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Beitrag vom 05.02.2024 - 16:03 Uhr
UserF11
einfach nur Pax...
User (1532 Beiträge)
Na klar, das ist der eigentliche Kern. Verdi, wie alle, muss liefern, damit die Kundschaft zu ihnen kommt und nicht woanders hin geht.

Glauben Sie wirklich ernsthaft, dass die Gewerkschaftsfunktionäre in Deutschland moralisch schon so verkommen sind das es denen nur (noch) um ihre eigene 'Macht/Posten' geht!?
Aufgabe von Gewerkschaften ist es, ihr Mitglieder so gut es geht zu vertreten. Es sind die Spartengewerkschaften (Piloten, Lokführer, Ã"rzte...), die zu einer Vielfalt von Gewerkschaften in den Betrieben geführt haben und zu einem Wettbewerb um Mitglieder. Dennoch soll, muss jede Gewerkschaft ihr Klientel bestmöglich vertreten.
Beitrag vom 05.02.2024 - 17:14 Uhr
UserMHalblaub
User (1298 Beiträge)
Das Unternehmen kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft: "Noch vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen ist der Streik auch in Länge und Ausmaß völlig unverständlich"

Es ist mir immer unverständlich, warum es Unternehmen nicht hinbekommen vor Ablauf des alten Tarifvertrags einen neuen auszuhandeln. Wenn der alte Vertrag ausgelaufen ist, dann ist die Friedenspflicht weg und Streiks sind möglich.
Beitrag vom 05.02.2024 - 18:31 Uhr
UserA320Fam
User (2259 Beiträge)
... dann ist die Friedenspflicht weg und Streiks sind möglich.
Eben, ohne dem kein Druckmittel. Oder meinst die AG geben was freiwillig?
Beitrag vom 05.02.2024 - 20:34 Uhr
UserCptKirk
Kapitän zur See
User (295 Beiträge)
Angesichts der Inflation einerseits, der hohen Belastung des Personals andererseits, ist das Angebot bei der Laufzeit frech.
Während Corona hat man massiv gespart beim Boden und Personal abgebaut. Das Personal fehlt nun an allen Ecken und Enden. Das führt zu hoher Belastung des Personals.
Daneben ist die Belastung sehr hoch, da Boden und Kabine im Kundenkontakt nur noch beschwichtigen müssen und die Gemüter über das kaputt gesparte Produkt zu besänftigen. Einerseits an Bord defekte IFE, mieses Catering, defekte Sitze zB ohne Luft in der Business, andererseits verlorene Koffer, Flugausfälle, lange Wartezeiten auf Gepäck, etc am Boden.
Die Boden und Kabinenmitarbeiter hatten während Corona auch nicht die Option einen gut bezahlten DAX Aufsichtsratsposten anzunehmen, als es um die Existenz der Hansa ging.
Beitrag vom 06.02.2024 - 04:00 Uhr
UserKosmopolit
User (585 Beiträge)
Nun, wenn man auf diese Forderungen:

- 12,5% aber mindestens 500â?¬
- Ausbildungsvergütung um 250� monatlich erhöhen
- 3000� Inflationsausgleichsprämie
- Jährliche Stufensteigerungen
- Steigerung des Urlaubsgeldzuschlags um 12,5%
- Einführung einer Schichtzulage von 3,6%
- Laufzeit 12 Monate

mit folgenden Angeboten antwortet:

1. Verhandlungsrunde: Gänzliche Weigerung seitens LH überhaupt ein Gegenangebot vorzulegen

2. Verhandlungsrunde:

- Nullrunde bis September 2024
- 200â?¬ ab September 2024
- 3% ab April 2025
- 2,5% ab April 2026
- Laufzeit 36 Monate
- Alle anderen Forderungen gänzlich unbeantwortet

Dann zeugt das weder von Interesse, noch Respekt an einer Verhandlung von Arbeitgeberseite.

�ber was soll man verhandeln, wenn das Gegenangebot so niedrig ist, dass es keine Gesprächsgrundlage gibt?

