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Beitrag vom 07.08.2026 - 13:19 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
Technologisch ist Deutschland durchaus in der Lage, kritische Infrastruktur zu
schützen, meint jedenfalls der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rhein
metall, Armin Papperger.

An seiner Stelle würde das jeder behaupten, selbst wenn es wissentlich unzutreffend wäre.


Rheinmetall arbeitet nach Pappergers Worten etwa mit der Telekom zusammen, um
künftig Funkmasten zur frühzeitigen Erkennung von Drohnen in ganz Deutschland
zu nutzen.

Sehr effektiv, wenn die Dinger via Satellit kommunizieren. Und sehr spassig bei Funkmasten-Tracking, wenn die Drohnen die Autobahn entlang fliegen, so jedenfalls nicht von anreisenden Passagieren unterschieden werden können und auch nur ein einziger Fehlalarm generiert wird. Und ziemlich sinnlos, wenn Wegwerf-Agenten die Drohne in Flughafennähe starten und es funkmastenmässig gar nichts auszuwerten gibt.


Das Rüstungsunternehmen habe auch ein Frühwarnsystem entwickelt, das potenziel
le Bedrohungen aus der Luft bereits im weiten Vorfeld erkennen, identifizieren
und lückenlos verfolgen könne.

So lauwarm, wie diese Behauptung ist, benötigt das wohl einen Transpondercode zur Detektion.


Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen, dass Deutschland sich nicht einschüchtern
lasse

Einen Hilferuf an Dritte ist eher als das Gegenteil zu interpretieren.


Warum bloss sagt keiner die bittere Wahrheit, dass gegen solche Bedrohungen bisher noch kein Kraut gewachsen ist und derzeit auch noch keins wächst?

Und wenn schon bei derartig simplen Umständen aktionslos herumfabuliert wird, wie sieht es dann erst recht bei komplexen Entscheidungsabläufen aus? Ob sich der Drohnenabsender davon beeindrucken lässt, dass nach(!) Entdeckung seiner Drohne ein paar Leute miteinander telefonieren und sich gegenseitig virtuell auf die Schulter klopfen?

Da wäre die Formulierung einer genormten Drohneneinflugberechtigunganforderungsprozedur abschreckender gewesen.

Beitrag vom 07.08.2026 - 13:48 Uhr
UserEricM
User (7369 Beiträge)
Warum bloss sagt keiner die bittere Wahrheit, dass gegen solche Bedrohungen bisher noch kein Kraut gewachsen ist und derzeit auch noch keins wächst?

Das kann man rein technisch so glaube ich nicht sagen.

 https://www.rheinmetall.com/de/produkte/flugabwehrsysteme/mobile-flugabwehr-skyranger

6-8 dieser Systeme pro Flughafen wären durchaus ein passendes "Kraut"...
Die finanziellen, gesellschaftlichen und rechtlichen Implikationen einer aktiven Verteidigung kritischer Infrastruktur in "Friedenszeiten" wären halt enorm.

Dieser Beitrag wurde am 07.08.2026 13:49 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.08.2026 - 19:17 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
Das ist ein System für Flugzeugabwehr. Ich habe diese Seite gelesen, aber keinen einzigen Hinweis gefunden, dass auch Drohnen erkannt werden. Man darf deshalb davon ausgehen, dass dieses System keine Fluggeräte mit einem derart kleinen Radarecho lokalisieren kann.

Pappberger erwähnt in seinem Beitrag m.W. nicht explizit, dass sie in der Lage wären, anfliegende Drohnen rechtzeitig zu detektieren. Könnten sie es, hätte er das sicher entsprechend deutlich formuliert.

Die hohen Stückkosten wären ein kleineres Problem, der Markt wäre riesig und die Stückkosten spiegeln in erster Linie nur die geringen Stückzahlen wider - für zehn Exemplare statt einem braucht man vereinfacht gesagt zehnmal Material und Montage, muss aber nur einmal die Software entwickeln.
Beitrag vom 07.08.2026 - 22:33 Uhr
UserEricM
User (7369 Beiträge)
Das ist ein System für Flugzeugabwehr. Ich habe diese Seite gelesen, aber keinen einzigen Hinweis gefunden, dass auch Drohnen erkannt werden. Man darf deshalb davon ausgehen, dass dieses System keine Fluggeräte mit einem derart kleinen Radarecho lokalisieren kann.

