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Beitrag 1 - 10 von 10
Beitrag vom 11.05.2022 - 12:29 Uhr
UserFRAHAM
User (236 Beiträge)
Ich hätte eher gedacht, dass man auf Basis der ERJ-135/145 den Prop weiter entwickelt. Der Bedarf in dem Segment hätte ich für höher und/oder dringender eingeschätzt, da dort in Gänze das ältere Material im Einsatz sein müsste.

Was ich mich nur Frage - ist es nicht so, dass Propeller in ihrem Aktionsradius größer sind als "Jet-Triebwerke" (sorry, mir fällt kein besseres Wort ein). Besteht da nicht eine ungleich höhere Gefahr der Beschädigung, als bei den klassischen Modellen wie ATR/DHC/Fokker, selbst Saab/Jetstream - Stichwort Hochgeschleuderte Verunreinigungen durch das Hauptfahrwerk.
Beitrag vom 11.05.2022 - 12:56 Uhr
UserVJ 101
User (1161 Beiträge)
Ein sehr vielversprechendes Programm, Embraer wird dann auf wenig Konkurrenz treffen, es darf nicht vergessen werden, dass über die Hälfte der Weltbevölkerung innerhalb eines 4.000 km Kreises lebt - der Markt ist damit gigantisch.
Beitrag vom 11.05.2022 - 13:26 Uhr
UserFRAHAM
User (236 Beiträge)
Ich frage mich, ob die Kennzahl die richtige ist in diesem Kontext. Das würde für mich nicht unbedingt für dieses Konzept sprechen (aber auch nicht dagegen).

Denn zum einen ist > 1.500km in einer Prop ein recht großer Unterschied in der Reisezeit, weshalb ich es anzweifeln würde, dass dieses Modell auf der Streckenlänge erfolgreich wäre. Und bei näher zusammenliegenden Zielen je nach Wirtschaftskraft/Nachfrage auch größere Maschinen sicherlich auch Kostenvorteile pro Sitzplatz liefern könnten. D.h. für mich wäre der Markt der, der jetzt durch die ATR72 oder DHC-8-400 bedient wird. Ob man dadurch wirklich die E2/A220 angreifen kann, erschliesst sich mir nicht.
Beitrag vom 11.05.2022 - 14:49 Uhr
UserJumpfly
User (301 Beiträge)
@VJ101
Könnten Sie das mit der Hälfte der Weltbevölkerung im Umkreis von 4000km genauer erklären. Mir fallen von Hawaii über Afrika, Neuseeland... unendliche viele Stellen unserer Erde ein wo im Umkreis von 4000km nur kleine Bruchteile der Weltbevölkerung leben.
Beitrag vom 11.05.2022 - 18:17 Uhr
UserVJ 101
User (1161 Beiträge)
@VJ101
Könnten Sie das mit der Hälfte der Weltbevölkerung im Umkreis von 4000km genauer erklären. Mir fallen von Hawaii über Afrika, Neuseeland... unendliche viele Stellen unserer Erde ein wo im Umkreis von 4000km nur kleine Bruchteile der Weltbevölkerung leben.

Gerne:
Wenn Sie den Ort Myitkyina (oder zumindest in dieser Gegend) in Myanmar (Birma) nehmen und einen Kreis mit Radius 4.000 km ziehen, haben Sie ein Gebiet mit mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung umschrieben.
Beitrag vom 12.05.2022 - 13:53 Uhr
UserJumpfly
User (301 Beiträge)
Ok, der Ort muss also sehr genau passen, dann könnte das sein.
Wenn Sie sich allerdings die Flotten in China mal anschauen so fliegen dort kaum Props. Da hat viele Gründe. Einseits wird der Luftraum dort durch zahlreiche Restriktionen nur wenig effektiv genutzt. Dann bekommt man zwischen den meisten Flughäfen problemlos eine 737/320 voll, zwischen großen auch Widebodies. Und zu allem Überfluss sind viele Airports dort bereits jetzt an der Auslastungsgrenze. Wenn ich für China nun einen Trend deuten müsste dann würde der exakt gegenteilig verlaufen, also zu größeren Flugzeugen um die kapazitäten zu erhöhen ohne den Luftraum zusätzlich zu belasten.
Beitrag vom 12.05.2022 - 14:36 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (734 Beiträge)
Ein sehr vielversprechendes Programm, Embraer wird dann auf wenig Konkurrenz treffen, es darf nicht vergessen werden, dass über die Hälfte der Weltbevölkerung innerhalb eines 4.000 km Kreises lebt - der Markt ist damit gigantisch.

Und wenn interessiert das?

V.a. 4000km fliegt keiner mit Turboprop.

Die Frage ist schon wo relevante Reiserouten liegen.
Beitrag vom 12.05.2022 - 22:53 Uhr
UserVJ 101
User (1161 Beiträge)
Ein sehr vielversprechendes Programm, Embraer wird dann auf wenig Konkurrenz treffen, es darf nicht vergessen werden, dass über die Hälfte der Weltbevölkerung innerhalb eines 4.000 km Kreises lebt - der Markt ist damit gigantisch.

Und wenn interessiert das?

Hersteller von Verkehrsflugzeugen interessieren sich für Absatzmärkte.

V.a. 4000km fliegt keiner mit Turboprop.

Die Frage ist schon wo relevante Reiserouten liegen.
Beitrag vom 13.05.2022 - 12:04 Uhr
UserJumpfly
User (301 Beiträge)
Im Fale von Turboprops ist die Ballung von Menschen auf engem Raum allerdings ein massiver Nachteil. Da wird man große Flugzeuge nutzen. Props sind eher für weniger dicht besiedelte Regionen gut geeignet, dort wo die deutlich gewinnträchtigeren Modelle wie 737/320 nicht voll werden. Der größere Absatzmarkt für Props ist daher mMn eher Afrika, Inselländer, Ozeanien...
Beitrag vom 13.05.2022 - 19:03 Uhr
UserGustl
User (276 Beiträge)
Der größere Absatzmarkt für Props ist daher mMn eher Afrika, Inselländer, Ozeanien...

@Jumpfly, da irrst Du ein wenig. Dünnbesiedeltes Gebiet in entwickelten Ländern ist ein wesentliches Einsatzgebiet. Island-Hopping ist nur ein Aufgabe der Turboprops und in Afrika ist fliegerisch gesehen Muttertag.

Ich habe Deine Vermutung aufgenommen und den weltweiten Einsatz der häufigsten, westlichen Turboprop-Typen mit über 30 Paxen nach Staaten analysiert.

Von den fast 2500 bei Fluggesellschaften aktiven Turboprops fliegen zur Zeit 49% in den hoch entwickelten Ländern: 20% in USA/Canada; 17% in Europa (EU; EFTA und GB); 9% in Australien/Neuseeland und 3% in Japan.

In ganz Afrika sind dagegen nur 10% dieser Turboprops gelistet.

Zahlenmäßig nach Ländern wurden aktive Turboprops folgender Typen identifiziert : 1107 ATR42/72; 853 Dash8; 520 Übrige (Fokker 50; ATP; Saab 2000; Saab 340; EMB 120, DO 328Prop).

Nur für Exoten wie Fokker 27, Shorts 330/360; Shorts Skyvan, russische Antonovs oder zivil genutzte Militärtypen habe ich keine Zahlen.
Gruß Gustl