Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Eurowings prüft Kurzarbeit in Deuts...

Beitrag 1 - 11 von 11
Beitrag vom 16.10.2026 - 12:26 Uhr
Usertop_pax
User (489 Beiträge)
Eurowings könnte doch die Strecken der CLH übernehmen die jetzt die Mainline fliegen muss. Es wird doch immer erzählt das EW so viel günstiger und damit wettbewerbsfähiger als die teure Mainline ist...
Beitrag vom 16.10.2026 - 12:36 Uhr
Userleonpd
User (90 Beiträge)
die Überschrift ist nicht ganz richtig. Eurowings stehen Tarifverhandlungen in's Haus und sie suchen einen möglichst alles erschlagenden Ausweg.
Beitrag vom 16.10.2026 - 13:24 Uhr
UserVB
User (521 Beiträge)
Eurowings könnte doch die Strecken der CLH übernehmen die jetzt die Mainline fliegen muss. Es wird doch immer erzählt das EW so viel günstiger und damit wettbewerbsfähiger als die teure Mainline ist...

Eurowings könnte auch die Cargo-A321 übernehmen.

Dass das technisch geht steht wohl außer Frage. Die CLH-Strecken und Cargo-Strecken sind aber (von Ausnahmen abgesehen vielleicht) nicht an den Eurowings-Standorten, das heißt man müsste das Personal zum Beispiel von Köln erst einmal nach Frankfurt transferieren und dann stellt sich die Frage, wie sinnvoll das wirtschaftlich ist gegenüber einem Modell mit Kurzarbeit+Bedienung der Strecken mit vor Ort stationiertem Personal aus anderen LH-Airlines.

Und das Thema Tarifverhandlungen wurde schon genannt.

P.S. wenn man sich anschaut, wie lange man gerade von Köln und Düsseldorf nach Berlin mit der Bahn fährt, müsste der innerdeutsche Verkehr von NRW nach Berlin doch eigentlich eine Goldgrube und ein sinnvolles Einsatzgebiet für Eurowings sein, anstatt Kurzarbeit einzuführen. Bzw. wenn man die Flieger jetzt nicht zu hohen Preisen voll bekommt, dann ist der dezentrale innerdeutsche Verkehr wohl wirklich nicht mehr zu retten und mehr oder weniger Geschichte.
Und nächstes Jahr gibt es 3 Monate (im Sommer) lang keine Direktverbindungen mit ICE von Frankfurt Flughafen nach NRW. Kommen dann temporär Eurowings-Hubzubringer von CGN nach FRA, oder sollen LH-Fluggäste mit dem ICE durchs Rheintal bis Mainz fahren und dann auf die S8 nach FRA umsteigen?

Dieser Beitrag wurde am 16.10.2026 13:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.10.2026 - 13:34 Uhr
Usercontrail55
User (6344 Beiträge)
Eurowings könnte doch die Strecken der CLH übernehmen die jetzt die Mainline fliegen muss. Es wird doch immer erzählt das EW so viel günstiger und damit wettbewerbsfähiger als die teure Mainline ist...
Ganz grundsätzlich gefragt, gibt es denn einen Mangel an Fliegern? Oder ist man, jetzt mitten in der Neustrukturierung der KS LHG, auf dem Weg zum passenden Volumen im Winterflugplan bereits angekommen?
Die Wetleases werden systemweit reduziert, scheint zu passen.
Beitrag vom 16.10.2026 - 13:38 Uhr
Usermucin
User (360 Beiträge)
die Überschrift ist nicht ganz richtig. Eurowings stehen Tarifverhandlungen in's Haus und sie suchen einen möglichst alles erschlagenden Ausweg.
"Sorry Leute - ihr seid ja eh super und viel produktiver als dieses Fass-ohne-Boden Cityline. Aber wenn ihr jetzt nicht noch produktiver werdet, müssen wir euch leider in die Kurzarbeit schicken."
Beitrag vom 16.10.2026 - 13:42 Uhr
Usercontrail55
User (6344 Beiträge)
die Überschrift ist nicht ganz richtig. Eurowings stehen Tarifverhandlungen in's Haus und sie suchen einen möglichst alles erschlagenden Ausweg.
Mit Kurzarbeit?? Der alles erschlagende Ausweg wäre doch eher ein paar Crews wegen Überhangs zu entlassen. Da wissen dann die GW wirklich was Sache ist. Aber so??
Beitrag vom 16.10.2026 - 15:51 Uhr
UserAngros
User (916 Beiträge)
die Überschrift ist nicht ganz richtig. Eurowings stehen Tarifverhandlungen in's Haus und sie suchen einen möglichst alles erschlagenden Ausweg.
Mit Kurzarbeit?? Der alles erschlagende Ausweg wäre doch eher ein paar Crews wegen Überhangs zu entlassen. Da wissen dann die GW wirklich was Sache ist. Aber so??