Im Gegensatz zu Ihnen geht die Bundeswehr davon aus, dass der Skyranger das kann...
 https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/skyranger-30-bundeswehr-erhaelt-19-neue-flugabwehrpanzer
Die Drohnenabwehr ist demnach sogar der Schwerpunkt dieses Waffensystems.
Beitrag vom 07.08.2026 - 22:55 Uhr
User-wolf-
User (528 Beiträge)
Das ist ein System für Flugzeugabwehr. Ich habe diese Seite gelesen, aber keinen einzigen Hinweis gefunden, dass auch Drohnen erkannt werden. Man darf deshalb davon ausgehen, dass dieses System keine Fluggeräte mit einem derart kleinen Radarecho lokalisieren kann.

Im Gegensatz zu Ihnen geht die Bundeswehr davon aus, dass der Skyranger das kann...
 https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/skyranger-30-bundeswehr-erhaelt-19-neue-flugabwehrpanzer
Die Drohnenabwehr ist demnach sogar der Schwerpunkt dieses Waffensystems.

Dann schießen wir mit einer 30mm Kanone und Airbust Munition auf eine Drohne die knapp über Grund zwischen den Gebäuden eines Flughafens einfliegt?

Dieser Beitrag wurde am 08.08.2026 00:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.08.2026 - 07:55 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
Im Gegensatz zu Ihnen geht die Bundeswehr davon aus, dass der Skyranger das kann...
 https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/skyranger-30-bundeswehr-erhaelt-19-neue-flugabwehrpanzer
Die Drohnenabwehr ist demnach sogar der Schwerpunkt dieses Waffensystems.

Das könnte möglicherweise ein leichter Irrtum sein.

In besagtem Link ist lediglich von Flugabwehr mittels einer Kanone die Rede. Das Wort Erkennung findet sich darin kein einziges Mal. Das Vorhandensein eines Radarsystems wird exakt nur einmal kurz erwähnt, und abgesehen von seinem Namen lautet die gesamte Information dazu "mit dem mehr als 500 Ziele gleichzeitig auch in der Bewegung erfasst werden können". Sofern die Ziele ein Radarecho wie ein Kampfjet haben. Reflexionsarme Kleinziele wie Drohnen dürften da durchs Raster fallen.

Es handelt sich hier übrigens um eine mobile 30mm-Kanone. Da hätte die Munition fast einen grösseren Durchmesser als das Zielobjekt.
Beitrag vom 08.08.2026 - 09:47 Uhr
Usermuckster
User (605 Beiträge)
@GB

An seiner Stelle würde das jeder behaupten, selbst wenn es wissentlich unzutreffend wäre.

Damit würde er sein Geschäft sowie seine berufliche und persönliche Zukunft genauso riskieren wie bspw. der Chef eines Pharmakonzerns, der wider besseres Wissen ein nutzloses Medikament als Heilmittel gegen eine gefährliche Krankheit bewirbt.

Sehr effektiv, wenn die Dinger via Satellit kommunizieren. Und sehr spassig bei Funkmasten-Tracking, wenn die Drohnen die Autobahn entlang fliegen, so jedenfalls nicht von anreisenden Passagieren unterschieden werden können und auch nur ein einziger Fehlalarm generiert wird. Und ziemlich sinnlos, wenn Wegwerf-Agenten die Drohne in Flughafennähe starten und es funkmastenmässig gar nichts auszuwerten gibt.

Drohnen werden regelmäßig per SIM-Karte gesteuert, um ohne störanfällige Satellitenkommunikation auszukommen (siehe Starlink-Blackout). Das zivile Telekommunikationsnetz bleibt hingegen selbst in Kriegsgebieten durch die Verteidiger meist unangetastet, weil nun mal sehr viele Menschen darauf angewiesen sind, dass es weiterhin funktioniert.

So lauwarm, wie diese Behauptung ist, benötigt das wohl einen Transpondercode zur Detektion.

Nö.

Einen Hilferuf an Dritte ist eher als das Gegenteil zu interpretieren.

