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Beitrag vom 06.07.2022 - 17:57 Uhr
Userh
User (159 Beiträge)
Die ex GWI Leute sitzen bei reduziertem Gehalt zu Hause und jede Airline der LH Group hat Personalmangel und kauft Wetlease ein. Als Aufsichtsrat oder Aktionär würde ich mal nachfragen ob es noch geht.
Beitrag vom 06.07.2022 - 18:42 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1692 Beiträge)
Die ex GWI Leute sitzen bei reduziertem Gehalt zu Hause und jede Airline der LH Group hat Personalmangel und kauft Wetlease ein. Als Aufsichtsrat oder Aktionär würde ich mal nachfragen ob es noch geht.

Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?
Beitrag vom 06.07.2022 - 21:24 Uhr
UserMc Fly
User (13 Beiträge)
und jetzt werden schon viele Flüge gestrichen weil zu wenig Bodenpersonal zur Verfügung steht. Deshalb werden weitere Flugzeuge angemietet....kann ich nicht mehr nachvollziehen.
Beitrag vom 06.07.2022 - 21:29 Uhr
Userunit-er
User (60 Beiträge)
Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Weil es so etwas wie Anstand und Respekt sowie Verantwortungsbewusstsein speziell und in erster Linie gegenüber dem eigenen Personal gibt.
Natürlich weiß man nicht ob und wie viele GWI-Mitarbeiter, so man sie denn gefragt hat, bereit gewesen wären, wieder mehr Gehalt zu erzielen.
Leider scheint dieses Gebaren der LH-Verantwortlichen ein erneutes Indiz dafür zu sein, dass die eigenen Mitarbeiter einem irgendwie egal bzw. lästig sind.
Selbst wenn die eigenen Mitarbeiter teurer sein sollten als die AY-Kollegen, müssten diese als erstes gefragt und eingesetzt werden, weil es unterm Strich immer noch die eigenen Mitarbeiter sind.
Beitrag vom 06.07.2022 - 21:52 Uhr
UserViri
User (1400 Beiträge)
Die ex GWI Leute sitzen bei reduziertem Gehalt zu Hause und jede Airline der LH Group hat Personalmangel und kauft Wetlease ein. Als Aufsichtsrat oder Aktionär würde ich mal nachfragen ob es noch geht.

Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Genau das ist das Problem. Man guckt sich nur die Kostenseite an. Was das aber sonst noch bedeutet, ist egal. Hauptsache, die Zahlen stimmen. Sehr kurzsichtig...
Beitrag vom 06.07.2022 - 22:30 Uhr
UserEricM
User (5582 Beiträge)
und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden.

Und jetzt reflektieren wir nochmal kurz, durch welche Zielsetzung gerade die LH in die aktuelle Zwangslage gekommen ist ...
Die Ziele "niedrige(re) Kosten" und "keine langfristigen Verpflichtungen" können durchaus langfristig negative Nebeneffekte haben
Beitrag vom 07.07.2022 - 02:27 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1692 Beiträge)
Die ex GWI Leute sitzen bei reduziertem Gehalt zu Hause und jede Airline der LH Group hat Personalmangel und kauft Wetlease ein. Als Aufsichtsrat oder Aktionär würde ich mal nachfragen ob es noch geht.

Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Genau das ist das Problem. Man guckt sich nur die Kostenseite an. Was das aber sonst noch bedeutet, ist egal. Hauptsache, die Zahlen stimmen. Sehr kurzsichtig...

