Beitrag vom 21.02.2010 - 14:59 Uhr
Dieses Angebot der Arbeitsplatzsicherung ist ein Witz!!
Denn es dreht sich nicht so sehr um um die Sicherung existierender Arbeitsplätze.
Es dreht sich darum, die Ausflagung zukünftiger Arbeitsplätze ins Ausland zu verhindern.
Die Arbeitsplätze (und damit auch Steuerzahler) sollen in Deutschland bleiben und nicht in´s Ausland exportiert werden.
Man würde eine Entwicklung lostreten, wie sie vor Jahren schon in der Seefahrt begonnen wurde.
Wohin das geführt hat, kann man sich in den Häfen der Welt ansehen:
Zusammengewürfelte Crews aus aller Welt, die oft nicht einmal in einer gemeinsamen Sprache kommunizieren können, bewegen schlecht gewartete Seelenverkäufern durch die Gegend.
Oftmals findet in den Ländern, in denen diese Wracks registriert sind, keinerlei technische �berwachung statt und von Arbeitnehmerrechten kann keine Rede sein.
Man kann jetzt meinen das sei etwas weit hergeholt.
Mag sein. Aber was jetzt nach dem Willen der LH passieren soll, ist nur ein erster Schritt.
Es wird weiter gehen.
Denn es findet sich immer jemand, der es noch billiger macht.
Und damit wird sytematisch zerstört, was bisher den Erfolg der Lufthansa begründet hat:
Vertrauen der Kunden in eine gute Ausbildung der Crews und in die technische Kompetenz der Maintenance.
Beitrag vom 21.02.2010 - 17:05 Uhr
landgreen, das ist alles andere als "weit hergeholt"! genau so stellen sich die deutschen airlines die befriedigung des aktionärs vor. und wer jetzt meint, das seien hirngespinste weniger gewerkschaftshöriger, dem sei mal ein blick zur LUFTHANSA-cargo empfohlen. dort wird eben genau dieses bereits praktiziert. chinesen fliegen mit chinesischem gerät lufthansa-fracht auf lufthansa-strecken.
jeder streiktag ist eine investition in die flugsicherheit bei der lufthansa.
Beitrag vom 21.02.2010 - 17:10 Uhr
Ungeachtet des Angebotes der Lufthansa und der weiteren Entwicklung des Streikes, sind die von â??LandGreenâ?? gemachten Kommentare völlig aus der Luft gegriffen. Es ist schade, dass hier Leute mit so wenig Ahnung von der Luftfahrt und der Lufthansa im Allgemeinen, hier ihre Kommentare abgeben. Wer die Lufthansa kennt weis, dass es hier langfristig nicht darum geht auf Kosten der Sicherheit und des Service Kosten einzusparen, sondern sich nicht von den Crews in die unternehmerischen Entscheidungen reinreden zu lassen. Die Aussage, dass man vor hätte die Crews durch billige unqualifizierte Mitarbeiter auszutauschen ist ein absoluter Witz!
Beitrag vom 21.02.2010 - 17:25 Uhr
die entwicklung bei jade/aerologic, bez der "embraer-regelung" bei augsburg/cityline/dolomiti wie auch die beabsichtigte entwicklung bei lh-italia zeigt eindeutig in diese richtung. oder greife ich hier etwas aus der luft?
Beitrag vom 21.02.2010 - 17:45 Uhr
"M1F: Es ist schade, dass hier Leute mit so wenig Ahnung von der Luftfahrt und der Lufthansa im Allgemeinen, hier ihre Kommentare abgeben."
Lieber M1F,
35 Jahre im Cockpit bei Lufthansa. Das sind die "Leute" , die hier ihre Kommentare abgeben.
Und Ihre Qualifikation?
