Aufsichtsratschef macht Druck
Älter als 7 Tage

Teyssen: Lufthansa verliert den Anschluss

Johannes Teyssen
Johannes Teyssen, © Lufthansa

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FRANKFURT - Johannes Teyssen ist im neuen Job angekommen. Seit einigen Monaten wacht der ehemalige E.ON-Chef von der Spitze des Aufsichtsrats über den verzweigten Lufthansa-Konzern - und erwartet im Lufthansa-Kernbereich Handlungsbedarf über einen laufenden Transformationsplan hinaus.

Der neue Lufthansa-Aufsichtsratschef zieht nach vier Monaten im Amt Zwischenfazits. In einem Interview mit der "NZZ" attestierte Johannes Teyssen dem Konzern "klare Schwachpunkte", die nun gelöst werden müssen.

In einem internen, an Mitarbeiter gerichteten Interview, aus dem zunächst die "F.A.Z." zitierte, kreist Teyssen die Probleme enger ein.

Lufthansa habe "erkennbar an letzten Quartalsergebnissen" gegenüber den Branchenbesten "den Anschluss verloren". "Ich bin davon überzeugt, dass wir alle den Ehrgeiz in uns tragen, nicht das Schlusslicht der Airline-Industrie sein zu wollen."

Das "größte Sorgenkind" bleibe die Kernmarke. Lufthansa Airlines hatte ihren Operativ-Verlust im ersten Halbjahr 2026 auf 480 Millionen Euro augeweitet. Der Teilkonzern steuert seit 2024 mit einem Transformationsplan gegen: "Turnaround" soll das Ergebnis in diesem Jahr um 1,5 Milliarden Euro und bis 2028 um 2,5 Milliarden Euro verbessern.

Zwei Drittel des "Turnaround"-Effekts will Lufthansa über Einsparungen erzielen, ein Drittel über Erlössteigerungen. Das Programm liege nach zwei Jahren voll im Soll, hieß es zuletzt von Lufthansa.

Teyssen sieht das offenbar nicht ganz so. Das Programm habe "noch nicht die Wirkung erbracht, die wir uns erhoffen", zitiert die "F.A.Z." aus dem Interview. Die Notwendigkeit "größerer Anstrengungen" schließe er daher nicht aus.

Im Lufthansa-Konzern mag sich mancher an eine Bemerkung von Ex-Konzernchef Christoph Franz aus dem Jahr 2014 erinnert fühlen. "Die Zitrone ist nie ausgequetscht, uns fällt immer noch etwas Neues ein", hatte Franz in Hinblick auf das seinerzeit auslaufende Sparprogramm "Score" gesagt. "Wir müssen jedes Jahr effizienter werden."

Teyssen: Lufthansa "viel deutscher, als ich erwartet habe"

Teyssen will auch auf eine internationalere Lufthansa-Kultur hinarbeiten. "Lufthansa ist so viel deutscher, als ich erwartet habe", stellt Teyssen fest. "In keinem der Unternehmen, wo ich bisher gearbeitet habe, begegnete mir so viel deutsche Kultur und wird auch so wenig Englisch geredet."
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 24.09.2026 10:10

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Beitrag vom 27.09.2026 - 18:00 Uhr
Jeder weiß, dass Englisch die Sprache der Luftfahrt ist.

Eben.

Die Kultur wurde gemeint. Die Mentalität der Angestellten. Viele Menschen verbinden die deutsche Kultur mit Schwerfälligkeit und vor allem mit einer Abneigung gegen Veränderungen. Und das gilt nicht zwangsläufig nur für die Deutsche Lufthansa, sondern für das Land als Ganzes.

Das muss wohl eine schwere Hypothek sein, so eine schwerfällige Kultur, die Firmen mit nicht unattraktiver Honorierung zustande bringt. Da ist man zum Lamento ja geradezu gezwungen.
Beitrag vom 25.09.2026 - 21:12 Uhr
Und das ist ja genau das was ich immer schreibe: wenn es für ein Produkt nicht genug Kunden gibt, die (für den Anbieter) ausreichend viel zu zahlen bereit sind, dann muss das Angebot vom Markt.

Oder man senkt die Kosten für das Produkt z. B. durch günstigere Produktionsfaktoren, damit wieder genug Kunden da sind, die einen für den Anbieter ausreichenden Preis zahlen.
Aber da wird ja auch wieder aufgeschrieen.

Und eben nicht künstlich durch Zuzahlung unbeteiligter Dritter am Markt gehalten werden.

Schön wäre es, wenn es dann auch keine künstliche Verteuerung des Produkts geben würde, wie z. B. Gebühren zur Haushaltskonsolidierung.
Beitrag vom 25.09.2026 - 20:48 Uhr

Moin, also ich steige z.B. gern in IST oder AMS um, funktioniert ganz gut.
Achso und daraus schließen Sie also, dass immer weniger Kunden über FRA oder MUC fliegen wollen?


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