Die Kostenseite ist aber entscheidend für die Gewinnermittlung. Ich weiß, dass hört man in diesem Forum nicht gerne, aber wenn die Kosten zu hoch sind, dann lohnt sich das Geschäft nicht.
Und nein, damit meine ich nicht nur die Personalkosten. Es geht um alle Kosten.
Beitrag vom 07.07.2022 - 02:32 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1692 Beiträge)
Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Weil es so etwas wie Anstand und Respekt sowie Verantwortungsbewusstsein speziell und in erster Linie gegenüber dem eigenen Personal gibt.
Natürlich weiß man nicht ob und wie viele GWI-Mitarbeiter, so man sie denn gefragt hat, bereit gewesen wären, wieder mehr Gehalt zu erzielen.
Leider scheint dieses Gebaren der LH-Verantwortlichen ein erneutes Indiz dafür zu sein, dass die eigenen Mitarbeiter einem irgendwie egal bzw. lästig sind.
Selbst wenn die eigenen Mitarbeiter teurer sein sollten als die AY-Kollegen, müssten diese als erstes gefragt und eingesetzt werden, weil es unterm Strich immer noch die eigenen Mitarbeiter sind.

Das ist doch Geschwätz (sorry für das Wort) von vor ein paar Jahrzehnten. Heute geht es doch nur noch darum, wo man am meisten Geld verdienen kann. Diese Romantik mit dem Anstand, Loyalität etc. gibt es doch schon lange nicht mehr. Weder auf Kundenseite, noch auf Arbeitgeberseite, noch auf Arbeitnehmerseite.
Und woran das genau liegt, wird eine Henne-Ei Diskussion. Deswegen werde ich die gar nicht starten. Wir leben mittlerweile in einer so egoistischen Welt, dass man sich darauf nicht mehr beziehen kann. Und daher ist es auch dem Aufsichtsrat und dem Aktionär egal.

Wenn der Mitarbeiter (generell gesprochen, nicht zwangsläufig LH spezifisch) weiterzieht, weil er woanders bessere Chancen sieht, warum sollte dann der Arbeitgeber auf etwas verzichten, wenn er woanders bessere Chancen sieht?

Tut mir leid, aber diese Romantik ist tot. Muss einem nicht gefallen (tuts mir auch nicht), aber wenn man es ändern will und sich nicht damit arrangieren will, dann muss man aktiv dafür etwas machen; eine eigene Firma mit neuem Grundsätzen gründen, politisch aktiv werden, o.ä.
Beitrag vom 07.07.2022 - 02:35 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1692 Beiträge)
und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden.

Und jetzt reflektieren wir nochmal kurz, durch welche Zielsetzung gerade die LH in die aktuelle Zwangslage gekommen ist ...
Die Ziele "niedrige(re) Kosten" und "keine langfristigen Verpflichtungen" können durchaus langfristig negative Nebeneffekte haben

Ja, weil man immer noch in einer Situation ist, in der man nicht langfristig planen kann. Was kommt denn im Herbst/Winter. Wissen Sie das? Was kommt das nächste Jahr? Gibt es wirklich die Rezession? Da ist man dann über jeden Finnair Wet-Lease glücklich, den man kurzfristig nicht mehr mit durchfüttern muss. Jeder der behauptet, dass er in der derzeitigen Situation, mit all den Risiken, Krisen und sonst etwas auf der Welt, eine langfristige, verlässliche Planung machen kann, der lügt. Und das gilt besonders für einen so abhängigen Markt wie die Luftfahrt. Was wäre hier wieder für ein Geschrei, wenn LH im Winter, wegen des nächsten Lockdowns Personal entlassen würde, Kurzarbeitergeld kassieren würde oder nach staatlicher Hilfe schreit.

Es ist doch egal, was der Vorstand gerade macht, es wird ihm irgendwann immer zum Nachteil ausgelegt.
Beitrag vom 07.07.2022 - 07:30 Uhr
UserEricM
User (5582 Beiträge)
Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Weil es so etwas wie Anstand und Respekt sowie Verantwortungsbewusstsein speziell und in erster Linie gegenüber dem eigenen Personal gibt.
Natürlich weiß man nicht ob und wie viele GWI-Mitarbeiter, so man sie denn gefragt hat, bereit gewesen wären, wieder mehr Gehalt zu erzielen.
Leider scheint dieses Gebaren der LH-Verantwortlichen ein erneutes Indiz dafür zu sein, dass die eigenen Mitarbeiter einem irgendwie egal bzw. lästig sind.
Selbst wenn die eigenen Mitarbeiter teurer sein sollten als die AY-Kollegen, müssten diese als erstes gefragt und eingesetzt werden, weil es unterm Strich immer noch die eigenen Mitarbeiter sind.

