"Corriere della Sera"
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Air France-KLM bietet Alitalia millionenschwere Zusammenarbeit

Alitalia Airbus A319
Alitalia Airbus A319, © Flughafen Nürnberg

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ROM - Alitalias neuer Sonderverwalter Giuseppe Leogrande hat Post aus Paris bekommen. Einem Medienbericht zufolge bietet Air France-KLM an, ein Joint Venture zu bilden und eine neue Codeshare-Vereinbarung zu treffen. Ganz überraschend kommt das nicht.

Wie der "Corriere della Sera" unter Berufung auf nicht genauer genannte Quellen berichtet schlagen Air France-KLM-Manager Leogrande vor, für innereuropäische Verbindungen ein Joint Venture mit Alitalia auf die Beine zu stellen. Das würde der insolventen italienischen Airline laut Bericht bis zu 84 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz pro Jahr in die Kasse spülen.

Zusätzlich schlügen die Air France-KLM-Manager eine Codeshare-Vereinbarung für Interkontinental-Flüge vor - mit dem Potenzial, weitere 13 Millionen Euro Umsatz pro Jahr zu generieren.

Gleichzeitig bekräftigt Delta ihr Interesse an einer 100-Millionen-Euro-Investition in Alitalia. "(Wir werden uns, Red.) weiter dafür einsetzen, Minderheitsaktionär einer neu organisierten Alitalia zu werden", zitiert "Corriere della Sera" aus einer E-Mail.

Völlig überraschend kommt es nicht, dass Air France-KLM und Delta nun wieder um Alitalia werben. International Airlines Group-Chef Willie Walsh hat beiden einen Strich durch ihre Südatlantik-Rechnung gemacht, als er ankündigte, dass seine Gruppe Air Europa kaufen werde.

Zum Zeitpunkt der Ankündigung hatten Air France und Air Europa bereits seit Monaten über eine eng verzahnte Zusammenarbeit auf Südatlantik-Routen verhandelt. Diese Option entfällt nun. Stattdessen könnte Alitalia diese Rolle ausfüllen: sie baut bereits seit Monaten ihre Verbindungen nach Brasilien aus.

Mit der Ankündigung des Delta-Partners Air France, ein Codeshare mit Alitalia auf Interkontinental-Flügen einrichten zu wollen, wird Delta-Gegnern unter den Alitalia-Sanierern zugleich Wind aus den Segeln genommen. Sie hatten sich besonders daran gestört, dass Delta Alitalia an den lukrativen Nordatlantik-Routen kaum teilhaben lassen wollte.

In Italien wurde in den vergangenen Wochen indes Lufthansa als wahrscheinlicher Partner für die Rettung Alitalias gehandelt. Giuseppe Leogrande wird sich nun wieder mit mehreren Optionen befassen müssen.

Seine Ankündigung, Alitalia schlanker und effizienter zu machen und Willie Walshs Schachzug haben die Ausgangslage verändert.
© aero.de (boa) | Abb.: Alitalia | 16.12.2019 10:53

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Beitrag vom 20.12.2019 - 14:51 Uhr
Ach, amikino, Sie gehören offesichtlich zu jener Fraktion, die das Glas halbleer, statt halbvoll sehen.
Woran machen Sie fest, FCA sei ins Ausland «verscherbelt» worden? Wenn zwei vom Börsenwert her etwa gleich grosse Unternehmen einen Aktientausch 50/50 durchführen, der neu entstehende Verwaltungsrat paritätisch besetzt ist (je 5 VR-Mitglider von FCA und PSA, der VR-Präsident von FCA die selbe Positon im neuen VR einmimmt, und der VR-Delegierte die 11 abrundet), ist das für Sie also ein «Verscherbeln» ins Ausland? Im Übrigen wird die Agnelli-Familienholding EXOR am Aktienkapital des neuen Unternehmens über eine (deutliche) relative Mehrheit verfügen. Von wegen Verkauf also!
Und dass Fincantieri mit stetigen Zukäufen im Ausland zu einem der weltgrössten Schiffbauer aufsteigt (der grösste Werft-Konzern in Europa ist Fincantieri bereits) scheinen Sie wohl in Ihrer Esterophilität unbemerkt gelassen zu haben. Ebenso Leonardo (Finmeccanica) als properierendes Unternehmen in diversen Technologie-Sektoren. Es gibt der positiven Beispiele - auch und gerade im KMU-Bereich - noch mehr.

Die Dinge in der italienischen Wirtschaft sind beileibe nicht so, wie Sie sie vielleicht wahrnehmen und hier darstellen. Trotz Krisen da und dort kann man im Allgemeinen ganz gewiss nicht von einem Ausverkauf der Unternehmen in Italien sprechen. Würde es mit der italienischen Wirtschaft so bergab gehen, wie Sie hier zu suggerieren versuchen, zeigte LH gewiss kein Interesse an der Übernahme des Alitalia-Anteils am italienischen Markt.

Mit jammern, amikino, kommt man ebenso wenig weiter als mit träumen. Aber in Träumen steckt ja bekanntlich positive Kraft, jammern führt bloss zu mehr Traurigkeit. Denken Sie daran, bevor Sie weiter das Heil im Ausland suchen. Heilsbringer finden Sie dort auf jeden Fall keinen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Dieser Beitrag wurde am 20.12.2019 15:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.12.2019 - 14:42 Uhr
Eines kann ich Ihnen mit Bestimmtheit dazu sagen: So wird das nicht laufen! Politisch ist das schlicht und ergreifend nicht durchsetzbar. Nicht solange LH - und diese ist auf die Sonder-Kommissare zugegangen, nicht umgekehrt! - an dieser ihrer Position festhält. Zeigt sich LH flexibel, steigen die Chancen.
Und was ¡hre «italienischen Freunde» hierzu meinen, ist an und für sich ohne Belang, denn entscheiden tut die Politik (via Legislative, Exekutive, ggf. Judikative) als ganzes, nicht der oder die Einzelne.

Genau!
Und daher gibt es überhaupt keinen Grund für Sie, sich zu echauffieren. LH stellt sich blöde an, LH wird also niemals zum Zuge kommen.
Gut, dass dieser Kelch an LH vorüber zieht!
Fast könnte man meinen, dass das Absicht von LH ist ...
Denn, sind wir mal realistisch: Was soll LH denn mit Alitalia? Innerhalb Italien dominiert der Lowcost-Markt, in Europa werden die wichtigsten Ziele abgedeckt und Interkontinental sind die Italiener heute schon gut angebunden (ob über FRA, MUC, PAR, DXB). Ich sehe mehr Risiken als Chancen für LH in Italien. Selbst mit einer bereits sanierten Alitalia.
Beitrag vom 20.12.2019 - 14:15 Uhr
Titus C. Wenger
Militärhistoriker

Und der Ausverkauf in Italien geht weiter!!!

Die Mode Industrie ist ja schon zum größten Teil in Französischer Hand, die Stahlindustrie in Indischer/Deutscher, der Letzte Autobauer wurde gestern verscherbelt…. Und morgen eben ALITALIA!
Aufwachen.. mit Träumen alleine gibt es keine Zukunft – keine Italienische Zukunft!



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