Beitrag vom 26.10.2026 - 20:39 Uhr
Es ist wenig verwunderlich, dass in Zeiten, in denen sich ein O'Leary (oder früher ein Lauda) wie die Luftfahrtmacher schlechthin aufspielen und noch dazu Piloten für Idioten halten, solche Zustände einkehren, in denen der Kommandantenentscheid sich nach eventuellen Konsequenzen ausrichtet.
Und das Volk sabbert weiter nach Low Cost, bezahlt aber am Flughafen schon mal 5 € für einen Kaffee ohne mit der Wimper zu zucken.
Man muss sich fragen, ob sicherheitsrelevante Bereiche den Marktkräften überlassen werden sollten. In England hat es mit der Eisenbahn auch nicht geklappt.
You get, what You pay for! Ausser beim Kaffee, der ist zu teuer.
Beitrag vom 27.10.2026 - 05:22 Uhr
Das bekommt der Passagier leider exakt so, wie es beim Gesetzgeber bestellt wurde. Wer im Winter Florida entdecken möchte, wird nicht selten zu zweit geflogen. Hin sind es dann 10:20h, zurück 9:10h durch die Nacht. Besonders absurd wird es aus Crewsicht bei 48 Stunden Layover. Dann ist man "Unbekannt akklimatisiert" und bekommt als Belohnung eine Stunde Flugdienstzeit obendrauf, im Vergleich zum normalen Nachtflug.
Auf der Kurzstrecke ist es kaum besser: Als Passagier des gemeinen Sandvogels gelangt man gern mit Airlines der ehemaligen Sowjetunion und ihren befristetet beschäftigten Saisonarbeitern zum Ziel. Die wissen natürlich sehr genau, wie man sich für die Anschlussbeschäftigung im nächsten Sommer empfiehlt — und wie nicht.
Aber glücklicherweise wird mittlerweile beim Medical per Fragebogen danach gefragt, ob jemand Schuldgefühle nach dem Feierabendbier verspürt.
Beitrag vom 27.10.2026 - 09:55 Uhr
Passagiere zu beschuldigen, am Schlafmangel der Piloten schuldig zu sein, ist wie manches Andere mal wieder völlig daneben.
Passagiere verfügen weder über das Datenmaterial noch über die Fähigkeiten, eine Kalkulation von Preisen zu durchschauen, die letzten Endes zur übermäßigen Leistungsanforderung an Piloten führt. Auch führt die Vermeidung von Billigangeboten keineswegs automatisch zu besseren Bedingungen für die notwendige Erholung.
Hier sind Gesetzgeber, Aufsichtsbehörden, Luftverkehrsgesellschaften und Piloten selbst gefordert. Es muss klare Vorschriften für die Maximalbelastung, eine wirksame Kontrolle, verbindliche Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Piloten sowie eine nachvollziehbare Dokumentation geben.
Wenn die Vorschriften heute zu lasch sind, müssen sie nachgeschärft werden. Das kann nicht der Aushandlung von Luftverkehrsgescllschaften und Piloten (Gewerkschaften) überlassen werden, da es sonst im Wettbewerb immer Unternehmen gibt, die schwache Piloten-Selbstorganisation zur Ausbeutung der Piloten nutzen.
Und ja: Das bedeutet Bürokratie, aber ohne die geht es offensichtlich nicht. Man kann allenfalls Digitalisierung nutzen, um den Aufwand für Datenerfassung, Speicherung und Auswertung zu minimieren.