Das ist doch Geschwätz (sorry für das Wort)

passt schon, es macht Ihre Haltung deutlich

von vor ein paar Jahrzehnten. Heute geht es doch nur noch darum, wo man am meisten Geld verdienen kann. Diese Romantik mit dem Anstand, Loyalität etc. gibt es doch schon lange nicht mehr. Weder auf Kundenseite, noch auf Arbeitgeberseite, noch auf Arbeitnehmerseite.
Und woran das genau liegt, wird eine Henne-Ei Diskussion. Deswegen werde ich die gar nicht starten.
Wir leben mittlerweile in einer so egoistischen Welt, dass man sich darauf nicht mehr beziehen kann. Und daher ist es auch dem Aufsichtsrat und dem Aktionär egal.

Wenn der Arbeitsmarkt wie aktuell in der Luftfahrt auf Arbeitskräfte-Mangel dreht und die Firmen von Streik zu Streik taumeln, da wird diese "Romantik", der "Wir-Gedanke", die "Solidarität mit der Firma" aber sicher wieder öffentlich beschworen werden :)

Wenn der Mitarbeiter (generell gesprochen, nicht zwangsläufig LH spezifisch) weiterzieht, weil er woanders bessere Chancen sieht, warum sollte dann der Arbeitgeber auf etwas verzichten, wenn er woanders bessere Chancen sieht?

Tut mir leid, aber diese Romantik ist tot. Muss einem nicht gefallen (tuts mir auch nicht), aber wenn man es ändern will und sich nicht damit arrangieren will, dann muss man aktiv dafür etwas machen; eine eigene Firma mit neuem Grundsätzen gründen, politisch aktiv werden, o.ä.

Oder mit so harten Bandagen streiken, dass es die Firma möglicherweise in die Insolvenz treibt. Und nur in diesem Fall weiterziehen.
Alles andere wäre doch "Romantik", oder?
Beitrag vom 07.07.2022 - 07:42 Uhr
UserEricM
User (5582 Beiträge)
Die ex GWI Leute sitzen bei reduziertem Gehalt zu Hause und jede Airline der LH Group hat Personalmangel und kauft Wetlease ein. Als Aufsichtsrat oder Aktionär würde ich mal nachfragen ob es noch geht.

Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Genau das ist das Problem. Man guckt sich nur die Kostenseite an. Was das aber sonst noch bedeutet, ist egal. Hauptsache, die Zahlen stimmen. Sehr kurzsichtig...

Die Kostenseite ist aber entscheidend für die Gewinnermittlung. Ich weiß, dass hört man in diesem Forum nicht gerne, aber wenn die Kosten zu hoch sind, dann lohnt sich das Geschäft nicht.

Und wenn die Kosten zu niedrig sind, hat man zu wenige Mitarbeiter, dann wird der Service schlecht und unzuverlässig. Der Kunde wird verprellt, man muss Entschädigungen zahlen.
Zusätzlich hat man uU unmotivierte unnd dauer-gefrustete Mitarbeiter mit gleichem Effekt.
Mit anderen Worten: Die Einnahmen sinken und es kommen neue Kosten hinzu. D.h auch bei zu niedrigen Kosten kann sich das Geschäft nicht lohnen.

Und nein, damit meine ich nicht nur die Personalkosten. Es geht um alle Kosten.

Guter Punkt: Gerade bei der LH.
Mit ihrer und-nochn-AOC-Strategie der letzten 10 Jahre hat die LH die interne Komplexität und damit die internen Verwaltungskosten erhöht und ihre Flexibilität gesenkt, um beim fliegenden Personal Einsparungen der Gehälter erzwingen zu können.
Geld verdient hat in der Zeit die Passage und Fracht, während die neuen AOCs Geld verbrannt haben und wieder eingestampft wurden - im Austausch für noch neuere AOCs mit vermeintlich noch niedrigeren Kosten, tatsächlich aber nur niedrigeren Personalkosten.
Also scheint das die LH anders zu sehen als Sie.


