die auch die Luftfahrt betrifft. Mittel- bis langfristig sieht die Regierung keine Notwendigkeit mehr für den staatlichen Flughafenbetreiber Infraero.

Infrastrukturminister Tarcísio Freitas hat derzeit den Auftrag, den vorläufigen Beschluss des Bolsonaro-Vorgängers Michel Temer in ein Gesetz umzuwandeln, der es ausländischen Investoren erlaubt, bis zu hundert Prozent einer brasilianischen Airline zu kaufen.

Die deutsche Fraport AG betreibt bereits den Flughafen Fortaleza im Nordosten des Landes sowie den von Porto Alegre im Süden.
© aero.de (boa) | 18.03.2019 12:40


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