Sind Sie Arbeitsrechtler?
Beitrag vom 16.10.2026 - 17:18 Uhr
Usercontrail55
User (6344 Beiträge)
die Überschrift ist nicht ganz richtig. Eurowings stehen Tarifverhandlungen in's Haus und sie suchen einen möglichst alles erschlagenden Ausweg.
Mit Kurzarbeit?? Der alles erschlagende Ausweg wäre doch eher ein paar Crews wegen Überhangs zu entlassen. Da wissen dann die GW wirklich was Sache ist. Aber so??

Sind Sie Arbeitsrechtler?
Nein, wieso?
Beitrag vom 16.10.2026 - 23:27 Uhr
UserNicci72
User (821 Beiträge)
die Überschrift ist nicht ganz richtig. Eurowings stehen Tarifverhandlungen in's Haus und sie suchen einen möglichst alles erschlagenden Ausweg.
Mit Kurzarbeit?? Der alles erschlagende Ausweg wäre doch eher ein paar Crews wegen Überhangs zu entlassen. Da wissen dann die GW wirklich was Sache ist. Aber so??

Sind Sie Arbeitsrechtler?
Nein, wieso?

Nach deutschem Arbeitsrecht hat man hier bei Eurowings als Arbeitgeber drei grundsätzlich rechtssichere Handhaben (wenn man einmal von freiwilligen Maßnahmen wie Auflösungsverträgen und Altersteilzeit absieht):
1.) Befristete Arbeitsverträge werden nicht verlängert. Nach dem Ablauf ihres Arbeitsvertrages sind die betroffenen Beschäftigten dann automatisch "raus".
2.) Durch Ruhestand frei werdende Stellen werden nicht mehr neu besetzt.
Es ist wohl davon auszugehen, dass auf diesen Wegen einschließlich freiwilliger Maßnahmen die Stellen in der Verwaltung eingespart werden sollen. Beim fliegenden Personal reichen diese Methoden aber anscheinend wohl nicht aus.
3.) Der Betriebsbereich wird geschlossen. D.h. im konkreten Fall: Eurowings wird geschlossen, so wie es mit Lufthansa Cityline passiert ist. Eine Langstrecke und Widebodies, die man als Betriebsbereich rechtssicher definieren und dann schließen könnte, hat man ja nicht mehr. Klappe zu, Affe tot. Nicht ganz. Nach deutschem Arbeitsrecht haben die betroffenen Beschäftigten zumindest Anspruch auf eine nach gewissen Kriterien bemessene Entschädigung. Ob darüber hinaus auch auf eine bestimmte befristete Lohnfortzahlung Anspruch besteht hängt maßgeblich von tarifrechtlichen Vereinbarungen ab. Kurzfristig würde das für die Lufthansa Group in jedem Fall ziemlich teuer werden. Aber das ist wohl nicht der entscheidende Punkt. Vor allem die Eurowings-Piloten wären dann ja erst einmal weg. Sicher: Manche werden sich bei Eurowings Europe Malta oder Discover bewerben und versuchen, dort dann einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen, sollte dort dann aufgestockt werden, um durch die Abwicklung von Eurowings entstandene Lücken zu kompensieren. Aber manche werden sich einen anderen Arbeitgeber suchen. Manche älteren werden vorzeitig in den Ruhestand gehen. Manche haben z.B. auch ein Studium absolviert und verfügen deshalb über berufliche Alternativen. Das würde deshalb schon kurzfristig ernsthafte Personal-Probleme verursachen. Wenn man dann in zwei bis drei Jahren aber womöglich wieder auf das alte Niveau oder gar über dieses hinaus wachsen wollen würde - woher würde man dann die ganzen Piloten dafür nehmen? Es gibt ein paar Branchen, in denen es Berufe mit Schlüsselqualifikationen gibt: kein Krankenhaus arbeitet ohne Arzt, kein Zug fährt ohne Triebfahrzeugführer (Herr Mehdorn hat das schmerzhaft lernen müssen), kein Flugzeug fliegt ohne Pilot.

