Beitrag vom 08.02.2022 - 12:51 Uhr
Gibt es irgendwo einen vergleichbaren Fall?
Also eine Situation, in dem ein Wettbewerber Kunden des anderen bedienen muss, damit der seine Leistung erbringen kann?
Mir fällt keiner ein.
Ich verstehe einfach nicht was LH davon haben soll. Condor kann ja die Plätze jederzeit am Markt bei der LH zukaufen, aber das will die Condor ja nicht, sondern sie will einen speziellen Preis, sie will das die LH haftet und den Pax versorgen muss wenn irgendwas schief geht, und sie will das Gepäck durch geht.
@Viri: Das Bundeskartellamt kann doch Slots wegnehmen. Ich sehe ehrlich gesagt nicht das die Slots so knapp sind in FRA das Condor nicht eigene Zubringer Fliegen kann.
Das Problem ist doch nicht mal das die LH sagt: Condor Kunden dürfen nicht mitfliegen, sondern die Bedingungen die Condor dafür will.
Die LH wäre ja schön blöd wenn sie Condor Kunden nicht mit nimmt.
Beitrag vom 08.02.2022 - 12:52 Uhr
hätte LH die condor nicht vor 20 Jahren verscherbelt, dann hätte man die probleme nicht. ....
Aber das war ja damals nur wieder eine möglichkeit, den Piloten" eines auszuwischen" da Condor Piloten damals ebenso nach KTV Regeln entlohnt wurden, wie die Mainline Piloten
Ich war als Zeitzeuge der Meinung, dass man damals die Condor ebenfalls aus wettbewerbs-rechtlichen Bedenken heraus verkauft hette. Vielleicht trügt aber auch mein Gedächtnis.
Aber Grundtenor stimme ich überein. Hätte ... würde ...
Beitrag vom 08.02.2022 - 12:58 Uhr
Gibt es irgendwo einen vergleichbaren Fall?
Also eine Situation, in dem ein Wettbewerber Kunden des anderen bedienen muss, damit der seine Leistung erbringen kann?
Mir fällt keiner ein.
Bahn? Telekommunikationsbranche? Schauen Sie einfach mal dort rein. Stichwort Netzindustrien.
Ich verstehe einfach nicht was LH davon haben soll. Condor kann ja die Plätze jederzeit am Markt bei der LH zukaufen, aber das will die Condor ja nicht, sondern sie will einen speziellen Preis, sie will das die LH haftet und den Pax versorgen muss wenn irgendwas schief geht, und sie will das Gepäck durch geht.
Das haben Sie falsch verstanden. Es geht darum, dass Condor eben nicht mehr in der Lage sein würde, am Markt bzw. zu Marktkonditionen bei LH zuzukaufen. LH könnte beliebig die Preise setzen oder die Kapazitäten für Condor begrenzen. Genau darum geht es doch. LH hat hier die Macht, weil sie Slots besetzt, an die Condor nicht herankommen könnte.
Natürlich soll die LH auch entsprechend haften. Warum sollte die Condor dafür haften, wenn LH den den Zubringer vergeigt und die Passagiere den Flug verpassen?
@Viri: Das Bundeskartellamt kann doch Slots wegnehmen. Ich sehe ehrlich gesagt nicht das die Slots so knapp sind in FRA das Condor nicht eigene Zubringer Fliegen kann.
Es geht nicht um die Gesamtzahl an Slots, sondern darum, ob sie GEEIGNET sind. Was bringt mit ein Slot um 20 Uhr, wenn mein Flug um 13 Uhr startet? Und an geeigneten Slots scheint es wohl zu mangeln. Und das macht ja auch Sinn: die will LH für sich selbst.
Das Problem ist doch nicht mal das die LH sagt: Condor Kunden dürfen nicht mitfliegen, sondern die Bedingungen die Condor dafür will.
Die LH wäre ja schön blöd wenn sie Condor Kunden nicht mit nimmt.