Nein, ist es nicht. Polen und Rumänien hatten in der Vergangenheit nach ähnlichen Fällen ebenfalls Konsultationen nach Artikel IV anberaumt; warum wohl?

Warum bloss sagt keiner die bittere Wahrheit, dass gegen solche Bedrohungen bisher noch kein Kraut gewachsen ist und derzeit auch noch keins wächst?

Weil es nicht die bittere Wahrheit ist. UAS sind kein Hexenwerk, die effektive Bekämpfung ist aktuell lediglich eine Kosten- und Personalfrage.

Und wenn schon bei derartig simplen Umständen aktionslos herumfabuliert wird, wie sieht es dann erst recht bei komplexen Entscheidungsabläufen aus? Ob sich der Drohnenabsender davon beeindrucken lässt, dass nach(!) Entdeckung seiner Drohne ein paar Leute miteinander telefonieren und sich gegenseitig virtuell auf die Schulter klopfen?

Hier haben Sie ausnahmsweise Recht, obwohl Sie die Konsequenzen verkennen, die daraus zu ziehen wären. Der deutsche Föderalismus und die grundgesetzlichen Einschränkungen, die der Bundeswehr auferlegt sind, beeinträchtigen mittlerweile die äußere Sicherheit dieses Landes. Es gibt keinen guten Grund, warum man es der Polizei aufbürden sollte, sich mit Bedrohungen von militärischer Qualität herumzuschlagen, besonders wenn diese in einem Zusammenhang zu anderen Staaten stehen.

Das ist ein System für Flugzeugabwehr.

Skyranger ist ein System zur Abwehr von (niedrig fliegenden) Flächenflugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern, Drohnen, Artilleriegeschossen, Mörsergranaten und Raketen.

Ich habe diese Seite gelesen, aber keinen einzigen Hinweis gefunden, dass auch Drohnen erkannt werden. Man darf deshalb davon ausgehen, dass dieses System keine Fluggeräte mit einem derart kleinen Radarecho lokalisieren kann.

Und was hat Sie gehindert, weiter zu recherchieren, um wenigstens Ihre mit solchem Nachdruck vorgetragene Meinung zu verteidigen?

Skyranger *kann* Drohnen aufklären und bekämpfen, und hat diese Fähigkeit auch zur Genüge demonstriert, es gibt selbst auf Youtube Videos von der Testkampagne in den Alpen. Die dem Skyranger zu Grunde liegende Technik ist in der Ukraine bereits im Einsatz, und war es auch bei der Bundeswehr (dort unter der Bezeichnung Mantis). Nur eben als stationäres System, was taktische Nachteile hat, weswegen Deutschland jetzt ein mobiles System beschaffen will.

Mehr dazu weiter unten.

Pappberger erwähnt in seinem Beitrag m.W. nicht explizit, dass sie in der Lage wären, anfliegende Drohnen rechtzeitig zu detektieren. Könnten sie es, hätte er das sicher entsprechend deutlich formuliert.

Er hat konkret gesagt, dass sein Unternehmen Systeme zur Drohnenbekämpfung anbietet.

Die hohen Stückkosten wären ein kleineres Problem, der Markt wäre riesig und die Stückkosten spiegeln in erster Linie nur die geringen Stückzahlen wider - für zehn Exemplare statt einem braucht man vereinfacht gesagt zehnmal Material und Montage, muss aber nur einmal die Software entwickeln.

Stimmt im Grunde, bei Rüstungsgütern aber nur bedingt.

Abgesehen davon, dass die Nachfrage den Preis nach oben treibt, beschränkt China den Zugang zu seltenen Erden, die bei Elektronikkomponenten entscheidend sind. Auch militärisch zertifizierte Stähle werden von Jahr zu Jahr teurer, allein im laufenden Jahr liegt die Preissteigerung bei fast 50%.

Last but not least leidet die deutsche Industrie unter stetig steigenden Personal- und Energiekosten. Skaleneffekte lassen sich unter diesen Umständen nur bedingt abgreifen.

Das könnte möglicherweise ein leichter Irrtum sein.