Das Kurzarbeits-Modell ist in diesem Kontext betriebswirtschaftlich viel sinnvoller und darüber hinaus rechtskompatibel. Die Airline wird jedenfalls zunächst einmal einen Großteil der Lohnkosten für einen relevanten Teil der Beschäftigten los, hat bei eventuellem Bedarf die Mitarbeitenden aber trotzdem "on standby". Die arbeitsrechtlichen Bedingungen für Kurzarbeit dürften bei Eurowings erfüllt sein. Mit der Kurzarbeit im Unternehmen dürften Gewerkschaften zudem kaum größeres Mobilisierungspotential für einen Streik finden.

Einzelkündigungen aufgrund allgemeiner betriebswirtschaftlicher Umstände sind nach deutschem Arbeitsrecht dagegen aufwendig und ein juristisch ziemlich dünnes Brett, weil jedem einzelnen Gekündigten ein rechtskompatibler Kündigungsgrund nachzuweisen ist, arbeitsgerichtlich überprüfbar. Und die Piloten, die man auf diesem Weg dann einzeln "rausgekündigt" hat, die sind dann aber auch ganz weg - weil sie rechtlich gesehen eben als Einzelfall mit individueller, personenbezogener Begründung gekündigt wurden.

Aus der Perspektive des Eurowings-Managements macht es daher sicherlich Sinn so vorzugehen, wie man das jetzt tut.

Dieser Beitrag wurde am 17.10.2026 00:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.10.2026 - 09:31 Uhr
UserA320Fam
User (2333 Beiträge)
@Nicci72
Ich verstehe Ihren Kommentar nucht ganz. Steht denn eine Schliessung der EWG im Raum, woher nehmen Sie dass?
Beitrag vom 17.10.2026 - 10:15 Uhr
Usercontrail55
User (6344 Beiträge)
@Nicci72
Ich verstehe Ihren Kommentar nucht ganz. Steht denn eine Schliessung der EWG im Raum, woher nehmen Sie dass?
Das bezieht sich wohl auf den Beitrag mit der Verküpfung mit Tarifverhandlungen. Die sehe ich als nicht gegeben. Die Kurzarbeit verfolgt einen klar definierten Zweck und sichert diesen Zweck durch zahlreiche Hürden ab.
Ein AG muss nachweisen, dass der Auslöser für das reduzierte Arbeitsvolumen außerhalb seines Einflussbereiches liegt und dass die Reduzierung nur temporär ist. Das schränkt den Raum für 'Spielchen' sehr stark ein.
Die Neuverteilung des reduzierten Arbeitsvolumens ist mitbestimmungspflichtig. Da EWD während Corona schon einmal KA hatte, ist des Modell bereits erprobt, wenn nicht sogar durch einen TV oder BV definiert. Sollte man man sich auf Betriebsebene nicht einigen können, steht immer noch der Weg einer Zustimmung über eine Einigungstelle frei. Die wird sich sich da anschauen, wie wurde das damals gemacht. Insgesamt sehe ich da keine grundlegenden Probleme, wenn die Bundesarbeitsagentur die Kriterien als erfüllt ansieht und KA genehmigt.

Irgendwelche Tricksereien rund um die TV Cockpit braucht es meiner Meinung nach nicht. Die LHG hat gezeigt, dass sie agil genug ist drastische Maßnahmen einzuleiten, wenn die Sache aus dem Ruder läuft.

Interessant an der Maßnahme ist, wenn das die Situation bei EWD ist, wie ist die Lage bei anderen Playern in D? Kommt da noch was nach?