Das Problem ist, dass LH die Konditionen diktieren und Condor damit über Maß benachteiligen könnte. Das SPA hat Klauseln, die die Condor bereits benachteiligt haben. Einfach mal die Pressemitteilung lesen. Jetzt will LH noch einen Schritt weiter gehen und die Condor noch mehr zur Kasse bitten oder alternativ (zugunsten von EW Disco) aussperren.
Dieser Beitrag wurde am 08.02.2022 13:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.02.2022 - 13:05 Uhr
hätte LH die condor nicht vor 20 Jahren verscherbelt, dann hätte man die probleme nicht. ....
Aber das war ja damals nur wieder eine möglichkeit, den Piloten" eines auszuwischen" da Condor Piloten damals ebenso nach KTV Regeln entlohnt wurden, wie die Mainline Piloten
Ich war als Zeitzeuge der Meinung, dass man damals die Condor ebenfalls aus wettbewerbs-rechtlichen Bedenken heraus verkauft hette. Vielleicht trügt aber auch mein Gedächtnis.
Aber Grundtenor stimme ich überein. Hätte ... würde ...
War nicht damals der Tenor, dass man keine Zukunft im Ferienfluggeschäft sieht und die Condor deshalb veräußert? Ich meine, das war der Grund, die Condor zu verkaufen.
Beitrag vom 08.02.2022 - 13:37 Uhr
Das würde ich so nicht sagen. Wenn ich einen großen Teil der relevanten Infrastruktur besetze (und Slots sind nunmal genau das), dann muss ich damit rechnen, dass ich vom Bundeskartellamt reguliert werde, wenn ich diese daraus entstandene Marktmacht ausnutze. Wenn ich dann noch ein SPA habe, dessen Klauseln eher zu meinen Gunsten gestaltet sind und potenziell einkassiert werden könnten, erscheint dieses Hick Hack nicht mehr ganz so logisch, noch dazu, wenn das Volumen angeblich ja wirklich so klein ist.
Genau, einen Teil. Nicht alles. Reguliert wird Lufthansa jetzt dann aber ja, weil man einen Nachteil von Condor gegenüber EW Discover sieht. Mein Argument oben war aber ja unabhängig von EW Discover, dass es da logisch ist. Dann würde Condor nicht irgendwem gegenüber benachteiligt werden und es wäre hinfällig. Von daher passt es, dass es aus betriebswirtschaftlicher Sicht
Es geht hier nicht darum, den Konkurrenten zu stärken, sondern ihn über Maß zu benachteiligen. Genau das ist der Fall.
Das ist für mich Gehüpft wie Gesprungen. Man stärkt den Konkurrenten, wenn man ihm günstigere Konditionen gibt. Stärken bedeutet ja nicht automatisch, dass er danach stärker ist als man selbst. Nur stärker als wenn man es nicht tun würde. Und das ist Condor nunmal durch dieses Abkommen.
Das ist nicht wirklich vergleichbar. Bevor LH mit EW/SXD/Disco in den Markt eingestiegen ist, hat Condor mehr oder weniger direkt mit AB/LTU auf der Langstrecke und auch auf der Kurzstrecke konkurriert. Dadurch sind die Konditionen für die Mitarbeiter auch nicht erodiert. Sogesehen hat LH nur die von AB hinterlassene Lücke gefüllt. Das ist unterm Strich nicht mehr Wettbewerb. Man muss nicht gleich den Teufel an die Wand malen.
AB ist jetzt aber auch schon 4,5 Jahre her. In den letzten Jahren ist man ohne Konkurrenz geflogen. Und ich sprach von "kann". Wir haben genug Beispiele, wo genau das in den letzten Jahren passiert ist.
Am Ende wollte ich auch nur darauf hinaus: Nicht alles was für den Passagier gut ist, ist am Ende eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Der Kunde ist egoistisch; alles nach seinen Wünschen auszurichten kann da nicht immer das beste sein.
