Beitrag vom 29.05.2025 - 10:52 Uhr
Interessant finde ich, dass der Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne zu den Investoren bei Flixbus gehört, wo es gerade dort jede Menge Betreiber gibt.
Da könnte man vermute, dass er bei Lufthansa gar nicht die Menge an Betreibern (AOCs) kritisiert, sondern nur den Außenauftritt. Vielleicht wünscht er sich bei Lufthansa ja nur einen gemeinsamen Markennamen, egal wie viele Betreiber es unter diesem gibt.
Sein Satz ("Lufthansa ist zu zersplittert aufgestellt, es gibt zu viele Markennamen") aus dem jüngsten Interview könnte man jedenfalls - im Zusammenhang mit seinem Engagement bei Flixbus - so interpretieren.
Dass am AOC auch das Branding hängt, ist ja nur einer der Aspekte.
Bus/Zug und Airlines dürften sich zusätzlich darin unterscheiden, wie kostenintensiv eine Struktur aus mehreren Betreibern zu verwalten ist, bzw wie groß der Overhead dafür ausfällt.
Im Busgeschäft ist dieser Verwaltungs-Overhead eher klein. Auch zB in der Warenlogistik (zB DPD "operated by" Einzelunternehmer).
Ein AOC hat dagegen viel umfassendere Konsequenzen auf Verwaltung, Personal, Tarifverträge, Zulassungen, etc. was im Gesamtkonzern zu höherem Overhead bzw. redundanten Arbeiten führt.
Zudem gehören die Unternehmen die für Flixbus fahren nicht zum gleichen Konzern. Ich denke Flixbus wäre eher mit einer virtuellen Airline vergleichbar, die ausschließlich mit Wet-Lease Anbietern mit vorgegebener Lackierung und Kleiderordnung arbeitet.
Das ist schwer mit vielen Töchtern mit eigenen AOCs in einem Konzern, die über Personalkosten in einen künstlich hergestellten, monothematischen Pseudo-Wettbewerb gestellt werden, vergleichbar.
Dieser Beitrag wurde am 29.05.2025 10:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.05.2025 - 10:55 Uhr
Und was denken Sie dann in Bezug auf Fluggesellschaften? Der Logik nach reicht ja eine staatliche dann auch aus, wozu Wettbewerb? Den soll es wohl überall geben, nur nicht bei der Bahn?
Ich denke das vergleicht Ã"pfel mit Birnen.
Verstaatlichter Betrieb ist generell da sinnvoll, wo Bedarfsorientiert statt Gewinnorientiert entschieden werden soll.
ZB im öffentlichen Nahverkehr.
Seltsam aber, dass in vielen Regionen erst die Konkurrenz den öffentlichen Nahverkehr, der vom Staat (den Ländern) bezahlt wird, attraktiver und stabiler gemacht hat. Warum das ein (ver-)staatliches Unternehmen besser machen könnte, erschließt sich nicht unmittelbar.
zB bei der DFS
Das wäre vergleichbar mit dem Bahnnetz - das sollte in der Tat staatlich bleiben.
Es gibt viel, was privatwirtschaftlich und Gewinnorientiert nicht funktioniert.
IMHO auch vielen Bereiche unseres Gesundheitssystems.
Da stimme ich zu, beim Schienen-Fernverkehr sehe ich das anders!
Verstaatlichte Fluggesellschaften wären demnach erst dann sinnvoll, wenn wir irgendwann mal auch von Fluggesellschaften eine Versorgung in der Fläche, Höchstpreise, Mindestfrequenzen und damit die Aufrechterhaltung unrentabler Strecken fordern würden.
Sie werfen Schienennahverkehr (Regionalbahnen) und Fernverkehr (ICE,IC) in einen Topf. Erster wird eh schon staatlich organisiert, erfüllt also Ihre Forderungen für die Fläche. Im Fernverkehr würde Konkurrenz gut tun. Und natürlich auch im Flugverkehr....