Beim fliegenden Personal gab es scheinbar ähnlich "gute" Angebote seitens LH und das nach mittlerweile 14 ergebnislosen Verhandlungsrunden.


Danke für die Zusammenfassung.

2 Anmerkungen, sonst können wir die Diskussion über Lohn - Preisspirale und Kosten der Inflation und wer sie trägt hier gleich weiter führen.

1. Das ist der älterste aller Tricks auf dem Basar. Wenn etwas 10 im Einkauf kostet, wollen sie 200. Dann geben sie 150 Rabatt und verkaufen immer noch zum 5-fachen.

2. Einen vollen INflationsausgleich wird es nicht geben, und die Forderungen der Gewerkschaft sind schon etwas abstrus. 12,5% und 1 Jahr Laufzeit, finden sie das angemessen? Gerade im Hinblick auf die Laufzeit, denn ganz ehrlich, Tarifautonomie in allen Ehren, aber das kann es einfach nicht sein.
Piloten, Flugbegleiter, Sicherheitspersonal, Bodenabfertiger, Lotsen, etc. - demnächst Streiken dann noch die Hausmeister und Sperren die Türen nicht auf oder die Tankwagenfahrer, dann klebt sich FFF nochmal irgendwo fest.
Deutschland war doch vor nicht allzulanger Zeit ein Land das immer etwas auf z.B. Italien und Frankreich mit seiner enormen Streikkultur geschaut hat und meinte: Bei uns läuft das nicht so.
Mittlerweile steht Deutschland öfter Still als es funktioniert.
Vlt. waren die Einheitstarifverträge doch nicht so schlecht.


Man liest immer von dem üppigen Mainlinepilotenabschluss.
Mal die Fakten auf den Tisch um es in Worte zu fassen.

Auslauf alter Tarifvertrag Ende 2021.
Laufzeit des neuen Tarifvertrages Ende 2026

5 Jahre in Summe.

Gehaltssteigerungen
7%+5%+5% = 17% geteilt durch 5 Jahre
3,4% pro Jahr !!!

Zweimal gab es Einmalzahlungen von jeweils 490 Euro. Also 980 Euro in Summe.
Hat bei dienstjungen Piloten mehr, bei Dienstältesten Piloten weniger Prozente Gehaltssteigerung in Summe gegeben.
Würde mal großzügig
7% angeben. Durch 5 Jahre geteilt 1,4% pro Jahr.

Diese Rechnung verstehe ich nicht. Es sind doch 7% und dasnn in der Folge 5% 2x Mal.

3,4%+1,4%=4,8% pro Jahr Gehaltssteigerung.

Bei Inflationsraten von 10% und mehr, die wir 2022 + 2023 hatten macht es in Summe einen Reallohnverlust.

Den dicken fetten Tarifabschluss muss man mir also mal erklären.

Nein, das ist ein Abschluss der angemessen ist.

Das die Angebote der LH für die anderen Berufsgruppen eine Unverschämtheit sind, steht außer Frage !!

Naja, das Angebot ist genauso "Unverschämt" wie die Forderung.

Da schenken sich die beiden doch nichts.
Beitrag vom 06.02.2024 - 07:56 Uhr
Userrambazamba123
User (823 Beiträge)
1. Das ist der älterste aller Tricks auf dem Basar. Wenn etwas 10 im Einkauf kostet, wollen sie 200. Dann geben sie 150 Rabatt und verkaufen immer noch zum 5-fachen.

2. Einen vollen INflationsausgleich wird es nicht geben, und die Forderungen der Gewerkschaft sind schon etwas abstrus. 12,5% und 1 Jahr Laufzeit, finden sie das angemessen? Gerade im Hinblick auf die Laufzeit, denn ganz ehrlich, Tarifautonomie in allen Ehren, aber das kann es einfach nicht sein.

Das habe ich im weiteren Verlauf der Diskussion zu diesem Thema in einer späteren Antwort bereits aus meiner persönliche Sicht beantwortet.
Beitrag vom 06.02.2024 - 09:15 Uhr
UserEricM
User (7122 Beiträge)
... dann ist die Friedenspflicht weg und Streiks sind möglich.
Eben, ohne dem kein Druckmittel. Oder meinst die AG geben was freiwillig?

