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Beitrag vom 05.12.2024 - 14:11 Uhr
UserFloCo
Nicht mehr so Vielflieger
User (2185 Beiträge)
Selbst dieses Argument mit den "früher war der Flughafen aber nicht so groß/geschäftig" verfehlt in der Regel sein Ziel, da bereits Ende der 90er ca. so viele Flugbewegungen waren wie heute, bei deutlich schlechterer, vom Airport bezahlten Schallschutzmaßnahmen an den Häusern und lauteren Fliegern. Und wenn man bedenkt, dass seit mindestens der 60er Jahre absehbar die Entwicklung des Flughafen rapide nach oben ging, kann mir da auch keiner erzählen, dass er ja nicht gewusst hätte, wie sich das entwickelt.
Das Problem ist auf der anderen Seite, dass betroffenen Gemeinden schon lange nahe des Flughafens existieren und kaum andere Entwicklungsmöglichkeiten hatten als Baugebietsausweisungen auf eigenen Gemeindegebiet. Und sich das - auch in Nürnberg -auf Zusagen und Vereinbarungen der Betreiber/der Behörden verlassen haben...

Ist in Hamburg auch nicht wirklich der Fall... in 3 der 4 Betroffenen Richtungen ist mindesten 13 km weit von der Startbahn entfernt immer noch Hamburger Stadtgebiet. Also keine kleinen Gemeinden. In der Schleswig Holstein Richtung ist die Bebauung gar nicht so stark, scheint also da auch kein großes Problem gewesen zu sein. Wobei ich da nur Vermuten könnte, da ich die genauen Gemeindegrenzen von Garstedt und Norderstedt nicht kenne.
Aber am Ende hilft es in der Diskussion ja auch nicht. Es geht ja darum, dass die Einwohner, die sich jetzt potenziell darüber beschweren, dahin gezogen sind, obwohl sie wussten, dass da der Flughafen ist. Die zwingt ja keiner. Die Gemeinden haben im Zweifel aus Eigennutz, weil sie wachsen wollten, da Wohngebiete ausgeschrieben, ja.

Also ja, wenn da Regeln nicht eingehalten werden, muss da was gegen gemacht werden. Wenn die Regeln zu unscharf formuliert sind und dadurch zu viele Schlupflöcher bietet, meinetwegen auch, aber dieses ewige Argument, dass der Fluglärm zu viel ist; sorry, da bin ich bei vielen anderen hier, das musste einem klar gewesen sein, als man dahingezogen ist.
Das sehe ich ein wenig ambivalent, es kann durchaus gute Gründe gegeben haben dorthin zu ziehen. Auch im Vertrauen auf eben diese Regeln. Aber ja, es erinnert schon auch an Menschen, die aufs Land ziehen und dann gegen Kuh- und Kirchturmglocken klagen....

Wie gesagt: wenn die Regeln nicht eingehalten werden, dann ja, bin ich voll dafür, dass man das durchsetzt. Andernfalls habe ich da wenig VErständnis.
Zumal sich diese Fälle ja häufen.. anderes Beispiel hier in Hamburg ist beispielsweise ja auch der Kiez... da gibt es tatsächlich Leute, die auf den Kiez ziehen, weil es ja geil ist auf dem Kiez zu wohnen und beschweren sich dann über die ganze Party auf den Straßen. Und da sind es tatsächlich die eher frisch zugezogenen, da die Alteingesessen den Kiez wirklich noch leben, mit allem was dazugehört. Wie viele Klubs, die es früher in eher wohnlichen Gebieten gab, mussten in all den Städten schließen? Wie viele Kneipen und Restaurants sind davon betroffen? Geht ja regelmäßig durch die Presse.
Und sowas hört man ja doch immer mehr und da muss man sich schon fragen, ob man das wirklich so alles weiter verfolgen will und diese Proteste gut findet, oder man da nicht auch gesellschaftlich umdenken sollte.
Beitrag vom 05.12.2024 - 17:26 Uhr
UserAir_Rene
User (22 Beiträge)
Also ich habe fast 4 Jahre in Winterhude gelebt, Einflugschneise auf die 33.
Ich habe mich weniger von den Flugzeugen nach 23:00 gestört, als von den Bussen und Autos und im Somemr von den lauten Menschen unten auf der Straße.
Das war ein Dauerlärm, wo dagegen das Flugzeug kurz da ist und dann wieder weg, zwar lauter, aber eben nicht dauerhaft und das dauerhafte ist nerviger.
Beitrag vom 05.12.2024 - 19:40 Uhr
UserEricM
User (7197 Beiträge)
Sagt mal, wollt Ihr jetzt wirklich die Totenruhe aber auch _jedes_ Whataboutisms zum Thema Fluglärm stören?
Beitrag vom 05.12.2024 - 19:45 Uhr
UserEricM
User (7197 Beiträge)
Zu dieser Bürgerinitiative fällt mir nix mehr ein. Ich unterstelle, dass 99% der Mitmacher dorthin zogen, nachdem der Flughafen da war. Erst das dadurch "günstigere" Häuschen kaufen und sich dann über den Fluglärm beschweren.

Selbst wenn: Die Regelung sagt: Nur Ausnahmen nach 23:00. Auf die Durchsetzung dieser Regelung sollte sich ein Anwohner - egal ob er unter der An/Abflugschneise geboren wurde oder wann er zugezogen ist - verlassen können und nicht gezwunngen sein, eine schleichende Ausweitung bis zum Regelbetrieb bis 24:00 hinzunehmen.

