Community / / Condor legt Kartellbeschwerde gegen ...

Beitrag 16 - 30 von 43
Beitrag vom 12.01.2021 - 10:15 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1252 Beiträge)
Ohne Meilenkonto, würden sich viele LH Kunden zum grossen Teil nicht den "geilen" LH Touribomber mit ätzendem Service antun. Condor hat alte Gurken ja, aber wer mit Stil in den Urlaub will und allen Annehmlichkeiten kommt da mit bekannten anderen Carriern besser hin. Sorry aber nicht mit LH Touri.

Die meinen das Meilenkonto, auf das man auch Meilen sammelt, indem man mit Condor fliegt?
Und aus welchem Jahr kommt Ihre EInschätzung, dass man mit Condor "mit Stil in den Urlaub" fliegt? Das ist doch auch schon mindestens 10 Jahre her, oder eher mehr? Und welche Annehmlichkeiten bietet Condor, die LH nicht bietet? Früher stimme ich da gerne zu, aber mittlerweile ist Condor für mich unbuchbar. Mit meinen 2 Metern Körpergröße ist Condor selbst in der auf Kurzstrecke genannten Business Class Körperverletzung.

Also mit Stil und Annehmlichkeiten hat Condor schon lange nichts mehr zu tun.
Beitrag vom 12.01.2021 - 10:18 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1252 Beiträge)
Wo sind eigentlich die ganzen Leute, die hier damals das große Aufblühen der Condor vorhergesagt haben, nachdem diese Ankündigung das erste Mal öffentlich wurde?
Da wurde doch gesagt, dass Condor die LH gar nicht braucht und LH noch sehen würde, was die davon hätten.
Leider konnte ja damals niemand erklären, wie das denn funktionieren solle, sodass man nicht weiß, ob dafür LOT oder Condor angedacht war...aber deren Meinung würde mich heute doch mal interessieren...
Beitrag vom 12.01.2021 - 10:56 Uhr
Usercontrail55
User (3599 Beiträge)
Wo sind eigentlich die ganzen Leute, die hier damals das große Aufblühen der Condor vorhergesagt haben, nachdem diese Ankündigung das erste Mal öffentlich wurde?
Da wurde doch gesagt, dass Condor die LH gar nicht braucht und LH noch sehen würde, was die davon hätten.
Leider konnte ja damals niemand erklären, wie das denn funktionieren solle, sodass man nicht weiß, ob dafür LOT oder Condor angedacht war...aber deren Meinung würde mich heute doch mal interessieren...
Ja, die Condor/LOT Combo hätte aus OstEuropa heraus, zu unter Ocean Bedingungen, die LHG in Grund und Boden geflogen. Das die LOT hier ausgestiegen ist können Sie ja nicht der Condor vorwerfen. ;-)
Beitrag vom 12.01.2021 - 11:57 Uhr
UserA320Fam
User (1510 Beiträge)
Ich verstehe hier die Jammerei nicht.
Bei uns herrscht freie Marktwirtschaft, wegen mir sogar soziale. Was bedeutet das eigentlich? Jeder kann sein Angebot vorbringen, jeder verteidigt es, jeder versucht es auszubauen, etc. Und das gilt für fast alle Bereiche der Wirtschaft, insbesondere auch die Verkehrsluftfahrt. Insofern ist jedes Unternehmen nur sich selbst verpflichtet. Und es gilt auch 'wer zuerst kommt malt zuerst'. Wen ein Neuling meint dagegen anstinken zu können, kann er das ohne Frage tun, darf aber nicht jammern, wenn der Platzhirsch sich verteidigt. Warum sollte der freiwillig Platz machen, sein über Jahrzehnte erarbeitetes freiwillig aufgeben?

Das ist das bestehende System, das ist Kapitalismus.
Alles andere ist romantisches Wunschdenken an der Realität vorbei. Macht ne Revolution und ihr könnt was ändern, ansonsten bleibt es bei den gewohnten Marktmechanismen.
Beitrag vom 12.01.2021 - 13:13 Uhr
UserViri
User (1210 Beiträge)
Ich verstehe hier die Jammerei nicht.
Bei uns herrscht freie Marktwirtschaft, wegen mir sogar soziale. Was bedeutet das eigentlich? Jeder kann sein Angebot vorbringen, jeder verteidigt es, jeder versucht es auszubauen, etc. Und das gilt für fast alle Bereiche der Wirtschaft, insbesondere auch die Verkehrsluftfahrt. Insofern ist jedes Unternehmen nur sich selbst verpflichtet. Und es gilt auch 'wer zuerst kommt malt zuerst'. Wen ein Neuling meint dagegen anstinken zu können, kann er das ohne Frage tun, darf aber nicht jammern, wenn der Platzhirsch sich verteidigt. Warum sollte der freiwillig Platz machen, sein über Jahrzehnte erarbeitetes freiwillig aufgeben?