Warum führt man dann 18.000 unnötige Flüge durch? Slots verfallen lassen, Flieger parken, Geld sparen. Dann kann sich Condor ein eigenes Zubringernetz aufbauen.
Wenn man dann einen Flieger nach HAM, BER, etc einstellt, dann bleibt noch genug Kapa da um die eigenen Flieger zu füllen. Im ersten Moment schadet man damit Condor, nicht EW Discover.
Na dann los gehts!
Wenn derzeit die Slots abgegeben werden würden, könnte sich die ja jeder holen.
Nö, wieso? Sie schreiben doch oben selber, dass man beim Flugverkehr auf absehbare Zeit nicht damit rechnet, dass er auf das alte Level zurückkehrt. Also hat auch der Wettbewerb auf absehbare Zeit kein Interesse daran, sich die Slots zu schnappen. Als LH die Slots gezwungenermaßen als Bedingung für die Staatshilfen anbieten musste, wollte die ja auch keiner (waren wohl nicht geeignet). Die haben auch kein Geld zu verschenken. Und die Condor Langstrecken fliegen zumindest noch, brauchen also die Umsteiger. D.h die unnötigen Flüge sind so aktuell ein Stück weit weniger unnötig.
Ich schrieb: könnte. Nicht, dass es so kommen wird. Aber warum sollte man derzeit ungezwungen das Risiko eingehen von Seiten LH? Sie vermischen hier jetzt die Argumentation. Ich schrieb am Anfang von einem zukünftigen Szenario, was man jetzt nach dem neuen Kenntnisstand überlegen könnte. Sie ziehen die ganze Diskussion jetzt eher in ein "Ja, warum hat man das in der Vergangenheit dann nicht getan?". Damals gab es aber ganz andere Rahmenbedingungen, zum Beispiel noch keine Entscheidung vom Kartellamt.
Was wurde denn jetzt erreicht? Es gibt eine Einschätzung, aber kein Urteil. Jetzt weiß man, womit man planen muss. warum sollte man vorher ohne Not auf so ein Mittel zurückgreifen?
Wenn es dumm läuft, geht das ganze - wie bereits erwähnt - für LH ganz schön nach hinten los.
Abwarten. Bisher gibt es dazu keine Entscheidungen. Ich hoffe weiterhin, dass man sich bei Condor jetzt nicht zu sehr darauf verlässt. Für Condor steht deutlich mehr auf dem Spiel als für Lufthansa.
Man verdient Geld, könnte aber mehr Geld verdienen.
Jetzt besteht sogar die Gefahr, weniger zu verdienen, wenn man Condor nicht wie bisher durch die SPA-Klauseln benachteiligen kann.
Inwiefern benachteiligt man Condor denn da? Condor fliegt seit Jahren mit diesem Abkommen ohne, dass es Konkurrenz gab. Also ist die Aussage "bisher benachteiligt" nicht wirklich treffend... Benachteiligt gegenüber wen?
Wenn die Preiserhöhung für jeden gelten würde? Glaube ich nicht. Aber dazu müsste man überhaupt mal wissen, was eine Eurowings Discover für die Umsteiger bezahlt. Bezahlt sie überhaupt irgendwas?
Na also, dann haben wir doch die Lösung. Preiserhöhung für alle. EW Discover zahlt ja angeblich so viel weniger als Condor, weswegen die Piloten massenhaft abwandern... also müsste dann ja EW die besseren Karten haben danach. Und mehr Geld verdient LH auch noch.
Sorry, aber mir ist das hier ein wenig zu viel wünsch dir was auf Seiten von LH:
Slots bedienen? Nein, wollen wir nicht, weil wir dann 18k unnötige Flüge durchführen müssen.
Slots abgeben? Nein, dann können wir ja die Konkurrenten nicht aussperren!
Konkurrenten ins eigene Netz lassen? Auf gar keinen Fall!