Wenn man sich die tarifierten deutschen Firmen zB im Automobil- und Elektrobereich so anschaut, ist Streik dort eine recht seltene Ausnahmeerscheinung.
Viele andere Firmenleitungen und Gewerkschaften sind also offenbar in der Lage und willens, Tarifverhandlungen zu führen, ohne in den Bereich von Streiks zu eskalieren.

Für die VC gibt es da wenig Vergleiche. Aber Verdi zB schafft es bei anderen Firmen regelmäßig, auch ohne Streik Abschlüsse zu erzielen.
Beitrag vom 06.02.2024 - 09:21 Uhr
Usertop_pax
User (427 Beiträge)
Nun, wenn man auf diese Forderungen:

- 12,5% aber mindestens 500â?¬
- Ausbildungsvergütung um 250� monatlich erhöhen
- 3000� Inflationsausgleichsprämie
- Jährliche Stufensteigerungen
- Steigerung des Urlaubsgeldzuschlags um 12,5%
- Einführung einer Schichtzulage von 3,6%
- Laufzeit 12 Monate

mit folgenden Angeboten antwortet:

1. Verhandlungsrunde: Gänzliche Weigerung seitens LH überhaupt ein Gegenangebot vorzulegen

2. Verhandlungsrunde:

- Nullrunde bis September 2024
- 200â?¬ ab September 2024
- 3% ab April 2025
- 2,5% ab April 2026
- Laufzeit 36 Monate
- Alle anderen Forderungen gänzlich unbeantwortet

Dann zeugt das weder von Interesse, noch Respekt an einer Verhandlung von Arbeitgeberseite.

�ber was soll man verhandeln, wenn das Gegenangebot so niedrig ist, dass es keine Gesprächsgrundlage gibt?

Beim fliegenden Personal gab es scheinbar ähnlich "gute" Angebote seitens LH und das nach mittlerweile 14 ergebnislosen Verhandlungsrunden.


Danke für die Zusammenfassung.

2 Anmerkungen, sonst können wir die Diskussion über Lohn - Preisspirale und Kosten der Inflation und wer sie trägt hier gleich weiter führen.

1. Das ist der älterste aller Tricks auf dem Basar. Wenn etwas 10 im Einkauf kostet, wollen sie 200. Dann geben sie 150 Rabatt und verkaufen immer noch zum 5-fachen.

2. Einen vollen INflationsausgleich wird es nicht geben, und die Forderungen der Gewerkschaft sind schon etwas abstrus. 12,5% und 1 Jahr Laufzeit, finden sie das angemessen? Gerade im Hinblick auf die Laufzeit, denn ganz ehrlich, Tarifautonomie in allen Ehren, aber das kann es einfach nicht sein.
Piloten, Flugbegleiter, Sicherheitspersonal, Bodenabfertiger, Lotsen, etc. - demnächst Streiken dann noch die Hausmeister und Sperren die Türen nicht auf oder die Tankwagenfahrer, dann klebt sich FFF nochmal irgendwo fest.
Deutschland war doch vor nicht allzulanger Zeit ein Land das immer etwas auf z.B. Italien und Frankreich mit seiner enormen Streikkultur geschaut hat und meinte: Bei uns läuft das nicht so.
Mittlerweile steht Deutschland öfter Still als es funktioniert.
Vlt. waren die Einheitstarifverträge doch nicht so schlecht.


Man liest immer von dem üppigen Mainlinepilotenabschluss.
Mal die Fakten auf den Tisch um es in Worte zu fassen.

Auslauf alter Tarifvertrag Ende 2021.
Laufzeit des neuen Tarifvertrages Ende 2026

5 Jahre in Summe.

Gehaltssteigerungen
7%+5%+5% = 17% geteilt durch 5 Jahre
3,4% pro Jahr !!!

