Harvard-Studie
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Viele Piloten leiden unter Depressionen

Boeing 737NG Cockpit
Boeing 737NG Cockpit, © Ingo Lang

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BOSTON - Hunderte Piloten weltweit könnten einer neuen Studie zufolge an Depressionen leiden - aber aus Angst vor Problemen im Job keine Hilfe suchen. Bei mehr als jedem zehnten Pilot, der an einer anonymen Online-Studio der Universität Harvard teilnahm, seien Anzeichen für eine Depression erkennbar, berichteten die Forscher.

Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Environmental Health". "Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben", sagte der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen.

"Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit." Wegen des Stigmas um das Thema sei die Forschung nicht einfach.

An der anonymen Online-Studie nahmen 3.500 Piloten aus mehr als 50 Ländern teil, rund die Hälfte davon beantwortete auch die Fragen zu ihrer psychischen Verfassung. Davon zeigten 12,6 Prozent Zeichen von Depression, rund vier Prozent berichteten von Selbsttötungsgedanken innerhalb der vergangenen zwei Wochen - besonders diejenigen, die hohe Dosen von Schlafmitteln nahmen, oder sexuell oder verbal belästigt worden waren.

Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 350 Millionen Menschen an Depressionen. In Deutschland sind es nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe rund fünf Prozent der Menschen zwischen 18 und 65, in den USA rund sieben.

Ein psychisch kranker deutscher Copilot hatte im März des vergangenen Jahres eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz gebracht. Dabei waren alle 150 Insassen der Maschine getötet worden.
© aero.de, dpa-AFX | 15.12.2016 05:49

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Beitrag vom 15.12.2016 - 12:23 Uhr

Nein, es sind lediglich Alkohol-und Drogentests geplant. Hätte es das GWI Unglück verhindert, wenn beim FO in Barcelona vor dem Abflug ein solcher Test durchgeführt worden wäre?


Dachte die Tests werden eingeführt, um genau JENE PSYCHOPHARMAKA herauszufinden, die beim Herrn. L. gefunden wurden,
Das macht ja dann nicht soviel Sinn.
Aber vielleicht gibts da ja auch bald Psychopharmaka-Schnelltests ;-)
Beitrag vom 15.12.2016 - 10:25 Uhr
So beruhigende Nachrichten in letzter Zeit: Piloten depressiv, 787 Softwarefehler und BA streikt. Und alles ausgerechnet wenn ich mit besagtem fliege. Finde ich auch sehr traurig, dass es nicht mehr das gute alte "Chef mir geht's nicht gut" gibt. Leider wurden aus dem 4U Absturz die völlig falschen Schlüsse gezogen. Anstatt betroffenen eine Hilfe anzubieten werden sie nun noch mehr unter Druck gesetzt. Sogar beim Medical 2 wird jetzt schon ein Teil psychologisch abgefragt. Würde mich mal interressieren aus welchen Ländern und von welchen Airlines diese Piloten stammen auch wenn das ja wahrscheinlich nicht abgefragt wurde.
Trauriges Gesellschaftsmiteinander
Beitrag vom 15.12.2016 - 10:15 Uhr
Das ist der Grund dass es nun Tests geben wird, um Alkoholmissbrauch und die Einnahme von verbotenen Medikamenten (wie Psychopharmaka ) bei Piloten herauszufinden.
Der Copilot vom GWI Flug hatte ja laufend Psychopharmaka nehmen müssen, und war auch zum Absturzzeitpunkt unter dem Einfluss dieser Medikamente, welche eigentlich fluguntauglich machen.
Daher als Konsequenz diese Tests ab nächstem Jahr.
Sogar die VC arbeitet da schon mit den Airlines zusammen, und entwickelt Betriebsvereinbarungen, um Tests vor dem Einsatz zu ermöglichen

Nein, es sind lediglich Alkohol-und Drogentests geplant. Hätte es das GWI Unglück verhindert, wenn beim FO in Barcelona vor dem Abflug ein solcher Test durchgeführt worden wäre?

Und mit welchem Schnelltest wollen Sie denn Psychopharmaka (von denen es auch mehr als nur eine Sorte gibt) nachweisen? Die Psychopharmaka würde sich jetzt auch keiner mehr verschreiben lassen weil keiner seinen "medical record" damit versauen möchte.

Sie sehen, hier beisst sich die Katze in den Schwanz.

Und damit haben Sie dann genau das Problem, das man eigentlich verhindern wollte. Nämlich eigentlich behandlungbedürftige Menschen, die sich aus Angst um ihren Job/ihr Medical nicht richtig behandeln lassen und damit eventuell unsere Luftfahrt gefährden. Tolles Vermächtnis des Herrn L.!

Die Alkohol- und Drogenkontrollen sind reiner Aktionismus, die am eigentlichen Problem vorbei gehen, nämlich den "Unauffälligen" einen leichten Ausweg zu geben. Das wurde und wird durch die vergangene und aktuelle Stigmatisierung leider nur noch mehr erschwert.

Die Auffälligen werden immer wieder durch sozialen oder gesellschaftlichen Druck ausgesiebt. Aber es soll sich bitte hier niemand etwas vor machen, dass es diese Fälle aufgrund der Kontrollen nicht mehr geben wird.
Denn diese Menschen haben in der Regel so sehr die Kontrolle über sich selbst verloren, dass auch die stichprobenartigen Kontrollen sie nicht vom Versuch, fliegen zu wollen, abhalten werden!


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