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Beitrag 31 - 45 von 53
Beitrag vom 09.10.2024 - 15:08 Uhr
UserEricM
User (7338 Beiträge)
Theoretisch vielleicht alles möglich ja, aber glauben Sie da wirklich dran, dass das so einfach funktioniert hätte? Die LH hat klare Vorstellungen, wie die Kostenstruktur in Zukunft aussieht. Die Gewerkschaften haben in verschiedensten Runden/Streiks/Diskussionen gezeigt, dass sie das so nicht mitgehen werden. Und da glauben Sie, dass ein einfaches Miteinander reden hier plötzlich zur zufriedenstellenden Lösung für alle geführt hätte? Sorry, das halte ich für sehr naiv.

"Einfach so" führt drüber reden natürlich nicht "plötzlich zur zufriedenstellenden Lösung für alle". Das hat auch keiner behauptet.
Ein "konstruktiver Dialog" muss natürlich von beiden Seiten gewollt und akzeptiert werden. Solange noch mindestens eine Partei sich größere Chancen durch Anwendung aggressiver Strategien ausrechnet, kommt der daher idR nicht zustande.

Meiner mittlerweile 35 jährigen Berufserfahrung nach (außerhalb der Luftfahrt, zeitweise als Mediator), ist aber miteinander über Konflikte zu reden, egal ob die Konflikte zwischen Kunde und Dienstleister oder zwischen Vorgesetzem und Mitarbeiter bestehen, im kommerziellen Umfeld _immer_ Teil einer Konfliktlösung - egal wie lange die Streitparteien benötigen, um das zu erkennen.
Beitrag vom 09.10.2024 - 15:10 Uhr
UserFloCo
Nicht mehr so Vielflieger
User (2230 Beiträge)
Ob das geklappt hätte...
Es wurde noch nicht einmal zur Diskussion gestellt.

Was zur Diskussion gestellt wurde: Wechsel zur VL ohne Tarifvertrag, ohne Betriebsvereinbarungen.
Bei Bezahlung der Blockstunde statt der Dienstzeit.
Unterm Strich bei der Arbeitsbelastung -30% Netto.
Und der Arbeitnehmer wird Freiwild.

Würden Sie das als Arbeitnehmer einfach so hin nehmen?

Darüber habe ich doch gar keine Aussage getroffen. Ich habe nur auf den Kommentar eines Users, der es scheinbar als Selbstgänger sieht, dass man einfach hätte miteinander sprechen können und schwubs die wupps gibt es eine günstige Lösung. Wenn man sich das Verhalten und die Zusammenarbeite der Gewerkschaften und UNternehmen anschaut, dann sehe ich das eben nicht.

Wie man aus so einer Aussage nun zu der Frage mit dem Unterton, ich würde denen raten, die sollten einfach alles mitmachen kommen kann, weiß ich nicht.
Beitrag vom 09.10.2024 - 15:13 Uhr
UserEin Leser dieser..
... Seite
User (853 Beiträge)
...
Ein hohes Maß an Zynismus im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern könnte man einem derartigen Vorgehen schlecht absprechen, auch weil es bei der CLH ja nicht ausschließlich den sprichwörtlichen Fantastilliarden verdienenden Piloten gibt, der ja eh schon ausgesorgt hat, sondern ein ganzes Spektrum verschiedener Gehaltsklassen, für die eine Beschäftigung zu 50-60% des alten Gehalts ein ernstes Problem werden kann...
...

Gibt es zu den Zahlen (50-60 %) Hintergründe oder sind diese nur mal so abgeschätzt worden?
Beitrag vom 09.10.2024 - 15:30 Uhr
UserFloCo
Nicht mehr so Vielflieger
User (2230 Beiträge)
Theoretisch vielleicht alles möglich ja, aber glauben Sie da wirklich dran, dass das so einfach funktioniert hätte? Die LH hat klare Vorstellungen, wie die Kostenstruktur in Zukunft aussieht. Die Gewerkschaften haben in verschiedensten Runden/Streiks/Diskussionen gezeigt, dass sie das so nicht mitgehen werden. Und da glauben Sie, dass ein einfaches Miteinander reden hier plötzlich zur zufriedenstellenden Lösung für alle geführt hätte? Sorry, das halte ich für sehr naiv.

"Einfach so" führt drüber reden natürlich nicht "plötzlich zur zufriedenstellenden Lösung für alle". Das hat auch keiner behauptet.

