Alexandre de Juniac
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Mit vereinten Kräften gegen Ryanair

eurowings Airbus A319
eurowings Airbus A319, © Ingo Lang

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LONDON – Der europäische Flugmarkt ist mit Billigangeboten überversorgt. Wollen die großen Netzwerker IAG, Lufthansa und Air France-KLM Preisbrechern wie Ryanair auf Dauer die Stirn bieten, sollten sie über eine Zusammenlegung ihrer Angebote nachdenken, regt IATA-Chef Alexandre de Juniac an.

Die Günstigflotten von IAG, Lufthansa und Air France-KLM sind derzeit jeweils rund 100 Maschinen stark. Ziemlich wenig im Vergleich zu den 400 Flugzeugen, die Ryanair betreibt und den 250 von Easyjet, findet der frühere Chef von Air France-KLM.

IAG-Tochter Vueling kuriert sich momentan von zahlreichen gefloppten Strecken und fliegt überwiegend in Spanien und Italien. Versuche von Air France-KLM und Lufthansa, mit Transavia beziehungsweise Eurowings den paneuropäischen Markt zu erschließen, stehen bestenfalls am Anfang.

Laut de Juniac ist der Markt nicht groß genug für die rund zehn Billigflieger, die derzeit in Europa um Passagiere buhlen. Daher sei eine Verzahnung der großen Netzwerker in Günstigflugallianzen sinnvoll.

Entspannung durch Übernahmen

Der Markt könnte laut de Juniac jedoch auch anders ins Gleichgewicht finden: indem Billiggrößen wie Ryanair und Easyjet oder Konzernairlines kleinere Konkurrenten wie Wizz Air oder Norwegian aufkaufen.

Wizz Air hat sich auf Osteuropa spezialisiert und würde aus jüngst geäußerter Sicht von Ryanair-Chef Michael O`Leary gut in die Strategie des Lufthansa-Verbunds passen. Norwegian ist in den vergangenen Jahren zum Billigflugmodell umgeschwenkt und hat auch günstige Langstrecken im Programm.

Aktuell müssen sich die Norweger Zweifeln an ihrem Geschäftsmodell und ihrer wirtschaftlichen Stabilität erwehren. Laut O`Leary besteht zumindest eine reelle Möglichkeit, dass Norwegian schon im Winter das Geld ausgeht. Solche Untergangsszenarien weist man in Oslo empört von sich.

Durch einen Verkauf der Leasingsparte oder von Flugzeugen könne Norwegian jederzeit ihre Liquidität stärken, sagte Norwegian-Finanzvorstand Tore Ostby.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Ingo Lang | 11.09.2017 14:29

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Beitrag vom 12.09.2017 - 07:42 Uhr
Ryanair ist nur so günstig weil die Mitarbeiter unter prekären menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen unter Vertrag stehen. Da sind halt u.a. viele Osteuropäer die für weniger bereit sind zu arbeiten und hoffen dass sie fern der Heimat schneller das Geld für eine Wohnung zusammen kriegen. Das ist am Ende Ausbeutung an allen Fronten! Deshalb sind die halt billiger! In der EU existiert überhaupt keine Gleichberechtigung oder Gerechtigkeit diesbezüglich und diese Ausbeutung wird von den Politikern sogar noch gefördert!!
Bei den anderen lowcostern ist es genau so!
Wenn LH oder andere hier konkurrieren möchten muss sie auf das gleiche Niveau sinken und die Mitarbeiter wie eine Zitrone ausquetschen.


Ich bin auch dafür, dass "die Osteuropäer" das gleiche Geld bekommen wie die Lufthansa Angestellten! Es kann ja nicht angehen, dass die bei Ryanair für das Gehalt eines Chirurgen in ihrem Heimatland arbeiten. Das 15 fache muss es mindestens sein! Aber das hatten wir ja bereits in Griechenland, am Ende kommt die Rechnung so oder so...
Beitrag vom 12.09.2017 - 00:09 Uhr
@ Redaktion: warum sprecht ihr nicht mal mit der Europäischen Verkehrsministerin warum sie solche Airlines wie Ryanair als vorbildlich darstellt und ob die soziale Verantwortung bei diesen Airlines gegenüber den Mitarbeitern auch so vorbildlich ist (oder nur der eigene Gewinn??)
Und wie ist das mit den Steuern?? Sozialabgaben....?
Beitrag vom 12.09.2017 - 00:03 Uhr
Ryanair ist nur so günstig weil die Mitarbeiter unter prekären menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen unter Vertrag stehen. Da sind halt u.a. viele Osteuropäer die für weniger bereit sind zu arbeiten und hoffen dass sie fern der Heimat schneller das Geld für eine Wohnung zusammen kriegen. Das ist am Ende Ausbeutung an allen Fronten! Deshalb sind die halt billiger! In der EU existiert überhaupt keine Gleichberechtigung oder Gerechtigkeit diesbezüglich und diese Ausbeutung wird von den Politikern sogar noch gefördert!!
Bei den anderen lowcostern ist es genau so!
Wenn LH oder andere hier konkurrieren möchten muss sie auf das gleiche Niveau sinken und die Mitarbeiter wie eine Zitrone ausquetschen.


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