Was solls sein, liebe LH? Wasch mich, aber mach mich nicht nass ist halt nicht. Die Slots sind nicht euer Eigentum. Infrastruktur besetzen und dann Brach liegen lassen geht nicht. Entweder gibt man die Slots ab oder man muss den Konkurrenten befördern. Simple as that.
Liegt in der Natur der Sache. Jedes Unternehmen agiert als erstes für die eigene Sache...
Beitrag vom 08.02.2022 - 13:41 Uhr
Ich verstehe einfach nicht was LH davon haben soll. Condor kann ja die Plätze jederzeit am Markt bei der LH zukaufen, aber das will die Condor ja nicht, sondern sie will einen speziellen Preis, sie will das die LH haftet und den Pax versorgen muss wenn irgendwas schief geht, und sie will das Gepäck durch geht.
Das haben Sie falsch verstanden. Es geht darum, dass Condor eben nicht mehr in der Lage sein würde, am Markt bzw. zu Marktkonditionen bei LH zuzukaufen. LH könnte beliebig die Preise setzen oder die Kapazitäten für Condor begrenzen. Genau darum geht es doch. LH hat hier die Macht, weil sie Slots besetzt, an die Condor nicht herankommen könnte.
Ich glaube da haben Sie etwas falsch verstanden: Die Condor kann auch in Zukunft noch Kapazitäten bei der LH zu Marktkonditionen kaufen; aber eben nicht mehr zu vergünstigten Konditionen.
@Viri: Das Bundeskartellamt kann doch Slots wegnehmen. Ich sehe ehrlich gesagt nicht das die Slots so knapp sind in FRA das Condor nicht eigene Zubringer Fliegen kann.
Es geht nicht um die Gesamtzahl an Slots, sondern darum, ob sie GEEIGNET sind. Was bringt mit ein Slot um 20 Uhr, wenn mein Flug um 13 Uhr startet? Und an geeigneten Slots scheint es wohl zu mangeln. Und das macht ja auch Sinn: die will LH für sich selbst.
Wird dann spannend, wenn das neue Terminal in Frankfurt in Betrieb genommen wird...soll das nicht neue Slots schaffen? Dann würde die Argumentation wegbrechen.
Beitrag vom 08.02.2022 - 13:56 Uhr
@GKrüKlappe:
Gibt es irgendwo einen vergleichbaren Fall?
Also eine Situation, in dem ein Wettbewerber Kunden des anderen bedienen muss, damit der seine Leistung erbringen kann?
Mir fällt keiner ein.
Z.B. Beim Internetanschluss, da muss die Telekom die eigenen Hausanschlüsse ebenfalls an die Konkurrenten vermieten. Eben weil dort auch ein Monopol herrscht.
Beim Stromanschluss müsste es ähnlich sein.
Ich verstehe einfach nicht was LH davon haben soll. Condor kann ja die Plätze jederzeit am Markt bei der LH zukaufen,
Es hieß aber doch, dass LH nicht mehr für Condor fliegen will?
Ich kann damit leben, an dem bisschen Füttern für Condor geht LH sicher nicht bankrott.
Eigene Feeder würden noch mehr Slots kosten und dann auch noch die Umwelt zusätzlich belasten.
Dieser Beitrag wurde am 08.02.2022 13:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.02.2022 - 14:03 Uhr
Wird dann spannend, wenn das neue Terminal in Frankfurt in Betrieb genommen wird...soll das nicht neue Slots schaffen? Dann würde die Argumentation wegbrechen.
Bis dahin haben die Grünen ein Gesetz verabschiedet, dass jede Airline für die andere Anschluss fliegen muss.
Beitrag vom 08.02.2022 - 14:32 Uhr
@GKrüKlappe:
Gibt es irgendwo einen vergleichbaren Fall?
Also eine Situation, in dem ein Wettbewerber Kunden des anderen bedienen muss, damit der seine Leistung erbringen kann?
Mir fällt keiner ein.
Z.B. Beim Internetanschluss, da muss die Telekom die eigenen Hausanschlüsse ebenfalls an die Konkurrenten vermieten. Eben weil dort auch ein Monopol herrscht.