Beitrag vom 21.02.2010 - 17:59 Uhr
Da muss ich LandGreen und freightdawg zustimmen. M1F, bitte nicht immer diese Tränendrüsen Geschichten der LH glauben, die sind ganz hart im austeilen. Und 2 Jahre Vertragsverhandlung ohne Ergebnis, mit dem Ablehnen des unterschriftsreifen Nullrunden Angebots in letzter Minute spricht ne deutliche Sprache......
Beitrag vom 21.02.2010 - 18:25 Uhr
1. JADE fliegt zum allergrößtenteils mit chinesischen Maschinen und chinesischen Piloten Lufthansa-Fracht auf NICHT-LUFTHANSA-STRECKEN, nämlich auf solchen, auf denen die LH Cargo keine eigenen Verkehrsrechte hat. Das nennt man Marktanteile sichern und kommt der gesamten Firma zugute.
2. LH Cargo beschäftigt vermarktet derzeit nur noch die Kapazität von 1,6 747F, den Rest vermarktet und verantwortet die JADE selbstständig und auf eigenes Risiko.
3. Ab Mitte des Jahre könnte es sehr gut sein, dass JADE seine Kapazitäten KOMPLETT selbst vermarktet.
Liebe Piloten, haltet Euch mit Eurer Polemik ein bisschen zurück und prüft di Fakten, bevor ihr jammert.
Und 4.:
SEIT WANN BESTIMMET EINE BESTIMMTE GRUPPE VON MITARBEITERN DIE FIRMENSTRATEGIE??? Mit welchen Flugzeugen die Fracht wohin geflogen wird, ist immernoch eine Sache der Geschäftsführung. Man stelle sich nur mal vor, die Kollegen im Vertrieb würden bestimmen wollen, wo Verkaufsbüros eröffnet werden und wo nicht. Dieser Streik ist nichts anderes als ein Versuch, sich selbst in eine Art Konzern-internen Beamtenstatus zu heben. Wieder einmal schlägt die unglaubliche Arroganz durch, mit der eine bestimmte Mitarbeitergruppe sich selbst herausheben möchte.
Jungs und Mädels: Seid froh, dass Ihr SEHR gut bezahlte Jobs habt. Die werdet ihr auch behalten, keiner behauptet das Gegenteil. Also hört bitte auf mit Eurem Wichtigkeitsflash und macht Euren Job, wie es alle anderen im Konzern auch tun.
Beitrag vom 21.02.2010 - 19:14 Uhr
@unregistriert: Ganz großes Kino.
@Skyes, MF! und LandGreen: Sie haben vollkommen recht. Ich stimme ihnen zu, auch als nicht KTVler kann man vor Ihrer Courage nur den Hut ziehen. Respekt und danke, dass Sie sich dafür einsetzen die deutschen Arbeitsbedingungen nicht weiter erodieren zu lassen.
Beitrag vom 21.02.2010 - 19:25 Uhr
Oh da ist mir ein Tippfehler unterlaufen.
@MF1: Ihnen stimme ich natürlich nicht zu!
Beitrag vom 21.02.2010 - 20:29 Uhr
@MFischer: habe mich schon gewundert ;)
@Unregistriert: du bist recht informiert und kann dir wirklich nur zu stimmen (hast im Prinzip alles gesagt)
@LandGreen: sorry aber meine zweite Vermutung war, dass du ein Pilot bist (entweder ahnungslos oder komplett Interessens bezogen ohne dabei nach rechts oder links zu schauen). Und nur weil man Pilot ist, muss man noch lange keinen tieferen Einblick in die Planungsprozesse seines Unternehmens haben, dafür sind in der Regel Andere dar. Also bitte nicht so tun als ob man über alles im Bilde ist�. Das ist das Problem mit den Piloten, dass diese sich zu wichtig nehmen. Letztendlich sind sie nicht mehr oder weniger wichtig als jeder andere im Unternehmen, nur dass sie kurzfristig nicht ersetzbar sind und dummerweise alles lahmlegen können. Leider wird diese neuralgische Position im Unternehmen auch für sich ausgenutzt .
