Community / / American Airlines schreibt Milliarde...

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Beitrag vom 16.02.2012 - 08:50 Uhr
Usersixpence
*sixpence-pictures // fine art photography // design
User (727 Beiträge)
manche dinge in den us of a sind mir unerklärlich: wie können abschreibungen auf ältere flugzeuge sonderbelastungen erzeugen? ältere flugzeuge sind doch wohl abgeschrieben, auch wenn dazu 12-14 jahre nutzungsdauer angesetzt wurden. oder handelt es sich hier mal wieder um eine übernahme von firmenverlautbarung ohne jedwede sachliche prüfung. was schade wäre, weil mit jedem weiteren unsauberen und ungeprüften bericht das vertrauen in die presse weiter sinkt.

saludos a todos
charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com
fine art photography // design // madrid
Beitrag vom 16.02.2012 - 10:06 Uhr
UserRunway
User (2884 Beiträge)
Die Höhe der Abschreibung die eine Airline vornimmt ist wohl nicht absolut fest und kann innerhalb gewisser Grenzen hoch oder niedrig gestaltet werden. Das beste Beispiel ist doch AUA. Als LH die übernommen hat wurden 500 Mio von Österreich zugeschossen weil die Abschreibungen die AUA in der Vergangenheit getätigt hat viel zu niedrig waren. Im Klartext, der Buchwert der Flugzeuge war deutlich höher als das was real bei einem Verkauf zu erzielen gewesen wäre. Kein Mensch kauft einen 10 Jahre alten VW Golf zum halben Neupreis. Klar das LH den Buch-Mondpreis für die Flotte nicht zahlen wollte.

Da ist wohl jetzt im Zuge der Insolvenz bei AA eine entsprechende Bereinigung vorgenommen worden. So manche Bilanz (nicht nur) von Airlines hat wohl ähnliche stille Lasten. Es gilt immer noch die kaufmännische Grundregel: Eine gute Bilanz ist besser als sie scheint und eine schlechte noch schlechter. Man kann es ja auch keinem Chef verübeln das er durch hohe Abschreibungen sein Ergebnis noch weiter runter bügelt und damit seinen Posten riskiert.
Beitrag vom 16.02.2012 - 10:15 Uhr
Usermesserheimer
User (211 Beiträge)
Wenn du bereits unter Chapter 11 fliegst, lohn es sich auch die letzten Leichen aus dem Keller zu holen!

Grüße

messerheimer
Beitrag vom 16.02.2012 - 22:19 Uhr
Userdddd
User (6 Beiträge)
Nun wollen wir doch erst einmal feststellen nach welchen Regeln die AMR bilanziert, bevor wir hier unrichtige Vermutungen anstellen.
Beitrag vom 16.02.2012 - 23:51 Uhr
Userfbwlaie
User (4915 Beiträge)
Für 2010 wurde wohl nach US GAAP bilanziert...
Wenn man 13K MA entlassen will, braucht man schon Argumente... Der aktuelle Boss wird wohl nun auch seine eigenen Bewertungskunststücke bearbeiten müssen.
Weshalb soll man Flugzeuge auch abschreiben, wenn man sie nicht "abschreiben" konnte, weil sie das einzige sind, was man noch hat...
Beitrag vom 17.02.2012 - 18:45 Uhr
Userdddd
User (6 Beiträge)

AA bilanziert nach US GAAP. Nach diesem Rechnungslegungsstandard Schätzen die Unternehmen selbst die Nutzungsdauern der Flugzeuge. Im Falle der AA ist die Nutzungsdauer der Flugzeuge in der Mehrzahl auf 30 Jahre angesetzt. Was nun passiert (abhängig von der Abschreibungsart) ist, das der Wert des Fliegers über 30 Jahre verteilt wird. Die einfachste Vorgehensweise ist Anschaffungspreis/30. Das scheint man auch mit den ollen MD-80 gemacht zu haben. Nach 20-25 Jahren stellt sich nun aber raus, das der Wert den man im Moment am Markt für die Kisten noch bekommt weit unter dem liegt was noch rechnerisch in den Büchern steht. Nun hat man im Zuge der Insolvenz und der damit einhergehenden Neubewertung für die neuzugründene Gesellschaft die Flugzeuge auf das fair value Abgeschrieben. Was bedeutet das nun für Alle? Für die Gesellschaft bedeutet es, das Sie auf dem Papier weniger Wert ist. Das Tut ihr erst einmal nicht weh. Für die Aktionäre bedeutet das, das ihre Anteile weniger Wert sind, was aber auch schon egal ist, denn ihre Aktien waren schon vorher nichts mehr wert. Für den Rest von uns spielt das überhaupt keine Rolle.
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Beitrag korrigiert
Fly-away
Moderator

Dieser Beitrag wurde am 18.02.2012 14:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.02.2012 - 09:46 Uhr
UserRunway
User (2884 Beiträge)
Die Lufthansa hat glaube ich die Regelung 85% in 12 Jahren abzuschreiben. Das ist deutlich kürzer als die reale Nutzungsdauer eines Flugzeuges das wohl im Normalfall zwischen 20 und 30 Jahren liegt. Man hat da also möglicherweise buchhalterisch stille Reserven. Das hängt stark vom Modell und der Marktsituation ab und kann sehr unterschiedlich sein. Früher hat LH immer gut an verkauften Fliegern verdient und das auch kommuniziert. Zuletzt habe ich darüber nix mehr gelesen.