Beim Stromanschluss müsste es ähnlich sein.
Das liegt aber daran, dass es nur einen Zugang ins Haus gibt und nicht 5 Kabel da jeweils reingehen. Es können aber, ohne große Probleme, 5 Airlines eine Strecke bedienen.
Ich verstehe einfach nicht was LH davon haben soll. Condor kann ja die Plätze jederzeit am Markt bei der LH zukaufen,
Es hieß aber doch, dass LH nicht mehr für Condor fliegen will?
Nein, das SPA wurde gekündigt. Das übliche IATA Interlining gäbe es ja nach wie vor.
Ich kann damit leben, an dem bisschen Füttern für Condor geht LH sicher nicht bankrott.
Ich denke, auch LH kann damit leben. Man hat es probiert, scheint nicht zu klappen, fertig. Wenn da nicht ein Masterplan dahinter steckt... ;-)
Eigene Feeder würden noch mehr Slots kosten und dann auch noch die Umwelt zusätzlich belasten.
Um die Umwelt geht es hier als Letztes.
Dieser Beitrag wurde am 08.02.2022 14:32 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.02.2022 - 14:36 Uhr
Genau, einen Teil. Nicht alles. Reguliert wird Lufthansa jetzt dann aber ja, weil man einen Nachteil von Condor gegenüber EW Discover sieht.
Einen überwiegenden Teil. Auf jeden Fall groß genug, um seine Macht missbrauchen zu können. Die Regulierung wäre gar nicht angelaufen, hätte man das SPA nicht angefasst. So hat man schlafende Hunde geweckt.
Das ist für mich Gehüpft wie Gesprungen. Man stärkt den Konkurrenten, wenn man ihm günstigere Konditionen gibt. Stärken bedeutet ja nicht automatisch, dass er danach stärker ist als man selbst. Nur stärker als wenn man es nicht tun würde. Und das ist Condor nunmal durch dieses Abkommen.
Um auf den Ursprung ihrer Frage zurückzukommen: wenn man den Konkurrenten nicht stärken möchte, hätte man das SPA ja auch vor Jahren schon kündigen können. Passiert ist es tatsächlich erst, als man EW Discover ins Rennen schickt. Doch, ich finde schon, dass man da einen Bezug herstellen kann.
AB ist jetzt aber auch schon 4,5 Jahre her. In den letzten Jahren ist man ohne Konkurrenz geflogen.
Stimmt doch gar nicht. SXD ist Ende 2015 in die Langstrecke eingestiegen. Gleichzeitig ist das Projekt JUMP gestartet. Ohne Konkurrenz würde ich das nicht bezeichnen. Eher sogar noch mehr als heute. Und selbst da sah man sich noch nicht genötigt, das SPA zu kündigen.
Und ich sprach von "kann". Wir haben genug Beispiele, wo genau das in den letzten Jahren passiert ist.
Das liegt ultimativ an LH. Aktuell sind sie es, die eine untarifierte Bude ins Rennen schicken und den Wettbewerber, der die besseren Konditionen hat, angreifen.
Am Ende wollte ich auch nur darauf hinaus: Nicht alles was für den Passagier gut ist, ist am Ende eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Der Kunde ist egoistisch; alles nach seinen Wünschen auszurichten kann da nicht immer das beste sein.
Da stimme ich zu.
Ich schrieb: könnte. Nicht, dass es so kommen wird. Aber warum sollte man derzeit ungezwungen das Risiko eingehen von Seiten LH? Sie vermischen hier jetzt die Argumentation. Ich schrieb am Anfang von einem zukünftigen Szenario, was man jetzt nach dem neuen Kenntnisstand überlegen könnte. Sie ziehen die ganze Diskussion jetzt eher in ein "Ja, warum hat man das in der Vergangenheit dann nicht getan?". Damals gab es aber ganz andere Rahmenbedingungen, zum Beispiel noch keine Entscheidung vom Kartellamt.