Beitrag vom 29.05.2025 - 11:07 Uhr
Interessant finde ich, dass der Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne zu den Investoren bei Flixbus gehört, wo es gerade dort jede Menge Betreiber gibt.
Da könnte man vermute, dass er bei Lufthansa gar nicht die Menge an Betreibern (AOCs) kritisiert, sondern nur den Außenauftritt. Vielleicht wünscht er sich bei Lufthansa ja nur einen gemeinsamen Markennamen, egal wie viele Betreiber es unter diesem gibt.
Sein Satz ("Lufthansa ist zu zersplittert aufgestellt, es gibt zu viele Markennamen") aus dem jüngsten Interview könnte man jedenfalls - im Zusammenhang mit seinem Engagement bei Flixbus - so interpretieren.
Dass am AOC auch das Branding hängt, ist ja nur einer der Aspekte.
Bus/Zug und Airlines dürften sich zusätzlich darin unterscheiden, wie kostenintensiv eine Struktur aus mehreren Betreibern zu verwalten ist, bzw wie groß der Overhead dafür ausfällt.
Im Busgeschäft ist dieser Verwaltungs-Overhead eher klein. Auch zB in der Warenlogistik (zB DPD "operated by" Einzelunternehmer).
Ein AOC hat dagegen viel umfassendere Konsequenzen auf Verwaltung, Personal, Tarifverträge, Zulassungen, etc. was im Gesamtkonzern zu höherem Overhead bzw. redundanten Arbeiten führt.
Zudem gehören die Unternehmen die für Flixbus fahren nicht zum gleichen Konzern. Ich denke Flixbus wäre eher mit einer virtuellen Airline vergleichbar, die ausschließlich mit Wet-Lease Anbietern mit vorgegebener Lackierung und Kleiderordnung arbeitet.
Das ist schwer mit vielen Töchtern mit eigenen AOCs in einem Konzern, die über Personalkosten in einen künstlich hergestellten, monothematischen Pseudo-Wettbewerb gestellt werden, vergleichbar.
Ich vermute eher, es geht Herrn Kühne um die vielen Markennamen. Das mehrere AOCs kostenseitig sinnvoll sind, steht außer Frage - sonst würde man es ja nicht machen. Uder sehen Sie einen anderen Grund?
Vermaktungsseitig wäre aber sicherlich eine Marke von Vorteil. Wie bei Flixbus eben ...
Beitrag vom 29.05.2025 - 11:46 Uhr
Das mehrere AOCs kostenseitig sinnvoll sind, steht außer Frage
Ich stimme insoweit zu, dass die LH Führung offenbar glaubt, dass mehrere AOCs sinnvoll sind, dass also die gesparten Personalkosten die Mehrkosten für die Redundanzen und sonstigen Einschränkungen übersteigen.
Da sich die betrieblichen Kosten für Ineffizienz durch Komplexität ganz schwer ermitteln lassen, fehlt ein live gelebtes Betriebsmodell der LH unter einem AOC mit höheren Personalkosten und mit Wegfall der durch die vielen AOCs hervorgerufenen Komplexität und operativer Einschränkungen als Vergleich, um zu prüfen, ob dieser Glaube auch die Realität abbildet.
Beitrag vom 29.05.2025 - 12:49 Uhr
Und was denken Sie dann in Bezug auf Fluggesellschaften? Der Logik nach reicht ja eine staatliche dann auch aus, wozu Wettbewerb? Den soll es wohl überall geben, nur nicht bei der Bahn?
Ich denke das vergleicht Ã"pfel mit Birnen.
Verstaatlichter Betrieb ist generell da sinnvoll, wo Bedarfsorientiert statt Gewinnorientiert entschieden werden soll.
ZB im öffentlichen Nahverkehr.
Seltsam aber, dass in vielen Regionen erst die Konkurrenz den öffentlichen Nahverkehr, der vom Staat (den Ländern) bezahlt wird, attraktiver und stabiler gemacht hat. Warum das ein (ver-)staatliches Unternehmen besser machen könnte, erschließt sich nicht unmittelbar.