Das ist das bestehende System, das ist Kapitalismus.
Alles andere ist romantisches Wunschdenken an der Realität vorbei. Macht ne Revolution und ihr könnt was ändern, ansonsten bleibt es bei den gewohnten Marktmechanismen.

Nur sind wir hier in der Bundesrepublik Deutschland, bei der gewisse Grenzen gelten. Und auch die muss eine LH einhalten.

 https://www.bundeskartellamt.de/DE/Missbrauchsaufsicht/missbrauchsaufsicht_node.html

Einfach mal lesen. Ob das am Ende auf LH zutrifft, muss das Kartellamt entscheiden.
Beitrag vom 12.01.2021 - 13:20 Uhr
UserViri
User (1210 Beiträge)
Nein, die AddOn Tarife sind definiert und haben einen eigenen Buchungscode. Da kann jeder zugreifen der Zugang zum System hat. Egal ob die Bucungszentrale der Condor oder das Reisebüro im australischen Outback. Bei Verfügbakeit. Die Zahl, die man hinter den Buchungscodes sieht ist das frei buchbare Kontingent, genannt Freesale. zb H9, das heißt man kann bis zu 9 Plätze über das eigene System buchen, das wird durch die ausführende Airline garantiert, oder weben weniger zb H4. Der Preis ist fix, das wird über die Buchungsklassen geregelt. Wenn es H0 ist, dann gibt es vielleicht K4. Kostet etwas mehr, aber wieder für alle die buchen wollen, nicht nur die Condor.
Es gelten auch immer die gleichen Bedingungen wie bei der Langstrecke, innerdeutsch 1 Koffer á 23Kg, bei weiter nach USA dann ALLE Strecken PC (2x32Kg) oder Asien 1x 23Kg usw. Das bleibt auch.

Und was hat das für Auswirkungen auf den Preis, wenn LH hingeht und das Angebot künstlich verknappen sollte?
Beitrag vom 12.01.2021 - 13:42 Uhr
Usercontrail55
User (3599 Beiträge)
Nein, die AddOn Tarife sind definiert und haben einen eigenen Buchungscode. Da kann jeder zugreifen der Zugang zum System hat. Egal ob die Bucungszentrale der Condor oder das Reisebüro im australischen Outback. Bei Verfügbakeit. Die Zahl, die man hinter den Buchungscodes sieht ist das frei buchbare Kontingent, genannt Freesale. zb H9, das heißt man kann bis zu 9 Plätze über das eigene System buchen, das wird durch die ausführende Airline garantiert, oder weben weniger zb H4. Der Preis ist fix, das wird über die Buchungsklassen geregelt. Wenn es H0 ist, dann gibt es vielleicht K4. Kostet etwas mehr, aber wieder für alle die buchen wollen, nicht nur die Condor.
Es gelten auch immer die gleichen Bedingungen wie bei der Langstrecke, innerdeutsch 1 Koffer á 23Kg, bei weiter nach USA dann ALLE Strecken PC (2x32Kg) oder Asien 1x 23Kg usw. Das bleibt auch.