Denn auch bei Zugezogenen hat die Regelung den Kaufpreis beinflusst. 24:00 vs. 23:00 stellt nochmal einen ziemlichen Wertverlust dar, den eine mangelhafte Durchsetzung der vereinbarten Regelungen verantworten muss.
Beitrag vom 06.12.2024 - 09:15 Uhr
UserEin Leser dieser..
... Seite
User (845 Beiträge)
...
Es gibt klare Regeln zum Nachtflugbetrieb, und die sind einzuhalten. Man kann drüber diskutieren, ob man die Regeln vielleicht ändern muss (wird man eh tun müssen, da die alte Fassung juristisch nicht haltbar ist), aber sich einfach drüber hinwegsetzen und dann die Anwohner zu beschimpfen, die nur die Einhaltung bestehender Regeln einfordern, ist nicht gerade vertrauensbildend. Wer so vorgeht, darf sich nicht wundern, wenn die Gegenseite dann irgendwann auch größere Geschütze auffährt.

Kann ich jetzt so aus dem Artikel nicht nachvollziehen. Auch woanders habe ich nichts gefunden, dass man sich einfach darüber hinwegsetzt und dann auch noch die Anwohner beschimpft. �ber den ersten Teil der Aussage kann man sicher diskutieren, inwieweit da mit rechtlichen Grauzonen gearbeitet wird. Aber zum zweiten Teil der Aussagen finde ich nichts.
Sollte gemeint sein, dass andere über die Anwohner schimpfen, als die Verursacher, dann ist das (absichtlich?) sehr manipulativ ausgedrückt.
Beitrag vom 06.12.2024 - 10:33 Uhr
UserDaemotron
User (153 Beiträge)
Kann ich jetzt so aus dem Artikel nicht nachvollziehen. Auch woanders habe ich nichts gefunden, dass man sich einfach darüber hinwegsetzt und dann auch noch die Anwohner beschimpft.

Das bezog sich auf die Kommentare von Cpt737, der in seinem ersten Posting allen Anwohnern, die geltende Regeln durchgesetzt sehen wollen, bescheinigt, aus Habgier zu handeln, und Hamburg insgesamt Irrsinn und Wirtschaftsfeindlichkeit unterstellt.

Und bezüglich der anderen Geschichte: halten wir mal fest, dass es die Lufthansa war, die unter Ausschöpfung rechtlicher Mittel die gegenwärtige Regelung gekippt hat. Das ist in einem Rechtsstaat völlig ok, aber dann muss es auch ok sein, wenn andere ebenfalls alle rechtlichen Mittel (z. B. ein Bürgerbegehren) nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen.

Letztlich hat es FloCo zutreffend beschrieben - 3 von 4 möglichen Landerichtungen führen über Stadtgebiet, und damit über dicht bewohntes Gebiet. Es ist unrealistisch, 3 Schneisen durch Hamburg zu ziehen, die dann nicht bewohnt werden, oder nur von denen, die versprechen, sich nie über Fluglärm zu beschweren. Einen im Stadtgebiet liegenden Verkehrsflughafen zu betreiben geht nur im gegenseitigen Interessenausgleich, und da gab's in den letzten zwanzig Jahren schon einige Verschiebungen zugunsten des Flughafens und damit auch der Airlines (damals: Nachtflugverbot ab 22:00, Ausnahme nur mit Genehmigung der Wirtschaftsbehörde, und die hatte nur DHL für den "späten" Postflieger). In anderen Städten (München, Berlin) sind entsprechende Flughäfen dichtgemacht und durch weiter draußen liegende Flughäfen ersetzt worden. Ich hoffe stark, dass das in Hamburg nicht blüht, und wir den ältesten Verkehrsflughafen Deutschlands da erhalten können, wo er jetzt ist.

Und da der Flughafen als Wirtschaftsfaktor erwähnt wurde: Ja, ist er, aber dann doch ein vergleichsweise kleiner. LHT hat den größten Teil der Werftaktivitäten längst woanders hin verlagert, und auch das DHL Frachtzentrum ist lange nicht mehr, was es mal war. Und wenn die Stadt gegenrechnet, was sie mit der riesigen Fläche sonst anstellen könnte, relativiert das die Sache doch etwas.
Beitrag vom 06.12.2024 - 11:16 Uhr
UserEin Leser dieser..
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User (845 Beiträge)
Kann ich jetzt so aus dem Artikel nicht nachvollziehen. Auch woanders habe ich nichts gefunden, dass man sich einfach darüber hinwegsetzt und dann auch noch die Anwohner beschimpft.

Das bezog sich auf die Kommentare von Cpt737, der in seinem ersten Posting allen Anwohnern, die geltende Regeln durchgesetzt sehen wollen, bescheinigt, aus Habgier zu handeln, und Hamburg insgesamt Irrsinn und Wirtschaftsfeindlichkeit unterstellt.
Ok. War dann aber ungünstig ausgedrückt.

Und bezüglich der anderen Geschichte: halten wir mal fest, dass es die Lufthansa war, die unter Ausschöpfung rechtlicher Mittel die gegenwärtige Regelung gekippt hat. Das ist in einem Rechtsstaat völlig ok, aber dann muss es auch ok sein, wenn andere ebenfalls alle rechtlichen Mittel (z. B. ein Bürgerbegehren) nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen.
...
So wie ich das sehe, wurde nicht die Nachtflugregelung gekippt, sondern "nur" die pauschale Gebühr des Flughafens für die Feststellung der Rechtmäßigkeit/Unrechtmäßigkeit der verspäteten Landung. Die entsprechenden erhöhten Landegebühren sind davon nicht betroffen.
Dass es ok ist, dass alle Seiten die jeweiligen rechtlichen Mittel nutzen, dem stimme ich zu.
Aber ich persönlich sehe hier die bessere Durchsetzung der aktuellen Regelung im Vordergrund.

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