Beitrag vom 27.06.2023 - 13:01 Uhr
Ich denke wir brauchen da auch nicht, dass jeder auf alles verzichtet und deswegen funktionieren Verbote in meinen Augen auch nicht. Denn was einem wichtig ist, ist am Ende ein subjektives Empfinden.
Und genau da kommen wir jetzt wieder auf den Inhalt des Artikels.
Genau das subjektive Empfinden dieser inneren Diskepanz zwischen Gewissen und Wünschen nutzen die freiwilligen und extrem billigen CO2-Ausgleichs Schemata aus.
10� in den Ablasstopf und alle CO2 Sünden sind erlassen, zum Flug wird das gute Gewissen als Serviceleistung geliefert.
Das funktioniert hier im Forum oder in der Ã?ffentlichkeit genauso wenig wie auf "staatlicher" Ebene, wenn wir als "1.Welt" den "3.Welt" Staaten vorschreiben, dass die diesen überschwänglichen Luxus den wir genossen haben nicht genießen dürfen zum Wohle von uns allen.
Faktisch haben viele Menschen in den "Entwicklungsländern" immer noch Probleme, sauberes Trinkwasser und ausreichend gesunde Nahrung zu finden. Von einer ganz grundsätzlichen Gesundheitsversorgung ganz zu schweigen.
Auch weil USA, China, die EU diese Länder primär als guten Absatzmarkt für �berproduktionen ansehen, der optional beliefert wird.
Das zerstört in den �berflussjahren die dort heimische Landwirtschaft und Industrie und garantiert praktisch ein Verharren in Armut, Unselbständigkeit und Abhängigkeit. Und wenn die �berproduktion dann mal ausbleibt, sind Mangel und Migrationsbewegungen die Folge.
Ich glaube, diese Menschen wären schon mal froh, wenn die erste Welt aufhören würde, aktiv ihre Krise zu erzeugen und zu verlängern.
Dass diese künstliche Dauer-Krise in Afrika, Mittelamerika und Teilen Asiens mit dem Versprechen von zukünftigem Luxus "verkauft" wird, halte ich mit für den größten angewandten Zynismus unseres Weltwirtschaftssystems.
/Rant Ende
Ich denke ähnlich wie bei der Telekommunikation können weniger entwickelte Gesellschaften direkt ein paar Stufen wie zB die zentrale Stromversorgung überspringen und direkt dezentral aufsetzen. Der "Luxus" wird ein anderer sein und auf anderem Weg erreicht, nichtsdestotrotz für die heutige Bevölkerung ein Rieseschritt vorwärts.
Auch unser Begriff von Luxus ist dehnbar.
Mal ernsthaft: Wer ist hier denn wirklich scharf auf so ein Millionärsleben mit Yachten und Villen? Im Sinne von "Das steht mir auch zu!"?
Ist doch eigentlich jedem klar, dass das nur ein (teils recht dekadenter) Auswuchs unserer Gesellschaft ist, den wir so in der Fläche nie erreichen werden.
Und nicht wirklich wollen ...
Beitrag vom 28.06.2023 - 07:26 Uhr
Ich denke wir brauchen da auch nicht, dass jeder auf alles verzichtet und deswegen funktionieren Verbote in meinen Augen auch nicht. Denn was einem wichtig ist, ist am Ende ein subjektives Empfinden.
Und genau da kommen wir jetzt wieder auf den Inhalt des Artikels.
Genau das subjektive Empfinden dieser inneren Diskepanz zwischen Gewissen und Wünschen nutzen die freiwilligen und extrem billigen CO2-Ausgleichs Schemata aus.
10� in den Ablasstopf und alle CO2 Sünden sind erlassen, zum Flug wird das gute Gewissen als Serviceleistung geliefert.
Das ist aber nicht Luftfahrt exklusiv. Auf dieser Klaviatur spielen alle. Ob das die Bahn ist, die sich mit verschachtelten Ã?kofakten als umweltfreundlich darstellt oder das Biofleisch in 100% recycelter Plastikverpackung. Beides ist nicht umweltfreundlich, aber bestimmte Attribute sollen das verschleiern.
Hier ist mehr Aufklärung nötig und wenn der mündndige Bürger das nicht sieht, sehen will, dann muss mehr Transparenz angeordnet werden, dass man der Information nicht entgehen kann. Die Freiwilligkeit reicht scheinbar noch lange nicht aus.
Dieser Beitrag wurde am 28.06.2023 08:08 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.06.2023 - 09:07 Uhr
Ich denke wir brauchen da auch nicht, dass jeder auf alles verzichtet und deswegen funktionieren Verbote in meinen Augen auch nicht. Denn was einem wichtig ist, ist am Ende ein subjektives Empfinden.
Und genau da kommen wir jetzt wieder auf den Inhalt des Artikels.
Genau das subjektive Empfinden dieser inneren Diskepanz zwischen Gewissen und Wünschen nutzen die freiwilligen und extrem billigen CO2-Ausgleichs Schemata aus.
10� in den Ablasstopf und alle CO2 Sünden sind erlassen, zum Flug wird das gute Gewissen als Serviceleistung geliefert.
Das ist aber nicht Luftfahrt exklusiv.
Nein, natürlich nicht.
Auf dieser Klaviatur spielen alle. Ob das die Bahn ist, die sich mit verschachtelten Ã?kofakten als umweltfreundlich darstellt oder das Biofleisch in 100% recycelter Plastikverpackung. Beides ist nicht umweltfreundlich, aber bestimmte Attribute sollen das verschleiern.