In dem Bereich glaube ich eine Grenze staatlich/privat nicht immer offensichtlich.
Beispiel RMV ( mit dem ich subjektiv als Gelegenheitsnutzer sehr zufrieden bin) . Formal eine private GmbH, die Gesellschafter sind aber Kreise und Gemeinden von Marburg bis zum Odenwaldkreis und das Land Hessen.
Ist zwar nicht DB, aber trotzdem staatlich und daher eher Bedarfs- als Gewinn-orientiert geführt.
Von daher können politisch gewollte Flächen- und Frequenzvorgaben berücksichtigt werden.
Auch die DB ist formal eine private AG, bei der der Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland ist. Die Gewinn-Orientierung ist auch hier ( seit dem Mehdorn-Exit), hinter den politisch gewollten Zielen, ein eher selten erreichtes Sekundärziel.
zB bei der DFS
Das wäre vergleichbar mit dem Bahnnetz - das sollte in der Tat staatlich bleiben.
Es gibt viel, was privatwirtschaftlich und Gewinnorientiert nicht funktioniert.
IMHO auch vielen Bereiche unseres Gesundheitssystems.
Da stimme ich zu, beim Schienen-Fernverkehr sehe ich das anders!
Verstaatlichte Fluggesellschaften wären demnach erst dann sinnvoll, wenn wir irgendwann mal auch von Fluggesellschaften eine Versorgung in der Fläche, Höchstpreise, Mindestfrequenzen und damit die Aufrechterhaltung unrentabler Strecken fordern würden.
Sie werfen Schienennahverkehr (Regionalbahnen) und Fernverkehr (ICE,IC) in einen Topf. Erster wird eh schon staatlich organisiert, erfüllt also Ihre Forderungen für die Fläche. Im Fernverkehr würde Konkurrenz gut tun.
Die Schienen-Regional- und Fernverkehr sind beide idR staatlich gelenkt. Es mag bei regionalen Anbietern aber rein private Ausnahmen geben.
Flixbus/Flixtrain ist hier der einzige mir bekannte rein private Anbieter.
Und natürlich auch im Flugverkehr....
Dieser Beitrag wurde am 29.05.2025 12:51 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.05.2025 - 14:16 Uhr
Die Schienen-Regional- und Fernverkehr sind beide idR staatlich gelenkt.
Dass der Schienen-Fernverkehr staatlich gelenkt ist, ist mir bis heute nicht bekannt. Können Sie dafür Belege bringen? Wer beauftragt den Fernverkehr?
Der Schienen-Regional-Verkehr wird z.B. in Bayern von der der Bayerischen Bahngesellschaft in Auftrag gegeben und bezahlt, dazu müssen Ausschreibungen gemacht werden. Zum Teil werden diese Ausschreibungen gemeinsam mit Nachbarländern gemacht.
Es mag bei regionalen Anbietern aber rein private Ausnahmen geben.
Wie legt man fest, was ein rein privater regionaler Anbieter ist? Ist Arverio nicht "privat" weil es ein Tochterunternehmen der Ã?BB ist? Ist Abellio ausreichend "privat", die "Bayernbahn", die Länderbahn und Agilis und Metronom... und .. und... Allerdings fahren die alle "staatlich" gelenkt, weil beauftragt.
Flixbus/Flixtrain ist hier der einzige mir bekannte rein private Anbieter.
Im Fernverkehr! Richtig!
Dieser Beitrag wurde am 29.05.2025 14:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.05.2025 - 15:53 Uhr
Dass der Schienen-Fernverkehr staatlich gelenkt ist, ist mir bis heute nicht bekannt. Können Sie dafür Belege bringen? Wer beauftragt den Fernverkehr?
Belege? Vielleicht verstehe ich die Frage nicht, aber die Deutsch Bahn AG ist im Besitz des Bundes. Wenn die Bahn Verlust macht, schießt der Bund aus Steuermitteln zu. Viel mehr staatliche Kontrolle/Lenkung geht eigentlich nicht.
Worauf wollen Sie hinaus?