Ich zitiere mal @Bird Strike, auf den ich ja geantwortet habe:

"Man hätte das gesamte CLH Personal ganz einfach im Boot haben können.
- Bestandspersonal zu bestehenden Bedingungen zur VL.
- Neueinsteiger mit neuen Verträgen.
Schon wär der Drops gelutscht gewesen ( C Werner Brösel )
Aber nein. Es muss mit der Brechstange gemacht werden."

Sicher, dass es keiner behauptet hat, dass das ganz einfach ginge? Dann verstehen wir den teil einfach anders.

Ein "konstruktiver Dialog" muss natürlich von beiden Seiten gewollt und akzeptiert werden. Solange noch mindestens eine Partei sich größere Chancen durch Anwendung aggressiver Strategien ausrechnet, kommt der daher idR nicht zustande.

Sicher, aber selbst hier fehlt mir wirklich die Vorstellung, dass das so durchführbar wäre.
Mal alles ganz wertungsfrei:
Die Gewerkschaften haben schon mehrfach klar gemacht, dass Sie diese Neugründungen zu günstigeren Konditionen nicht mitgehen. Wenn es einen neuen Flugbetrieb gibt, dann wird sofort versucht diesen zu tarifieren, wobei sich in der Regel an bestehenden anderen Tarifverträgen orientiert wird.
Das Unternehmen hat mehrfach klar gemacht, dass die Kosten in den bestehenden Unternehmen zu hoch sind. Hat auch mehrfach angekündigt, dass man in den bestehenden Strukturen nicht mehr wachsen will, sondern sich nach neue Möglichkeiten umschaut. Entweder neue AOCs oder gar Ausland und Co.

Diese beiden konträren Vorstellungen werden in quasi jedem Tarifkonflikt immer wieder mit durch thematisiert; manchmal ganz offen, manchmal unterschwellig, in seltenen Fällen gar nicht.

Da fehlt mir wirklich der Glaube, dass das so einfach gehen sollen.
Beitrag vom 09.10.2024 - 15:53 Uhr
UserChristian159
User (1816 Beiträge)
Aber wieso sollte man für 50-60% eines anscheinend unterdurchschnittlichen Gehaltes arbeiten, wenn die Nachfrage nach Piloten das Angebot übersteigt? Wenn die LHX genügend Piloten bekommen will, dann muss sie auch die entsprechenden Gehälter zahlen! Sonst hat sich das Thema schnell erledigt.

Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die ganze Belegschaft der CLH nur aus Piloten besteht.
Bitte unterdrücken Sie doch mal kurz Ihre Fixierung auf Piloten, wenn Sie auf einen Beitrag antworten, der sich ausdrücklich auf schlechter bezahlte Jobs als Piloten bezieht.
Die geplante Schließung betrifft doch vermutlich alle Mitarbeiter, oder?

Haben Sie eine Quelle, dass alle zukünftigen Mitarbeiter der LHX 40-50% weniger verdienen als man heute bei CLH verdient. Oder geht es hier nur um Piloten?
Beitrag vom 09.10.2024 - 17:51 Uhr
UserEricM
User (7338 Beiträge)
...
Ein hohes Maß an Zynismus im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern könnte man einem derartigen Vorgehen schlecht absprechen, auch weil es bei der CLH ja nicht ausschließlich den sprichwörtlichen Fantastilliarden verdienenden Piloten gibt, der ja eh schon ausgesorgt hat, sondern ein ganzes Spektrum verschiedener Gehaltsklassen, für die eine Beschäftigung zu 50-60% des alten Gehalts ein ernstes Problem werden kann...
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Gibt es zu den Zahlen (50-60 %) Hintergründe oder sind diese nur mal so abgeschätzt worden?

Das war nur als Beispiel gedacht und sollte verdeutlichen, dass man sich bei solchen Diskussionen nicht nur auf die am Besten verdienenden Arbeitnehmer konzentrieren sollte.
Dazu gibt es weder konkrete Hintergründe noch Quellen noch war das eine Abschätzung für den konkreten Fall City Airlines, Piloten oder nicht-Piloten.

Laut @Bird Strike soll es sich um 70% handeln.

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2024 17:55 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.10.2024 - 18:26 Uhr
UserChristian159
User (1816 Beiträge)

Laut @Bird Strike soll es sich um 70% handeln.

