Beitrag vom 20.01.2025 - 08:12 Uhr
Auch ein zertifiziertes Luftschloss bleibt ein Luftschloss.
Unsere Politik macht viel falsch aber im falle Lilium und Volo
sicher nicht.
Beitrag vom 20.01.2025 - 08:34 Uhr
Ich glaube es geht nicht nur um die Bürgschaften, generell ist man als Unternehmen in DE und teils Europa sehr harter Regulierung ausgesetzt. Ich spreche nicht von Zulassungskriterien Luftfahrt, sondern von komplexen Steuerrichtlinien, Datenschutz- und Lieferkettengesetzen, Baurecht (wie lange bis die neue Fabrik steht, wenn man nicht Elon heißt) etc.
Ich will den Sinn bzw das Ziel der Regulierung auch gar nicht in Frage stellen, sondern nur die Komplexität der Anwendung. Wir machen in DE sowas einfach immer direkt viel zu komplex, es kostet massiv Zeit, die dann woanders fehlt. In Australien brauchen Inhaber von kleinen Familienunternehmen (bis 25 MA, Buchhaltung mit Quickbooks) einmal pro Jahr einen 2-3h Termin beim Steuerberater, dann sind sowohl die Abschlüsse, Firmensteuern als auch die private Steuererklärung fertig. Vergleich Deutschland sagt da alles.
Anderer Nachteil, es gibt Länder da sind die Verluste aus startup investments voll von der Einkommenssteuer abziehbar, in DE nicht. Nachteil weil weniger (frühes) Risikokapital.
Auch interessant in dem Kontext, dass andere Gründer das Gleiche sagen:
https://youtu.be/AQ8h7RFBJqE?si=Oz6rVe-_BmHGngYZ&t=4127Dieser Beitrag wurde am 20.01.2025 08:40 Uhr bearbeitet.Beitrag vom 20.01.2025 - 09:08 Uhr
Es liegt mitunter an unserer Kultur und wie wir mit Fehlern umgehen. Tatsächlich ein interessantes, wenn auch eher philosophisches Thema, denn es prägt unseren Alltag ganz wesentlich. Fehler sind hierzulande häufig verknüpft mit Schande, Scham, Buße, Scheitern,... kurz, man muss sie um jeden Preis vermeiden. Das hemmt Innovation enorm. In den meisten anglikanischen Staaten ist ein Mindset verbreitet, dass man aus Fehlern lernen kann und soll, dann sind sie auch gewissermaßen ok, wenn nicht sogar notwendig. Wichtig ist dort vor allem, dass man Fehler eingesteht und eben Lehren daraus zieht.
Ob nun Lilium und Volocopter eine große Zukunft haben/gehabt hätten, kann ich nicht beurteilen. Der Kern der Kritik ist aber denke ich gerechtfertigt, denn man muss bei neuen Technologien ein Scheitern und Umdenken zulassen, oder man wird den Anschluss verlieren.
Beitrag vom 20.01.2025 - 09:22 Uhr
Ich habe das selbst gelernt: Für viele Geschäfte ist Deutschland einfach kein guter Standtort.
Die Regulierung, die Bürokratie und der Kleingeist mancher macht das neben den hohen Kosten zur Falle.
Dafür kriegt man in Deutschland aber echt richtig gute Ingenieure.
Nachdem die Startups in den USA auch alle nicht vom Fleck kommmen, denke ich das es wohl eher am Thema liegt.
Der Copter Ansatz ist jetzt mal wesentlich naheliegender als der VTOL von Lilium, aber beides steht am Ende vor den selben grundlegenden physikalischen Problemen.
Beitrag vom 20.01.2025 - 09:36 Uhr
Auch ein zertifiziertes Luftschloss bleibt ein Luftschloss.
Unsere Politik macht viel falsch aber im falle Lilium und Volo
sicher nicht.
Die Ukraine könnte gerade solche kleinen senkrecht startenden Maschinen gebrauchen, um ihre Verwundeten zu evakuieren. - Oh, militärische Nutzung! Geht ja gar nicht. - Schauen Sie sich bitte einmal an, was in den USA "militärisch" gefördert wird und wurde: 747, DC-10, Blended Wing Body, ...
Beitrag vom 20.01.2025 - 10:59 Uhr
Es gibt bereits kleine, senkrecht startende Maschinen, nennen sich Hubschrauber. Muss ja nicht der große Sikorsky sein, der von Hawai 5 Null (oder wie hieß die Serie) tuts auch.
Beitrag vom 20.01.2025 - 11:10 Uhr
Ich habe mich mal schlau gemacht: Lithium kann 11 kWh pro kg speichern. Aber zu Li gesellen sich die anderen Komponenten: Kobalt, Mangan, Eisen, Phosphor Sauerstoff usw... Da ist man dann schnell bei nur noch 3 bis 5 % Li in der Zelle. Dann geht es weiter, Membrane, Elektrolyt und dann der Becher und dessen Konfektionierung. Dann noch der Wirkungsgrad und da bleiben am Schluss eben die 200 bis 500 Wh pro kg Masse übrig. Ist so, Physik und Chemie eben.