Nein, der Irrtum liegt bei Ihnen:

In besagtem Link ist lediglich von Flugabwehr mittels einer Kanone die Rede. Das Wort Erkennung findet sich darin kein einziges Mal. Das Vorhandensein eines Radarsystems wird exakt nur einmal kurz erwähnt, und abgesehen von seinem Namen lautet die gesamte Information dazu "mit dem mehr als 500 Ziele gleichzeitig auch in der Bewegung erfasst werden können". Sofern die Ziele ein Radarecho wie ein Kampfjet haben. Reflexionsarme Kleinziele wie Drohnen dürften da durchs Raster fallen.

Sie fallen nicht durchs Raster. Das Skyranger-System ist mit dem Spexer-Radar von Hensoldt ausgestattet, das bereits seit Jahren zum Einsatz kommt, unter anderem in der Rolle als CRAM-Sensor (Counter Rocket, Artillery, Mortar). Auch als Sensor zur Drohnenabwehr ist es weit verbreitet. Micro-UAS wie Mavic werden auf etwa 1.500 m entdeckt, Nano-UAS immer noch auf einige hundert Meter.

Es handelt sich hier übrigens um eine mobile 30mm-Kanone. Da hätte die Munition fast einen grösseren Durchmesser als das Zielobjekt.

Erstens stimmt der Größenvergleich nicht, zweitens ist das Kaliber der Skyranger-Waffenanlage völlig wumpe. Die Kanone verschießt eine AHEAD genannte Air-Burst-Munitionssorte, also Zerlegemunition, die zu einem vom Feuerleitrechner bestimmten Zeitpunkt in der Luft detoniert und das Ziel mit Splittern eindeckt, wodurch es beschädigt und zum Absturz gebracht wird.

Bei rüstungspolitischen Themen sind Sie immer sehr meinungsstark, aber Ihr Wissensstand rechtfertigt Ihre oft polemischen Kritiken in keiner Weise.

Lesestoff für Sie:

hartpunkt.de/mythen-der-drohnenkriegsfuehrung/

hartpunkt.de/im-schwarzen-meer-und-an-land-drohnenkriegsfuehrung-stoesst-an-ihre-grenzen/

researchcentre.army.gov.au/library/land-power-forum/drone-warfare-ukraine-myths-operational-reality-part-1

researchcentre.army.gov.au/library/land-power-forum/drone-warfare-ukraine-myths-operational-reality-part-2

warontherocks.com/i-fought-in-ukraine-and-heres-why-fpv-drones-kind-of-suck/

—Trennung—

Die Achillesferse der Drohnenabwehr im Inland ist nicht die Technik, sondern die Tatsache, dass der Schutz des Bahn-, Schiffs- und Luftverkehrs Aufgabe der Polizei ist, und zwar primär der Landespolizei.

Im Inland darf die Bundeswehr nicht eingesetzt werden, es sei denn im Rahmen der Amtshilfe. Außer bei Gefahr in Verzug darf die Bundeswehr nicht einmal dann eine Drohne abschießen, wenn ihre eigenen Liegenschaften bedroht sein könnten, sondern muss die Polizei rufen.

Das ist nicht nur unpraktisch, sondern absoluter Irrsinn, wenn man bedenkt, dass es hier um Bedrohungen von militärischer Qualität geht, die sich überdies auf das Handeln fremder Staaten zurückführen lassen könnten.

Selbst Staaten wie Dänemark, die uns Deutschen als Musterbeispiel für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gelten, setzen ihre Armeen im Inland ein, warum nur halten wir an den Einschränkungen im Art 87a GG fest? Wegen Weimar-Weimar-irgendwas?

Die Bundeswehr ist am besten dazu geeignet, die kritische Infrastruktur gegen militärische Bedrohungen zu schützen, also sollte man sie auch dazu einsetzen.

@-wolf-

Dann schießen wir mit einer 30mm Kanone und Airbust Munition auf eine Drohne die knapp über Grund zwischen den Gebäuden eines Flughafens einfliegt?

Nun, die Fremdgefährung ist in der Tat ein gewichtiges Argument, wobei man natürlich sagen muss, dass die Drohne sich ja nicht über dem Flughafen materialisiert, sondern von irgendwoher angeflogen kommen muss. Dabei könnte man sie durchaus mit relativ geringem Risiko abschießen (besser jedenfalls als im Umfeld anderer sogenannter KRITIS-Objekte, da die direkte Umgebung von Flughäfen eher selten dicht bebaut und bewohnt ist).