Ich sehe wirklich nicht den Sinn des Streikes, außer dass die eigenen Privilegien gesichert werden sollen. Bis jetzt war die LH immer ein zumeist vorbildlicher Arbeitgeber, nur leider wird dies wohl aus der Gewohnheit heraus von manchen im Unternehmen nicht mehr so wahrgenommen.
Fest steht, dass die LH ihre Produktionskosten senken muss, um weiter erfolgreich sein. Dabei müssen auch die Piloten solidarisch mit allen anderen Mitarbeitern ihren Teil beitragen, dann kann es nicht sein dass die Piloten ihre Position weiter verbessern wollen und das in schwierigen Zeiten (da drückt keiner auf die Tränendrüse).
Letztendlich haben die Piloten mit ihrer starren Haltung der jetzigen Entwicklung Vorschub geleistet, bei der die LH versucht durch externe Plattformen flexibler zu werden. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass dadurch Arbeitsplätze bei der LH in Gefahr sind, sondern nur das Angebot der LH ergänzt wird (zum Teil ist dies aus verkehrsrechtlicher Sicht garnicht anders möglich, weitere Punkte siehe bitte bei anderen Kommentaren zu dem Thema). Ich sage nicht, dass ich alle Zukäufe befürworte, aber in jedem Fall liegen solche Entscheidungen zur Unternehmensstrategie nicht in der Hand der Piloten. Diese werden sehr gut dafür bezahlt um von A nach B zu fliegen (das soll nicht polemisch klingen, da ich von der sehr guten Ausbildung und Qualifikation unserer Piloten überzeugt bin).
Beitrag vom 21.02.2010 - 21:59 Uhr
@M1F
Zu Ihren Ausführungen nur so viel: Der Versuch der Ausflagung durch die Unternehmensführung läuft schon seit fast zwanzig Jahren. Ein Zeitraum, in dem unsere Lufthansa Milliardengewinne eingefahren hat. Geschmälert wurden diese Verluste oft durch die von Ihnen gepriesene Unternehmensstrategie, durch Fehlentscheidungen des Managements. Condor und Skychefs z.B. haben uns Milliarden gekostet. Trotzdem wurde laut Hausostille unsere Lufthansa zur besten Airline auf dem Atlantik gewählt. Ganz gewiss nicht wegen unseres tollen Managements, die Salz und Pfeffer auf dem Essenstablett einsparen und die Zitronen von den FBs von Hand schneiden lassen. Da haben ganz viele Lufthanseaten draußen guten Dienst am Kunden geleistet.
Leider muß ich jetzt gleich fliegen gehen und kann mich Ihnen nicht mehr in der Ausführlichkeit widmen wie ich das gerne möchte.
Trotzdem noch eine Frage:
Auf welchen beruflichen Background stützen sich Ihre Weisheiten?
Sie haben´s noch imer nicht verraten!
Beitrag vom 22.02.2010 - 00:02 Uhr
Ich sage nicht das alle Entscheidungen des obersten Managements richtig sind und natürlich hätte man vieles besser machen können, aber die Summe aller Entscheidungen kann nicht so schlecht gewesen in anbetracht der letzten Jahre (und dies wurde nicht auf Kosten der Mitarbeiter getan, im Gegenteil es wurden massiv Leute eingestellt). Und natürlich machen unsere Leute Draußen einen guten Job, aber genauso machen es die Kollegen in der Verwaltung bzw. im sogenannten Management (Ertragsmanagement, Einkauf, Netzplanung, Vertrieb usw.). Nimm die Cargo als Beispiel: trotz eines katastrophalen Jahres für die Luftfracht, haben wir wesentlich besser abgeschnitten als die Konkurrenz, meinen sie das haben die Piloten alles â??herausgeflogenâ???