Zweimal gab es Einmalzahlungen von jeweils 490 Euro. Also 980 Euro in Summe.
Hat bei dienstjungen Piloten mehr, bei Dienstältesten Piloten weniger Prozente Gehaltssteigerung in Summe gegeben.
Würde mal großzügig
7% angeben. Durch 5 Jahre geteilt 1,4% pro Jahr.

Diese Rechnung verstehe ich nicht. Es sind doch 7% und dasnn in der Folge 5% 2x Mal.

3,4%+1,4%=4,8% pro Jahr Gehaltssteigerung.

Bei Inflationsraten von 10% und mehr, die wir 2022 + 2023 hatten macht es in Summe einen Reallohnverlust.

Den dicken fetten Tarifabschluss muss man mir also mal erklären.

Nein, das ist ein Abschluss der angemessen ist.

Das die Angebote der LH für die anderen Berufsgruppen eine Unverschämtheit sind, steht außer Frage !!

Naja, das Angebot ist genauso "Unverschämt" wie die Forderung.

Da schenken sich die beiden doch nichts.

Naja, wie immer gibt es mehrere Blickwinkel.
Zum Thema Streik: Die deutsche Art zu streiken hat immer noch sehr wenig mit Italien oder Frankreich zu tun.
Was ich immer spannend finde - für die Pilotenstreiks hat immer jeder Verständnis, obwohl das die Berufsgruppe ist, die egal ob LH, Eurowings, Discover, Cityline oder City, IMMER deutlich mehr verdient als alle anderen Gruppen am Airport.

Was mich tatsächlich stört, sind zwei Sachen:

- LH wusste ja ganz genau, dass Ende 23/Anfang 24 mehrere Tarifverhandlungen anstehen. Ein ganz gewagter Ansatz... Man hätte ja auch für alle Gruppen (Cockpit, Kabine, Boden) zeitgleich ein Angebot vorlegen können, dass hätte alleine schon durch die bessere Vergleichbarkeit für ein ganz anderes Gerechtigkeitsgefühl innerhalb des Konzerns geführt, wäre in Summe sicherlich günstiger gewesen und hätte LH und den Paxen die nervigen Streiktage erspart und für eine bessere Planbarkeit gesorgt.

- Nachdem die Ufo die Verhandlungen abgebrochen hat, hätte ich mir schon eine etwas offener Kommunikation gewünscht, als das kurze Statement auf der Webseite. Ein bisschen mehr Transparenz und Geschwindigkeit in den Entscheidungen wäre sehr vorteilhaft, da sich die Zufriedenheit der Kabine mit der Verhandlungstaktik schon sehr in Grenzen hält. Ich verstehe nicht, warum Ufo über Monate keine Lösung erreicht hat.

Wenn sich jetzt alle nochmal zusammensetzen, sich Ihrer Verantwortung gegenüber Personal und Unternehmen bewusst sind, sollte ein akzeptabler Abschluss für Boden und Kabine auch ohne weitere Streits möglich sein. Aber C. Spohr sollte weiß ganz genau welcher Gegenwind auf ihn zukommt, wenn er hier nicht schnell für eine Lösung sorgt. Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre haben auch nur begrenzt Verständnis...


Dieser Beitrag wurde am 06.02.2024 09:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.02.2024 - 09:36 Uhr
UserFloCo
Nicht mehr so Vielflieger
User (2179 Beiträge)
... dann ist die Friedenspflicht weg und Streiks sind möglich.
Eben, ohne dem kein Druckmittel. Oder meinst die AG geben was freiwillig?

Wenn man sich die tarifierten deutschen Firmen zB im Automobil- und Elektrobereich so anschaut, ist Streik dort eine recht seltene Ausnahmeerscheinung.
Viele andere Firmenleitungen und Gewerkschaften sind also offenbar in der Lage und willens, Tarifverhandlungen zu führen, ohne in den Bereich von Streiks zu eskalieren.

Für die VC gibt es da wenig Vergleiche. Aber Verdi zB schafft es bei anderen Firmen regelmäßig, auch ohne Streik Abschlüsse zu erzielen.