Dieser Beitrag wurde am 07.07.2022 07:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.07.2022 - 08:20 Uhr
Usercontrail55
User (4723 Beiträge)
Die ex GWI Leute sitzen bei reduziertem Gehalt zu Hause und jede Airline der LH Group hat Personalmangel und kauft Wetlease ein. Als Aufsichtsrat oder Aktionär würde ich mal nachfragen ob es noch geht.

Warum? Wenn Finnair die Dinger gerade kostengünstig abzugeben hat und man sich so neue Kapazitäten schaffen kann, ohne sich langfristig hohe Kosten ans Bein zu binden... warum sollte da der Aufsichtsrat oder ein Aktionär etwas dagegen haben?

Genau das ist das Problem. Man guckt sich nur die Kostenseite an. Was das aber sonst noch bedeutet, ist egal. Hauptsache, die Zahlen stimmen. Sehr kurzsichtig...

Die Kostenseite ist aber entscheidend für die Gewinnermittlung. Ich weiß, dass hört man in diesem Forum nicht gerne, aber wenn die Kosten zu hoch sind, dann lohnt sich das Geschäft nicht.

Und wenn die Kosten zu niedrig sind, wird der Service schlecht und unzuverlässig.
Nicht unbedingt. Das Problem an der aktuellen Misere ist, dass man zu viel zu schnell wollte. Das ging schief. Jetzt fährt man alles auf das noch Machbare runter und zahlt Lehrgeld. In allen Bereichen.
Der Kunde wird verprellt, man muss Entschädigungen zahlen.
Das aber weil man nicht liefert, nicht weil, unter normalen Umständen, das Produkt nicht marktgerecht war.
Mit anderen Worten: Die Einnahmen sinken und es kommen neue Kosten hinzu.

Und nein, damit meine ich nicht nur die Personalkosten. Es geht um alle Kosten.

Guter Punkt: Gerade bei der LH.
Mit ihrer und-nochn-AOC-Strategie der letzten 10 Jahre hat die LH die interne Komplexität und damit die internen Verwaltungskosten erhöht
Das wissen wir nicht. Bisher haben wir noch keine Zahlen, was so ein AOC tatsächlich kostet.
und ihre Flexibilität gesenkt,
Eher erhöht. Man ist viel agiler. Eine Basis in Prag eröffnen zu LH Bedingungen? Vergessen Sie es. Man wäre im deutschen Standort gefangen.
um beim fliegenden Personal Einsparungen der Gehälter erzwingen zu können.
Ja klar, darum geht es. Wenn es anders nicht geht.
Geld verdient hat in der Zeit die Passage und Fracht, während die neuen AOCs Geld verbrannt haben und wieder eingestampft wurden - im Austausch für noch neuere AOCs mit vermeintlich noch niedrigeren Kosten, tatsächlich aber nur niedrigeren Personalkosten.
Auch das wissen wir nicht. Discover ist eine der schlankesten OPS, die LHG hat. Wir wissen auch nicht ob die AOC insgesamt Geld gekostet haben oder gespart haben. Wir wissen, dass es Märkte gibt, in denen man nicht präsent wäre, zu alten Kosten.
Wenn man sich die Airlinelandschaft in Europa anschaut, dann arbeiten fast alle mit MultiAOCs, von Ryan bis BA. Scheint sich zu rechnen.
Also scheint das die LH anders zu sehen als Sie.
Spekulativ. Wir wissen zwar um die Verluste der EWD, aber wir wissen nicht wieviel LHA verbrannt hätte, wenn sie es selbst weitergemacht hätten.
Vor Kurzem hat die LH Käpitänin hier noch geschrieben, dass niemand weiß wie die Zukunft aussieht, nächste Welle, Rezession usw. Das kann gut gehen oder auch nicht. In diesem Delta bewegen wir uns und wie soll man sich aufstellen? Über Wetleases behält man, wie @FloCo bereits schreibt, ein gewisse Flexibilität und hat nicht Kosten dauerhaft an der Backe. Man verdient vielleicht nicht so viel, wie wenn man es selbst gemacht hätte. Aber das hat man sicher verdient und verbrennt es nicht wieder, wenn die Zeiten schlechter werden.
Hinterher sind wir alle schlauer.