Wenn AA das wirklich auf 30 Jahre verteilt hat ist es völlig logisch das bei dem Wandel der Modelle und steigenden Spritpreisen die alten Säufer-Flieger real weniger Wert sind als in den Büchern steht. (Das war ja bei der AUA-Übernahme durch LH ja auch der Fall.) Das ein Nachfolgeunternehmen (=AA Neu) solche Fehlbewertungen nicht übernehmen will ist auch logisch.
Beitrag vom 18.02.2012 - 10:54 Uhr
UserLumi
User (706 Beiträge)
Meines Erachtens nach würde eine progressive AfA über 20 Jahre im Duchschnitt den wirtschaftlichen Wertverlust eines Flugzeuges am ehesten entsprechen. Interessant ist die je nach Gesetzesraum und Gesellschaft sehr unterschiedliche Bewertungspraxis. Dabei sollte aber nicht alles egal sein wie ddd sich ausdrückte. Adressaten eines Abschlusses sind Eigentümer und Beschäftigte aber zuallererst auch die Gläubiger; letztere werden bei einer Insolvenz nämlich enteignet. Nun muss aber die Abschreibungsmethodik im Rechenwerk offen gelegt werden mit der Folge daß die Lieferanten durchaus wissen mit wem sie es zu haben.
Beitrag vom 18.02.2012 - 12:39 Uhr
Userdddd
User (6 Beiträge)
@Runway. Lufthansa schreibt in 10 Jahren auf 5% ab. Der Flugzeuggebrauchtmarkt liegt am Boden. Die Bildung von stillen Reserven bringt aber eigentlich auch nicht viel. Man spart am Ende nichts.

@Lumi: Leider hast Du aber keine Ahnung. Afa ist vielleicht was für Finanzbeamte, mit dem realen Werteverlust hat das wenig zutun.

Auch die weiteren Aussagen sind ebenso wenig sinnvoll. Wie ja auch bei Dir angekommen sein sollte, ist AA im Gläubigerschutz unterwegs. Der Name ist da Programm. Die Gläuber haben im Moment eben keinen Zugriff auf die Assets der Gesellschaft. Von daher ist es egal was da abgeschrieben wird. Die Überführung in eine neue Gesellschaft löst da am Ende eh die meisten Probleme. Die Eigentümer interessiert das auch nicht mehr. Wie ich ja bereits schrieb, sind die eh schon ohne Besitz. Was soll sie da noch einpaar läppische Abschreibungen vor dem Totalverlust jucken? Die einzige Relevanz bei diesen Abschreibungen, hat es für die Überführung in die neue Gesellschaft. Für die Mitarbeiter die nicht Aktionäre sind, ist das auch total egal. Abschreibungen sind nun mal nicht liquiditätswirksam. Auch für die Lieferanten ist das völlig egal. Die liefern eh nur gegen cash. Deshalb ist AA auch mit viel Cash in die Insolvenz gegangen.
Beitrag vom 18.02.2012 - 15:45 Uhr
UserLumi
User (706 Beiträge)
@Lumi: Leider hast Du aber keine Ahnung. Afa ist vielleicht was für Finanzbeamte, mit dem realen Werteverlust hat das wenig zutun.

Auch die weiteren Aussagen sind ebenso wenig sinnvoll. Wie ja auch bei Dir angekommen sein sollte, ist AA im Gläubigerschutz unterwegs. Der Name ist da Programm. Die Gläuber haben im Moment eben keinen Zugriff auf die Assets der Gesellschaft. Von daher ist es egal was da abgeschrieben wird. Die Überführung in eine neue Gesellschaft löst da am Ende eh die meisten Probleme. Die Eigentümer interessiert das auch nicht mehr. Wie ich ja bereits schrieb, sind die eh schon ohne Besitz. Was soll sie da noch einpaar läppische Abschreibungen vor dem Totalverlust jucken? Die einzige Relevanz bei diesen Abschreibungen, hat es für die Überführung in die neue Gesellschaft. Für die Mitarbeiter die nicht Aktionäre sind, ist das auch total egal. Abschreibungen sind nun mal nicht liquiditätswirksam. Auch für die Lieferanten ist das völlig egal. Die liefern eh nur gegen cash. Deshalb ist AA auch mit viel Cash in die Insolvenz gegangen.

