Verwandte Themen
Im Lufthansa-Konzern stehen gravierende Umbauten an. Auf der Hauptversammlung am Dienstag regelt Europas größte Airlinegruppe voerst eine zentrale Personalie: Johannes Teyssen wird als nächster Chef des Lufthansa-Aufsichtsrats in Stellung gebracht. Damit endet im Lufthansa-Konzern eine Serie.
Die oberste Instanz des Lufthansa-Konzerns wurde mehr als acht Jahren von Karl-Ludwig Kley geführt. Mit der Nachbesetzung tat sich Lufthansa lange schwer.
Neben Teyssen und der geplanten Wiederwahl von Karl Gernandt stellt sich erstmals Bayer-Finanzchef Wolfgang Nickl dem Votum der Aktionäre.
Lufthansa hatte ihre Aufsichtsratsspitze in der Vergangenheit stets mit Konzernkennern besetzt. Vor dem früheren Konzernvorstand Kley hatte Lufthansa - gegen Widerstände einiger Aktionäre - ihren früheren Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber als Chefaufseher installiert. Zuvor hatte "Mister Lufthansa" Jürgen Weber das Amt über Jahre inne.
Für die Kley-Nachfolge waren nach Medieninformationen Spohrs CEO-Vorgänger Christoph Franz und Ex-Aufsichtsrat Thomas Enders im Gespräch. Mit Teyssen holt Lufthansa nun einen Unternehmenslenker an Bord, der bisher keine Schnittmengen in die Luftfahrt hatte.
Teyssen soll im Anschluss an die Versammlung zum neuen Aufsichtsratschef in der Nachfolge von Karl-Ludwig Kley gewählt werden. Über diese Personalie entscheiden nicht die Anteilseigner, sondern der neue Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung, die ebenfalls für Dienstag geplant ist.
Kühne stockt bei Lufthansa auf
Der Ex-Eon-Chef soll, so war schon 2025 aus dem Konzernumfeld zu erfahren, Rückendeckung des Großaktionär Klaus-Michael Kühne erfahren, der schon länger eine strategische Neuausrichtung des Konzerns fordert.
Der Logistikmilliardär hat seine Lufthansa-Position gerade aufgestockt. Lufthansa weist den zuletzt mit 15,01 Prozent geführten Kapitalanteil von Kühnes Beteiligungsgesellschaft jetzt mit knapp über 20 Prozent aus. Die Meldeschwelle wurde demnach am vergangenen Freitag überschritten.
Ertragsschwach unterwegs
Vorstandschef Carsten Spohr muss den Eigentümern erklären, warum 2025 trotz eines Rekordumsatzes von 39,6 Milliarden Euro nur 1,34 Milliarden Euro Gewinn hängengeblieben sind. Die British-Airways-Mutter IAG, aber auch Air France/KLM waren deutlich profitabler unterwegs. Immerhin soll die Dividende für die Aktionäre des MDax-Unternehmens um zehn Prozent auf 33 Cent je Aktie steigen.
In einer vorab verbreiteten Rede sorgt sich Henrik Pontzen von der genossenschaftlichen Union Investment um die Krisenfestigkeit des MDax-Konzerns, wenn die Golf-Airlines ins Geschäft zurückkehren und teures Kerosin die Preise treibt.
Er stärkt dem Management im streikbelasteten Tarifkonflikt mit den Crews zwar den Rücken, verlangt aber gleichzeitig eine Abkehr von der Strategie, die hohen Tariflöhne bei der Kerngesellschaft Lufthansa mit neuen Tochtergesellschaften zu umgehen. "Das schafft nur neue, teure Doppelstrukturen und zerstört das Vertrauen", erklärt der Bank-Manager.
Ihre Sicht der Dinge wollen Flugbegleiter der Kabinengewerkschaft Ufo bei einer Kundgebung vor dem Veranstaltungslokal mit den Aktionären teilen.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa | 12.05.2026 06:31







Kommentare (0) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.