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Beitrag vom 24.11.2021 - 12:42 Uhr
UserFW 190
User (1870 Beiträge)
Ich stelle mal einen link ein der eine "Ganzheitliche ökologische Bilanzierung von Verkehrssystemen" versucht. Ok, Friedrich Naumann Stiftung, FDP nah, aber " unter Mitwirkung des Instituts für Mobilität an der Universität St. Gallen". Hardcor Grüne kann man vermutlich schwerlich dazu bringen das bis zum Ende zu studieren - nicht nur lesen.

 https://imo.unisg.ch/de/ganzheitliche-oekologische-bilanzierung-von-verkehrssystemen/

Fertig Ende studiert habe ich die Arbeit auch noch nicht, es sind aber ganz interessante Aspekte drin weil nicht nur die Herstellung und das Ende des Transportmittels sondern auch die Verkehrswege zum reinen Energieverbrauch des Transportes (und die damit verbundene CO2 Emission) im Betrieb einbezogen werden.

 https://shop.freiheit.org/#!/Publikation/1046

Dieser Beitrag wurde am 24.11.2021 12:46 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.11.2021 - 16:20 Uhr
Usercontrail55
User (2921 Beiträge)
Ich stelle mal einen link ein der eine "Ganzheitliche ökologische Bilanzierung von Verkehrssystemen" versucht. Ok, Friedrich Naumann Stiftung, FDP nah, aber " unter Mitwirkung des Instituts für Mobilität an der Universität St. Gallen". Hardcor Grüne kann man vermutlich schwerlich dazu bringen das bis zum Ende zu studieren - nicht nur lesen.

 https://imo.unisg.ch/de/ganzheitliche-oekologische-bilanzierung-von-verkehrssystemen/

Fertig Ende studiert habe ich die Arbeit auch noch nicht, es sind aber ganz interessante Aspekte drin weil nicht nur die Herstellung und das Ende des Transportmittels sondern auch die Verkehrswege zum reinen Energieverbrauch des Transportes (und die damit verbundene CO2 Emission) im Betrieb einbezogen werden.

 https://shop.freiheit.org/#!/Publikation/1046

Danke für den Link. Das dürfte dem Einen oder der Anderen die Augen öffnen ;-)
Beitrag vom 24.11.2021 - 16:51 Uhr
UserEricM
User (3365 Beiträge)
Ja danke für den Link.
Vorbemerkung: Ich habe bisher nur grob rein/quergelesen.

Ich denke die Studie enthält jede Menge valide Überlegungen zur Einbeziehung von Infrastruktur in CO2 Rechnungen und zur Intermodalität der verschiedenen Verkehrsträger.

Allerdings sehe ich ein Problem mit der Zurechnung einer Infrastruktur zu einem bestimmten Verkehrsträger.
Das CO2 einer Infrastruktur kann nur dann eingespart werden, wenn man die Infrastruktur gar nicht erst baut.
Verzichtet man aber auf die Infrastruktur zB Straßen und Schienen, wie kommen dann Passagiere und Güter zu den angeblich Infrastrukturfreien Flughäfen?
Und da man die Infrastruktur deshalb eben doch bauen muss - warum sollte man sie dann ausschließlich dem PKW Verkehr zurechnen?

Gleiche Grundüberlegung zum Bahn-Verkehr. Die Schienen ließen sich nur einsparen, indem alles zu 100% auf Straße und Luft verlagert würde - und dort vermutlich neue Infrastruktur nach sich ziehen würde.

Kein Wunder dass der Luftverkehr bei dieser etwas einseitigen Betrachtungsweise ganz gut wegkommt.



Dieser Beitrag wurde am 24.11.2021 16:51 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.11.2021 - 17:22 Uhr
Usercontrail55
User (2921 Beiträge)
Ja danke für den Link.
Vorbemerkung: Ich habe bisher nur grob rein/quergelesen.

Ich denke die Studie enthält jede Menge valide Überlegungen zur Einbeziehung von Infrastruktur in CO2 Rechnungen und zur Intermodalität der verschiedenen Verkehrsträger.