Komischerweise finden wir hauptsächlich dort viele Streiks, wo viele Spartengewerkschaften am Werk sind und um Mitglieder buhlen. Automobil, Elektro, Chemie... in der Regel gibt es da eine aktive Gewerkschaft. Wenn man sich mit der einigt, weiß man, was man hat. Wenn man sich mit einer Spartengewerkschaft einigt, sieht man ja, was kommt, dann gibt es Quervergleiche, den Druck ein besseres Angebot raushauen zu müssen etc etc.

Jetzt könnte man natürlich nochmal darüber diskutieren, was genau der Grund für die vielen Streiks bei Bahn, Fluggesellschaften etc. sind und ob es da nicht doch auch einfach um die Macht geht und nicht nur um das Interesse der Mitglieder (auch wenn die natürlich am Ende von einer größeren Macht auch profitieren).
Beitrag vom 06.02.2024 - 09:46 Uhr
UserFloCo
Nicht mehr so Vielflieger
User (2179 Beiträge)
Naja, wie immer gibt es mehrere Blickwinkel.
Zum Thema Streik: Die deutsche Art zu streiken hat immer noch sehr wenig mit Italien oder Frankreich zu tun.
Was ich immer spannend finde - für die Pilotenstreiks hat immer jeder Verständnis, obwohl das die Berufsgruppe ist, die egal ob LH, Eurowings, Discover, Cityline oder City, IMMER deutlich mehr verdient als alle anderen Gruppen am Airport.

Finden Sie das wirklich? Ich habe eher das Gefühl, dass gerade für Pilotenstreiks sehr wenig Verständnis aufgebracht wird, gerade weil das allgemeine Meinungsbild immer mehr wird, dass die eh einen Haufen Geld verdienen und eigentlich nichts mehr tun, weil ja der Computer fliegt.
also so wirklich viel Verständnis sehe ich da eher nicht.

Was mich tatsächlich stört, sind zwei Sachen:

- LH wusste ja ganz genau, dass Ende 23/Anfang 24 mehrere Tarifverhandlungen anstehen. Ein ganz gewagter Ansatz... Man hätte ja auch für alle Gruppen (Cockpit, Kabine, Boden) zeitgleich ein Angebot vorlegen können, dass hätte alleine schon durch die bessere Vergleichbarkeit für ein ganz anderes Gerechtigkeitsgefühl innerhalb des Konzerns geführt, wäre in Summe sicherlich günstiger gewesen und hätte LH und den Paxen die nervigen Streiktage erspart und für eine bessere Planbarkeit gesorgt.

Und Sie glauben, dass das wirklich was geändert hätte? Jede Gewerkschaft verhandelt für sich, jede will einen besseren Abschluss haben als die andere um das Maximum für die eigenen Mitglieder rauszuholen. Warum hätte es da nach Ihrer Meinung keine Streiks gegeben?

Wenn sich jetzt alle nochmal zusammensetzen, sich Ihrer Verantwortung gegenüber Personal und Unternehmen bewusst sind, sollte ein akzeptabler Abschluss für Boden und Kabine auch ohne weitere Streits möglich sein. Aber C. Spohr sollte weiß ganz genau welcher Gegenwind auf ihn zukommt, wenn er hier nicht schnell für eine Lösung sorgt. Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre haben auch nur begrenzt Verständnis...

