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Beitrag vom 05.12.2021 - 16:06 Uhr
Usergordon
User (3156 Beiträge)
... da sich die Luftfahrt nicht gerade - im Vergleich zu anderen CO-lastigen Industrien - ehrgeizige (abgesehen von Skandinaviern) Ziele setzt, macht sie sich den Start auch nicht gerade leicht.

Inwiefern würden ehrgeizigere Ziele den Start leichter machen?

... weil die Industrie so außer Worthülsen keinen Start hinlegt...

Ich hatte "Start" in diesem Zusammenhang eher als Möglichkeit nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten einmal wieder Geld zu verdienen, was im übrigen das Ziel eines Wirtschaftsunternehmens ist.


IATA muss nachschärfen, ansonsten wirkt die Industrie unglaubwürdig ("fit for 55" sollte eher in Richtung "fit for 35" gehen).

Ein "fit for 35" wäre meines Erachtens wesentlich unglaubwürdiger, da vollkommen unrealistisch.

Nicht, wenn die Industrie gezwungen wäre, sich einen Plan dafür zu schmieden. Technologien sind vorhanden (E-Fuels), dass die Industrie da nicht mit den Wachstumsplänen prä-Covid durchkommt, ist wohl allen klar.

Wenn das alle Airlines weltweit betreffen würde können Sie recht haben.
Wenn das allerdings nur einzelne Länder betrifft (@tip: "Wir, der Wirtschaftsstandort Deutschland … müssen vorangehen. Wer sonst?"), schiessen sie sich mit derart erhöhten Kosten völlig aus dem Markt. Da wird dann aus einen Vorzeigeunternehmen in Sachen CO2 Vermeideung ein Pleitekandidat, weil der Passagaier dann nicht über Deutschland sondern über die Türkei , VAE oder Großbritanien zu seinem Zielort fliegt.
Das hat mittlerweile sogar die Frau Baerbock verstanden.
Beitrag vom 05.12.2021 - 16:41 Uhr
Usercontrail55
User (2991 Beiträge)
Vielleicht weil die "ehrgeizigen Ziele" die sich andere setzen schlicht und einfach Mumpitz sind.

Die Auffassung "Mumpitz" währt bis zum nächsten "Naturereignis"...


Für die Luftfahrt bliebe dann nur noch das Reisen mit dem Segelflugzeug oder Luftschiffe mit solarbetriebenen Propellern.

Genau dieses "Schwarz-/Weiss"-Denken und Vereinfachung (Segel-/Luftschiffe) blockiert die m.E. notwendige Entwicklung, die der Industrie langfristig hilft und den Bestand sichert. Obwohl eine solche Fortbewegung keineswegs unattraktiv ist :-) Mit fit for 55 möchte man hier den status quo für die nächsten paar Jahre retten, Zeit kaufen. Wird meiner Ansicht nach nicht klappen.
Na dann wäre meine Frage noch offen... wo liegen denn die Skandinavier so weit vorne, woran müssten wir uns orientieren?


Ach, da gibt's diverses, ein Beispiel:

 https://www.swedavia.com/the-change-is-already-underway/
Firmen, die das, worauf sie selbst Einfluss haben, auf CO2 frei umgestellt haben (mehr hat Swedavia noch nicht geschafft), finden Sie hier auch. Ein Vorzeigeunternehmen macht noch nicht "Die Skandinavier". Ehrgeizige Ziele und einzelne Ergebnisse finden man auch bei den "Deutchen"
 http://www.e-port-an.de/Home.htm
Nicht falsch verstehen, ist ja gut, wenn es das alles gibt aber es muss auch relistisch sein.
"...Swedish Government’s Fossil-Free Sweden initiative, which among other things, aims to make all domestic flights fossil-free by 2030 and all flights originating from Sweden fossil-free by 2045.
Initiative sind erst mal nur Absichten, das muss auch mit Leben gefüllt werden. Domestic Travel fossil free hört sich erst mal gut an, ist aber auch nur was verfügbar ist plaktiv gebündelt. 10% Biofuel 2030 hört sich eben icht so sexy an. Hat man denn auch gesagt, wo man bis 2045 den ganzen Biosprit herbekommen will, denn man dann bräuchte. Das hat man nicht selbst in der Hand, die gleichen Ideen haben ja andere auch.
Beitrag vom 05.12.2021 - 18:16 Uhr
UserFW 190
User (1891 Beiträge)
Ich empfehle mal zur Info sich die Youtube Videos des Prof. Maximilian Fichtner vom Helmholzinstiut Ulm zur Wasserstofftechnologie an zusehen . Aber Vorsicht es könnten "Wunschvorstellungen" hinsichtlich Kerosyn-Fuel für die Luftfahrt Industrie zerschossen werden.

Warum pickt man sich das mit Abstand schwierigste Feld der Luftfahr raus anstatt die "low hangings fruits" als erste ab zugreifen und daraus zu lernen? Weil es einfach ein Reizthema ist und gut ankommt darauf herum zu prügeln.