Wie legt man fest, was ein rein privater regionaler Anbieter ist? Ist Arverio nicht "privat" weil es ein Tochterunternehmen der Ã?BB ist? Ist Abellio ausreichend "privat", die "Bayernbahn", die Länderbahn und Agilis und Metronom... und .. und... Allerdings fahren die alle "staatlich" gelenkt, weil beauftragt.
Ja, genau dieses Problem der Abgrenzung hab ich ja weiter oben gemeint.
Beitrag vom 29.05.2025 - 16:59 Uhr
Dass der Schienen-Fernverkehr staatlich gelenkt ist, ist mir bis heute nicht bekannt. Können Sie dafür Belege bringen? Wer beauftragt den Fernverkehr?
Belege? Vielleicht verstehe ich die Frage nicht, aber die Deutsch Bahn AG ist im Besitz des Bundes. Wenn die Bahn Verlust macht, schießt der Bund aus Steuermitteln zu. Viel mehr staatliche Kontrolle/Lenkung geht eigentlich nicht.
Worauf wollen Sie hinaus?
Wie legt man fest, was ein rein privater regionaler Anbieter ist? Ist Arverio nicht "privat" weil es ein Tochterunternehmen der Ã?BB ist? Ist Abellio ausreichend "privat", die "Bayernbahn", die Länderbahn und Agilis und Metronom... und .. und... Allerdings fahren die alle "staatlich" gelenkt, weil beauftragt.
Ja, genau dieses Problem der Abgrenzung hab ich ja weiter oben gemeint.
Aber das, im Regionalverkehr, ist doch gut so. Der Staat, eher die Länder und Kommunen, ermitteln welchen Bedarf sie haben und schreiben diese Transportleistung aus.
Es ist doch dann völlig egal, wer diese (ja vom Steuerzahler mitbezahlte Leistung) erbringt. M.E. gibt es in diesem Beteich, seit die DB nicht mehr das Monopol hat, eine deutliche Verbesserung.
Im Fernverkehr, wo keine Strecken ausgeschrieben werden, ist es daher doch zu begrüßen, wenn es für die DB einen ernsthaften Wettbewerber gibt. Eine möglich Auswirkung, gut für die Kunden, könnte z.B. in dieser Meldung zu lesen sein:
https://www.spiegel.de/auto/deutsche-bahn-flexpreis-tickets-koennen-bald-wieder-kurzfristig-kostenlos-storniert-werden-a-03010acd-1018-47a6-86b1-53a5719f164c
Allerdings, wie ich bereits geschrieben habe, wird das nur funktionieren wenn das Schienennetz und die Infrastruktur komplett der DB weggenommen wird und die Infratec AG in staatlicher Hand verbleibt.
Dann gibt es auch keine 'englisches Verhältnisse'.
Beitrag vom 29.05.2025 - 17:35 Uhr
Dass der Schienen-Fernverkehr staatlich gelenkt ist, ist mir bis heute nicht bekannt. Können Sie dafür Belege bringen? Wer beauftragt den Fernverkehr?
Belege? Vielleicht verstehe ich die Frage nicht, aber die Deutsch Bahn AG ist im Besitz des Bundes. Wenn die Bahn Verlust macht, schießt der Bund aus Steuermitteln zu. Viel mehr staatliche Kontrolle/Lenkung geht eigentlich nicht.
Worauf wollen Sie hinaus?
Wie legt man fest, was ein rein privater regionaler Anbieter ist? Ist Arverio nicht "privat" weil es ein Tochterunternehmen der Ã?BB ist? Ist Abellio ausreichend "privat", die "Bayernbahn", die Länderbahn und Agilis und Metronom... und .. und... Allerdings fahren die alle "staatlich" gelenkt, weil beauftragt.
Ja, genau dieses Problem der Abgrenzung hab ich ja weiter oben gemeint.
Aber das, im Regionalverkehr, ist doch gut so. Der Staat, eher die Länder und Kommunen, ermitteln welchen Bedarf sie haben und schreiben diese Transportleistung aus.