Und was hat das für Auswirkungen auf den Preis, wenn LH hingeht und das Angebot künstlich verknappen sollte?
Das würde zunächst mal für alle Airlines gelten. Das Kartellamt würde mit Sicherheit einschreiten, wenn man sich hier eine Airline raussuchen würde und nur diese blockt. Siehe Ihren Link "Missbräuchlich sind Verhaltensweisen von marktbeherrschenden Unternehmen, die einem Unternehmen nur aufgrund seiner Marktmacht möglich sind und durch die andere Unternehmen oder auch Abnehmer von Unternehmen in einer Weise behindert oder benachteiligt werden, die bei wirksamem Wettbewerb nicht möglich wäre." Das macht LH ja nicht. Airline A zahlt im Interlining das Gleiche wie Airline B. Dazu kommen alle mit Sonderkonditionen, wie Großkunden usw. Aber das man einen nimmt und bestraft den mit teuren Preisen, das würde nicht funktionieren.
Das Argument der LH sind Strecken, die von Beiden bedient werden. Da dem Wettbewerber einen künstlichen Vorteil zu gestatten ist die Kritik. Airlines wie EK haben sich grundsätzlich von den Zubringerproblemen gelöst und bieten für alle Flüge Rail to Fly an. Klar, man kann auch Zubringer buchen, der ist aber teurer. Es geht also, es gibt Möglichkeiten Geschäft außerhalb der Abflugorte zu generieren, unabhängig von LH. Ich sehe das als notwendigen Schachzug der Condor an, versuchen muss man es. Ob es klappt glaube ich nicht, bin aber nicht der Maßstab. Wir werden sehen.

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2021 13:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.01.2021 - 14:32 Uhr
Userppler
User (10 Beiträge)
Nein, die AddOn Tarife sind definiert und haben einen eigenen Buchungscode. Da kann jeder zugreifen der Zugang zum System hat. Egal ob die Bucungszentrale der Condor oder das Reisebüro im australischen Outback. Bei Verfügbakeit. Die Zahl, die man hinter den Buchungscodes sieht ist das frei buchbare Kontingent, genannt Freesale. zb H9, das heißt man kann bis zu 9 Plätze über das eigene System buchen, das wird durch die ausführende Airline garantiert, oder weben weniger zb H4. Der Preis ist fix, das wird über die Buchungsklassen geregelt. Wenn es H0 ist, dann gibt es vielleicht K4. Kostet etwas mehr, aber wieder für alle die buchen wollen, nicht nur die Condor.
Es gelten auch immer die gleichen Bedingungen wie bei der Langstrecke, innerdeutsch 1 Koffer á 23Kg, bei weiter nach USA dann ALLE Strecken PC (2x32Kg) oder Asien 1x 23Kg usw. Das bleibt auch.

Und was hat das für Auswirkungen auf den Preis, wenn LH hingeht und das Angebot künstlich verknappen sollte?
Das würde zunächst mal für alle Airlines gelten. Das Kartellamt würde mit Sicherheit einschreiten, wenn man sich hier eine Airline raussuchen würde und nur diese blockt. Siehe Ihren Link "Missbräuchlich sind Verhaltensweisen von marktbeherrschenden Unternehmen, die einem Unternehmen nur aufgrund seiner Marktmacht möglich sind und durch die andere Unternehmen oder auch Abnehmer von Unternehmen in einer Weise behindert oder benachteiligt werden, die bei wirksamem Wettbewerb nicht möglich wäre." Das macht LH ja nicht. Airline A zahlt im Interlining das Gleiche wie Airline B. Dazu kommen alle mit Sonderkonditionen, wie Großkunden usw. Aber das man einen nimmt und bestraft den mit teuren Preisen, das würde nicht funktionieren.
Das Yield Management erlaubt es der Airline punktgenau zu steuern wer wann welche Verfügbarkeiten sieht. Bis runter auf die einzelne Office-Id. Machen die Airlines auch regelmäßig. DAS zu kontrollieren, dazu hat das Kartellamt nicht ausreichend technische Möglichkeiten und, nach meiner bisherigen Erfahrung und Gesprächen, auchn nicht das notwendige Know-How. Das geht schon sehr ans eingemachte.
Ich lege Wert auf die Feststellung dass ich dies jetzt nicht im Bezug auf die LH meine, sondern generell. Das Thema ist zu komplex für eine Behörde.
Das Argument der LH sind Strecken, die von Beiden bedient werden. Da dem Wettbewerber einen künstlichen Vorteil zu gestatten ist die Kritik. Airlines wie EK haben sich grundsätzlich von den Zubringerproblemen gelöst und bieten für alle Flüge Rail to Fly an. Klar, man kann auch Zubringer buchen, der ist aber teurer. Es geht also, es gibt Möglichkeiten Geschäft außerhalb der Abflugorte zu generieren, unabhängig von LH. Ich sehe das als notwendigen Schachzug der Condor an, versuchen muss man es. Ob es klappt glaube ich nicht, bin aber nicht der Maßstab. Wir werden sehen.

