Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / "Wir haben beide Triebwerke verloren"

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Beitrag vom 11.02.2024 - 17:30 Uhr
UserFL370
User (122 Beiträge)


Es ist ja auch kein Fehler im eigentlichen Sinne, wenn der Sprit deswegen ausgeht, weil z.B. wegen unerwartbarer Wetteränderung, mehreren Divertings und Landeversuchen mehr Sprit benötigt wird, obwohl man beim Start richtig kalkuliert und für alle (realistisch erwartbaren) Eventualitäten ein Extra eingeplant hatte.


Doch, ich halte das schon für einen Fehler, einen gravierenden sogar. Zum drohenden Flameout und der deswegen durchgeführten Notlandung kam es doch erst, weil während des Fluges falsche Entscheidungen getroffen wurden. Das geht auch aus dem Unfallbericht hervor.

Mir ist da so ein Fall mit Crossair dunkel in Erinnerung - ich meine, die wollten nach Berlin, da wurde dann aber wegen Wetter dichtgemacht. Dann wollten sie nach Leipzig, welches zu dem Zeitpunkt noch offen war, das dann aber kurz vor der Ankunft auch geschlossen wurde. Weiter gings nach Rostock - gleiches Spiel. Dann ist man wieder Richtung Berlin geflogen, blieb eine Weile im Holding - da wurde der Sprit dann langsam knapp. Soweit ich mich erinnere, mußten sie dann zwingend in Werneuchen runter, einem kleinen Sportflugplatz in der Berliner Region - nur leider hatte man da Wälle aufgeschüttet, um illegale Autorennen zu unterbinden. Das war in den Karten natürlich nicht verzeichnet...

Fahrwerk abgeschert, Flugunfall. Aber kein Fehler im Fuel Management, weil man genug Sprit mitgenommen hatte. Daß es so knüppeldicke kommt, konnte keiner ahnen.

Nochmal: falsche Entscheidungen führten zu schlechtem Time Management und damit zu schlechtem Fuel Management.

Zurück zum aktuellen Fall: Parallelen zum erwähnten Crossair-Unfall sehe ich hier nicht. Das Wetter war gut, laut FR24 ziemlich direkter Flug ohne Holdings. Bisher gibt es auch noch keine Informationen, ob aus technischen Gründen, z.B. im fuel system, eine Diversion in Betracht gezogen wurde.
Beitrag vom 11.02.2024 - 18:07 Uhr
UserDebaser
User (386 Beiträge)
Hallo FL370, vielen Dank. Endlich mal ein Posting, das in Bezug auf die im Raum stehende Frage mal etwas Klarheit bringt.


Doch, ich halte das schon für einen Fehler, einen gravierenden sogar. Zum drohenden Flameout und der deswegen durchgeführten Notlandung kam es doch erst, weil während des Fluges falsche Entscheidungen getroffen wurden. Das geht auch aus dem Unfallbericht hervor.


Nochmal: falsche Entscheidungen führten zu schlechtem Time Management und damit zu schlechtem Fuel Management.


Ja, das leuchtet ein, so habe ich es noch nicht gesehen. Ich habe den Unfallbericht zu dem Vorfall nicht gelesen, deswegen aus Interesse kurz die Frage, was denn in dieser Situation die richtige Entscheidung gewesen wäre - war die Auswahl der Flughäfen (Leipzig, Rostock) falsch? Hätte man z.B. bessere Karten gehabt, wenn man sofort z.B. nach Hannover oder Frankfurt geflogen wäre?

Zurück zum aktuellen Fall: Parallelen zum erwähnten Crossair-Unfall sehe ich hier nicht.

Vollkommen richtig, die wollte ich auch nicht herstellen. Es ging nur um die Frage über das Fuel Management - den Crossair-Unfall habe ich als Beispiel hergenommen, um meine Sicht der Dinge etwas zu erklären. Dein Post hat dazu beigetragen, daß ich die Problematik jetzt noch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.
Beitrag vom 11.02.2024 - 19:32 Uhr
Userfbwlaie
User (4828 Beiträge)
kleine Jets haben u. U. verschidene Tanks. U. U. könnte ein zentaler Tank für die Landung vorgeschrieben sein. Falls dieser aber aus verschiedenen Gründen leer ist und die Piloten dies nicht berücksichtigen, käme es zu einem doppelten Triebwerksausfall. Ein Neustart der Triebwerke dauert zu lang und der Flieger landet auf der Strasse.
All dies ist natürlich reinste Spekulation. Dazu müsste man zumindest einen Plan von der Tankanlage im Flieger haben.
Beitrag vom 11.02.2024 - 21:53 Uhr
UserViri
User (1375 Beiträge)
kleine Jets haben u. U. verschidene Tanks. U. U. könnte ein zentaler Tank für die Landung vorgeschrieben sein. Falls dieser aber aus verschiedenen Gründen leer ist und die Piloten dies nicht berücksichtigen, käme es zu einem doppelten Triebwerksausfall. Ein Neustart der Triebwerke dauert zu lang und der Flieger landet auf der Strasse.
All dies ist natürlich reinste Spekulation. Dazu müsste man zumindest einen Plan von der Tankanlage im Flieger haben.


Die Challenger hat jeweils einen Flügeltank, einen Center Tank und noch Aux Tanks. Die müssen aber nicht separat geschaltet werden. Und geleert werden die wie bei jedem großen Jet. Also erst der Center Tank (in den die Aux Tanks ihren Sprit laufen lassen) und dann die Wing Tanks. Alles automatisch. Insofern weiß ich nicht, was Fuel Management damit zu tun haben soll. Außer die Pumpen einzuschalten muss man da nichts groß tun.

Dieser Beitrag wurde am 11.02.2024 21:55 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.02.2024 - 23:31 Uhr
UserFL370
User (122 Beiträge)
@Debaser, Du hast eine PM.
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