So wie ich das lese schreibt @Bird Strike von -30% bei Piloten.
Ich dachte Sie beziehen sich nicht auf Piloten, sondern â??ausdrücklich auf schlechter bezahlte Jobs als Pilotenâ??.
Beitrag vom 09.10.2024 - 23:42 Uhr
UserEricM
User (7338 Beiträge)

Laut @Bird Strike soll es sich um 70% handeln.

So wie ich das lese schreibt @Bird Strike von -30% bei Piloten.
Ich dachte Sie beziehen sich nicht auf Piloten, sondern â??ausdrücklich auf schlechter bezahlte Jobs als Pilotenâ??.

Nachdem das die einzige Zahl ist, die wir hier haben: Haben Sie Quellen, aus denen sich ein Verzicht auf Reduktionsforderungen oder geringere prozentuale Abzüge bei Kündigung/Neueinstellung der niedrigeren Gehaltsgruppen rauslesen lassen, bzw dass es überhaupt unterschiedlche prozentuale Abzüge geben soll?
Beitrag vom 11.10.2024 - 08:27 Uhr
UserChristian159
User (1816 Beiträge)

Laut @Bird Strike soll es sich um 70% handeln.

So wie ich das lese schreibt @Bird Strike von -30% bei Piloten.
Ich dachte Sie beziehen sich nicht auf Piloten, sondern â??ausdrücklich auf schlechter bezahlte Jobs als Pilotenâ??.

Nachdem das die einzige Zahl ist, die wir hier haben: Haben Sie Quellen, aus denen sich ein Verzicht auf Reduktionsforderungen oder geringere prozentuale Abzüge bei Kündigung/Neueinstellung der niedrigeren Gehaltsgruppen rauslesen lassen, bzw dass es überhaupt unterschiedlche prozentuale Abzüge geben soll?

Naja, die gleiche â??Quelleâ?? hat ja z. B. behauptet, es gäbe keine â??Abzügeâ?? bei Technik und Büro.
Wobei ich diese â??Quelleâ?? nicht als solche bezeichnen würde.
Wie dem auch sei: die Nachfrage nach diesen Tätigkeiten scheint ja groß zu sein, der Arbeitgeber wir dem über die Arbeitsbedingungen Rechnung tragen müssen, wenn er genug Personal bekommen will.
Beitrag vom 14.10.2024 - 14:42 Uhr
UserBird Strike
User (24 Beiträge)
Ja. Es gibt das Angebot zu wechseln.
Es gibt dazu auch eine Gehaltstabelle.
Mit einem Aufschlag garantiert auf 10 Jahre.
Der das gleiche Bruttogehalt wie bei CLH garantieren soll.

Jetzt kommt das aber.
- ohne Arbeitszeitregelung
- das Ende der Tabelle ist geringer als bei CLH
- die Bezahlung erfolgt gem. Blockstunde

Wenn man allein die Blockbezahlung gegen die FDZ Bezahlung stellt.
Kommt man schon auf das -30% Netto das dort bezahlt wird.
Beitrag vom 14.10.2024 - 14:44 Uhr
UserBird Strike
User (24 Beiträge)
Und auf die Frage sollen CRJ bereedert werden?
Nein.
Allerdings war avisiert, dass nach und nach der CRJ ausgetauscht wird.
Gegen Busse oder C Serie.
Die C Serie soll jetzt zu VL.
Und die Busse die die CLH betreibt auch.
Beitrag vom 14.10.2024 - 19:12 Uhr
UserChristian159
User (1816 Beiträge)
Ja. Es gibt das Angebot zu wechseln.
Es gibt dazu auch eine Gehaltstabelle.
Mit einem Aufschlag garantiert auf 10 Jahre.
Der das gleiche Bruttogehalt wie bei CLH garantieren soll.

Dann ist aber zumindest die These, dass â??30% weniger für manche ein echtes Problem sein könnteâ??, vom Tisch!
Beitrag vom 14.10.2024 - 20:20 Uhr
UserA320Fam
User (2318 Beiträge)

Gegen Busse oder C Serie.
Die C Serie soll jetzt zu VL.
Und die Busse die die CLH betreibt auch.