Es ist doch dann völlig egal, wer diese (ja vom Steuerzahler mitbezahlte Leistung) erbringt. M.E. gibt es in diesem Beteich, seit die DB nicht mehr das Monopol hat, eine deutliche Verbesserung.
Im Fernverkehr, wo keine Strecken ausgeschrieben werden, ist es daher doch zu begrüßen, wenn es für die DB einen ernsthaften Wettbewerber gibt. Eine möglich Auswirkung, gut für die Kunden, könnte z.B. in dieser Meldung zu lesen sein:
https://www.spiegel.de/auto/deutsche-bahn-flexpreis-tickets-koennen-bald-wieder-kurzfristig-kostenlos-storniert-werden-a-03010acd-1018-47a6-86b1-53a5719f164c
Allerdings, wie ich bereits geschrieben habe, wird das nur funktionieren wenn das Schienennetz und die Infrastruktur komplett der DB weggenommen wird und die Infratec AG in staatlicher Hand verbleibt.
Dann gibt es auch keine 'englisches Verhältnisse'.
Was genau sind denn die englischen Verhältnisse und , vor Allem, warum ist das so gekommen?
Beitrag vom 29.05.2025 - 18:22 Uhr
Allerdings, wie ich bereits geschrieben habe, wird das nur funktionieren wenn das Schienennetz und die Infrastruktur komplett der DB weggenommen wird und die Infratec AG in staatlicher Hand verbleibt.
Dann gibt es auch keine 'englisches Verhältnisse'.
Was genau sind denn die englischen Verhältnisse und , vor Allem, warum ist das so gekommen?
Es müsste eigentlich 'großbritannische Verhältnisse' heißen, klingt aber zu sperrigð???.
Was ich damit meine, können Sie hier gut nachlesen:
https://www.deutschlandfunk.de/zerlegt-und-entgleist-100.html
Der Bericht ist etwas älter (von 2006), beleuchtet aber die Probleme und falschen Entscheidungen (Weichenstellungenð???) sehr gut.
Wenn man daraus lernt, was ja offensichtlich schon mit dem Verabschiedung von der Privatisierung der DB erfolgt ist, dann wird das für die Kunden Vorteile bringen.
Die wichtigsten Schlüsse, die beachtet werden müssen, lauten m.E.:
- Infrastruktur bleibt in staatlicher Hand, mit klarer, verpflichtender Aufgabenstellung und Kontrolle
(auch ein 'Staatsbetrieb' sollte ordentlich aufgestellt und zu organisieren sein)
- DB bleibt staatlich, wird nicht 'zerschlagen' (ist gegeben, der Wettbewerb verhindert jedoch ein zurück zur 'Beamtenbahn' und ein willkürliches 'Sorglosigkeits Monopol' - siehe den vorherigen Link zu den DB Tickets)
- regionalen 'Monopole' werden nicht zugelassen (ist durch die regelmässigeb Neu- Ausschreibungen gegeben)
Beitrag vom 29.05.2025 - 18:49 Uhr
Die wichtigsten Schlüsse, die beachtet werden müssen, lauten m.E.:
- Infrastruktur bleibt in staatlicher Hand, mit klarer, verpflichtender Aufgabenstellung und Kontrolle
(auch ein 'Staatsbetrieb' sollte ordentlich aufgestellt und zu organisieren sein)
- DB bleibt staatlich, wird nicht 'zerschlagen' (ist gegeben, der Wettbewerb verhindert jedoch ein zurück zur 'Beamtenbahn' und ein willkürliches 'Sorglosigkeits Monopol' - siehe den vorherigen Link zu den DB Tickets)
Spannend würde hier sein, was passiert, wenn die staatliche DB Verluste macht und wenn der private Wettbewerber Verluste macht. Ob dann Verluste auch beim privaten Wettbewerber vom Steuerzahler ausgeglichen werden oder ob auch die staatliche DB in die Insolvenz gehen kann. Meiner Meinung nach kann man nur dann von einem fairen Wettbewerb sprechen.
