Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Empörung in Toulouse wegen unglei...

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Beitrag vom 26.05.2008 - 12:22 Uhr
Userruko
Projekt Manager
User (2 Beiträge)
Wie werden denn in Frankreich die Arbeitsplätze abgebaut?
Indem man diese Leute nach China als Expats schickt.
An allen wichtigen Stellen im neuen Werk in China sitzen Franzosen.
Beitrag vom 26.05.2008 - 12:31 Uhr
Userberlindresden
Informatiker
User (486 Beiträge)
Ich verstehe diesen Abbau aber überhaupt nicht.

Die wollen die A380 Produktion hochfahren. A350 kommt bald. A400M stht ja auch die Produktion bevor. Wie soll das denn alles funtionieren wenn Leute entlassen werden?
Beitrag vom 26.05.2008 - 12:35 Uhr
UserClemi
Elektroniker
User (1111 Beiträge)
Indem man in Billiglohn Ländern Werke baut! Frage mal SDFlight!
Der hat vielleicht schon ein Briefchen bekommen wo drinn steht das jetzt ein kleiner Chinese für ihn arbeitet :D
Beitrag vom 26.05.2008 - 12:56 Uhr
Userberlindresden
Informatiker
User (486 Beiträge)
In den öffentlichen Quellen wird von 5% beim a350 aus China gesprochen. Das reicht doch bei weitem nicht um die fehlenden Kapazitäten auszugleichen.
Beitrag vom 26.05.2008 - 13:16 Uhr
UserVMSJ
User (31 Beiträge)
So, jetzt reicht es mir. Nachdem ich in den letzten Monaten hunderte dieser Kommentare gelesen habe und mich vornehm zurückhielt, weil in so vielen anderen Fragen in den Foren ein sachlicher und rationaler Ton vorherrschte und ich daher einfach über die Polemik hinwegsah, aber geht es jetzt einfach nicht mehr.

Was genau ist so schwierig an der Globalisierung, dass hier so viele dies nicht verstehen - oder verstehen wollen? Arbeit verlagert sich (langsam zwar, aber doch) dorthin wo Arbeit nachgefragt wird - wegen günstiger Kosten oder hoher Qualität oder wegen des grossen Bedarfs (Knowhow). Das bedeutet langfristig eine Aufwertung der Produktion in Asien. Wer dagegen glaubt ankämpfen zu können, der macht, was vor zweihundert Jahren die Webstuhlstürmer auch schon gänzlich erfolglos versucht haben.

Aber mit diesen langfristigen Entwicklungen hat Power8 et al nichts unmittelbares zu tun. Power8 ist eine Reaktion auf die hohen Produktionskosten in Europa, die durch die Entwertung des Dollars entstanden sind. Darauf muss reagiert werden. Alles andere gefährdet die Zukunft von Airbus und EADS. Das bedeutet auch Stellen in gewissen Bereichen einzusparen, während man in anderen Bereichen entweder ausbauen oder (unter gewissen Voraussetzungen) auslagern muss.

Es ist dumm zu glauben, dass man mit nicht mehr notwendigen Leuten aus der Verwaltung plötzlich Flugzeuge entwickeln kann. Mitarbeiter lassen sich nur entsprechen ihrer Fähigkeiten einsetzten, und nicht beliebig von einem Aufgabenbereich zum anderen verschieben. Dass Deutschland zu langsam in der Beschäftigungsanpassung ist bestätigen alle, wirklich alle Experten. Da ist die Erfahrung von Airbus nur eine von vielen. Dafür Airbus, das Management oder die Chinesen verantwortlich zu machen, ist fahrlässig - und dem sonst so sachlichen Ton dieses Forums einfach nicht adäquat.

VMS








Beitrag vom 26.05.2008 - 14:26 Uhr
UserFlugzeug-Bauer
User (2 Beiträge)
Erst wenn:
die letzte Airbus-Niete in Deutschland gehämmert,
das letzte Kabelbündel in Frankreich gebastelt,
die letzte Tragfläche England verlassen hat und
der letzte europäische Werker seinen Blaumann ausgezogen hat,

werden Enders, Gallois und Co merken, dass Manager und Controller keine Flugzeuge bauen können...
Beitrag vom 26.05.2008 - 15:05 Uhr
UserVMSJ
User (31 Beiträge)
...sondern tolle Konstrukteure und fleissige, motivierte Flugzeugbauerinnen und Flugzeugbauer in Frankreich, England, Spanien, Italien, Nordamerika, in China und in Indien. Nur in Deutschland wird man noch immer und nur mehr mit Freude der Vergangenheit huldigen....

Hört doch bitte auf mit den Sprüchen eines Kultur- und Klassenkampfs des letzten Jahrtausend!