Das werden ja dann wohl Neuauslieferungen, also keine CSeries sondern 220iger Busse ... 😉
Beitrag vom 15.10.2024 - 04:40 Uhr
UserBird Strike
User (24 Beiträge)
Ja. Es gibt das Angebot zu wechseln.
Es gibt dazu auch eine Gehaltstabelle.
Mit einem Aufschlag garantiert auf 10 Jahre.
Der das gleiche Bruttogehalt wie bei CLH garantieren soll.

Dann ist aber zumindest die These, dass â??30% weniger für manche ein echtes Problem sein könnteâ??, vom Tisch!

Ja. Es gibt das Angebot zu wechseln.
Es gibt dazu auch eine Gehaltstabelle.
Mit einem Aufschlag garantiert auf 10 Jahre.
Der das gleiche Bruttogehalt wie bei CLH garantieren soll.

Dann ist aber zumindest die These, dass â??30% weniger für manche ein echtes Problem sein könnteâ??, vom Tisch!

Ich sehe schon: die Verarschung des Arbeitgebers ist immer noch nicht verstanden.

Der Aufschlag der angebotenen wird bezieht sich auf den Unterschied der Bruttogehälter.

Sowohl Kabine als auch Cockpit der CLH haben ein deutlich größeres Nettogehalt weil sie im Schnitt 20% Ã?berstunden schuften.
Das ist kein Mal. Das ist ein Dauerzustand seit mehr als 20 Jahren.
Diese Ã?berstunden bedingen die ca. 30% mehr Netto.
Da sie besser bezahlt werden als die Stunden die im Grundgehalt zu finden sind.
Da setzt die Nummer mit VL jetzt an.
Auch wenn 10 Jahre ein Bruttoaufschlag bezahlt wird für Wechsler.
1. Das gleiche Endgehalt wird nicht erreicht da die Jahresstufen weniger sind.
2. Es ist nicht tarifiert. Kann jederzeit vom Arbeitgeber geändert werden.
3. Jungen Wechslern wird nach 10 Jahren das Gehalt aufgrund des wegfallens der Zulage deutlich gekürzt.
Denen die dann noch nicht im Ruhestand sind.
4. Aufgrund der Blockstundenbezahlung werden keine Ã?berstunden mehr bezahlt.
In der Kurzstrecken Operation fallen selten mehr als 65 Stunden Block im Monat an.
Obschon der Mitarbeiter 130 Stunden Dienst gehabt hat.
Hier hängt vor allem der Hammer.
Jeder normal sterbliche bekommt seine Arbeitsstunde bezahlt.
Der Arbeitgeber in der Luftfahrt bezahlt meist nur die Flugstunde.
Ausnahme sind aufgrund von Tarifverträgen in Deutschland die CLH und meines Wissens auch EW.
Das möchte Spohr nun gerne wieder los werden.

Vergleich Kurzstrecke/Langstrecke:
LR: 1:20 Vorbereitungszeit. 15 min Checkout. 10 Flugstunden. 1 leg. 11:35 Dienst.
Bei FDZ Bezahlung müssen 11:35 bezahlt werden. Bei Block zumindest 10 Stunden.
Kurzstrecke: 1:20 Vorbereitungszeit. 15 min Checkout. 5 Legs. 5 Flugstunden. 11:35 Dienst.
Bei CLH müssen 11:35 bezahlt werden.
Bei VL nur 5 Stunden Block obwohl der Mitarbeiter 11:35 zur Verfügung stand.
Lustiger wird's noch wenn Flüge ausfallen und Wartezeit anfällt.
Bei CLH ist das Dienst. Der Mitarbeiter kann nichts dafür wenn die Firma Flüge streicht
Bei VL sitzt der Mitarbeiter unverschuldet unbezahlt rum.
In jedem anderen Job muss der Arbeitgeber zusehen, dass er seinen Mitarbeiter Arbeit verschafft.
Damit es wirtschaftlich bleibt.
Bei Blockzeit Bezahlung ist das wurscht.
Es wird nur die Flugstunde bezahlt. Auch wenn der Mitarbeiter 14 Stunden im Dienst ist.
Und im Extremfall nur einen Flug hat.

Hier hängt der Hammer.
Beitrag vom 15.10.2024 - 07:42 Uhr
Usercontrail55
User (6315 Beiträge)
@Birdstrike
Kurze Verständnisfrage. Wie hoch ist denn bei CLH der Wert einer Stunde FDZ? Bei BH in der Regel um 1/70 des Grundgehalts. Danke