Allerdings sehe ich ein Problem mit der Zurechnung einer Infrastruktur zu einem bestimmten Verkehrsträger.
Das CO2 einer Infrastruktur kann nur dann eingespart werden, wenn man die Infrastruktur gar nicht erst baut.
Verzichtet man aber auf die Infrastruktur zB Straßen und Schienen, wie kommen dann Passagiere und Güter zu den angeblich Infrastrukturfreien Flughäfen?
Und da man die Infrastruktur deshalb eben doch bauen muss - warum sollte man sie dann ausschließlich dem PKW Verkehr zurechnen?

Gleiche Grundüberlegung zum Bahn-Verkehr. Die Schienen ließen sich nur einsparen, indem alles zu 100% auf Straße und Luft verlagert würde - und dort vermutlich neue Infrastruktur nach sich ziehen würde.

Kein Wunder dass der Luftverkehr bei dieser etwas einseitigen Betrachtungsweise ganz gut wegkommt.

Da ja kaum einer an der passenden Autobahn Auf/Abfahrt, am Bahnhof, Hafen oder Flughafen des Start/Ziel wohnt kann man das wohl vernachlässigen. Es geht in der Studie ja um den CO2 Systempreis für einen Passagierkilometer im Gegensatz zur bisherigen Betrachtung der reinen Transportleistung des PK.

War schon klar, dass das so nicht passt ;-)

Dieser Beitrag wurde am 24.11.2021 17:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.11.2021 - 18:02 Uhr
UserEricM
User (3365 Beiträge)
Da ja kaum einer an der passenden Autobahn Auf/Abfahrt, am Bahnhof, Hafen oder Flughafen des Start/Ziel wohnt kann man das wohl vernachlässigen.

Eben nicht.
Welche Straßen können denn entfallen, wenn wir doppelt soviel fliegen und nur noch halb so viel Auto fahren?

Es geht in der Studie ja um den CO2 Systempreis für einen Passagierkilometer im Gegensatz zur bisherigen Betrachtung der reinen Transportleistung des PK.

Korrekt. Aber da Luftverkehr und Bahn ohne den Zubringer Straße gar nicht funktionieren würden und die Straßen daher auch dann gebraucht würden, wenn die PKW Leistung 0PKM wären, wieso sollte dann die gesamte CO2 Emission der Straßen-Infrastruktur auf die PKW - Emission pro PKM angerechnte werden?

Da bei stärkerer Nutzung des Luftverkehrs trotzdem noch alle Straßen gebraucht werden und somit auch die vollständigen CO2 Emissionen der Infrastruktur anfallen ergibt diese Gegenrechnung einfach keinen Sinn.

Nachtrag: Wenn wir das mal umgekehrt rechnen, das Fliegen weitgehed verbieten und alle fahrbaren Strecken auf PKWs/Busse verlagern, sinkt interessanterweise in dieser Betrachtung der CO2 AUsstoß der Infrastruktur pro Personenkilometer signifikant.
Denn was weiter vorne in der Studie steht, nämlich dass die Nutzungsintensität einer Infrastruktur entscheidend für die CO2 Effizienz ist, gilt natürlich auch in deesem Fall.

Dieser Beitrag wurde am 24.11.2021 18:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.11.2021 - 19:09 Uhr
Usercontrail55
User (2921 Beiträge)
Da ja kaum einer an der passenden Autobahn Auf/Abfahrt, am Bahnhof, Hafen oder Flughafen des Start/Ziel wohnt kann man das wohl vernachlässigen.

Eben nicht.
Welche Straßen können denn entfallen, wenn wir doppelt soviel fliegen und nur noch halb so viel Auto fahren?
Und welche Flughäfen, wenn wir nur noch halb soviel Fliegen?
Aus der ganzen Straßeninfrastruktur in D, wieviel Kilometer wurden denn rein als Flughafenzubringer gebaut, gäbe es also ohne Flughafen nicht und hätte gespart werden können um die Statistik nicht zu verwässern? Das ist doch statistisch irrelevant.
Es geht in der Studie ja um den CO2 Systempreis für einen Passagierkilometer im Gegensatz zur bisherigen Betrachtung der reinen Transportleistung des PK.