Da bin ich mir gar nicht so sicher, ob dieses Bild, was hier viele haben, wirklich so zutrifft. Mitarbeiter sind unzufrieden. Ja mein Gott, dann sollen sie streiken, machen sie ja eh schon. Vielleicht gehen welche, ja, kann passieren, aber irgendwie schafft es die LH ja trotzdem auch für die ganzen neuen Projekte immer wieder MItarbeiter zu finden. Ja, vielleicht nicht genug, aber es gibt heute kaum noch ein Unternehmen, dass genug Mitarbeiter findet. Das ist kein LH Problem, sondern ein Problem unseres Arbeitsmarktes.
Der Aktionär stört sich da ganz offensichtlich auch nicht dran. C.S. hat schon viele Arbeitskämpfe geführt und er ist immer noch CEO. An anderer Stelle wurde ja schon einmal draufhingewiesen: selbst ein paar Tage Streik, sind am Ende günstiger als direkt jede Forderung anzunehmen. Der Streik kostet einmalig, die gestiegenen Lohnkosten bzw. Produktionskosten langfristig. Warum sollte da der Aktionär also groß Druck machen auf Spohr eine schnelle (teure) Lösung zu finden?
Und selbst beim Kunden kann man sagen: Ja, es wird sicherlich Kunden geben, die das stört. Aber sehen die wirklich alle die Schuld bei Spohr? Oder viele doch auch eher bei den Gewerkschaften?
Und die Buchungszahlen über die letzten Jahre geben der LH ja Recht, da scheint es jetzt aufgrund der vielen Streiks keine großen Abwanderungen zu geben; auch, weil es teilweise kaum Konkurrenz gibt.

Also da sollte man nicht zu viel hoffen.
Beitrag vom 06.02.2024 - 10:53 Uhr
Usertop_pax
User (427 Beiträge)
Naja, wie immer gibt es mehrere Blickwinkel.
Zum Thema Streik: Die deutsche Art zu streiken hat immer noch sehr wenig mit Italien oder Frankreich zu tun.
Was ich immer spannend finde - für die Pilotenstreiks hat immer jeder Verständnis, obwohl das die Berufsgruppe ist, die egal ob LH, Eurowings, Discover, Cityline oder City, IMMER deutlich mehr verdient als alle anderen Gruppen am Airport.

Finden Sie das wirklich? Ich habe eher das Gefühl, dass gerade für Pilotenstreiks sehr wenig Verständnis aufgebracht wird, gerade weil das allgemeine Meinungsbild immer mehr wird, dass die eh einen Haufen Geld verdienen und eigentlich nichts mehr tun, weil ja der Computer fliegt.
also so wirklich viel Verständnis sehe ich da eher nicht.
Klar, sagen viele... die schon wieder, die verdienen doch eh schon so viel. Nachdem VC aber ein ziemlich gutes Verhandlungsteam zu haben scheint, geht es immer relativ lautlos und schnell.
Ich meinte aber auch die Verhandlungsposition innerhalb der Unternehmen. VC und LH haben den letzten TV ja ohne Streik und ohne großen Lärm abgeschlossen. Insofern kann man sagen, dass es beim Cockpit am einfachsten geht.


Was mich tatsächlich stört, sind zwei Sachen:

- LH wusste ja ganz genau, dass Ende 23/Anfang 24 mehrere Tarifverhandlungen anstehen. Ein ganz gewagter Ansatz... Man hätte ja auch für alle Gruppen (Cockpit, Kabine, Boden) zeitgleich ein Angebot vorlegen können, dass hätte alleine schon durch die bessere Vergleichbarkeit für ein ganz anderes Gerechtigkeitsgefühl innerhalb des Konzerns geführt, wäre in Summe sicherlich günstiger gewesen und hätte LH und den Paxen die nervigen Streiktage erspart und für eine bessere Planbarkeit gesorgt.

Und Sie glauben, dass das wirklich was geändert hätte? Jede Gewerkschaft verhandelt für sich, jede will einen besseren Abschluss haben als die andere um das Maximum für die eigenen Mitglieder rauszuholen. Warum hätte es da nach Ihrer Meinung keine Streiks gegeben?

Mir ist schon klar, dass es auf diese Art sicherlich nie zu einer Entscheidung kommen kann - ABER LH wusste, was auf sie zukommt. Sie hätte hinter den Kulissen und vor Ablauf der Friedenspflicht schon verhandeln können und subjektive Ungerechtigkeiten auf diese Weise eher ausbügeln können.
Vielleicht hätte dieser Ansatz ja auch Zufriedenheit und Vertrauen gebracht, manchmal kann ja auch ein neuer und unkonventioneller Weg schneller zum Ziel führen. Ich glaube, jeder will einen Abschluss der nicht substantiell schlechter ist, trifft es eher. Aber Sie haben schon recht, manch eine Gewerkschaft sieht das sicherlich anders...