Hier ist der Denkfehler dass die EK Flüge aus x Deutschen Städten der Zubringer sind, die wenigsten Reisenden haben Dubai als Ziel, das ist der Hub. Also nicht vergleichbar.
Und wegen Emirates, die Deutsche Luftverkehrswirtschaft hat lange erfolgreich verhindert das EK nach Berlin fliegt. Fragen Sie mal Antinori wie oft er an die geschlossenen Türen in Berlin geklopft hat ;-) Auch hier alles nicht so sauber und durchaus mit politischem Einfluss unseres Homecarriers.
Beitrag vom 12.01.2021 - 14:50 Uhr
UserViri
User (1210 Beiträge)
Das Yield Management erlaubt es der Airline punktgenau zu steuern wer wann welche Verfügbarkeiten sieht. Bis runter auf die einzelne Office-Id. Machen die Airlines auch regelmäßig. DAS zu kontrollieren, dazu hat das Kartellamt nicht ausreichend technische Möglichkeiten und, nach meiner bisherigen Erfahrung und Gesprächen, auchn nicht das notwendige Know-How. Das geht schon sehr ans eingemachte.
Ich lege Wert auf die Feststellung dass ich dies jetzt nicht im Bezug auf die LH meine, sondern generell. Das Thema ist zu komplex für eine Behörde.

Das klingt wie eine absolut bescheidene Situation für Condor. LH kann, wenn das so stimmt, gezielt der Condor die Sitzplätze im Umsteigeverkehr entziehen oder nur die allerteuersten Buchungsklassen anbieten und Condor kann sich kaum dagegen wehren, weil das Kartellamt das nicht überprüfen kann. Damit hängt alles vom Wohlwollen des Kranichs ab. Condor bietet günstigere Preise nach Mombasa an? Dann sorgen wir dafür, dass die ihre Maschine nicht gefüllt kriegen.

Und mal eben ein Zubringernetzwerk aufbauen ist auch nicht so einfach und schnell gemacht, siehe mein vorheriger Beitrag.
Beitrag vom 12.01.2021 - 15:43 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1252 Beiträge)
Das Yield Management erlaubt es der Airline punktgenau zu steuern wer wann welche Verfügbarkeiten sieht. Bis runter auf die einzelne Office-Id. Machen die Airlines auch regelmäßig. DAS zu kontrollieren, dazu hat das Kartellamt nicht ausreichend technische Möglichkeiten und, nach meiner bisherigen Erfahrung und Gesprächen, auchn nicht das notwendige Know-How. Das geht schon sehr ans eingemachte.
Ich lege Wert auf die Feststellung dass ich dies jetzt nicht im Bezug auf die LH meine, sondern generell. Das Thema ist zu komplex für eine Behörde.

Das klingt wie eine absolut bescheidene Situation für Condor. LH kann, wenn das so stimmt, gezielt der Condor die Sitzplätze im Umsteigeverkehr entziehen oder nur die allerteuersten Buchungsklassen anbieten und Condor kann sich kaum dagegen wehren, weil das Kartellamt das nicht überprüfen kann. Damit hängt alles vom Wohlwollen des Kranichs ab. Condor bietet günstigere Preise nach Mombasa an? Dann sorgen wir dafür, dass die ihre Maschine nicht gefüllt kriegen.

Und mal eben ein Zubringernetzwerk aufbauen ist auch nicht so einfach und schnell gemacht, siehe mein vorheriger Beitrag.

Aber man kann ja auch nicht wirklich von der Lufthansa erwarten, dass sie die Konkurrenz stärkt, oder?
Es gibt ja Alternativen: Bahn, Bus, Auto? Das sind dann keine Flüge, aber es gibt ja durchaus andere Möglichkeiten als Zubringer. Daher kann man auch nicht davon sprechen, dass LH hier eine Monopolstellung in Deutschland hat. Im Flugverkehr vielleicht, wenn man aber den Markt des Transportgeschäft betrachtet, dann gibt es da zahlreiche Akteure, die sich Konkurrenz machen.
Beitrag vom 12.01.2021 - 16:02 Uhr
UserViri
User (1210 Beiträge)
Aber man kann ja auch nicht wirklich von der Lufthansa erwarten, dass sie die Konkurrenz stärkt, oder?

Es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiß, zwischen "Markmacht ausnutzen" und "Konkurrenz stärken". Das Problem, worauf ich hinaus wollte, liegt darin, dass man die LH anscheinend nicht kontrollieren kann, ob sie sich ggü. der Condor fair verhalten wird.