VMS
Beitrag vom 26.05.2008 - 15:24 Uhr
Userberlindresden
Informatiker
User (486 Beiträge)
Naja an Sprüchen bist Du ja auch nicht gerade verlegen. Ich denke mal Du wirst hier einiges an Widerspruch ernten, wenn Du die deutschen Airbusarbeiter als dumme Konstrukteure und faule, unmotivierte Flugzeugbauerinnen und Flugzeugbauer darstellst.
Beitrag vom 26.05.2008 - 15:39 Uhr
UserInside Man
Moderator
[b]VMS[/b], du hast vollkommen recht.

[b]alle anderen,[/b] wer soll denn Airbus verlassen? Es geht doch gar nicht um Ingenieure oder Schrauber, beides wird sogar noch eingestellt! Overhead soll abgebaut werden, z.B. hat EADS und jede Tochter noch eigene Controller, Rechtsabteilungen HR etc.
Dieses alberne Geschimpfe auf "die da oben" ist doch völlig an der Realität vorbei!
Jeder der heute bei Airbus arbeitet sollte froh sein um jeden Kostenfaktor den man außerhalb der Eurozone legen kann, denn sonst gehen irgendwann bei Airbus die Lichter komplett aus und dann sind ALLE ohne Job.....
Beitrag vom 26.05.2008 - 16:32 Uhr
UserRunway
User (2975 Beiträge)
Danke VMSJ für den Beitrag. Ich schätze dieses Forum weil es viele Zusammenhänge für Fans der Luftfahrt mit informativen Informationen und Meinungen allgemeiner und hauptsächlich techn. Art für Nichttechniker begreiflich macht.

Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Fragen werden aber oft auf einem zurückhaltend ausgedrückt unbefriedigendem Niveau behandelt, die manchmal nur einen Schluss zulässt: Keinerlei kaufmännische, volkswirtschaftliche oder betriebswirtschaftliche Praxis bzw Kenntnis.

Wer sich jahrzehnte, mal mehr mal weniger, sowohl auf der Import- als auf der Exportseite mit Fragen und Problemen sich veränderter Wechselkurse hat rumschlagen müssen kann über manche Ansichten nur noch den Kopf schütteln.

Ich betone ausdrücklich, das ich die Sorge um Arbeitsplätze verstehe, ich hatte sie durchaus selber. Nur Unternehmen, die sich Maßnahmen auf radikale Ã"nderungen am Devisenmarkt verschließen verlieren in letzter Konsequenz nicht einige sondern alle Arbeitsplätze.

Airbus muss sich auf die hochwertigen Arbeiten und Konstruktionen konzentrieren und einfache Arbeiten in den $-Raum verlagern. Gerade beim A350 Programm gibt es so viele Herausforderungen das noch genug Arbeit für Europa übrig bleibt.

Das beim Personalabbau ein Ungleichgewicht herrscht muss sicher noch bereinigt werden. Nur zeigt auch das welche Probleme Airbus aber nicht Boeing hat. Will man einem Arbeiter in Frankreich ein linkes Bein, dem in Deutschland das rechte Bein und denen in England und Spanien jeweils eine Hand abhacken um "gleichmäßig zu kürzen"?.Die unheilvolle Einflussnahme der Politiker ist ein weiteres echtes Problem.
Beitrag vom 26.05.2008 - 18:51 Uhr
Userstretchformer66
User (2 Beiträge)
ZITAT:Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Fragen werden aber oft auf einem zurückhaltend ausgedrückt unbefriedigendem Niveau behandelt, die manchmal nur einen Schluss zulässt: Keinerlei kaufmännische, volkswirtschaftliche oder betriebswirtschaftliche Praxis bzw Kenntnis.

Wenn das Leben immer so einfach wäre. Ihr BWLer seit es doch die seit Jahren uns UNGLÃ"UBIGEN beibringen wollen wie die Marktwirtschaft u.Weltwirtschaft u. damit die Globalisierung funktioniert.
Bloß von oben herab wie es VMSJ u.Runway machen geht es garnicht.Wir haben in Deutschland immer noch die soziale Marktwirtschaft,und damit haben wir es bis jetzt ganz gut hinbekommen.Ich will nur mal daran erinnern das es die grossen Bankhäuser waren die vor 2 Jahren EADS empfohlen haben Standorte zu verhökern ;menschen zu entlassen usw. .
diese Bankhäuser(Lehman Brothers;Morgan St. usw.) sind es nun ,die die weltgrößte Finanzkrise ausgelöst oder mitverursacht haben.Und es ist allgemein bekannt das 60-70%
dieser übernommenen Empfehlungen nichts ausser Entlassungen, marode oder völlig liquidierte Firmen hinterlassen haben.Also wenn ihr schon einseitig polemisiert dann nicht auf so dümmliche Art u.Weise
Beitrag vom 26.05.2008 - 19:14 Uhr
UserVMSJ
User (31 Beiträge)
@berlindresden

Du schreibst, dass ich "die deutschen Airbusarbeiter als dumme Konstrukteure und faule, unmotivierte Flugzeugbauerinnen und Flugzeugbauer darstellst." Das ist eine infame Unterstellung, die ich Dich auffordere zurückzunehmen.