Was gauben eigentlich die werten Foristen hier wieviel neue WKA und PV Anlagen bis 2030 plus Stromspeicher gebaut werden müssen um nur die Kohlekraftwerke und KKW zu ersetzen? Da bleibt kein Strom um sythetisch Kerosin herzustellen.

Unseren heutige PV und WKA Strom von 175 TWh können wir nur etwa auf 700 TWh steigern, plus Bio, Wasserkraft und Abfallnutzung, die in 2020 rd. 57TWh betrug und nur unwesentlich gesteigert werden kann. Und diese 700TWh bedeuten Verfünf bis Versechsfachen der WKA und Verachtfachung der PV Anlagen Plus der Speicher. Wenn die dannbezahlt sind, kostet der Strom erst einmal nichts mehr da die Sonne keine Rechnung schreibt. (Sagen doch immer noch einige Schalue) Aber halt nach 25 bis 30 Jahren steht eine Erneuerung an.

Leider wird die Bereitschaft der Bevölkerung kaum zu gewinnen sein persönlich zurück zu stecken - auch finanziell. Von heute 120 kWh pro Person und Tag müssen wir runter auf 40 (Frau Kämpfert) bis 60 Harald Lesch.

Und Schweden als dünnbesiedeltes Land (1/8) mit mehr Fläche (1,2fach) und damit genügend Wald für Biomasse als D zum Vorbild zunehmen - na ja, schauen wir mal 2035 wie sie gekommen sind. Möglich ist es da einfacher.
Beitrag vom 05.12.2021 - 21:02 Uhr
UserFly-away
Moderator
Modhinweis
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3 Beiträge gelöscht, ein weiterer wurde korrigiert, da extrem vom Thema abgekommen wurde.
Fly-away Moderator
Beitrag vom 05.12.2021 - 21:29 Uhr
Usergordon
User (3156 Beiträge)
Und selbst wenn die Tatsache, dass auch die anderen Ihren Beitrag zu leisten haben, unbestreitbar richtig ist, ist doch auch wahr: Alle müssen in die Boote – und zwar schnell.

Ja, alle in die Boote!

Wir sollten uns nicht zur Seite und schon gar nicht nach hinten umschauen. …

Natürlich sollten wir das. Wenn wir es nicht tun, sind wir zum Schluss alleine auf dem Wasser und werden von der Welle überspült. Die anderen sitzen zwar auch in den Booten, allerdings noch im sicheren Hafen.

Das kleinliche "Der muss aber auch was tun" steht uns nicht. Wir, der Wirtschaftsstandort Deutschland … müssen vorangehen.

Nicht, wenn wir alleine den Kampf aufnehmen. Da kann man nur verlieren.


Dieser Beitrag wurde am 05.12.2021 21:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.12.2021 - 03:43 Uhr
Usersf260
User (683 Beiträge)
@FW190
Wer sagt denn, dass Efuels hier bei uns produziert werden müssen?
Beitrag vom 06.12.2021 - 13:34 Uhr
UserFW 190
User (1891 Beiträge)
@FW190
Wer sagt denn, dass Efuels hier bei uns produziert werden müssen?

Wer hat denn Anlagen von denen wir beziehen können? Biofuel sehe ich da schon eher. Aber generell:

Energie wird ein knappes Import-Gut bleiben. Wir in D haben einen Primärenegieverbrauch von 3.600 TWh; 2.600 TWh davon sind der Endenergieverbrauch. Wenn wir Effektivitätsgewinne (E-Pkw gegen Verbrenner oder Wärmepumpe gegen Öl/Gasheizung z.B.) gegen die Verluste bei der Umwandlung wie Strom zu H2, Efuel, Speicherverluste usw. rechen glaube ich nicht, dass wie unter die 2.600 TWh kommen. Bei den genannten 700TWh aus PV und Wind rechnen Sie doch gerne noch 200TWh dazu und bei Bio erhöhen wir von 57 auf 100 TWh. Dann fehlen uns in D mehr als 1.600 TWh. die müssen wir natürlich importieren, in welcher Form? Strom, H2 Gas, Biofuel, Wasserstoff gebunden an ein Olefin usw...

Bis 2030 werden Efuels auf etwa 3-5€/l (von heute fast €10) herunterscaliert und bis 2040 auf 2-3. Aus Biomasse ist es sicher weniger, aber wo soll die herkommen in der Menge wenn alle in Euopa und einen großteil der Welt umgestellt haben. Hinzu kommt bei der Verlustrechnung noch: Wo kommt das CO2 her um zusammen mit Wasserstoff Efuel zu produzieren? Ja, aus der Luft. Super. 1 kg CO2 benötigt dann 4 kWhStrom.

Das wird noch richtig lustig wenn die Bürger merken was auf sie zurollt. Allein die schiere Anzahl der WKA und Stromleitungen wird Widerstand erzeugen. Aber mit der Natur können wir nicht verhandeln oder Kompromisse schließen.
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