Dieser Beitrag wurde am 07.07.2022 08:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.07.2022 - 08:51 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (2454 Beiträge)


Genau das ist das Problem. Man guckt sich nur die Kostenseite an. Was das aber sonst noch bedeutet, ist egal. Hauptsache, die Zahlen stimmen. Sehr kurzsichtig...

Die Kostenseite ist aber entscheidend für die Gewinnermittlung. Ich weiß, dass hört man in diesem Forum nicht gerne, aber wenn die Kosten zu hoch sind, dann lohnt sich das Geschäft nicht.
Und nein, damit meine ich nicht nur die Personalkosten. Es geht um alle Kosten.

Dazu ist heute ein interessanter Artikel, der einen auf mal ganz andere Gedankengänge bringen kann, erschienen:

 https://www.aero.de/news-43010/Die-aktuelle-Lage-an-unseren-Flughaefen-ist-indiskutabel.html

Drei bemerkenswerte Fakten daraus:

- die Flugpreise sind (durch Kerosinpreise und hohe Nachfrage überdurchschnittlich gestiegen
- trotzdem wird gebucht wie lange nicht mehr (merke: die Kunden akzeptieren die Preise)
- Flottenreduzierung führte zu 'Verknappung des Angebots', ergo das "künstlich aufgeblähte" Angebot ist wieder auf eine realistische, marktgerechte Größe geschrumpft.

Nun einmal weitergedacht (von mir aus auch gerne 'geträumt'):

Vielleicht wäre das ja eine große Chance, von dem "mehr,größer, nochmehr" (dadurch wurde - mit Beginn der LCC nämlich ein künstlerlicher, vorher nicht vorhandener Pseudo - Markt geschaffen, der das "Race to the bottom" und den "Kannibalismus" unter den Airlines auf Kosten der PAXe und MA erst befeuerte) wegzukommen!?

Die Kersosinpreise werden mit Sicherheit wieder fallen:
a. nicht so große Nachfrage, da weniger Flüge;
b.die Angebotssituation (BEIM Kerosin) wird sich wieder verbessern - im günstigsten Fall sogar durch mehr 'sauberen Sprit'.

Wenn die Airlines jetzt nicht auf "Teufel komm raus" Ihre Flotten wieder aufblähen und die (nochmal: offensichtlich akzeptierten) Preise so beibehalten, sollten doch genüg Einnahmen erzielt werden können, um:
a. die, für einen ordentlichen, geordneten Flugbetrieb notwendigen Mitarbeiter*Innen ausreichend und gut zu entlohnen
b. der 'Spardruck' sinken
c. ein "Pfuffer" für die nachfrageschwachen Zeiten aufgebaut werden können (ohne die AN wieder entlassen zu müssen).

Alles in allem:
weniger (nicht bei den Leistungen und beim Lohn!) ist manchmal mehr.

Ich bin mir natürlich bewusst, daß das eine Illusion ist und sicher gleich die Fechter der "reinen" (Markt)wirtschaftslehre mir erklären werden, das ich null Ahnung habe und nur dummes Zeug schreibe ;).