Beitrag vom 30.05.2025 - 06:43 Uhr
Allerdings, wie ich bereits geschrieben habe, wird das nur funktionieren wenn das Schienennetz und die Infrastruktur komplett der DB weggenommen wird und die Infratec AG in staatlicher Hand verbleibt.
Dann gibt es auch keine 'englisches Verhältnisse'.
Was genau sind denn die englischen Verhältnisse und , vor Allem, warum ist das so gekommen?
Es müsste eigentlich 'großbritannische Verhältnisse' heißen, klingt aber zu sperrigð???.
Was ich damit meine, können Sie hier gut nachlesen:
https://www.deutschlandfunk.de/zerlegt-und-entgleist-100.html
Der Bericht ist etwas älter (von 2006), beleuchtet aber die Probleme und falschen Entscheidungen (Weichenstellungenð???) sehr gut.
Wenn man daraus lernt, was ja offensichtlich schon mit dem Verabschiedung von der Privatisierung der DB erfolgt ist, dann wird das für die Kunden Vorteile bringen.
Die wichtigsten Schlüsse, die beachtet werden müssen, lauten m.E.:
- Infrastruktur bleibt in staatlicher Hand, mit klarer, verpflichtender Aufgabenstellung und Kontrolle
(auch ein 'Staatsbetrieb' sollte ordentlich aufgestellt und zu organisieren sein)
- DB bleibt staatlich, wird nicht 'zerschlagen' (ist gegeben, der Wettbewerb verhindert jedoch ein zurück zur 'Beamtenbahn' und ein willkürliches 'Sorglosigkeits Monopol' - siehe den vorherigen Link zu den DB Tickets)
Das hört sich nach der Quadratur des Kreises an. Alles hängt davon ab, welchen Auftrag die Bahn (besser der Bahnverkehr) im Bundesverkehrswegeplan hat. Wenn es ein Versorgungsauftrag ist, wird man die DB schützen müssen und nicht dem Wettbewerb aussetzen. Springt sie ein, wenn private regionale Anbieter aussteigen oder lässt man die Strecke dann einfach unversorgt?
Spanien, Italien und Frankreich, jetzt auch England, haben sich für das Versorgungsmodell entschieden und alle fördern die Bahn. Dort gibt es im Fernverkehr auch private Anbieter für einige Strecken aber keinen nennenswerten Netzwettbewerb.
Vielleicht geht das nicht, Beides haben zu wollen.
- regionalen 'Monopole' werden nicht zugelassen (ist durch die regelmässigeb Neu- Ausschreibungen gegeben)
Beitrag vom 30.05.2025 - 18:59 Uhr
Allerdings, wie ich bereits geschrieben habe, wird das nur funktionieren wenn das Schienennetz und die Infrastruktur komplett der DB weggenommen wird und die Infratec AG in staatlicher Hand verbleibt.
Dann gibt es auch keine 'englisches Verhältnisse'.
Was genau sind denn die englischen Verhältnisse und , vor Allem, warum ist das so gekommen?
Es müsste eigentlich 'großbritannische Verhältnisse' heißen, klingt aber zu sperrigð???.
Was ich damit meine, können Sie hier gut nachlesen:
https://www.deutschlandfunk.de/zerlegt-und-entgleist-100.html
Der Bericht ist etwas älter (von 2006), beleuchtet aber die Probleme und falschen Entscheidungen (Weichenstellungenð???) sehr gut.
Wenn man daraus lernt, was ja offensichtlich schon mit dem Verabschiedung von der Privatisierung der DB erfolgt ist, dann wird das für die Kunden Vorteile bringen.