Wenn sich jetzt alle nochmal zusammensetzen, sich Ihrer Verantwortung gegenüber Personal und Unternehmen bewusst sind, sollte ein akzeptabler Abschluss für Boden und Kabine auch ohne weitere Streits möglich sein. Aber C. Spohr sollte weiß ganz genau welcher Gegenwind auf ihn zukommt, wenn er hier nicht schnell für eine Lösung sorgt. Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre haben auch nur begrenzt Verständnis...

Da bin ich mir gar nicht so sicher, ob dieses Bild, was hier viele haben, wirklich so zutrifft. Mitarbeiter sind unzufrieden. Ja mein Gott, dann sollen sie streiken, machen sie ja eh schon. Vielleicht gehen welche, ja, kann passieren, aber irgendwie schafft es die LH ja trotzdem auch für die ganzen neuen Projekte immer wieder MItarbeiter zu finden. Ja, vielleicht nicht genug, aber es gibt heute kaum noch ein Unternehmen, dass genug Mitarbeiter findet. Das ist kein LH Problem, sondern ein Problem unseres Arbeitsmarktes.
Der Aktionär stört sich da ganz offensichtlich auch nicht dran. C.S. hat schon viele Arbeitskämpfe geführt und er ist immer noch CEO. An anderer Stelle wurde ja schon einmal draufhingewiesen: selbst ein paar Tage Streik, sind am Ende günstiger als direkt jede Forderung anzunehmen. Der Streik kostet einmalig, die gestiegenen Lohnkosten bzw. Produktionskosten langfristig. Warum sollte da der Aktionär also groß Druck machen auf Spohr eine schnelle (teure) Lösung zu finden?
Und selbst beim Kunden kann man sagen: Ja, es wird sicherlich Kunden geben, die das stört. Aber sehen die wirklich alle die Schuld bei Spohr? Oder viele doch auch eher bei den Gewerkschaften?
Und die Buchungszahlen über die letzten Jahre geben der LH ja Recht, da scheint es jetzt aufgrund der vielen Streiks keine großen Abwanderungen zu geben; auch, weil es teilweise kaum Konkurrenz gibt.

Also da sollte man nicht zu viel hoffen.

Naja, CS hat ja mehrere Baustellen. Und die guten Buchungszahlen, sind ja zu einem nicht unerheblichen Teil ein Nach-Corona Effekt, der auch irgendwann abebbt. Bin gespannt, wie die Paxe die Allegris annehmen, CS hat sie ja als die dann weltweit beste C angekündigt, spätestens dann sollte man auch FBs haben, die eine 5Star Motivation haben. Nur dann hat CS sein 5Star Produkt - und ganz ehrlich, dass wünschen wir ihm und uns doch alle am meisten!
Beitrag vom 06.02.2024 - 11:14 Uhr
UserFloCo
Nicht mehr so Vielflieger
User (2179 Beiträge)
Naja, CS hat ja mehrere Baustellen. Und die guten Buchungszahlen, sind ja zu einem nicht unerheblichen Teil ein Nach-Corona Effekt, der auch irgendwann abebbt. Bin gespannt, wie die Paxe die Allegris annehmen, CS hat sie ja als die dann weltweit beste C angekündigt, spätestens dann sollte man auch FBs haben, die eine 5Star Motivation haben. Nur dann hat CS sein 5Star Produkt - und ganz ehrlich, dass wünschen wir ihm und uns doch alle am meisten!

Die C oder generell das Bordprodukt von LH ist heute ja schon nicht spitze, wird aber trotzdem angenommen. Auch schon vor Corona. Und auch zu gar nicht so schlechten Preisen. Also warum sollte sich das mit Allegris ändern? Was Spohr gesagt hat, wird vielleicht von der PResse oder einigen selbsternannten Testern zerrissen, das war's dann aber auch schon. Man wird nicht bei einer Emirates, Qatar und CO mithalten können, dafür sind die Rahmenbedingungen zu unterschiedlich. Wenn man mit Allegris ein Upgrade zum heutigen Produkt schafft, dann sind viele PAX glücklich und da sehe ich nicht, dass das was ändern wird an Auslastung und Co.

