Krisenflieger 737 MAX
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FAA sah nach Lion-Air-Absturz hohes Risiko

Lion Air Flug JT610 SAR
Teams bergen Wrackteile des Lion Air Flugs JT610, © BASARNAS

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CHICAGO - Die FAA hat das Risiko eines weiteren Notfalls bereits nach dem ersten von zwei Totalverlusten der Boeing 737 MAX als hoch eingestuft - nach dem Absturz von Lion-Air-Flug 610 am 29. Oktober 2018 in die Javasee räumte die Luftfahrtaufsicht Boeing dennoch zunächst viel Zeit zur Fehlerkorrektur ein.

Die Prüfung der Aufseher habe ergeben, dass es nicht sehr viel für eine erneute Fehlfunktion ähnlicher Art benötige, schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf einen FAA-Vertreter. Die Behörde war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Trotz der angeblich großen Bedenken der FAA wurde Boeings 737 MAX erst Monate später - nach dem zweiten Absturz, Ethiopian Airlines Flug 302 - mit Flugverboten belegt.

Insgesamt kamen bei den Unglücken in Indonesien und Äthiopien im Oktober und März 346 Menschen ums Leben. Dem Bericht nach sah die FAA eine Warnung an Piloten zunächst als ausreichend an. Boeing sollte demnach zehn Monate Zeit für Änderungen der Steuerungssoftware MCAS erhalten.

Das Programm gilt als mögliche Absturzursache, es soll die Unglücksmaschinen automatisch Richtung Boden gelenkt haben. Die FAA steht ohnehin stark in der Kritik, weil sie bei der Zulassung der 737 MAX wichtige Sicherheitsprüfungen Boeing überlassen haben soll. Gegen die Behörde und den Hersteller wird deswegen ermittelt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: BASARNAS | 31.07.2019 15:43

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Beitrag vom 31.07.2019 - 17:05 Uhr
Aus dem WSJ Artikel: Die interne Analyse der FAA, die in den Tagen unmittelbar nach dem Absturz von Lion Air am 29. Oktober erstellt wurde ist TARAM, eine Abkürzung für Transport Airplane Risk Assessment Methodology. Es handelt sich im Wesentlichen um eine Kalkulationstabelle mit Formeln, die eine Reihe von Faktoren berücksichtigen, wie z. B. Flottengröße, Ausfallwahrscheinlichkeit von Sensoren, Passagierzahlen mit dem Ziel vorherzusagen, wie viele Menschen in einem bestimmten Zeitraum aufgrund potenzieller Gefahren sterben könnten. Es gibt auch eine subjektive Analyse, die zusammen mit den numerischen Vorhersagen des TARAM die FAA-Manager und Ingenieure darüber informiert, welche Arten von Maßnahmen, wann, für größere, aber auch weniger schwerwiegende Flugsicherheit ergriffen werden müssen.
Die Meinung von FAA-Beamten war, es ist nicht narrensicher. es ist ein Werkzeug. Die Analyse stellte fest, dass die zugrunde liegenden Risiken aus dem MCAS-Design unannehmbar hoch waren, wenn nicht zumindest einige FAA-Maßnahmen ergriffen werden, dass sie die internen FAA-Sicherheitsstandards überschritten und die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Notfalls gegeben ist.

Möge sich jeder seine eigene Meinung dazu bilden.
Beitrag vom 31.07.2019 - 17:04 Uhr
@kallebernd
Gibt es weitere Angaben zu dieser Flugnummer?

Vorhin stand da Egyptair Flug 302 an Stelle Ethiopian Airlines Flug 302

In der Google Vorschau noch zu sehen im Moment.

"FAA sah nach Lion-Air-Absturz hohes Risiko - aero.de
 https://www.aero.de/news-32193/FAA-sah-nach-Lion-Air-Absturz-hohes-Risiko.html

vor 1 Stunde - Trotz der angeblich großen Bedenken der FAA wurde Boeings 737 MAX erst Monate später - nach dem zweiten Absturz, Egyptair Flug 302 ."
Beitrag vom 31.07.2019 - 16:39 Uhr
@kallebernd
Gibt es weitere Angaben zu dieser Flugnummer?


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