@dddd : Sorry, empfehle Dir die Aneignung seriöser Grundlagen vor weiterer Diskussion - mache die Blechliesel vor Dir aus und entspanne Dich erst mal.
Beitrag vom 18.02.2012 - 15:56 Uhr
UserRunway
User (2884 Beiträge)
@Runway. Lufthansa schreibt in 10 Jahren auf 5% ab. Der Flugzeuggebrauchtmarkt liegt am Boden. Die Bildung von stillen Reserven bringt aber eigentlich auch nicht viel. Man spart am Ende nichts.

OK lag etwas daneben. Die Bildung stiller Reserven ist ja auch nicht das eigentliche Ziel. Wenn in guten Jahren der Gewinn hoch ist helfen hohe Abschreibungen diesen vor Gewinnsteuern zunächst einmal zu verstecken und damit Cash zu behalten. Ich habe im Hinterkopf noch eine uralte Meldung das LH in alten Zeiten noch früher/stärker abgeschrieben hat. Als dann der Gewinn irgendwann zu wünschen übrig lies wurden dies Abschreibungssätze eben reduziert.

Mit 10 Jahren und 95% liegt die Abschreibung aber auf jeden Fall noch deutlich über dem Marktwertverlust auch wenn der Markt z. Zeit am Boden liegt. Also insgesamt ein Ausdruck für stinksolide Bilanzierung. Insofern hat Lumi nicht unrecht. Die Abschreibungen orientieren sich nicht zwangsläufig am realen Wertverlust sondern orientieren sich meistens auch an der Ertragssituation.
Beitrag vom 18.02.2012 - 17:06 Uhr
UserLumi
User (706 Beiträge)

..... Die Abschreibungen orientieren sich nicht zwangsläufig am realen Wertverlust sondern orientieren sich meistens auch an der Ertragssituation.

Ja ja, nun ist es aber auch nicht so daß eine solide Geschäftsführung jedes Jahr lustig und totalegal die Afa-Systematik an Ihren eigentlichen Ertrag anpassen kann. Wenn sie es dennoch versucht muß sie sich die Begründung hierfür sehr gut überlegen, denn : Es gibt nicht viele Gegenstände der Bilanzpolitik, die müde Finanzanalysten aber auch WP's nicht schneller wach werden lassen als dieses Thema. Und dann werden sofort noch viele weitere Fragen gestellt deren Beantwortung schnell Auswirkung auf den Kurs an der FSE haben kann. Die Jungens wissen doch auch wo der Frosch seine Locken hat.

Dieser Beitrag wurde am 18.02.2012 17:10 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.02.2012 - 18:12 Uhr
UserRunway
User (2884 Beiträge)

..... Die Abschreibungen orientieren sich nicht zwangsläufig am realen Wertverlust sondern orientieren sich meistens auch an der Ertragssituation.

Ja ja, nun ist es aber auch nicht so daß eine solide Geschäftsführung jedes Jahr lustig und totalegal die Afa-Systematik an Ihren eigentlichen Ertrag anpassen kann.
>
Das wollte ich damit auch nicht andeuten aber an der mehrjährigen Ertragssituation schon eher . Andererseits ist mein Vertrauen in Finanzanalysten nur begrenzt. Bei zu vielen gigantischen Firmenpleiten haben die oft nichts gemerkt. Genau wie die Ratingagenturen. Hatte da Griechenland vor 3-4 Jahren nicht noch eine Superbonität?.
Beitrag vom 18.02.2012 - 22:16 Uhr
Userfbwlaie
User (4915 Beiträge)
@dddd,

ein normaler chap 11 muß doch nicht in einer neuen Gesellschaft münden! Erst beim sec. 363 oder chap 7 (Abwicklung) gibt es eine neue Gesellschaft - aus offensichtlichen Gründen!
Aber erst werden sich die Insolvenzanwälte bedienen!
Mit dem Geld, das z. Z. noch verfügbar sein sollte, kann man schon einiges erreichen!
Beitrag vom 19.02.2012 - 17:54 Uhr
Userdddd
User (6 Beiträge)

..... Die Abschreibungen orientieren sich nicht zwangsläufig am realen Wertverlust sondern orientieren sich meistens auch an der Ertragssituation.

Ja ja, nun ist es aber auch nicht so daß eine solide Geschäftsführung jedes Jahr lustig und totalegal die Afa-Systematik an Ihren eigentlichen Ertrag anpassen kann. Wenn sie es dennoch versucht muß sie sich die Begründung hierfür sehr gut überlegen, denn : Es gibt nicht viele Gegenstände der Bilanzpolitik, die müde Finanzanalysten aber auch WP's nicht schneller wach werden lassen als dieses Thema. Und dann werden sofort noch viele weitere Fragen gestellt deren Beantwortung schnell Auswirkung auf den Kurs an der FSE haben kann. Die Jungens wissen doch auch wo der Frosch seine Locken hat.

Afa? Wo ist der Themenbezug?
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