Es gibt ja Alternativen: Bahn, Bus, Auto? Das sind dann keine Flüge, aber es gibt ja durchaus andere Möglichkeiten als Zubringer. Daher kann man auch nicht davon sprechen, dass LH hier eine Monopolstellung in Deutschland hat. Im Flugverkehr vielleicht, wenn man aber den Markt des Transportgeschäft betrachtet, dann gibt es da zahlreiche Akteure, die sich Konkurrenz machen.

Dafür wäre wiederum interessant zu wissen, woher die Passagiere überwiegend kommen, die mit Condor weiterfliegen. Wenn ich aber als Passagier vor der Entscheidung stehe, ob ich mit LH durchgebucht von z.B. HAM nach MBA fliegen kann oder bei Condor erstmal mit Bus/Bahn/Auto nach FRA kommen muss und dafür am Ende vielleicht noch durch die Gebühren einen höheren Preis bezahlen muss oder schlicht mehr Aufwand habe, ist die Condor durchaus im Nachteil.
Beitrag vom 12.01.2021 - 16:17 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1252 Beiträge)

Dafür wäre wiederum interessant zu wissen, woher die Passagiere überwiegend kommen, die mit Condor weiterfliegen. Wenn ich aber als Passagier vor der Entscheidung stehe, ob ich mit LH durchgebucht von z.B. HAM nach MBA fliegen kann oder bei Condor erstmal mit Bus/Bahn/Auto nach FRA kommen muss und dafür am Ende vielleicht noch durch die Gebühren einen höheren Preis bezahlen muss oder schlicht mehr Aufwand habe, ist die Condor durchaus im Nachteil.


Das Condor im Nachteil ist, steht denke ich außer Frage. Aber da wäre wieder mein Punkt: Liegt es dann wirklich an Lufthansa, diesen eigenen Vorteil, selbst aufzugeben, damit der Konkurrent die gleiche Basis hat? Wohlgemerkt, eine Basis, die sich LH selbst aufgebaut hat und betreibt.
Wenn Condor lieber Zubringer per Flug anbieten möchte, dann muss man da eben ins Risiko gehen und das selbst anbieten. Ansonsten trägt Lufthansa hier das unternehmerische Risiko und Condor will ohne eben dieses nur die Vorteile davon nutzen? Das hat für mich nichts mit Monopolvermeidung zu tun.

In meinen Augen hat Condor genug andere Möglichkeiten. Wenn man den Konkurrenzkampf scheut und deswegen kein eigenes Netz aufbaut, dann hat man immer noch andere Möglichkeiten. Aber ohne eigenes Zutun nur die Vorteile von der Konkurrenz nutzen zu wollen, kann man in meinen Augen nicht mit Monopolen verargumentieren.
Beitrag vom 12.01.2021 - 16:42 Uhr
UserViri
User (1210 Beiträge)

Dafür wäre wiederum interessant zu wissen, woher die Passagiere überwiegend kommen, die mit Condor weiterfliegen. Wenn ich aber als Passagier vor der Entscheidung stehe, ob ich mit LH durchgebucht von z.B. HAM nach MBA fliegen kann oder bei Condor erstmal mit Bus/Bahn/Auto nach FRA kommen muss und dafür am Ende vielleicht noch durch die Gebühren einen höheren Preis bezahlen muss oder schlicht mehr Aufwand habe, ist die Condor durchaus im Nachteil.


Das Condor im Nachteil ist, steht denke ich außer Frage. Aber da wäre wieder mein Punkt: Liegt es dann wirklich an Lufthansa, diesen eigenen Vorteil, selbst aufzugeben, damit der Konkurrent die gleiche Basis hat? Wohlgemerkt, eine Basis, die sich LH selbst aufgebaut hat und betreibt.
Wenn Condor lieber Zubringer per Flug anbieten möchte, dann muss man da eben ins Risiko gehen und das selbst anbieten. Ansonsten trägt Lufthansa hier das unternehmerische Risiko und Condor will ohne eben dieses nur die Vorteile davon nutzen? Das hat für mich nichts mit Monopolvermeidung zu tun.