Denn das habe ich nicht geschrieben - ich habe lediglich geschrieben, dass es "tolle Konstrukteure und fleissige, motivierte Flugzeugbauerinnen und Flugzeugbauer" auch in anderen Ländern gibt, die liebend gerne Arbeiten durchführen, die man in Deutschland etwa zum nachgefragten Preis nicht tun möchte. Und das ist eine schlichte Tatsache.

VMS
Beitrag vom 26.05.2008 - 20:31 Uhr
Userdigicredo
User (10 Beiträge)
Da frage ich mich doch wirklich, wo sind denn die Manager bei Airbus, die wirklich etwas vom Flugzeugbau verstehen. Die meisten kommen doch aus der BWL oder sonstwoher.
Hier in Toulouse geistern zwei Sätze: "Sie wissen nicht wovon sie reden" und "Sie wissen nicht was sie tun." Das sind die derzeitigen "Manager bei Airbus". Sie verstehen keine Zusammenhänge und "führen" ihre Abteilung mit einer gefährlichen Arroganz. Da frage man sich doch: wo soll das noch hinführen?

Man kann mittlerweise die Kollegen verstehen, die 20 Jahre bei Airbus gearbeitet haben und jetzt diese Firma verlassen, weil sie es nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren können, dass hier durch diese "Manager" sämtliche Luftfahrtgesetze außer Kraft gesetzt und Kollegen, unter Androhung von Repressalien, dazu genötigt werden.

Zum Thema China: Hat Airbus nicht aus der Geschichte, auch seiner eigenen gelernt? Wo ist die A320 die mit großem Tamtam an China übergeben wurde, aber in keinem Luftfahrtregister weltweit mehr aufgetaucht ist. Was war mit der chinesischen Lizenzfertigung der russischen MiG-21. Die fliegt heute unter anderem Namen als "chinesische Eigenentwicklung".

Liebe Manager! Immer geht in Billiglohnländer. Auch ihr werdet noch viel lernen. Leider leiden ja dann die Kleinen darunter. Der Manager wird ja nach oben gelobt oder erhält satte Abfindungen.
Aber, liebe Manager, schaut in die deutsche Wirtschaft. Wieviele Unternehmen kommen reumütig wieder nach Deutschland zurück? Entweder paßt die Qualität absolut nicht. Oder die Löhne sind in diesen Ländern in den letzten Jahren explodiert.
Beitrag vom 26.05.2008 - 21:18 Uhr
Usertuluhs
User (111 Beiträge)
Neben dem wirtschaflichen Faktor, gibt es auch noch einen sozialen Faktor den Airbus zu spielen hat. Flugzeugbau ist nicht vergleichbar mit einem Wirtschaftsunternehmen, wie in der Automobilindustrie.
Wer Gelder gern aus dem Steuersäckel der Airbusländer nimmt, hat die verfluchte Aufgabe auch deren Arbeiter zu beschäftigen. Seit wann zahle ich meinen Steuereuro für einen Chinesen?
Und Herr Enders und Herr Galois verkaufen zur Zeit in einem Rekordtempo das Tafelsilber, was seit Beginn von Herrn Strauss aufgebaut worden ist. Im Rekordtempo wird auch das Geld im A380-Programm verbrannt.

18°
Beitrag vom 26.05.2008 - 22:10 Uhr
Userberlindresden
Informatiker
User (486 Beiträge)
@VMSJ Das ist das Problem mit den Internetforen. Hier zählt nur das, was Du schreibst. Was Du im Endeffekt damit meinst kann gut verschleiert werden.

Du hast diese Eigenschaften den Ingenieuren aller Länder zugeordnet und Deutschland bewusst aus der Liste ausgenommen. Darüberhinaus sogar die negative Eigenschaft nur Deutschland zugeordnet. Durch das "nur" wird die Abgrenzung beider Listen noch einmal verstärkt. Dadurch implizierst Du, dass es in den Listen keine Ã?berschneidungen gibt, also die erstgenannten Eigenschaften nicht für Deutschland zutreffen. Das habe ich bewusst provozierend hervorgehoben, weil mir es relativ egal ist ob die Implikation beabsichtigt war oder unbewusst geschehen ist.

Dich scheint meine Aussage getroffen zu haben, was nicht beabsichtigt war. Ich wollte viel mehr in der Diskussion einen starken Kontrapunkt geben. Der Grund? Du hast mir als deutschen Ingenieur ebendiese Eigenschaften abgesprochen und mich dadurch persönlich angegriffen!

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