Beitrag vom 10.07.2026 - 10:11 Uhr
"In der Kabine fallen Sauerstoff aus den Fächern'...
Wer schreibt sowas?
Beitrag vom 10.07.2026 - 10:21 Uhr
Uff, das erinnert in vielerlei Hinsicht an Southwest 1380.
Wobei mich das "Ansaugen" dann doch wundert, in 15000 Fuß ist das Druckdifferential noch nicht so hoch?
Beitrag vom 10.07.2026 - 11:02 Uhr
"In der Kabine fallen Sauerstoff aus den Fächern'...
Damit ist gemeint, dass nach der Landung die in den Gepäckfächern verstaute Tauchausrüstung herunterfiel und mehrere Journalisten am Kopf verletzte.
/sarkasmus
Dieser Beitrag wurde am 10.07.2026 11:03 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.07.2026 - 11:11 Uhr
Uff, das erinnert in vielerlei Hinsicht an Southwest 1380.
Wobei mich das "Ansaugen" dann doch wundert, in 15000 Fuß ist das Druckdifferential noch nicht so hoch?
Neben dem Fenster würde ich definitiv nicht sitzen wollen, aber wir können ja mal nachrechnen:
15000 ft => 4572 m (nur zum Vergleich: das ist nur knapp unter der Spitze des Mont Blanc). Je nach Aussentemperatur ist der Umgebungsdruck auf dieser Höhe zwischen 0.50 und 0.56 atm. Bei einer cabin altitude von 8000 ft (max. im Normalbetrieb für die 737-800) haben wir im Innern des Flugzeugs ca. 0.75 atm => Differenz ca. 0.2 - 0.25 atm. Das ist schon mal in der Grössenordnung eines aufgeblasenen Fahrradschlauchs (ohne Mantel, also z.B. wenn man nach einem Loch sucht), nur ist das Loch jetzt viel grösser als das in einem Fahrradschlauch...
Wir können auch die Kraft berechnen, die auf den Passagier gewirkt hat (sofern er das Fenster komplett abgedeckt hat): so ein Fenster einer B737-800 ist ca. 0.09 m^2 gross (ca. 15" x 10" habe ich gefunden). Nehmen wir für die Druckdifferenz 25000 Pa (also knapp unter 0.25 atm), dann gibt das 0.09 m^2 * 25000 Pa = 2250 N (oder ca. 230 kg, die der Erdanziehung ausgesetzt sind). Da wir den höheren Wert für die Druckdifferenz genommen haben, können wir das von mir aus auch auf 200 kg abrunden.
Wenn plötzlich ca. 200 kg an jemandem ziehen, ist das schon fast ein Wunder dass die Person nicht aus dem Flugzeug gesogen wurde...
Beitrag vom 10.07.2026 - 11:27 Uhr
War der Pax (richtig) angeschnallt ??? Lange kann das delta p ja nicht bestanden haben.
Beitrag vom 10.07.2026 - 11:42 Uhr
Es ist in dem Fall nicht (nur) das delta p, sondern vor Allem dass dadurch hundete Kubikmeter Luft auf einmal eine starke Motivation haben, zu diesem Fenster hinzufließen. Der resultierende Lusftstrom übt vermutlich eine ziemlich große Kraft auf einen nicht-stromlinienförmigen Körper wie einen Passagier aus, der direkt im Weg sitzt.
Beitrag vom 10.07.2026 - 14:13 Uhr
Man benötigt für den Unterdruck am Fenster nicht eine Höhe von 10000m. Entscheidend ist, dass vor dem Fenster die Luft mit sehr hoher Geschwindigkeit vorbeiströmt die an der Öffnung einen Unterdruck erzeugt. Wenn man davon ausgeht, dass im konkreten Fall die Geschwindigkeit im Steigflug bei 15000 Fuß verm. rund 500 km/h beträgt, entsteht ein absolut heftiger Sog. Das nennt man Venturi Effekt. Bekannt ist das z.B. von Wasserstrahlpumpen oder Schaumzumischer bei der Feuerwehr. Der Wasserstrahl rauscht an einer Bohrung vorbei und der dabei entstehende Unterdruck saugt über einen dort angeschlossenen Schlauch Flüssigkeit aus einem Behälter an (z.B. Schaummittel bei der Feuerwehr). Das sogenannte Injektorprinzip. Allerdings vergrößert natürlich der niedrigere Luftdruck mit zunehmender Höhe den Effekt. Aber grundsätzlich wäre das auch auf NN bei solchen Geschwindigkeiten der Fall.