Dieser Beitrag wurde am 08.08.2026 09:49 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.08.2026 - 19:33 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
Lieber Muckster,

Polemik beinhaltet Zuspitzung und Übertreibung. Welche meiner Texte genau halten Sie denn mun für zugespitzt und übertrieben?

Aber wir wollen ja ernsthaft diskutieren:

Interessant finde ich Ihren Hinweis

Micro-UAS wie Mavic werden auf etwa 1.500 m entdeckt, Nano-UAS immer noch auf einige hundert
Meter. denn Nano-UAS sind genau das, was wir in Leipzig hatten. Bei - wohlgemerkt maximalen -
Detektionsdistanzen von einigen hundert Metern reicht nicht mal ein Rundum-System für einen
gewöhnlichen Verkehrsflughafen.

Da errechnen sich die Erkennungszeiten grob bei 0,8 km Erkennungsentfernung und 100 km/h Anfluggeschwindigkeit zu 29 Sekunden vor dem Aufschlag. Für den Entscheidungsprozess einer manuellen Abwehr eindeutig zu kurz.


Zu Ihrem Standpunkt des Militäreinsatzes im Innern:

Das Verbot des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren wurde ja nicht aus Jux und Tollerei erlassen, sondern aus historischer Verantwortung. Das braucht eine Diskussion darüber nicht zu unterbinden, sollte aber auch nicht ausser Acht gelassen werden.

Mein obiges Rechenbeispiel zeigt, dass im Falle einer Drohnenabwehr eine manuelle Befehlstruktur mit Bedenkzeit b.a.w. einfach zu langsam sein wird. Egal, ob zentral oder gut geölt dezentral. Das ist zugegebenermassen ein Problem, aber bei derart kurzen Vorwarnzeiten bleibt schlicht keine Zeit zur Entscheidungsfindung. Also muss man entweder die Erkennungs- und damit Vorwarnzeit drastisch vergrössern oder man muss die Eliminierung automatisieren.

Für die automatisierte Entscheidung wäre die Frage der Landes- oder Bundeskompetenz zweitrangig.
Eine manuelle Entscheidung wäre wegen des kurzen Zeitvorlaufs bei fehlender Bedenkzeit einer automatisierten gleichwertig und bei vorhandener Bedenkzeit sinnlos - für eine Drohne, die vor Ablauf der Bedenkzeit eingeschlagen sein wird, braucht man keine Bedenken mehr zu bewerten.

Tatsächlich liegt das Kompetenzproblem auf einer ganz anderen Ebene. Mittel- und langfristig werden viel mehr Objekte als nur Flughäfen gegen Drohnen geschützt werden müssen. Da sehe ich eine Institution, die überall im Land positioniert sein wird und auch in Friedenszeiten scharf schiessen darf, doch besser bei den durch Landesrecht kontrollierten Polizeibehörden aufgehoben als beim praktisch unkontrollierbaren Militär oder einer anderen zentralistischen Institution.




Beitrag vom 09.08.2026 - 04:51 Uhr
Usermuckster
User (605 Beiträge)
@GB

Da errechnen sich die Erkennungszeiten grob bei 0,8 km Erkennungsentfernung und 100 km/h Anfluggeschwindigkeit zu 29 Sekunden vor dem Aufschlag. Für den Entscheidungsprozess einer manuellen Abwehr eindeutig zu kurz.

Oh, ganz und gar nicht zu kurz. Kürzere Reaktionszeiten erreichte schon der FlakPz Gepard in den 1980ern, damals noch ganz mit Röhrentechnik.

Aber davon abgesehen besitzt Skyranger die sogenannte Hunter-Killer-Fähigkeit: Erkennt der Sensor eine anfliegende Drohne, richtet sich der Turm selbstständig aus, der Kommandant des Fahrzeugs muss dann nur noch den Schuss auslösen. Das geht in Sekundenschnelle. Und während des Bekämpfungsvorgangs können bereits neue Ziele aufgeklärt und deren Bekämpfung eingeleitet werden.