Man hört ja immer wieder von diesem Unmotiviertem PErsonal bei der LH(-Group). Komischerweise habe ich das noch nie so festgestellt. Wenn man mal generell unsere Deutsche Art mit einberechnet, empfand ich bisher tatsächlich keinen meiner Flüge mit einer LH Airline so, dass ich sage: "Oh Gott, man hat dem Personal richtig angemerkt, wie unglücklich es ist und wie unmotiviert sie das macht".
Deutsche sind aber generell weniger Serviceorientiert als andere Länder. Vielleicht mag ich es auch einfach so lieber, als diese aufgesetzte Freundlichkeit, die man da in anderen Ländern und damit anderen Airlines sieht.
Beitrag vom 06.02.2024 - 13:36 Uhr
UserKosmopolit
User (585 Beiträge)
... dann ist die Friedenspflicht weg und Streiks sind möglich.
Eben, ohne dem kein Druckmittel. Oder meinst die AG geben was freiwillig?

Wenn man sich die tarifierten deutschen Firmen zB im Automobil- und Elektrobereich so anschaut, ist Streik dort eine recht seltene Ausnahmeerscheinung.
Viele andere Firmenleitungen und Gewerkschaften sind also offenbar in der Lage und willens, Tarifverhandlungen zu führen, ohne in den Bereich von Streiks zu eskalieren.

Für die VC gibt es da wenig Vergleiche. Aber Verdi zB schafft es bei anderen Firmen regelmäßig, auch ohne Streik Abschlüsse zu erzielen.

Komischerweise finden wir hauptsächlich dort viele Streiks, wo viele Spartengewerkschaften am Werk sind und um Mitglieder buhlen. Automobil, Elektro, Chemie... in der Regel gibt es da eine aktive Gewerkschaft. Wenn man sich mit der einigt, weiß man, was man hat. Wenn man sich mit einer Spartengewerkschaft einigt, sieht man ja, was kommt, dann gibt es Quervergleiche, den Druck ein besseres Angebot raushauen zu müssen etc etc.

Jetzt könnte man natürlich nochmal darüber diskutieren, was genau der Grund für die vielen Streiks bei Bahn, Fluggesellschaften etc. sind und ob es da nicht doch auch einfach um die Macht geht und nicht nur um das Interesse der Mitglieder (auch wenn die natürlich am Ende von einer größeren Macht auch profitieren).

Das Thema ist in meinen Augen das dort auch oft Gewerkschafter ihre Hahnenkämpfe austragen.

Und das muss man VC vorwerfen, sie war es die Spartengewerkschaften mit eigenen Tarifabschlüssen etabliert hat und damit lange Zeit enorme Tarifabschlüsse für ihre Mitglieder erreicht hat.
Nicht umsonst sind Piloten einer der best bezahltersten Berufsgruppen.

Bei der Bahn hat man ja die Lokführer und dort sind auch 2 Gewerkschaften am Werk. GDL und EVG, beide sind sich wohl spinnefeind.

Mit den grossen Gewerkschaften Verdi und IG Metall ist es scheinbar einfacher,
aber gerade bei der LH hat man mittlerweile schon enorm viel Streik.

Verdi, UFO, VC - und auf der anderen Seite das Spiel des LH Managements mit zig Gesellschaften und AOCs.

Kein wunder das es ständig irgendwo kracht.
Aber betroffen sind sie halt auch wenn Lotsen, Sicherheitspersonal etc. streikt.

Und die Frage ist schon, wie weit darf sich eine Gewerkschaft in Unternehmensentscheidungen einmischen?
Denn gerade diese Story mit City Line 2.0, etc. - das ist schon relativ klar gegen die Angestellten gerichtet.
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