Beitrag vom 14.09.2026 - 11:29 Uhr
Wieso kann eigentlich ein europäisches Unternehmen, welches m.E. keine Geschäfte in den USA tätigt, dort eine Insolvenz nach Chapter 11 durchführen?
Und könnte das u.U. für LH bedeuten das sie Ihre 10 % Beteiligung, ohne Entschädigung, verlieren?
https://de.wikipedia.org/wiki/Chapter_11
Daraus:
"Häufig müssen die Anteilseigner des insolventen Unternehmens nach Abschluss der Insolvenz entschädigungslos auf ihre Rechte am Unternehmen verzichten, da das Gericht alle Altverbindlichkeiten des Unternehmens und Rechte an ihm aufhebt (engl. rights and interests are being terminated). An die Stelle der Alteigentümer rücken dann anteilig die Gläubiger, entsprechend ihrem Anteil an den Gesamtverbindlichkeiten. Oft übersteigen die Verbindlichkeiten das Unternehmensvermögen, so dass am Ende des Insolvenzverfahrens die bisherigen Eigentümer mit leeren Händen dastehen, ..." .
Verstehe ich das richtig?
Beitrag vom 14.09.2026 - 13:26 Uhr
Wieso kann eigentlich ein europäisches Unternehmen, welches m.E. keine Geschäfte in den USA tätigt, dort eine Insolvenz nach Chapter 11 durchführen?
Und könnte das u.U. für LH bedeuten das sie Ihre 10 % Beteiligung, ohne Entschädigung, verlieren?
https://de.wikipedia.org/wiki/Chapter_11
Daraus:
"Häufig müssen die Anteilseigner des insolventen Unternehmens nach Abschluss der Insolvenz entschädigungslos auf ihre Rechte am Unternehmen verzichten, da das Gericht alle Altverbindlichkeiten des Unternehmens und Rechte an ihm aufhebt (engl. rights and interests are being terminated). An die Stelle der Alteigentümer rücken dann anteilig die Gläubiger, entsprechend ihrem Anteil an den Gesamtverbindlichkeiten. Oft übersteigen die Verbindlichkeiten das Unternehmensvermögen, so dass am Ende des Insolvenzverfahrens die bisherigen Eigentümer mit leeren Händen dastehen, ..." .
Verstehe ich das richtig?
Im Insolvenzfalle normal, wenn die Gesellschafter nicht nachschießen, dann verlieren sie häufig alles (bei Abwicklung bliebt, nach Bedieung der Verbindlichkeiten zu %_Satz X, eh nichts mehr übrig).
Beitrag vom 14.09.2026 - 13:42 Uhr
Die Airline ist der wichtigste Wetlease-Partner von Lufthansa.
Die LH Group hat das schon kräftig herunter gefahren, LH baut mehr und mehr auf die eigene City Airline.
Die 10% Beteiligung waren wohl auch eher schlecht angelegtes Geld.
Beitrag vom 14.09.2026 - 13:48 Uhr
Wieso kann eigentlich ein europäisches Unternehmen, welches m.E. keine Geschäfte in den USA tätigt, dort eine Insolvenz nach Chapter 11 durchführen?
Das ist möglich, wenn das Unternehmen in den USA einen Geschäftsbetrieb, einen Sitz oder auch nur (selbst geringes) Vermögen hat. Irgend ein Bankkonto werden sie ja wohl auch in den USA haben.
Und könnte das u.U. für LH bedeuten das sie Ihre 10 % Beteiligung, ohne Entschädigung, verlieren?
Ja, aber wieso sollten sie fürs Nichtbegleichen von Verbindlichkeiten auch noch eine Entschädigung erhalten? Wäre zwar ein interessantes Geschäftsmodell, aber soweit ist noch nicht mal Trump nach einer verlorenen Runde Golf.
Jedenfalls ja, sie würden ihren Anteil verlieren. Sofern sie sich nicht anderslautend mit den Gläubigern einigen. Denen steht es frei, auf ihre Kosten die LH z.B. zwecks Fortführung der Geschäfte weiterhin beteiligt sein zu lassen.
Die Anerkennung einer im Ausland geregelten Insolvenz muss/ist/sollte im Heimatstaat geregelt sein. Sie gilt zwar nicht automatisch als gegeben, aber de facto dürfte sie es sein bzw. dürfte es schwierig sein, sie zu unterlaufen. Das macht es übrigens für die Politik möglich, heimische Wohltaten zu versprechen und dann internationale Verträge als Grund für deren Nichterfüllung vorzuschieben.
