Beitrag vom 11.06.2026 - 08:59 Uhr
Das Ziehen der Reißleine war schon längst überfällig, allein schon die Tatsache, dass man sich von französischer Seite weigerte den "Quellcode" weiterzugeben, hätte die "Zusammenarbeit" beenden müssen, aber ein politisch initiiertes Projekt setzt natürlich andere Prioritäten als ein wirtschaftlich Fundiertes.
Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, und man liest überall von möglichen Alternativen, mehr oder weniger an die Realität und den wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten angepasst.
Airbus schnellt, wie zufällig, mit einem passenden Konzept hervor, dies deutet natürlich auf eine lange Zeit der Vorbereitung hinter den Kulissen hin, natürlich getrieben von der Möglichkeit, noch ein großes Stück von Kuchen der üppig fließenden Steuergelder im Rahmen der "Wehrtüchtigkeit" zu ergattern. Man muss mit dabei sein, solange die "Kriegstrommeln" mit ihrem ohrenbetäubenden Dröhnen zu vernehmen sind.
Aber jetzt die Frage, welches Konzept ist für uns am sinnvollsten, ein gänzlich neuer Flieger, selbst konstruiert sofern möglich, oder in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern?
Oder reicht nicht das in den nächsten Jahren bestehende Duo mit F35 und Eurofighter in den neuen Varianten aus, um abschreckend zu wirken, auch mit der Möglichkeit, immer bessere abstandsfähige Waffen zu entwickeln?
Man vernimmt oft deutliche Hinweise auf die "Vorbildfunktion" des Krieges zwischen Russland und der Ukraine, der aus meiner Sicht aber überhaupt nicht in den Rahmen westlicher Militärdoktrin und strategischen Vorgehens passt, er erinnert in Teilen eher einer Abnutzungsschlacht auf Basis des Ersten Weltkrieges, ergänzt durch moderne Instrumente, wie Drohnen, letztendlich aber nur eine Variante eines Grabenkrieges vergangener Zeiten. Luftwaffen spielen auf beiden Seiten kaum die Rolle, wie z. B. bei den Israelis, oder den Briten, die von Zypern aus mit dem Eurofighter bis in den Jemen hineinwirken.
Und dann bleibt natürlich noch die Alternative, nach der Ära Trump wieder mit den Amis in Kontakt zu treten, wenn sie denn bereit sind, neueste Technik zu verkaufen, um in 20 Jahren oder so, alle Bundeswehr- Flieger durch eine Neuanschaffung zu ersetzen.
Persönlich sehe ich die Gefahr, dass hier wieder unter dem Deckmantel der Abschreckung Milliarden verbrannt werden, für unsinnige Projekte, getrieben durch das Schreien der "Falken", die nicht nur der Sache dienlich sind, sondern auch ihren eigenen Interessen vertreten.
Beitrag vom 11.06.2026 - 19:04 Uhr
Mich würde mal interessieren, welche Rolle F35 o.ä. in der Ukraine spielen - die Ukrainer schaffen es immerhin, Russland mit Drohnen Paroli zu bieten und ihre Linien zu verteidigen. Wie gross ist dort der Einfluss und Nutzen bemannter Kampfflugzeuge?
Gut, Abschreckung ist sicher ein gewichtiger Wert. Es ist anzunehmen, dass alleine schon die Existenz von Abfangjägern die russische Seite vorsichtiger agieren lässt als wenn diese Abschreckung nicht vorhanden wäre. Trotzdem muss man dann feststellen, dass die (vermutlich wengen) vorhandenen Kampflugzeuge diesen Effekt schon ohne Vernetzung mit Drohnen erreichen, zumindest ist aus der Presse keine solche FCAS-ähnliche Vernetzung bekannt. Was also soll eine solche Vernetzung an zusätzlichen Vorteilen überhaupt bringen?
Das einzige bisher immer wieder bekannt gewordene Szenario ist der von Drohnen begleitete Kampfjet, der dann die Drohnen vorausschickt und sich selbst gar nicht in gegnerische Reichweite zu bringen braucht.
So ein Szenario ist aber eine Bankrotterklärung, denn wenn solche Drohnen erfolgreich agieren, dann spielt es keine Rolle, ob sie nach hinten Kontakt zu einem Flugzeug, einer Bodenstation oder vielleicht sogar gar nicht halten. Welche Vorteile soll eigentlich ein Ein- oder Zweimann-Kampfflugzeug gegenüber einem heimischen Steuerungszentrum haben? Das Wirkungsfeld im Cockpit ist nie so optimal wie es eine feste Rinrichtung sein kann. Der Vorteil des Cockpits ist doch nur die optische Sicht auf den Gegner - und wenn die nicht gebraucht wird, dann wird der bemannte Flieger schlicht überflüssig. Hinfliegen und bomben kann auch ein Automat.
Die logische Folge daraus ist, dass zwar weiterhin durchaus Kampfflugzeuge gebraucht werden, nicht aber ihre Fähigkeit, parallel fliegende Drohnen zu managen. Diese Fähigkeit bekommt man auf andere Weise einfacher, sicherer und last not least billiger.
Im übrigen wissen die Militärs schon seit jeher, dass Klasse durch Masse ersetzt in der Praxis meist bessere Resultate bringt: So ein paar supertolle Düsenjäger sind schnell ausser Gefecht gesetzt - wie man im Ukraine-Krieg sieht, fallen manchmal ja selbst die besten HighTech-Flugzeuge weit hinter der Front den preiswerten Drohnen zum Opfer - aber gegen Drohnenschwärme ist noch immer kein gutes Kraut gewachsen. Und das, was da gerade wächst, ist für grosse Flugzeuge sowieso noch viel gefährlicher als für kleine Drohnen.
Wozu also Geld in Sinnloses stecken?
Beitrag vom 11.06.2026 - 21:59 Uhr
Wo genau kommen in der Ukraine "HighTech-Flugzeuge" zum Einsatz?
Gilt eine 50 Jahre alte F16 A oder eine Suchoi oder Tu95 jetzt als "HighTech-Flugzeug" oder wie?
Als sich Raketen etabliert haben wurden diese "HighTech-Flugzeuge" schon mal totgesagt aber nur von Großbritannien welches seine Luftfahrtindustrie dadurch nachhaltig ruiniert hat.
Jetzt machen sich eben neue Sorten kleiner Flugkörper auf dem Schlachtfeld breit und wie schon bei den Raketen wird man feststellen dass man deren Reichweite, Reaktionszeit, Durchsetzungsfähigkeit und Kosten stark verbessern kann wenn man sie von einem größeren Trägersystem aus einsetzt und ob das bemannt ist oder nicht macht finanziell ohnehin kaum noch einen Unterschied.
Deswegen hat QuantumSystems also ein Drohnenhersteller (!) am Montag auf der ILA auch ein MockUp eines Trägersystems vorgestellt.
Wenn man wirklich Schaden anrichten will kommt man um die klassische Fliegerbombe mit so und so vielen Tonnen sowieso nicht herum.