Ich mach es aber trotzdem:
denn wie wurde doch (auch von diesen) in einem anderen Thread geschrieben: ein Blick über den Tellerrand kann manchmal nützlich sein.
Beitrag vom 07.07.2022 - 10:00 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1692 Beiträge)
Das ist doch Geschwätz (sorry für das Wort)

passt schon, es macht Ihre Haltung deutlich

Kein Problem, dazu stehe ich.
Sehen Sie es denn anders? Gibt es diese "Romantik" Ihrer Meinung nach noch?
Wie gesagt, ich sehe sie auf keiner dieser Seiten; auch auf Arbeitnehmerseite nicht. Wenn ich sehe wie die Lebensläufe der Bewerber bei uns mittlerweile aussehen...
Der Kunde will es immer billiger, der Mitarbeiter will immer mehr Geld, warum soll dann der Aktionär oder der Aufsichtsrat aus Solidarität mit dem Mitarbeiter in solch einer Situation einschreiten, wenn er dadurch mehr Geld verdienen kann?

Wenn der Arbeitsmarkt wie aktuell in der Luftfahrt auf Arbeitskräfte-Mangel dreht und die Firmen von Streik zu Streik taumeln, da wird diese "Romantik", der "Wir-Gedanke", die "Solidarität mit der Firma" aber sicher wieder öffentlich beschworen werden :)

Ja klar. Genauso machen es ja die Arbeitnehmer in der Krise auch. Ist auch in beiden Fällen deren gutes Recht. Aber nach meiner persönlichen Meinung, gibt es die eben nicht mehr.

Oder mit so harten Bandagen streiken, dass es die Firma möglicherweise in die Insolvenz treibt. Und nur in diesem Fall weiterziehen.
Alles andere wäre doch "Romantik", oder?

Nein, das wäre das Extrem. Am Ende muss man zu einem Kompromiss kommen, mit dem beide Leben können. Das wäre für mich dann aber nicht automatisch Romantik Am Ende ist das heute doch alles eher eine Zweckehe und nur noch sehr selten eine Ehe aus Liebe bis in alle Ewigkeit.
Beitrag vom 07.07.2022 - 10:24 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (2454 Beiträge)

Das ist doch Geschwätz (sorry für das Wort) von vor ein paar Jahrzehnten. Heute geht es doch nur noch darum, wo man am meisten Geld verdienen kann. Diese Romantik mit dem Anstand, Loyalität etc. gibt es doch schon lange nicht mehr. Weder auf Kundenseite, noch auf Arbeitgeberseite, noch auf Arbeitnehmerseite.
Und woran das genau liegt, wird eine Henne-Ei Diskussion. Deswegen werde ich die gar nicht starten. Wir leben mittlerweile in einer so egoistischen Welt, dass man sich darauf nicht mehr beziehen kann. Und daher ist es auch dem Aufsichtsrat und dem Aktionär egal.

Das mit "Henne - Ei" sehe ich anderes. Die Situation (ich meine jetzt nicht im speziellen die derzeitige Krise), sondern auf 2019 bezogen, hat m.E. damit zu tun, daß künstlich ein nicht wirklich vorhandener Markt geschaffen wurde,
durch:

a. Neue Mispieler, die sich brutalst (durch jegliches Ausnutzen von 'Regulierungslücken' im Arbeitsrecht, Nabelschau der Gewerkschaften, indirekte Subventionen (Nebenflugplätze mit billigst Start-,Lande- und Abfertigungsgebühren u.ä.) und durch gnadenlose Ausbeutung (ja das ist es) ihrer MA mit völlig utopisch preiswerten (eigentlich ein völlig falsches Wort in diesem Zusammenhang) Ticketpreisen eine Pseudo- Nachfrage erschaffen haben (so ähnlich wie die Süßigkeiten kurz vor der Supermarktkasse 'will haben, aber eigentlich brauch ich es nicht).

b. Der Schutz des Europäischen Flugmarktes durch die Politik vor staatssubventionierten Wettbewerbern (insbesondere ME3) - die zusätzlich auch noch ihre MA ausbeuten - völlig versagt hat.

Dadurch kamen die etablierten, zu diesem Zeitpunkt noch vom Vergütungs- und Leistungslevel völlig zufriedenstellende Airlines, unter einen sehr großen Druck.
Und wusste sich (leider) offensichtlich "zu helfen" durch: sparen,sparen, sparen bzw. Kosten drücken wo es nur (vermeintlich) geht.

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