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Beitrag vom 23.08.2008 - 19:09 Uhr
UserJP83
User (3 Beiträge)
Hallo liebe Leser,

ich bin heute wieder in HAM angekommen.
Den Flug DE3315 von MRU nach FRA habe ich live erlebt.

Wir sind am 21.08. morgens um kurz vor neun gestartet. Ca. 5-10 Minuten nach dem Start, konnte ich im Augenwinkel vom Sitzplatz 32K etwas vom Motor Nr.2 wegfliegen sehen. Darauf hin gab es erhöhte Vibrationen, aber nichts beunruhigendes.

Nach ca. 1Std Flugzeit hatten wir die Nordspitze von Madagaskar erreicht und die abgeklungenen Vibrationen tauchten erneut und verstärkt auf. Plötzlich war zu beobachten, wie im Bereich des Querruders, eine nicht ganz geringe Menge Kerosin, stetig aus dem Flügel floss.

Nach hinweisen an die Crew und absprache mit der Technik haben sich die Piloten entschieden, in Mombasa zwischen zu landen. Bis zur Landung sind dann noch ein mal 2Std Flugzeit vergangen.

Kurz vor der Landung wurde dann erst der Moter 2 abgestellt.

Es war eine sehr sauber Landung möglich und am Boden hat die Feuerwehr den imens auslaufenden Kraftstoff mit Bindemitteln aufgefangen.

Die Maschine mit dem Kennzeichen D-ABUE steht zur Zeit immer noch in Mombasa und wird einen neuen Motor bekommen.

Beste Grüße
Beitrag vom 23.08.2008 - 19:39 Uhr
UserOldfly1
*
User (1570 Beiträge)
Moin,

herzlich willkommen hier im Forum... :D

Wenn einer eine Reise tut dann hat der was zu erzählen wie :wink:

Das dass Triebwerk kaputt gegangen ist, ist bedauerlich, und dass nicht mehr passiert ist ist erfreulich, sieht man mal von den/deinen Unannehmlichkeiten ab, hast Du ein richtiges Abenteuer erlebt könnte man sagen.

Nun gut, wenn man nicht den Schaden hat... 8)

Was da am Triebwerk raus geflogen ist kann leider keiner sagen, bevor man es analysiert hat, dass Treibstoff aus dem Flügel kommt liegt daran dass man den vor dem Landen ablassen muss um das nötige Max Gewicht für die Landung nicht zu überschreiten.
Allerdings sollte das dann irgendwann aufhören wenn das Gewicht erreicht worden ist.

Soweit ich mitbekommen habe floss auch Treibstoff aus dem Triebwerk, und deshalb wird die Feuerwehr die auch generell bei Notlandungen an der Landebahn steht dort zugegen gewesen sein.

Das Triebwerk sollte Heute oder Morgen früh von Hamburg aus nach Mombasa gehen, leider ist der Frachter aber noch nicht eingetroffen der das transportieren soll.

Vielleicht hat man auch das Triebwerk vor Ort begutachtet und festgestellt das der Transport nicht nötig ist und man das Triebwerk vor Ort reparieren kann.

Die Landung mit einem Triebwerk ist ein Standard Training das muss jeder Pilot aus dem FF beherrschen sonst brauch der gar nicht ins Cockpit gehen.

Schön dass Du uns berichtet hast.

Gruß

P.S. Ich hoffe Du hast das Abenteuer genossen. :wink:
Beitrag vom 23.08.2008 - 20:05 Uhr
UserC150
User (7 Beiträge)
Also in meiner Firma begegnet man einem Engine Severe Damage- der es ja wohl war- mit einem Inflight Shutdown- und das möglichst schnell. Die Tatsache, dass der Motor in Mombasa gewechselt werden soll, läßt doch wohl darauf schließen- oder?
Ich wundere mich lediglich, dass man mit einem Motor, der offensichtlich defekt ist, noch stundenlang fliegt. Für mich ist das eine interessante Frage bei einer zweimotorigen Maschine: Sollte man unter den gegebenen Umständen das Triebwerk laufenlassen, um es ggf wieder zumindest teilweise nutzen zu können falls das andere den Dienst quittiert? Auf diese Art und Weise würde man allerdings weitere Schäden im bereits defekten Triebwerk billigend in Kauf nehmen. Vielleicht weiß da jemand Genaueres?
Beitrag vom 23.08.2008 - 20:24 Uhr
Userready for take-o..
User (24 Beiträge)
die Piloten müssen sich größtenteils darauf verlassen, was ihnen die Instrumente anzeigen - wenn die Vibrationswerte, Abgastemperatur, fuel flow, Drehzahl der Wellen usw. in den gegebenen limits sind, kann das Triebwerk weiterlaufen - weitere Schäden sind dann eigentlich auch nicht zu erwarten

War es fuel dumping (=Treibstoff aus Bereich der Querruder) oder ein Leck?
Beitrag vom 23.08.2008 - 22:14 Uhr
UserJP83
User (3 Beiträge)
Es war eine Leckage, aus der das Kerosin ausgetreten ist. Leider war für mich nicht zu erkennen, wo genau die Leckagestelle war.