Die aktuell prognostizierten 6 bis 700 Wh (Prof. Fichtner) glaube ich erst wenn sie in Serienproduktion am Markt sind, und ich vermute, dass ist dann nur die Zelle ohne drum herum.
NS:
Seit nun im Sommer 20 Jahren verfolge ich die Entwicklung für Li-Polymer, Li-Ionen und seit 18 Jahren Li-FePO. Es hat sich viel getan, aber der Fortschritt hat sich enorm verlangsamt weil jedes Quäntchen mehr größerer Anstrengungen bedarf und Physik und Chemie eben die Grenzen setzen.
Dieser Beitrag wurde am 20.01.2025 11:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.01.2025 - 12:54 Uhr
Ein "neues" Produkt welches 4 Menschen extrem energieintensiv von A nach B bringt ist definitiv nicht die Zukunft. Wäre der Volocopter so eine Spitzenidee, dann wären hier sehr viel mehr Investoren auf der Matte. Da war der Cargolifter eine sehr viel bessere Geschäftsidee und wie dieser endete wissen wir wohl alle. Einer schlechten Entwicklung eine Menge Geld hinterher zu werfen hatte noch nie Erfolg.
Beitrag vom 20.01.2025 - 16:20 Uhr
Ich glaube es geht nicht nur um die Bürgschaften, generell ist man als Unternehmen in DE und teils Europa sehr harter Regulierung ausgesetzt. Ich spreche nicht von Zulassungskriterien Luftfahrt, sondern von komplexen Steuerrichtlinien, Datenschutz- und Lieferkettengesetzen, Baurecht (wie lange bis die neue Fabrik steht, wenn man nicht Elon heißt) etc.
Ich will den Sinn bzw das Ziel der Regulierung auch gar nicht in Frage stellen, sondern nur die Komplexität der Anwendung. Wir machen in DE sowas einfach immer direkt viel zu komplex, es kostet massiv Zeit, die dann woanders fehlt. In Australien brauchen Inhaber von kleinen Familienunternehmen (bis 25 MA, Buchhaltung mit Quickbooks) einmal pro Jahr einen 2-3h Termin beim Steuerberater, dann sind sowohl die Abschlüsse, Firmensteuern als auch die private Steuererklärung fertig. Vergleich Deutschland sagt da alles.
Alles richtig, Deutschland muss sein Bürokratiemonster gerade im Steuer/Finanzbereich mal dringend an die Kette nehmen - die Zulassung eines Luftfahrzeugs ist aber ein anderes Thema.
Volocopter beschwert sich ja ausdrücklich über die aus ihrer Sicht mangelnde staatliche Förderung in Form von Bürgschaften. Auch die Zulassung eines neuen Luftfahrzeugs muss aber als Teil des geplanten Investments durchgeführt werden, wenn man denn etwas manntragendes entwickeln möchte.
Die Zulassungsregeln selbst dienen ja dazu, unsichere Implementierungen, Mängel und Auslassungen zu vermeiden.
D.h. sie _sollen_ ja nicht einfach und unbürokratisch sein, sondern die zukünftigen Insassen zuverlässig absichern.
Beitrag vom 20.01.2025 - 19:07 Uhr
Wenn das so tolle Zukunftstechnologie ist, sollte es doch möglich sein private Investoren zu finden.
Der Staat soll bitte möglichst wenig eingreifen, möglichst wenig Steuern erheben, möglichst wenig reglementieren, möglichst Technologie offen sein, aber in ganz bestimmten Fällen dann bitte doch subventionieren. Das wirkt oft nicht so konsequent in den Standpunkten.
Beitrag vom 20.01.2025 - 20:15 Uhr
@StockMaster
Mehrere Behauptungen können zugleich wahr sein. Deutschland kann ein durch Bürokratie und hohe Kosten sabotierter Wirtschaftsstandort sein; und das Konzept des elektrischen Kurzstrecken-Flugtaxis kann trotzdem Grütze sein. Die technische Machbarkeit ist dabei fast noch das geringste Problem. Und Volocopter wirkt im Vergleich zu Lilium noch seriös.
Beitrag vom 20.01.2025 - 20:44 Uhr
@StockMaster
Mehrere Behauptungen können zugleich wahr sein. Deutschland kann ein durch Bürokratie und hohe Kosten sabotierter Wirtschaftsstandort sein; und das Konzept des elektrischen Kurzstrecken-Flugtaxis kann trotzdem Grütze sein. Die technische Machbarkeit ist dabei fast noch das geringste Problem. Und Volocopter wirkt im Vergleich zu Lilium noch seriös.