Was ist denn für Sie "damals"? Die Situation mit Condor wie auch die mit den unnötigen Flügen ist aktuell. Wir haben JETZT die Situation, dass LH auf einem riesigen Berg an Slots sitzt, den sie nichtmal braucht (und den auch sonst keiner braucht) und gleichzeitig keinerlei Interesse daran hat, auch nur einen Slot abzugeben. Auch nicht an Condor.
Abwarten. Bisher gibt es dazu keine Entscheidungen. Ich hoffe weiterhin, dass man sich bei Condor jetzt nicht zu sehr darauf verlässt. Für Condor steht deutlich mehr auf dem Spiel als für Lufthansa.
Welche Alternative hat Condor denn? Nochmal: es gibt keine geeigneten Slots, um einen Zubringer selbst aufzustellen.
Inwiefern benachteiligt man Condor denn da? Condor fliegt seit Jahren mit diesem Abkommen ohne, dass es Konkurrenz gab. Also ist die Aussage "bisher benachteiligt" nicht wirklich treffend... Benachteiligt gegenüber wen?
S.o, Condor hatte auch in der Vergangenheit Konkurrenz durch Jump und SXD.
Na also, dann haben wir doch die Lösung. Preiserhöhung für alle. EW Discover zahlt ja angeblich so viel weniger als Condor, weswegen die Piloten massenhaft abwandern... also müsste dann ja EW die besseren Karten haben danach. Und mehr Geld verdient LH auch noch.
Dass EW die besseren Karten haben wird, wage ich zu bezweifeln.
Liegt in der Natur der Sache. Jedes Unternehmen agiert als erstes für die eigene Sache...
Tja und deshalb bin ich froh, dass wir so eine Instanz wie das Bundeskartellamt haben, die dem Treiben einige Grenzen aufzeigt.
Dieser Beitrag wurde am 08.02.2022 14:45 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.02.2022 - 14:43 Uhr
Ich glaube da haben Sie etwas falsch verstanden: Die Condor kann auch in Zukunft noch Kapazitäten bei der LH zu Marktkonditionen kaufen; aber eben nicht mehr zu vergünstigten Konditionen.
Das glauben Sie. Ich habe da so meine Zweifel. Und das Kartellamt wohl auch.
Wird dann spannend, wenn das neue Terminal in Frankfurt in Betrieb genommen wird...soll das nicht neue Slots schaffen?
Nicht, dass ich wüsste. Wieso sollte ein neues Gebäude die Anzahl der Slots beeinflussen? Das neue Terminal würde lediglich die bereits bestehenden Terminals im Bezug auf die Paxzahlen entlasten, aber entscheidend für die Anzahl der Slots sind doch vielmehr die Anzahl der Pisten und das Nachtflugverbot, was konstant bleibt.
Beitrag vom 08.02.2022 - 14:51 Uhr
Das liegt aber daran, dass es nur einen Zugang ins Haus gibt und nicht 5 Kabel da jeweils reingehen. Es können aber, ohne große Probleme, 5 Airlines eine Strecke bedienen.
Wenn es keine Slots gibt, nicht. Ein Luftraum ist nicht unendlich, genauso wenig die Kapazitäten eines Flughafens bzw der Flugsicherung. Nur weil das nicht so greifbar ist wie ein Kabel, macht es das nicht weniger vergleichbar.
Beitrag vom 08.02.2022 - 15:21 Uhr
Die Vergleiche mit der Bahn und Telekommunikation passen nicht, da es in diesen Bereichen nur um die Infrastruktur geht, die für alle offen ist - wie die Flughäfen. Bei der Bahn ist es sogar noch viel restriktiver und unlogischer, wenn man das vergleicht: Flixtrain, Thalys, die Westbahn etc. fahren völlig ohne durchbuchbaren Zubringer aus dem Netz der DB. Anschluss verpasst = Ticket ungültig. Und das wohlgemerkt auch bei Fahrten aus dem mit öffentlichen Mitteln finanzierten Nahverkehr, was bedeutet, dass der Wettbewerb von staatlicher Seite aus klein gehalten wird.