Kurzum: Technologisch ist eine effektive Drohnenabwehr durchaus möglich. Bislang geht es halt richtig ins Geld (wobei man hier auch den verhinderten Schaden einpreisen sollte).

Eine passive Drohnenabwehr (durch elektronische Mittel wie Jammer) ist demgegenüber wenig vielversprechend. Wird nicht das richtige Frequenzband geblockt, bleibt die Maßnahme wirkungslos.
Beitrag vom 09.08.2026 - 07:29 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
Aber davon abgesehen besitzt Skyranger die sogenannte Hunter-Killer-Fähigkeit: Erkennt der Sensor eine anfliegende Drohne, richtet sich der Turm selbstständig aus, der Kommandant des Fahrzeugs muss dann nur noch den Schuss auslösen.

1.
Das alles setzt noch immer voraus, dass auch nichtmetallische Kleinobjekte wie z.B. GfK-Drohnen erkannt werden. Dass (nur) flugzeugähnliche Objekte erkannt werden ist nicht ausreichend. Lastentragende Flugobjekte auf nichtreflektierender GfK-Basis sind im Modellbau bereits heute gängige Praxis.

2.
Bei einer mal wohlwollend angenommenen Erkennung in bereits 1 km Entfernung benötigt ein Flughafen wie Leipzig mit einer Fläche von ca. 3 x 4 km somit 6 Einheiten an seinen Aussengrenzen, die 24/7 gefechtsmässig bemannt sein müssten, d.h. durchgehend entscheidungsbereit sein müssten. Und trotzdem wäre die Verwundbarkeit mangels ausreichender Redundanz kaum geringer als die einer einzelnen Abwehrposition.

Daraus folgt, die Früherkennung muss wesentlich verbessert werden, allein schon der personelle Aufwand ist sonst schlicht nicht leistbar.

Wobei das Beispiel Frankfurt, Stichwort Partydrohne, lehrt, dass eine Erkennung innerhalb der Flugverbotszone nicht sofort eine Reaktion bewirken darf, man benötigt unbedingt eine sicherheitshalber möglichst grosse Verifizierungsdauer mit Reaktion frühestens bei Eindringen ins Flughafengelände.

Ist eben alles nicht so einfach wie in der Hochglanzwerbung. Ist das jetzt zu polemisch?
Beitrag vom 09.08.2026 - 09:16 Uhr
Usermuckster
User (605 Beiträge)
@GB

Das alles setzt noch immer voraus, dass auch nichtmetallische Kleinobjekte wie z.B. GfK-Drohnen erkannt werden. Dass (nur) flugzeugähnliche Objekte erkannt werden ist nicht ausreichend. Lastentragende Flugobjekte auf nichtreflektierender GfK-Basis sind im Modellbau bereits heute gängige Praxis.

Spexer soll jedenfalls dazu in der Lage sein, und ich sehe keinen Grund, die Angaben von Hersteller und Bundeswehr zu bezweifeln. Das Material ist im Übrigen sekundär, insbesondere die Rotoren erzeugen offenbar eine doch recht deutliche Signatur.

Bei einer mal wohlwollend angenommenen Erkennung in bereits 1 km Entfernung benötigt ein Flughafen wie Leipzig mit einer Fläche von ca. 3 x 4 km somit 6 Einheiten an seinen Aussengrenzen, die 24/7 gefechtsmässig bemannt sein müssten, d.h. durchgehend entscheidungsbereit sein müssten. Und trotzdem wäre die Verwundbarkeit mangels ausreichender Redundanz kaum geringer als die einer einzelnen Abwehrposition.

Skyranger oder das stationäre Skynex kann auch automatisiert betrieben werden. Die Fahrzeuge bzw. Geschütze werden so abgestellt, dass die Abdeckung am Größten ist, und dann von einem Gefechtsstand zentral gesteuert. Dafür genügen zwei Soldaten im Schichtdienst, also sechs Mann/Frau pro Tag. Das lässt sich durchaus abbilden. Man hat entsprechende Erfahrungen mit Mantis im Feldlagerschutz in Afghanistan und Mali gemacht.

Daraus folgt, die Früherkennung muss wesentlich verbessert werden, allein schon der personelle Aufwand ist sonst schlicht nicht leistbar.