Vor schlechten Ideen schützten auch die besten Gegebenheiten nicht, das ist korrekt :D
Beitrag vom 20.01.2025 - 20:55 Uhr
Sollen demnächst die Verluste bei Glücksspielen ... natürlich Investionen in Zukunftstechnologien ... von der Steuer absetzbar sein?
Soll eine Ausgründung oder Neugründung besser gestellt sein als eine interne Forschungsabteilung?
Die Kritik am Standort D nach einer Insolvenz klingt ein bisschen billig oder soll diese Kritik die einzige herausragende Leistung von Volocopter sein?
Beitrag vom 21.01.2025 - 00:12 Uhr
Ich hoffe doch sehr, daß Unternehmen, deren Geschäftsmodell mangels Erfolg auf die Gewährung von Subventionen ausweichen muß, von Staats wegen "Steine in den Weg gelegt" werden, denn der Staat ist keine Sozialhilfestation für scheiternde Startups, deren Negativbilanzen nicht mal mehr von steuerkräftigen Anteilseignern ausgeglichen wird.
Deutsche Staatshilfen sind auch nicht dafür gedacht, Liquiditätsprobleme ausländischer Investoren abzufedern.
Mit ist nicht bekannt, wieviele Patente Lilium und Volocopter eigentlich angemeldet haben. Ohne Patente hat man nur eine jederzeit austauschbare Werkbank im Investoren-Monopoly, und im Zweifel ist die dann auch noch bloß geleast.
Es ist ja nicht mal so, daß die beiden Firmen ein halbwegs brauchbares Produkt vorweisen könnten. Selbst die Prototypen-Flüge scheinen seltener zu sein als Sternschnuppen. Wieso gibt es keine Meßdaten von Experimental-Flügen, die auch ohne Musterzulassung machbar wären und viel zur Beurteilung künftiger Marktchancen beitragen würden?
Die Gebrüder Wright beispielsweise haben seinerzeit erst gebaut, getestet, verbessert und dann verdient. Man sollte das nicht umdrehen wollen.
Beitrag vom 21.01.2025 - 02:38 Uhr
Ich hoffe doch sehr, daß Unternehmen, deren Geschäftsmodell mangels Erfolg auf die Gewährung von Subventionen ausweichen muß, von Staats wegen "Steine in den Weg gelegt" werden, denn der Staat ist keine Sozialhilfestation für scheiternde Startups, deren Negativbilanzen nicht mal mehr von steuerkräftigen Anteilseignern ausgeglichen wird.
Das der Staat da mitmischen sollte halte ich auch für komplett daneben.
Wenn dann aber wieder Mal hunderte Millionen in Karstadt - Kaufhof gebuttert werden oder wieder irgendwo eine Werft gerettet wird, oder der Kinderbuchautor mit 10 Mrd. einen gefallenen Chipriesen nach Deutschland locken will,
dann frage ich mich warum man nicht auch 100 Mio. Staatsbürgschaft für Lilium und Volocopter übrig hat.
Denn bevor ich das andere mache, mache ich lieber das.
Manche Technologien gehen halt nicht ohne Staatshilfe.
Deutsche Staatshilfen sind auch nicht dafür gedacht, Liquiditätsprobleme ausländischer Investoren abzufedern.
Das ist falsch gedacht, die Liquiditätsprobleme liegen leider bei dt. Startups.
Mit ist nicht bekannt, wieviele Patente Lilium und Volocopter eigentlich angemeldet haben. Ohne Patente hat man nur eine jederzeit austauschbare Werkbank im Investoren-Monopoly, und im Zweifel ist die dann auch noch bloß geleast.
Patente schützen doch heute nicht mehr, was gibt China denn auf Patente?
Das können sie auch ihren Investoren nicht wirklich verklickern, das sie viel Geld und Aufwand für Patente ausgeben, das ist aufwendig, kostet Zeit und Geld.
Es ist ja nicht mal so, daß die beiden Firmen ein halbwegs brauchbares Produkt vorweisen könnten. Selbst die Prototypen-Flüge scheinen seltener zu sein als Sternschnuppen. Wieso gibt es keine Meßdaten von Experimental-Flügen, die auch ohne Musterzulassung machbar wären und viel zur Beurteilung künftiger Marktchancen beitragen würden?
Das ist die grosse Frage bei Lilium, denn warum sieht man die nicht fliegen?
Die Gebrüder Wright beispielsweise haben seinerzeit erst gebaut, getestet, verbessert und dann verdient. Man sollte das nicht umdrehen wollen.
Haben den die Geb. Wright ein grossses Unternehmen aufgebaut?
Wir sind technisch doch einfach ein Jahrhundert weiter, alles ist wesentlich komplexer.