Flugreise-Gipfel
Älter als 7 Tage

"Die aktuelle Lage an unseren Flughäfen ist indiskutabel"

Streiks der Luftsicherheitskräfte
Abflugtafel, © Verdi

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BERLIN - Angesichts von Engpässen an Flughäfen hat die Union die Bundesregierung zu schnellen Lösungen aufgefordert. Der Bundestag wird am Donnerstag über einen Antrag der CDU/CSU-Fraktion beraten, um das aktuelle Chaos im deutschen Luftverkehr so schnell wie möglich zu bändigen.

Unions-Fraktionsvize Ulrich Lange (CSU) sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Die aktuelle Lage an unseren Flughäfen ist indiskutabel. Sie ist peinlich und sie schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt. Ich verstehe die Tausenden Passagiere, deren Zeit, Geld und Nerven vernichtet werden, obwohl sie einfach nur in ihren entspannten Urlaub fliegen wollen."

Im Antrag soll die Bundesregierung unter anderem aufgefordert werden, umgehend einen "Flugreise-Gipfel" unter Beteiligung der zuständigen Bundesminister einzuberufen. Aktuell sind allerdings bereits drei Bundesministerien mit der Lage im Luftverkehr befasst.

Lange kritisierte, die Verantwortlichen würden sich gegenseitig den "schwarzen Peter zuschieben". Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) ziehe sich einmal mehr aus der Affäre. Es brauche nun konkrete Ansätze, um die Probleme zügig an der Wurzel anzugehen. Notwendig seien schnelle und wirksame Lösungen - damit jeder, der möchte schnell an den Strand komme, statt in den Wartehallen deutscher Flughäfen zu versauern.

Wegen großer Ärgernisse mit Wartezeiten für Reisende an deutschen Flughäfen sollen möglichst noch im Sommer ausländische Hilfskräfte zur Verstärkung kommen können. Dazu hatte die Bundesregierung rasche Regelungen zugesagt, damit Betreiber vorübergehend leichter Personal - vor allem aus der Türkei - anheuern können. Dazu gehören konkrete Vorgaben, um Sozial- oder Lohndumping zu unterbinden.

Kritik an Arbeitgebern

In Nordrhein-Westfalen hat Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die Arbeitgeber der Luftfahrt kritisiert. Diese seien aus seiner Sicht "ganz klar" für die Situation verantwortlich, sagte Laumann der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Donnerstag). "Zum einen konnte das Personal über die Pandemie trotz Kurzarbeitergeld und staatlicher Unterstützung nicht gehalten werden. Zum anderen haben sich die Betreiber nicht frühzeitig vorbereitet."

Laumann bemängelte zudem, dass viele freie Stellen gar nicht erst gemeldet würden. "Es wundert mich schon sehr, dass die Arbeitgeber bisher nur vereinzelt Stellen in der Jobbörse aufgegeben haben, zum Beispiel in Düsseldorf nur 13 Stellen für Gepäckabfertiger und nur eine Stelle für einen Luftsicherheitsassistenten."

Er erwarte, "dass die Arbeitgeber ihre Aktivitäten auf dem Arbeitsmarkt schnellstmöglich hochfahren und sich um zusätzliches Personal bemühen".

Mit Blick auf den möglichen Einsatz ausländischer Arbeitskräfte auf den Flughäfen sagte Laumann: "Wenn Arbeitgeber Anträge auf eine Vorrangprüfung stellen, sollen diese deutlich unterhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen durch die Agenturen für Arbeit entschieden werden."
© dpa-AFX | Abb.: Verdi | 07.07.2022 07:34

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Beitrag vom 07.07.2022 - 10:50 Uhr
Uiuiui. Da wird also nur EIN Luftsicherheitsasisstent gesucht. Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man lachen. Es gibt dafür nur einen Dienstleister und der sucht Mitarbeiter. Wenn der 20 für die gleiche Position sucht, dann schaltet der doch nicht 20 Anzeigen.

Nicht? Ich dachte immer, dass sich dann der Bewerber zwecks besserer Chancen dann auch auf alle 20 Stellen bewerben müsste; falls er bei einer der Stellen nicht zum Zug kommt :-D

Erinnert mich an eine Berichterstattung irgendwo bei RTL letzte Woche, wo der Reporter staunend durchs Termin läuft und darüber redet, wie scheiße die Situation doch ist und die Leute ewig in der Schlange stehen und dann einen Familienvater fragt, wie lange die denn schon warten würde und der trocken antwortet: "10 Minuten oder so?".

Da wittern gerade alle eine große Story und nehmen es mit der Wahrheit dann vielleicht manchmal nicht ganz so genau (oder hören auf zu arbeiten, nachdem sie das gewünschte Ergebnis gefunden haben)

Beitrag vom 07.07.2022 - 10:38 Uhr
Uiuiui. Da wird also nur EIN Luftsicherheitsasisstent gesucht. Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man lachen. Es gibt dafür nur einen Dienstleister und der sucht Mitarbeiter. Wenn der 20 für die gleiche Position sucht, dann schaltet der doch nicht 20 Anzeigen.
Da hätte der Referent des Ministers einfach in der Stellenausschreibung nachschauen müssen. Da steht "Mehr als 10 Kandidaten für diese Stelle gesucht" Gleiches bei den Ausschreibungen für Gepäckabfertiger und Bodenstewardess unterschiedlicher Dienstleister.
Beitrag vom 07.07.2022 - 08:27 Uhr
Kurzarbeitergeld gut und schön, aber wenn bspw. 1.500€ gerade reichen, sind 67% = 1.000€ KuG kein Argument, beim Flughafen zu bleiben…


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