Bei einem Vergleich der Bahn mit der Situation Lufthansa/Condor müsste der Vertrag schon längst rechtsgültig gekündigt worden sein.
Zum Thema: es handelt sich um einen bestehenden Vertrag, der Jahre lang Bestand hat und der Teil des Geschäftsmodells von Condor ist in einem Markt, der vom LH-Konzern sonst dominiert würde. Das ist eine andere Situation, als wenn eine Airline wie Emirates auf einmal auf die Idee kommen würde, dass Lufthansa sie feedern müsse zu günstigen Konditionen, da es hier noch gar kein Geschäftsprinzip auf Seiten der Emirates gibt. Und Lufthansa ist gegenüber Emirates nicht so marktbeherrschend wie gegenüber Condor mit den speziellen und non-stop aus Deutschland angeflogenen Langstrecken-Destinationen.
Mich persönlich überrascht die Haltung der Monopolkommission zwar auch ein wenig, aber aus Sicht von Juristen sieht die Welt manchmal anders aus, als man es vermuten würde. Für den deutschen Luftverkehrsmarkt ist das in jedem Fall eine gute Nachricht und der Condor und den Mitarbeitern kann man gratulieren.
Es wird m. E. sowieso irgendwann der Punkt kommen, dass Condor und Lufthansa wieder enger zusammenarbeiten. Condor ist nicht groß genug, hat aber bei Langstrecken-Feriendestinationen eine weitaus höhere Expertise als der LH-Konzern.
Dieser Beitrag wurde am 08.02.2022 15:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.02.2022 - 15:41 Uhr
Das liegt aber daran, dass es nur einen Zugang ins Haus gibt und nicht 5 Kabel da jeweils reingehen. Es können aber, ohne große Probleme, 5 Airlines eine Strecke bedienen.
Wenn es keine Slots gibt, nicht. Ein Luftraum ist nicht unendlich, genauso wenig die Kapazitäten eines Flughafens bzw der Flugsicherung. Nur weil das nicht so greifbar ist wie ein Kabel, macht es das nicht weniger vergleichbar.
Es ging nicht um einen bestimmten Airport, es ging ums Prinzip. Bei Strom/Telefon gibt es systembedingt keine Alternativen, beim Fliegen schon. Kann kann ja Slots wieder freigeben, um anderen Zugang zu geben. Da hat @GKK schon recht ;-), diese Situation ist ziemlich einmalig.
Beitrag vom 08.02.2022 - 15:49 Uhr
Genau, einen Teil. Nicht alles. Reguliert wird Lufthansa jetzt dann aber ja, weil man einen Nachteil von Condor gegenüber EW Discover sieht.
Einen überwiegenden Teil. Auf jeden Fall groß genug, um seine Macht missbrauchen zu können. Die Regulierung wäre gar nicht angelaufen, hätte man das SPA nicht angefasst. So hat man schlafende Hunde geweckt.
Das ist für mich Gehüpft wie Gesprungen. Man stärkt den Konkurrenten, wenn man ihm günstigere Konditionen gibt. Stärken bedeutet ja nicht automatisch, dass er danach stärker ist als man selbst. Nur stärker als wenn man es nicht tun würde. Und das ist Condor nunmal durch dieses Abkommen.
Um auf den Ursprung ihrer Frage zurückzukommen: wenn man den Konkurrenten nicht stärken möchte, hätte man das SPA ja auch vor Jahren schon kündigen können. Passiert ist es tatsächlich erst, als man EW Discover ins Rennen schickt. Doch, ich finde schon, dass man da einen Bezug herstellen kann.
Wenn man sich die Meldungen rund um die Kündigung anschaut, war es ein langjähriger Vertrag. Vielleicht konnte man nicht vorher kündigen.