In meinen Augen hat Condor genug andere Möglichkeiten. Wenn man den Konkurrenzkampf scheut und deswegen kein eigenes Netz aufbaut, dann hat man immer noch andere Möglichkeiten. Aber ohne eigenes Zutun nur die Vorteile von der Konkurrenz nutzen zu wollen, kann man in meinen Augen nicht mit Monopolen verargumentieren.

Da kommen wir aber wieder zu dem Punkt der Infrastruktur: wenn wir davon ausgehen, dass die meisten Umsteiger von innerdeutschen Flughäfen kommen und LH einen Großteil der strategisch wichtigen Slots besitzt, kann Condor so oder so kein eigenes Netz aufbauen, weil sie unter Umständen nur noch an Slots kommt, die ihr nichts bringen. Und durch die Großvaterrechte darf LH auch weiterhin auf jenen Slots sitzen bleiben. Das wäre sicherlich etwas anderes, müsste sich jede Airline in jeder neuen Periode auf ALLE Slots neu bewerben. So wie es derzeit ist, sitzt LH auf einem guten Teil der Infrastruktur und kann so Konkurrenten ausschließen. Bus und Bahn sind nur dann wirklich im Vorteil, wenn es sich um vergleichsweise kurze Strecken wie Köln, Stuttgart etc handelt.

EDIT: Abgesehen davon hat LH bisher ja auch davon profitiert, da Condor die Kurzstreckenflieger auch in schwachen Zeiten zusätzlich gefüllt und dafür (wenn auch mit Sonderkonditionen) bezahlt hat. LH hat das ja nicht aus Lust und Liebe gemacht.

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2021 16:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.01.2021 - 16:59 Uhr
Usergordon
User (3473 Beiträge)
Da kommen wir aber wieder zu dem Punkt der Infrastruktur: wenn wir davon ausgehen, dass die meisten Umsteiger von innerdeutschen Flughäfen kommen und LH einen Großteil der strategisch wichtigen Slots besitzt, kann Condor so oder so kein eigenes Netz aufbauen, weil sie unter Umständen nur noch an Slots kommt, die ihr nichts bringen. Und durch die Großvaterrechte darf LH auch weiterhin auf jenen Slots sitzen bleiben. Das wäre sicherlich etwas anderes, müsste sich jede Airline in jeder neuen Periode auf ALLE Slots neu bewerben. So wie es derzeit ist, sitzt LH auf einem guten Teil der Infrastruktur und kann so Konkurrenten ausschließen. Bus und Bahn sind nur dann wirklich im Vorteil, wenn es sich um vergleichsweise kurze Strecken wie Köln, Stuttgart etc handelt.

Aber diese Argumentation gilt doch nur für Frankfurt. Was hindert Condor in Köln ihren Hub aufzumachen, slotseitig sollten Zubringer dort kein Problem sein. Abgesehen davon hat Köln ein wesentlich größeres Einzugsgebiet. Gebührenvorteile mal außen vorgelassen.

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2021 17:00 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.01.2021 - 17:00 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1252 Beiträge)

Da kommen wir aber wieder zu dem Punkt der Infrastruktur: wenn wir davon ausgehen, dass die meisten Umsteiger von innerdeutschen Flughäfen kommen und LH einen Großteil der strategisch wichtigen Slots besitzt, kann Condor so oder so kein eigenes Netz aufbauen, weil sie unter Umständen nur noch an Slots kommt, die ihr nichts bringen. Und durch die Großvaterrechte darf LH auch weiterhin auf jenen Slots sitzen bleiben. Das wäre sicherlich etwas anderes, müsste sich jede Airline in jeder neuen Periode auf ALLE Slots neu bewerben. So wie es derzeit ist, sitzt LH auf einem guten Teil der Infrastruktur und kann so Konkurrenten ausschließen. Bus und Bahn sind nur dann wirklich im Vorteil, wenn es sich um vergleichsweise kurze Strecken wie Köln, Stuttgart etc handelt.

Ist das denn so oder ist das eine Vermutung? Welche wären denn die kritischen Slots? Sind das beim Touri Markt tatsächlich dieselben Slots wie bei normalen Linienverkehr? Hat nicht Condor selbst auch Slots, gerade in den Morgenstunden?

Zudem: Hat nicht auch Condor gerade angekündigt in Zürich Fuß fassen zu wollen? Also wildert man da ja quasi auch im Markt der LH. Da muss man sich jetzt nicht wundern, wenn LH dann an anderer Stelle zurückschlägt.