Im stationären Objektschutz gibt es keinen Grund, sich nur auf die bordeigenen Sensoren zu verlassen. Zur Führung von Skyranger oder Skynex bietet sich das direkt von Rheinmetall dafür vorgesehene X-TAR3D-Radar an, das laut Herstellerangabe gegen Micro-UAS eine instrumentierte Reichweite von 15 km hat.

Ist das jetzt zu polemisch?

Ich sehe den guten Willen zur Besserung.
Beitrag vom 09.08.2026 - 13:34 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
@muckster

sehe keinen Grund, die Angaben von Hersteller und Bundeswehr zu bezweifeln

Erfahrungsgemäss sind solche Angaben alle mehr oder weniger geschönt. Der Hersteller will verkaufen, die Bundeswehr hat wie jeder von uns auch immer gern das Neueste. Das würde ich mal einkalkulieren. Neutrale Leistungsvergleiche gibt es auf diesem Sektor ja nicht. Und auf der verlinkten Seite war davon ja auch nicht die Rede.

Wenn die von Ihnen geschilderten Geräte mit den genannten Eigenschaften lieferbar wären, so dass anfliegende Drohnen rechtzeitig erkannt werden können, dann kann man sie zwar in unserer dicht besiedelten Bundesrepublik zwar immer noch nicht einfach mit einer Kanone abschiessen, aber man kann die Dinger dann auch anders vom Himmel holen - den Waffenherstellern müssten bei dem vorhandenen Bedarf da doch eigentlich alle Entwicklungs-Glocken läuten. Oder warten die mit einer entsprechenden Entwicklung solange, bis ein Startup die Nase vorn hat, und kaufen es dann auf?

Der Bund hätte hier, auch wenn obiges noch nicht spruchreif wäre, ungeahnte Möglichkeiten, einerseits seine Hausaufgaben zu machen und andererseits den Standort Deutschland signifikant zu entwickeln. Statt dessen scheint man sich selbst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen fällt, mit einem Arbeitskreis zufrieden zu geben. Wieviele gesprengte Antonovs meint man wohl ertragen zu können?

Die Rechnung ist doch ganz einfach: Beim nächsten expandierenden Konflikt werden wir so etwas definitv überall brauchen. Sollten wir entgegen den aktuellen Erwartungen erstmal ohne einen solchen Konflikt davonkommen, dann wäre eine funktionierende Drohnenabwehr immer noch ein Exportschlager ähnlich wie es manche Autos einst waren.

Auf was warten die noch?
Beitrag vom 09.08.2026 - 16:52 Uhr
User-wolf-
User (528 Beiträge)

Im stationären Objektschutz gibt es keinen Grund, sich nur auf die bordeigenen Sensoren zu verlassen. Zur Führung von Skyranger oder Skynex bietet sich das direkt von Rheinmetall dafür vorgesehene X-TAR3D-Radar an, das laut Herstellerangabe gegen Micro-UAS eine instrumentierte Reichweite von 15 km hat.


Und welche Mittel setzen sie dann gegen die Drohne ein, die der nette Wegwerfagent von Nebenan im Kofferraum direkt in den Bereich des Flughafens transportiert hat?
Beitrag vom 09.08.2026 - 21:02 Uhr
UserGB
User (1167 Beiträge)
@-wolf-

Google mal "WhoFi: Deep Person Re-Identification via Wi-Fi Channel Signal Encoding" und erklär mir warum das was mit einem einfachen WLAN Router und Menschengesichtern möglich ist nicht auch mit Mobilfunkmasten gegen rotierende Objekte mit traumhaften Dopplersignalen möglich sein soll du Experte.

Im Prinzip richtig.

Allerdings waren es nicht Gesichter, die da unterschieden werden konnten, sondern ganze Menschen. Sie befanden sich auch nicht auf einer offenen Fläche, sondern in einem Labor mit reflektierenden Wänden, und sie rotierten nicht, sondern bewegten sich durch ein aufgespanntes WLAN, und zwar nicht willkürlich, sondern auf definierten Kursen, und es war auch kein Dopplereffekt, sondern eine Potentialveränderung.

Aber was zum Kuckuck sind traumhafte Dopplersignale? Sowas wie WLAN-Empfang durch Einnahme von Ecstasy?
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