Korrekt. Aber da Luftverkehr und Bahn ohne den Zubringer Straße gar nicht funktionieren würden und die Straßen daher auch dann gebraucht würden, wenn die PKW Leistung 0PKM wären, wieso sollte dann die gesamte CO2 Emission der Straßen-Infrastruktur auf die PKW - Emission pro PKM angerechnte werden?
Siehe oben.
Da bei stärkerer Nutzung des Luftverkehrs trotzdem noch alle Straßen gebraucht werden und somit auch die vollständigen CO2 Emissionen der Infrastruktur anfallen ergibt diese Gegenrechnung einfach keinen Sinn.
Siehe oben
Nachtrag: Wenn wir das mal umgekehrt rechnen, das Fliegen weitgehed verbieten und alle fahrbaren Strecken auf PKWs/Busse verlagern, sinkt interessanterweise in dieser Betrachtung der CO2 AUsstoß der Infrastruktur pro Personenkilometer signifikant.
Klar, je mehr wir Fliegen aber auch. Lassen Sie diesen Ansatz aber nicht MOL höhren. Das ist Wasser auf seine Mühlen... ;-)
Denn was weiter vorne in der Studie steht, nämlich dass die Nutzungsintensität einer Infrastruktur entscheidend für die CO2 Effizienz ist, gilt natürlich auch in deesem Fall.
Aber auch in den anderen!
Beitrag vom 24.11.2021 - 19:16 Uhr
UserA320Fam
User (1389 Beiträge)
Also es kann sich ja nur um einen marginalen Anteil von Auto/Bahninfrastruktur durch die Flughäfen handeln, da in den allermeisten Fällen ja nur relativ kurze Zubringer-Anbindungen aus diesen 2 bestehenden Systemen zu den Flughäfen hergestellt wurden.
Aber ja, das alles 1 zu 1 aufzurechnen dürfte unmöglich sein, was ja aber in der Studie auch angeführt wird.
Klar ist aber zu sehen, das zumindest die Bahn wesentlich schlechter weg kommt als von z.B. den grünen behauptet wird und i.m.Augen dieses ganze gequatsche von Kurzstreckenflügen auf die Schiene ad absurdum führt. Erst recht wenn man bedenkt, dass da noch massiv Kapazität bei der Bahn entstehen müsste mit all den in der Studie beschriebenen Aufwänden und Folgen. Da bleibt nicht viel von grüner Bahn, auch wenn die elektrifiziert ist.
Beitrag vom 24.11.2021 - 23:52 Uhr
UserEricM
User (3365 Beiträge)
Da ja kaum einer an der passenden Autobahn Auf/Abfahrt, am Bahnhof, Hafen oder Flughafen des Start/Ziel wohnt kann man das wohl vernachlässigen.

Eben nicht.
Welche Straßen können denn entfallen, wenn wir doppelt soviel fliegen und nur noch halb so viel Auto fahren?
Und welche Flughäfen, wenn wir nur noch halb soviel Fliegen?

Ja eben, keinen.
Genau das meinte ich ja.

Aus der ganzen Straßeninfrastruktur in D, wieviel Kilometer wurden denn rein als Flughafenzubringer gebaut, gäbe es also ohne Flughafen nicht und hätte gespart werden können um die Statistik nicht zu verwässern? Das ist doch statistisch irrelevant.

Die paar km schon, aber wie kommen die Fluggäste ohne sonstige Straßen zum Zubringer?

Es geht in der Studie ja um den CO2 Systempreis für einen Passagierkilometer im Gegensatz zur bisherigen Betrachtung der reinen Transportleistung des PK.