Die wichtigsten Schlüsse, die beachtet werden müssen, lauten m.E.:
- Infrastruktur bleibt in staatlicher Hand, mit klarer, verpflichtender Aufgabenstellung und Kontrolle
(auch ein 'Staatsbetrieb' sollte ordentlich aufgestellt und zu organisieren sein)
- DB bleibt staatlich, wird nicht 'zerschlagen' (ist gegeben, der Wettbewerb verhindert jedoch ein zurück zur 'Beamtenbahn' und ein willkürliches 'Sorglosigkeits Monopol' - siehe den vorherigen Link zu den DB Tickets)
Das hört sich nach der Quadratur des Kreises an. Alles hängt davon ab, welchen Auftrag die Bahn (besser der Bahnverkehr) im Bundesverkehrswegeplan hat. Wenn es ein Versorgungsauftrag ist, wird man die DB schützen müssen und nicht dem Wettbewerb aussetzen. Springt sie ein, wenn private regionale Anbieter aussteigen oder lässt man die Strecke dann einfach unversorgt?
Spanien, Italien und Frankreich, jetzt auch England, haben sich für das Versorgungsmodell entschieden und alle fördern die Bahn. Dort gibt es im Fernverkehr auch private Anbieter für einige Strecken aber keinen nennenswerten Netzwettbewerb.
Vielleicht geht das nicht, Beides haben zu wollen.
Ich sehe das anders. Wenn es der Staat denn endlich schafft, wie das ja vorgesehen ist, 'seine eigenen' Betriebe ordentlich aufzustellen, dann kann das schon gelingen.
Es geht ja aus dem von mir verlinkten Artikel hervor, dass die Infrastruktur AG offenbar Gewinn macht.
Also kann das doch funktionieren.
Und so glaube ich fest daran das auch eine DB nicht ewig von Steuerzahler bezuschusst werden muss. Das wird nicht heute oder morgen sein, dafür wurden in der Vergangenheit vom Eigentümer Staat zu viele Fehler und Schlampereien zugelassenen/ gemacht.
Aber in der Zukunft ist das mE. schon möglich. Auch wenn die DB ihren im GG festgeschrieben Auftrag erfüllen muss und kann - so wie das bereits jetzt im Regioverkehr geschieht.
- regionalen 'Monopole' werden nicht zugelassen (ist durch die regelmässigeb Neu- Ausschreibungen gegeben)
Beitrag vom 31.05.2025 - 12:14 Uhr
...
Und so glaube ich fest daran das auch eine DB nicht ewig von Steuerzahler bezuschusst werden muss. Das wird nicht heute oder morgen sein, dafür wurden in der Vergangenheit vom Eigentümer Staat zu viele Fehler und Schlampereien zugelassenen/ gemacht.
Aber in der Zukunft ist das mE. schon möglich. Auch wenn die DB ihren im GG festgeschrieben Auftrag erfüllen muss und kann - so wie das bereits jetzt im Regioverkehr geschieht.
Aber der Regionalverkehr wird doch erheblich steuerlich bezuschusst. Für die Ausschreibungen wird doch das Geld der Steuerzahler aufgewendet. Seit dem Deutschlandticket noch wesentlich mehr.
Beitrag vom 31.05.2025 - 15:52 Uhr
...
Und so glaube ich fest daran das auch eine DB nicht ewig von Steuerzahler bezuschusst werden muss. Das wird nicht heute oder morgen sein, dafür wurden in der Vergangenheit vom Eigentümer Staat zu viele Fehler und Schlampereien zugelassenen/ gemacht.
Aber in der Zukunft ist das mE. schon möglich. Auch wenn die DB ihren im GG festgeschrieben Auftrag erfüllen muss und kann - so wie das bereits jetzt im Regioverkehr geschieht.
Aber der Regionalverkehr wird doch erheblich steuerlich bezuschusst. Für die Ausschreibungen wird doch das Geld der Steuerzahler aufgewendet. Seit dem Deutschlandticket noch wesentlich mehr.
Das habe ich auch nicht bestritten.
Deshalb erfolgen ja auch die Ausschreibungen durch die Länder/Kommunen. Hier muss sich die DB bereits dem Wettbewerb stellen.
Und bei diesen Ausschreibungen hat ja die DB sogar den Vorteil, das sie dem Staat gehört, ergo z.Zt. auch noch subventioniert wird.
Und, soweit ich das einschätzen kann, wurden/werden in diesem Teil des Bahnbetriebes Verbesserungen erreicht.