Gedumpt wurde auf jeden Fall später, kurz vor der Landung.
@ready for take-off: Die Querruder der 767 befinden sich recht weit inboard, auf höhe der Motoren.

Angeblich habe der Pilot während des Fluges keinerlei Anzeichen gesehen, dass irgend ein Defekt vorliege. Deshalb wahrscheinlich der Grund, warum noch lange mit der Technik gesprochen wurde und man sich dann für den Weg nach Mombasa entschied, wo die Condor stationiert ist.
Beitrag vom 24.08.2008 - 15:23 Uhr
UserOldfly1
*
User (1570 Beiträge)
Moin,

es scheint Probleme mit dem Frachter zu geben, der Betreiber der IL76 ist bei der LHT (LufthansaTechnik) schon zwei Mal nicht eingetroffen.

Bin gespannt was da wieder raus kommt am Ende, dass Triebwerk steht hier verlade fertig in Hamburg.

Gruß
Beitrag vom 25.08.2008 - 17:47 Uhr
Userda64291
User (312 Beiträge)
Was ist überhaupt mit Condor los?

Die Langstreckenmaschinen in Frankfurt haben momentan fast alle immer Verspätung. Teilweise bis zu 1 TAG!

Beitrag vom 25.08.2008 - 19:30 Uhr
Userready for take-o..
User (24 Beiträge)
[quote]@ready for take-off: Die Querruder der 767 befinden sich recht weit inboard, auf höhe der Motoren.[/quote]

 http://www.airliners.net/photo/All-Nippon-Airways/Boeing-767-381-ER/1381884/M/

es gibt auch ein zweites ganz außen :wink:
Beitrag vom 25.08.2008 - 20:59 Uhr
UserOldfly1
*
User (1570 Beiträge)
Moin,

ich vermute mal dass die IL76 durch den Georgien Konflikt gecancelt worden ist, die ist nämlich immer noch nicht eingetroffen um das Triebwerk aufnehmen zu können.

Bin gespannt wie lange die dort unten noch rum steht.

Gruß
Beitrag vom 25.08.2008 - 22:03 Uhr
Userkuddy2
User (2 Beiträge)
@all,

komme auch gerade aus MBA zurück und habe dort nicht nur mit der Technik sondern auch mit dem Copiloten gesprochen, denn der hat mir heute den Flieger gebracht.
Daher kann ich nun mal mit ein paar Vermutungen und Spekulationen aufräumen. Also:
Beim Start in MRU gab es ein FOD Problem, das heisst, es wurde beim Take Off ein Stein angesaugt. Durch diesen wurde eine Turbinenschaufel beschädigt, was dann zu den Vibrationen führte. Diese wurden erstmalig bei ca. 15.000 ft wahrgenommen.
Das alleine (alle anderen Triebwerksinstrumente zeigten normale Werte) war nun noch kein Grund für irgendwelche Aktionen, daher wurde der Flug zunächst fortgesetzt.
Die Vibrationen verursachten allerdings mit der Zeit Undichtigkeiten in einer Treibstoffleitung.
Dies blieb im Cockpit natürlich nicht unbemerkt und wurde ja offensichtlich auch in der Kabine (sprich: Passagiere) wahrgenommen.
Damit fiel dann die Entscheidung, nach Mombasa auszuweichen.
In der weiteren Folge führten dann die Vibrationen ausserdem zum Versagen eines Lagers innerhalb des Triebwerkes. Das hatte dann einen nennenswerten Ã?lverlust zur Folge.
So wurde dann noch im Sinkflug der betroffene Motor abgestellt und die Landung mit nur einem Triebwerk durchgeführt.
D.h. der Motor war zwar beschädigt, lief aber noch und lieferte auch noch Schub. Um aber ein echtes "severe damage" zu verhindern, wurde er vorsorglich abgestellt.
Eine Reparatur ist in MBA nicht möglich, deswegen muß er dort gewechselt werden. Eigentlich sollte der Austauschmotor heute dort ankommen. Die Techniker standen dort heute morgen jedenfalls schon "Gewehr bei Fuß".


gruss

kuddy
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