Korrekt. Aber da Luftverkehr und Bahn ohne den Zubringer Straße gar nicht funktionieren würden und die Straßen daher auch dann gebraucht würden, wenn die PKW Leistung 0PKM wären, wieso sollte dann die gesamte CO2 Emission der Straßen-Infrastruktur auf die PKW - Emission pro PKM angerechnte werden?
Siehe oben.
Ja...
Da bei stärkerer Nutzung des Luftverkehrs trotzdem noch alle Straßen gebraucht werden und somit auch die vollständigen CO2 Emissionen der Infrastruktur anfallen ergibt diese Gegenrechnung einfach keinen Sinn.
Siehe oben
Nachtrag: Wenn wir das mal umgekehrt rechnen, das Fliegen weitgehed verbieten und alle fahrbaren Strecken auf PKWs/Busse verlagern, sinkt interessanterweise in dieser Betrachtung der CO2 AUsstoß der Infrastruktur pro Personenkilometer signifikant.
Klar, je mehr wir Fliegen aber auch.

Eben, deswegen ist diese Betrachtungsweise eben etwas - meiner Meinung nach - untauglich.
Da wird so gesamtheitlich alles einbezogen bis jede Aussage schwierig bis gar nicht mehr zu interpretieren ist.

Lassen Sie diesen Ansatz aber nicht MOL höhren. Das ist Wasser auf seine Mühlen... ;-)


Denn was weiter vorne in der Studie steht, nämlich dass die Nutzungsintensität einer Infrastruktur entscheidend für die CO2 Effizienz ist, gilt natürlich auch in deesem Fall.
Aber auch in den anderen!
Beitrag vom 25.11.2021 - 00:00 Uhr
UserEricM
User (3365 Beiträge)
Also es kann sich ja nur um einen marginalen Anteil von Auto/Bahninfrastruktur durch die Flughäfen handeln, da in den allermeisten Fällen ja nur relativ kurze Zubringer-Anbindungen aus diesen 2 bestehenden Systemen zu den Flughäfen hergestellt wurden.
Aber ja, das alles 1 zu 1 aufzurechnen dürfte unmöglich sein, was ja aber in der Studie auch angeführt wird.
Klar ist aber zu sehen, das zumindest die Bahn wesentlich schlechter weg kommt als von z.B. den grünen behauptet wird und i.m.Augen dieses ganze gequatsche von Kurzstreckenflügen auf die Schiene ad absurdum führt. Erst recht wenn man bedenkt, dass da noch massiv Kapazität bei der Bahn entstehen müsste mit all den in der Studie beschriebenen Aufwänden und Folgen. Da bleibt nicht viel von grüner Bahn, auch wenn die elektrifiziert ist.

Nur zum Teil, denn wenn wir überhaupt noch Bahnverkehr zwischen 2 Punkten haben, muss die Schieneninfrastruktur weiter gebaut/gewartet werden.
Und wenn sie da ist, erhöht nur eine möglichst hohe Nutzung die Effizienz und senkt den rechnerischen Ausstoß pro Personenkilometer.
Also ähnlich wie bei dem Argument von MOL: alle 10 min ein ICE auf die Strecke und man kann die Emissionen der Infrastruktur gegen null rechnen.
Die Argumentation dieser Studie wäre nur dann richtig, wenn man im Gegensatz Bahninfrastruktur abbauen bzw verfallen lassen könnte.
Beitrag vom 27.11.2021 - 22:02 Uhr
UserFranki98
User (5 Beiträge)
Bin ich Inhaber einer Würstelbude, sind es nicht die Veganer, an die sich meine Marketingkampagne richten kann und muss. Anbiederung an politische Strömungen sind noch nie gut fürs Geschäft gewesen.


Glaubt die Luftfahrtbranche an den Klimaschutz, so sollte sie lieber ihr Geld in entsprechende Maßnahmen stecken und Erfolge für sich sprechen lassen, als es für eine Charmeoffensive bei unbeeindruckbaren Neopuritanern zu verpulvern.

Interessante Gedanken.
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