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Carsten Spohr lässt Streit mit Fraport eskalieren

Lufthansa in Frankfurt
Lufthansa, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Spitzen der Luftfahrt nehmen Platz am Schadenstisch. Der Luftfahrtgipfel von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer soll das Chaos im Flugsommer 2018 aufarbeiten. Vor dem Hamburger Krisentreffen am 05. Oktober legt Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Richtungsstreit mit den Flughäfen nach.

"Das Problem heißt Wachstum", baute Spohr Ende August bei einem Medienabend in Frankfurt das neue Narrativ auf. Lufthansa will auch an den Flughäfen für Entlastung sorgen, die im Sommer unter Volllast heißliefen. Vergangenen Donnerstag wurde Spohr im internen Kreis konkret:

Im Koordinierungsausschuss des Frankfurter Flughafens forderte Spohr eine Herabsetzung des Eckwerts von 104 auf 102 Flugbewegungen pro Stunde, meldet das "Handelsblatt". In dem Gremium stecken Flughafen, Airlines, Flugsicherung und Behörden zweimal im Jahr die Höchstzahl der Flugbewegungen ab.

Fraport lehnt eine Absenkung des Eckwerts strikt ab. "Eine Eckwertreduzierung wäre in Frankfurt nicht die richtige Antwort auf die Erfahrungen dieses Jahres", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Schulte will den Stundeneckwert 2019 bei 104 Flugbewegungen einfrieren.

Ein niedrigerer Eckwert würde Lufthansa in die Karten spielen, der Airport hätte pro Stunde zwei Slots weniger an unbequeme Wettbewerber zu vergeben. Unter Schulte hat sich Frankfurt für Günstigairlines wie Ryanair, WOW air und Primera Air geöffnet, die Lufthansa im Europa- und Nordamerika-Verkehr zusetzen.

Nach stagnierenden Passagierzahlen kommt Frankfurt wieder in Schwung - an 180 Tagen erwartet der Flughafen dieses Jahr mehr als 200.000 Passagiere. Die nächste Verkehrswelle rollt am Freitag auf den Flughafen zu. Zum Beginn der Herbstferien rechnet Frankfurt mit 230.000 Passagieren.

Gegenwind aus Düsseldorf

Auch der Flughafen Düsseldorf will sich beim Ausbau nicht von der Lufthansa-Linie ausbremsen lassen. "Ich sehe die Hauptprobleme unserer Branche ganz klar in der Luft und nicht bei den Flughäfen", sagte Airport-Chef Thomas Schnalke der "Rheinischen Post" im Vorfeld des Luftfahrtgipfels.

Verspätungen und Flugausfälle haben im Flugsommer 2018 tausende Reisepläne durchkreuzt. Nach Daten des Linienluftfahrtverbands IATA liefen bei europäischen Airlines schon in der ersten Jahreshälfte pro Tag 47.000 Minuten Verspätung auf - ein Anstieg von 133 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 26.09.2018 08:49


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