Ich glaube kaum einer vom "Boden" kann die starre Haltung der Piloten verstehen. Warum muss jetzt und so massiv gestreikt werden, hier geht es doch eher um die Demonstration von Macht und Einfluss zur Interessenswahrung und nicht um das Wohl des Unternehmens (und damit aller Mitarbeiter). Die mehrheitliche Ablehnung des Streiks im Rest des Unternehmens sollte die Piloten stutzig machen, dass dies nicht der Fall ist zeugt aus meiner Sicht heraus von einer gewissen Weltfremdheit.
@LandGreen: es geht mir nicht um Weisheiten, sondern um eine möglichst sachliche Kommentierung von Beiträgen.
Beitrag vom 22.02.2010 - 12:59 Uhr
@LandGreen
Die Anfangs geschilderte beklagenswerte Situation in der Seeschifffahrt trifft zu. Sie betrifft hauptsächlich die einfachen Seeleute. Kapitäne und Ingenieure sind davon auch aber weniger betroffen. Und da fängt der Vergleich zu hinken an. Dieser Streik ist ausschließlich ein Streik der Kapitäne für die eigenen Belange und nicht allgemein für Arbeitsplätze in Deutschland.
Die werden nämlich nur durch dauerhaft konkurrenzfähige Arbeitsplätze in Deutschland gesichert. LH steht in nationaler und internationaler Konkurrenz und die interessiert das Gehaltsniveau bei LH einen Dreck. Ich erwarte keineswegs das LH-Piloten nun alles über sich ergehen lassen und halte daher z.B.die erwähnte Erhöhung der LH-Vorstandsbezüge um 15% in dieser Zeit für völlig instinktlos. Was ich für notwendig erachte ist die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen und die vermisse ich. Die bisherigen "Ausflaggungen" sind sehr moderat und in meinen Augen notwendig und sinnvoll. ich kann nicht erkennen das sich dies nun radikal ändern sollte.
Der durch den Streik entstandene Schaden und vor allem das LH ohne ergänzende Tochtergesellschaften mit günstigerer Kostenstruktur eben Marktanteile ans Ausland verliert und eben genau dadurch Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen wird die mögliche Folge sein. Aber das interessiert manche Piloten ja nicht, Hauptsache es sind nicht ihre eigenen Arbeitsplätze.
Beitrag vom 22.02.2010 - 17:29 Uhr
@Runway
Was wäre in Ihren Augen eine verhältnissmassige Arbeitskampfmassnahme? Betteln?
Zwei Stündchen streiken, wie das in der Vergangenheit (zuletzt 2001) gemacht wurde?
Es gibt 6 offene Tarifverträge zu verhandeln, wo LH sich seit Jahren Gesprächen komplett verweigert!
Darüber hinaus verstösst LH seit Jahren laufend gegen bestehende Verträge (KTV)!
Das alles ist eine Fortsetzung des alten Versuchs von Jürgen Weber, "den Piloten das Kreuz zu brechen" (Zitat) Und wer würde sich nicht dagegen zu wehren versuchen?
Außerdem, warum sollen die Piloten fürchten, daß durch ihren Streik Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, wenn deren Verlagerung eh schon beschlossene Sache ist?
Warum hat Lufthansa in den letzten Jahren Milliardengewinne eingefahren, trotz der angeblich zu hohen Pilotengehälter?
Warum kauft man reihenweise Pleite-Airlines auf, wenn die wirtschaftliche Lage so schlecht ist?
Genau so ist einst eine profitable SWISSAIR von Management an die Wand gefahren worden.
Wir dürfen uns in der typisch deutschen Neiddebatte, die hier geschürt wird, nicht gegeneinander aufhetzen lassen.
Sonst arbeiten wir nur noch für die Interessen der Aktionäre und der Kunden.
Es gibt aber auch noch die berechtigten Interessen der Mitarbeiter.
Um die durchsetzen zu können, wurde das Streikrecht erfunden.
Beitrag vom 22.02.2010 - 18:19 Uhr
Ganz genau.