Beitrag vom 09.06.2026 - 17:04 Uhr
Ich verstehe die Frustration. Zu einem Zeitpunkt wo der Konkurrent schwächelt, wird man von Zulieferern gebremst.
Beitrag vom 09.06.2026 - 17:34 Uhr
Airbus wurde 1970 gegründet. Darin aufgegangen sind traditionsreiche Luftfahrzeughersteller mit sehr viel Know-how.
Ab 1974 wurde der A300 serienmäßig ausgeliefert. Alle Modelle bis auf den A380 waren doch recht erfolgreich.
Meines Erachtens hat man es schlicht versäumt, einen Triebwerkhersteller ganz oder teilweise zu erwerben oder aber selbst in die Entwicklung und ggf. sogar Produktion einzusteigen. Triebwerkshersteller gab und gibt es übrigens nicht nur im "Westen", sondern auch im Osten, z.B. in der Ukraine.
Ich sehe es ähnlich zu der Fehlallokation von Automobilmarken bei Volkswagen. Nicht wenige davon wurden aus reinem Prestigedenken teuer erworben, auch noch zu einem Zeitpunkt als jedem klar war, daß die Zukunft in der Automobilelektronik liegt. Hier ist man bis zum heutigen Tag von Drittanbietern abhängig. Meines Erachtens war es ein entscheidender Fehler von Ferdinand Piech, Investitionen in Prestigemarken statt in Fahrzeugelektronik zu lenken.
Beitrag vom 09.06.2026 - 20:54 Uhr
@Tino Riva
Es hat schon seinen Grund, dass kein Flugzeughersteller selbst in die Produktion von Triebwerken eingestiegen ist. Für die Airlines wäre das maximal unattraktiv, alle Synergieeffekte zur Bestandsflotte würden mit einem "Triebwerkszwang" flöten gehen. Denn natürlich würde es zu einem solchen kommen. Würde Airbus z.B. das CFM-Programm kaufen, warum sollte es dann noch P&W als Option anbieten?
Die marktbeherrschende Stellung der Duopolisten Airbus und Boeing würde noch erdrückender. Gut möglich übrigens, dass aus diesem Grund die Kartellbehörden den Riegel vorschieben würden.
Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der Zukauf eines Triebwerksherstellers unattraktiv. Man hätte zusätzlich zum Entwicklungsrisiko für das Flugzeug ein zweites großes Risiko für den Antrieb zu schultern. Beispiel: Rolls-Royce hat in das Trent XWB neun Jahre Arbeit und $2 Mrd. Eigenkapital gesteckt. Und das XWB ist letztlich nur eine Weiterentwicklung einer Serie, die seit 1990 gebaut wird.
Wer das Triebwerk zukauft, hat diese Belastung nicht. Der Triebwerkshersteller muss sehen, wo er bleibt, und Konventionalstrafen zahlen, wenn er zu spät oder nicht im vereinbarten Rahmen liefert.
Dieser Beitrag wurde am 09.06.2026 20:55 Uhr bearbeitet.