Einzig der Punkt, dass die Schultern aus dem Fenster geragt haben sollen, erscheint mir unwahrscheinlich. Die Relation Fenster 737 800 zu Schulterbreite eines erwachsenen Mannes lassen mich daran zweifeln
Beitrag vom 10.07.2026 - 16:12 Uhr
Einzig der Punkt, dass die Schultern aus dem Fenster geragt haben sollen, erscheint mir unwahrscheinlich. Die Relation Fenster 737 800 zu Schulterbreite eines erwachsenen Mannes lassen mich daran zweifeln
Bei einer wie oben genannten Fenstergrösse von 10" x 15" ist die Diagonale ca. 18" = 45 cm. Da kann man schon jemand mit Kopf und Schulteransatz durchdrücken. Bei den Armen wird's dann eng.
Beitrag vom 10.07.2026 - 16:28 Uhr
Bei einer cabin altitude von 8000 ft (max. im Normalbetrieb für die 737-800)
In 15.000 Fuß beträgt die Kabinenhöhe eher weniger als 4000 Fuß, da die Kabine vom Start an bis zur Reiseflughöhe langsam mit mitsteigt und nicht auf 8000 Fuß hochgeht und dort gehalten wird.
Beitrag vom 10.07.2026 - 16:31 Uhr
Uff, das erinnert in vielerlei Hinsicht an Southwest 1380.
Wobei mich das "Ansaugen" dann doch wundert, in 15000 Fuß ist das Druckdifferential noch nicht so hoch?
Neben dem Fenster würde ich definitiv nicht sitzen wollen, aber wir können ja mal nachrechnen:
15000 ft => 4572 m (nur zum Vergleich: das ist nur knapp unter der Spitze des Mont Blanc). Je nach Aussentemperatur ist der Umgebungsdruck auf dieser Höhe zwischen 0.50 und 0.56 atm. Bei einer cabin altitude von 8000 ft (max. im Normalbetrieb für die 737-800) haben wir im Innern des Flugzeugs ca. 0.75 atm => Differenz ca. 0.2 - 0.25 atm. Das ist schon mal in der Grössenordnung eines aufgeblasenen Fahrradschlauchs (ohne Mantel, also z.B. wenn man nach einem Loch sucht), nur ist das Loch jetzt viel grösser als das in einem Fahrradschlauch...
Wir können auch die Kraft berechnen, die auf den Passagier gewirkt hat (sofern er das Fenster komplett abgedeckt hat): so ein Fenster einer B737-800 ist ca. 0.09 m^2 gross (ca. 15" x 10" habe ich gefunden). Nehmen wir für die Druckdifferenz 25000 Pa (also knapp unter 0.25 atm), dann gibt das 0.09 m^2 * 25000 Pa = 2250 N (oder ca. 230 kg, die der Erdanziehung ausgesetzt sind). Da wir den höheren Wert für die Druckdifferenz genommen haben, können wir das von mir aus auch auf 200 kg abrunden.
Wenn plötzlich ca. 200 kg an jemandem ziehen, ist das schon fast ein Wunder dass die Person nicht aus dem Flugzeug gesogen wurde...
Die Cabin Altitude ist in FL150 ca. 3000ft, das delta P dann etwa 350 hpa, entspricht dann einer Gewichtskraft von gut 300 kg.
Beitrag vom 10.07.2026 - 16:47 Uhr
War der Pax (richtig) angeschnallt ??? Lange kann das delta p ja nicht bestanden haben.
Delta P ist ratzfarz wieder da! Sobald der Kopf/ Oberkörper das Loch verschließt liefern die Packs den Druck und die Kabine wird wieder aufgeblasen. Das dauert nur Sekunden.
Und auch ohne den Kopf im Fenster stecken zu haben bleibt ein erstaunlicher Airflow aufrecht - alles was die Packs in dem Flieger reinpumpen entweicht in diesem Fall durch die kleine Fensteröffnung.
Beitrag vom 10.07.2026 - 18:44 Uhr