Hier ist mehr Aufklärung nötig
Bis hierhin volle Zustimmung.
Greenwashing sollte, wie in diesem Fall, überall offengelegt werden.
und wenn der mündndige Bürger das nicht sieht, sehen will, dann muss mehr Transparenz angeordnet werden, dass man der Information nicht entgehen kann. Die Freiwilligkeit reicht scheinbar noch lange nicht aus.
Wieviel transparenter solle es noch werden?
Es gibt nunmal Leute/Parteien, die Umweltzerstörung nicht sehen möchten, denen es egal ist und bei manchen bin ich mir sicher, sogar gewollt, dass sie in ihrer Restzeit auf dieser Welt noch maximalen Schaden anrichten.
Ob Zwang da die richtige Methode ist?
Ich wäre mehr dafür, die noch Beeinflussbaren zu überzeugen.
Der Rest, naja, wie oben gesagt: Mehrheiten reichen für Veränderungen. Man benötigt dafür nicht alle.
Beitrag vom 28.06.2023 - 09:31 Uhr
Wieviel transparenter solle es noch werden?
Ist es das denn? Wenn die Bahn sagt, sagen darf, unser ICEs fahren zu 100% mit �kostrom dann ist das irreführend und der Verbraucher fällt drarauf rein.
Es gibt nunmal Leute/Parteien, die Umweltzerstörung nicht sehen möchten, denen es egal ist und bei manchen bin ich mir sicher, sogar gewollt, dass sie in ihrer Restzeit auf dieser Welt noch maximalen Schaden anrichten.
Ob Zwang da die richtige Methode ist?
Sorry, unklar ausgedrückt. Zwang transparent und vollumfänglich zu informieren. Die Entscheidung fällt am Ende der Verbraucher.
Ich wäre mehr dafür, die noch Beeinflussbaren zu überzeugen.
Ja, aber dazu muss alles klarer werden, siehe oben.
Der Rest, naja, wie oben gesagt: Mehrheiten reichen für Veränderungen. Man benötigt dafür nicht alle.
Jup!
Beitrag vom 28.06.2023 - 11:40 Uhr
Wieviel transparenter solle es noch werden?
Ist es das denn? Wenn die Bahn sagt, sagen darf, unser ICEs fahren zu 100% mit �kostrom dann ist das irreführend und der Verbraucher fällt drarauf rein.
Es gibt nunmal Leute/Parteien, die Umweltzerstörung nicht sehen möchten, denen es egal ist und bei manchen bin ich mir sicher, sogar gewollt, dass sie in ihrer Restzeit auf dieser Welt noch maximalen Schaden anrichten.
Ob Zwang da die richtige Methode ist?
Sorry, unklar ausgedrückt. Zwang transparent und vollumfänglich zu informieren. Die Entscheidung fällt am Ende der Verbraucher.
Ich wäre mehr dafür, die noch Beeinflussbaren zu überzeugen.
Ja, aber dazu muss alles klarer werden, siehe oben.
Ja, OK; da stimme ich zu.
Ausdrücklich auch bei dem Bahn-Rechentrick.
Beitrag vom 28.06.2023 - 12:22 Uhr
Dass diese künstliche Dauer-Krise in Afrika, Mittelamerika und Teilen Asiens mit dem Versprechen von zukünftigem Luxus "verkauft" wird, halte ich mit für den größten angewandten Zynismus unseres Weltwirtschaftssystems.
Wie wahr, wie wahr. Siehe auch die Fischtrawler, die die Gewässer Somalias leer fischen ohne Fangquoten, nur weil sich die kleinen einheimischen Fischer nicht wehren können und keine Staatsmacht da ist, die das kontrollieren könnte.
Auch unser Begriff von Luxus ist dehnbar.
Mal ernsthaft: Wer ist hier denn wirklich scharf auf so ein Millionärsleben mit Yachten und Villen? > Im Sinne von "Das steht mir auch zu!"?
Ist doch eigentlich jedem klar, dass das nur ein (teils recht dekadenter) Auswuchs unserer Gesellschaft ist, den wir so in der Fläche nie erreichen werden.
Und nicht wirklich wollen ...
Das sehe ich nicht ganz so. Ich glaub die wenigsten wachen morgens auf und fragen sich, ob ihnen ein Luxusleben stehen würde. Die Versuchung liegt im Detail. Es ist der weiße Sandstrand von Yucatan statt der Straßenschlachten der Polizei mit den lokalen Drogenbaronen, die als Werbebilder der Touristik-Unternehmen transportiert werden, sie dann beim "kleinen Mann und Frau" eine Sehnsucht erwecken, dort auch mal hinzukommen. Und dann gibt es noch die Fernsehformate in denen mal grundsätzlich kein kleines Auto zu sehen ist, sondern immer nur große Autos. In den Privatprogrammen sabern die Jungs dann irgendwelchen >600 PS hinterher und vom letzten Geld wird dann die letzte Karre mit 45PS aufgemotzt und um zu zeigen, dass man auch fahren kann, wird der Gummi-Abrieb vor Ort gelassen.
Meine Kritik ist die tatsächliche Verantwortung der Unternehmen. Aber das kann man ihnen nicht verübeln, denn nach dem gewählten Wirtschaftssystem, wollen/müssen sie Geld verdienen und - wie man als BWLer als erstes lernt - immer mehr als vorher - Stagnation bedeutet kein Existenzrecht mehr ...