Beitrag vom 14.09.2026 - 15:22 Uhr
Wieso kann eigentlich ein europäisches Unternehmen, welches m.E. keine Geschäfte in den USA tätigt, dort eine Insolvenz nach Chapter 11 durchführen?
Und könnte das u.U. für LH bedeuten das sie Ihre 10 % Beteiligung, ohne Entschädigung, verlieren?
https://de.wikipedia.org/wiki/Chapter_11
Daraus:
"Häufig müssen die Anteilseigner des insolventen Unternehmens nach Abschluss der Insolvenz entschädigungslos auf ihre Rechte am Unternehmen verzichten, da das Gericht alle Altverbindlichkeiten des Unternehmens und Rechte an ihm aufhebt (engl. rights and interests are being terminated). An die Stelle der Alteigentümer rücken dann anteilig die Gläubiger, entsprechend ihrem Anteil an den Gesamtverbindlichkeiten. Oft übersteigen die Verbindlichkeiten das Unternehmensvermögen, so dass am Ende des Insolvenzverfahrens die bisherigen Eigentümer mit leeren Händen dastehen, ..." .
Verstehe ich das richtig?
Im Insolvenzfalle normal, wenn die Gesellschafter nicht nachschießen, dann verlieren sie häufig alles (bei Abwicklung bliebt, nach Bedieung der Verbindlichkeiten zu %_Satz X, eh nichts mehr übrig).
Es geht um Chapter 11 (Erhalt und 'Gesundung' der Firma), nicht um Chapter 7 (Abwicklung).
Heißt: BT bleibt (im Erfolgsfalle) bestehen, und - da die Gläubiger zu neuen Anteilseignern werden - sind die bisherigen Anteilseigner (so auch LH) ihre Anteile los (und damit auch ihre finanziellen Einlagen...). Und dann damit zukünftig auch keine Ansprüche mehr, auch nicht auf eventuelle Gewinne.
Beitrag vom 14.09.2026 - 15:34 Uhr
Die Airline ist der wichtigste Wetlease-Partner von Lufthansa.
Die LH Group hat das schon kräftig herunter gefahren, LH baut mehr und mehr auf die eigene City Airline.
""Unter einem bis 2028 geschlossenen Wetlease-Rahmenvertrag kann Lufthansa in Spitzenzeiten bis zu 21 A220-300 von Air Baltic ins eigene Netz ziehen. Der Konzern will mittelfristig aber mit weniger Wetlease-Unterstützung auskommen.
"Für den Sommerflugplan 2027 rechnen wir mit einer verlässlichen Unterstützung unserer Airline-Partner, um unseren Kundinnen und Kunden weiterhin ein stabiles und attraktives Flugangebot anbieten zu können", sagte eine Lufthansa-Sprecherin aero.de. "Auch mit Air Baltic wurden die für den Sommer 2027 vorgesehenen Kapazitäten bereits frühzeitig festgelegt.""
Fragt sich ob man sich unter Chapter 11 noch seitens BT daran hält/ halten muss?
Die 10% Beteiligung waren wohl auch eher schlecht angelegtes Geld.
Beitrag vom 14.09.2026 - 21:49 Uhr
Wie schon vor einigen Monaten geschrieben wird das Überleben bis Ende des Jahres schwer als Fluglinie. Es gibt keine Aussicht auf eine Besserung. Einen Heimatmarkt gibt es praktisch nicht, ein Fliegen nach Osten auch nicht. Es ist eine Sackgasse und das Konzept so nicht umsetzbar. Ob mit 12 A223 von Rostock aus ein Überleben möglich wäre? Keine Ahnung aber viele Option gibt es nicht mehr.
Beitrag vom 15.09.2026 - 13:02 Uhr
Fragt sich ob man sich unter Chapter 11 noch seitens BT daran hält/ halten muss?
Grundsätzlich ja.
Der Schuldner kann allerdings feststellen lassen, dass der Vertrag nicht mehr eingehalten werden kann, wird dadurch vertragsbrüchig und somit schadenersatzpflichtig und der Vertragspartner zum Gläubiger.
Beitrag vom 15.09.2026 - 15:44 Uhr
Fragt sich ob man sich unter Chapter 11 noch seitens BT daran hält/ halten muss?
Grundsätzlich ja.
Der Schuldner kann allerdings feststellen lassen, dass der Vertrag nicht mehr eingehalten werden kann, wird dadurch vertragsbrüchig und somit schadenersatzpflichtig und der Vertragspartner zum Gläubiger.
Danke für die Erläuterung.